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Herbstzeit – Laubzeit

Der kalendarische Beginn des Herbstes fiel in diesem Jahr auf den 23. September. Allmählich beginnen nun auch die Bäume sich auf diese kühlere und feuchtere Jahreszeit einzustellen und die ersten tragen ihr gelblich-rötliches Herbstlaub. Dies sind größtenteils Laubbäume, doch auch unter den Nadelbäumen gibt es eine Ausnahme: die Lärche.

Freistehende Lärche im herbstlichen Nadelkleid

Die Europäische Lärche (Larix decidua Mill.) wurde zum Baum des Jahres 2012 gewählt und gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceaen). Sie ist die einzige mitteleuropäische Nadelbaumart, die ihre Nadeln zum Winter abwirft.

Die Nadeln wandeln sich im Laufe der Jahreszeiten vom sommerlichen Grün bis in den Herbst ins leuchtende Goldgelb, bevor Sie zum Winter abfallen.

Doch auch im Frühling verfügt die Lärche im Vergleich zu anderen Nadelhölzern über ein breites Farbspektrum. Ab einem Alter von etwa fünfzehn Jahren blüht die Lärche zwischen März und dem Ende Mai und die weiblichen Zapfenfrüchte leuchten purpurfarben, vergrünen bis sie zum Herbst und bilden anschließend rosafarbene Schuppenränder aus.

Blühende weibliche Zapfen

Eine Lärche kann unter optimalen Bedingungen und ohne wirtschaftliche Nutzung bis zu 500 Jahre alt und 50 Meter hoch werden. Im Schnitt erreichen die Bäume jedoch Wuchshöhen bis 35 Meter und entwickeln dabei eine unregelmäßig pyramidenförmige bis kegelförmige Krone. Der Stammumfang erreicht etwa einen Meter erreichen, womit die Lärche vergleichbare Wuchseigenschaften wie die Kiefer aufweist.

 

Weltweiter Baumbestand

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, wie viele Bäume es auf unserem Planeten gibt?

Dieser Frage sind Forscher der Yale University im Rahmen des Forschungsprojektes „Mapping tree density at a global scale“ nachgegangen. Dafür nutzten sie Zählungen an 429.775 Messstellen aus 50 Ländern, verteilt über alle Kontinente, außer der Antarktis. Anhand von Satellitenbildern konnten die Forscher nicht nur prüfen, wie sich die Bäume weltweit verteilen, sondern erhielten auch eine Karte, die die weltweite Baumdichte bis auf eine Auflösung von einem Quadratkilometer genau angibt. Als Baum wurde dabei jede Pflanze definiert, deren verholzter Stamm mindestens einen Durchmesser von zehn Zentimeter aufweist.

Das Ergebnis wurde im September 2015 veröffentlicht: Weltweit wurden rund auf 3 Billionen Bäume gezählt, welche sich wie folgt auf die Klimazonen verteilen: 1,30 Billionen Bäume (42,80 %) befinden sich in tropischen und subtropischen Wäldern, 0,74 Billionen in borealen Regionen und 0,66 Billionen in den gemäßigten Breiten. Eine Billionen ist eine Eins mit 12 Nullen: 1 000 000 000 000, kurz und prägnant als 1012 geschrieben.

Rechnet man die Anzahl der Bäume weltweit auf die rund 7,2 Milliarden Menschen um, entspricht dies 422 Bäumen für jeden Bewohner auf diesem Planeten.

Grundsätzlich könnte man erwarten, dass der tropische Regenwald die höchste Baumdichte aufweist. Doch findet man diese in den stresstoleranten borealen Nadelwäldern in den subarktischen Gebieten Skandinaviens, Russlands und Nordamerikas.

Auch die negativen Aspekte der Entwicklung des Baumbestandes wurden im Rahmen des Projektes deutlich: denn seit Beginn der menschlichen Zivilisation wurde bereits knapp die Hälfte des einstigen Baumbestands abgeholzt.

Verfolgt man die aktuellen Brände in den Amazonas-Regenwäldern, wird schnell deutlich, dass sich die Zahl der Bäume weltweit mittlerweile deutlich verändert haben muss. Und die großflächigen Waldbrände in Südamerika sind leider nicht die einzigen Faktoren, welche erhebliche negative Auswirkungen auf den weltweiten Baumbestand haben.

 

 

Quelle: Thomas Crowther (Yale University, New Haven) et al., Nature, doi: 10.1038/nature14967

Baumpflanzung im Frühjahr 2019

Die letzte Baumpflanzung unseres Projektes BaumGeben fand im Frühjahr diesen Jahres statt. Geplant war die Ausbringung von 6.000 Pflanzen, welche jedoch aus Witterungsgründen nicht vollständig durchgeführt werden konnte.

Wir freuen uns, dass im Forstrevier Saarburg-Tobiashaus schon einmal 2.500 Weißtannen von Mitarbeitern des Forstamtes Saarburg gepflanzt werden konnten! Bei den fehlenden 3.500 Pflanzen handelt es sich um Buchen-Wildlinge, die bedingt durch die extreme Trockenheit nicht aus dem Boden gezogen werden konnten, ohne die empfindlichen Wurzeln zu beschädigen. So wurde entschieden, die Wildlingspflanzung in den kommenden Herbst zu verschieben, um idealen Wuchsbedingungen für die Bäume zu garantieren.

 

Mitarbeiter der Forstamtes Saarburg bei der Baumpflanzung im Frühjahr 2019

 

Die Weißtanne (lateinisch: Abies Alba) ist ein Kieferngewächs und gehört zu unseren heimischen Nadelbaumarten. Weltweit sind etwa 40 Arten der Gattung Abies bekannt. Den Namen verdankt der Baum seiner relativ hellen, weißgrauen Rinde. Bei jungen Bäumen ist diese zunächst glatt und wird mit zunehmendem Alter schuppig. Zu finden sind Weißtannen sowohl im Flach- als auch im Hügelland bis auf 1.700 m in den Alpen. Der Stamm kann einen Durchmesser von 2 m, selten sogar bis 3 m erreichen. Weißtannen weisen Wuchshöhen von 30 bis 50 m auf, im Einzelfall sogar bis zu 60 m und können rund 500 bis 600 Jahre alt werden. Damit gehören Weißtannen zu den höchsten Bäumen Europas.

 

Mitarbeiter der Forstamtes Saarburg bei der Baumpflanzung im Frühjahr 2019

 

Die nicht stechenden Nadeln der Weisstanne sind flach und meist an der Spitze eingekerbt. An der Oberseite sind diese dunkelgrün glänzend, die Unterseite der Nadeln weist zwei bläulichweisse Wachsstreifen auf. Im Gegensatz zur Fichte stehen die Zapfen der Tanne aufrecht und sind nur an Wipfeltrieben zu finden.

 

Nadeln der Weißtanne

 

Da das Wurzelwerk tiefgehend und schwach verzweigt ist, ist der Baum recht gut im Boden verankert und dadurch auch weniger sturmwurfgefährdet als andere Nadelbaumarten. Zudem sorgt das tiefgreifende Wurzelsystem dafür, dass schwere und vernässte Waldböden aufgeschlossen werden und die Wasserspeicherung im Boden verbessert wird.

Daher sind Weißtannen eine ideale Baumart für Mischwälder, bzw. mehrstufige aufgebaute Wälder und darüber hinaus ein unverzichtbarer ökologischer Stabilisator für unsere Wälder.

Waldbrandgefahr in Deutschland

Aktuell ist die Waldbrandgefahr in Deutschland bei der anhaltend heißen und trockenen Witterung landesweit erhöht. Besonders deutlich wird dies bei einem Blick auf den Waldbrandgefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes unter http://www.wettergefahren.de/warnungen/indizes/waldbrand.html. Hier erhält man einen täglich aktualisierten Überblick über die nationale Verbreitung der Gefährdungsstufen für Waldbrände.

Aber wie entstehen Waldbrände eigentlich?

 

Die Entstehung von Waldbränden hängt von verschiedenen Faktoren wie der Witterung, der Jahres-, und Tageszeit oder dem Brennmaterial ab.

Durch die Feuchtigkeit der Wintermonate werden die unteren Boden- und Pflanzenteile relativ gut vor Bränden geschützt. Doch auch im Winter kann es bei einer nicht vorhandenen Schneedecke in seltenen Fällen zu Waldbränden kommen.

Im Frühjahr steigt die Waldbrandgefahr vor dem Austrieb des ersten Grüns der Bäume an und erreicht ihren ersten Höhepunkt etwa Ende April/Anfang Mai. Dementsprechend ist die Gefahr von Waldbränden in der heißesten und meist trockensten Zeit des Jahres von Ende Juni bis Ende August am höchsten. Auch in dieser Zeit spielt die Witterung eine wichtige Rolle. Beispielweise breiten sich die Brände bei starkem Wind, der dem Feuer zusätzlichen Sauerstoff zuführt,  je nach Dichte und Feuchtigkeitsgehalt der Brennstoffe rasend schnell aus.

Zudem beschränken sich die Brandflächen im Frühjahr meist auf kleinere Gebiete, da oft nur die vertrockneten Pflanzenreste des Vorjahres in Brand geraten. In den Sommermonaten wiederum kommt es verstärkt zur Entstehung größerer Brandflächen. Durch die saisonale Trockenheit besteht die Gefahr, dass die Bäume samt Wurzelwerk und der gesamten Humusschicht bis hin zum Mineralboden abbrennen.

Da es zur Entstehung eines Waldbrandes einer Zündquelle wie einer weggeworfenen Zigarette, Grillgutresten oder eines Blitzschlages bedarf, ist beim Aufenthalt in der freien Natur vor allem in der Trockenzeit besondere Vorsicht und Umsicht geboten.

Deutscher Weltüberlastungstag 2019

In einem unserer Blogbeiträge aus dem Jahre 2017 haben wir bereits ausführlich über den Earth Overshoot Day berichtet (Beitrag unter: https://bit.ly/2VFAshs).

Dieser „Welterschöpfungstag“ oder „Weltüberlastungstag“ ist eine jährliche Kampagne der Non-Profit-Organisation Global Footprint Network (GFN) und markiert den Tag des Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen der Erde größer ist, als deren Kapazität zur Reproduktion dieser Ressourcen im laufenden Jahr. Kurz gesagt: Ab diesem Tag leben wir, die Menschheit, über unsere Verhältnisse.

Neben dem Earth Overshoot Day gibt es auch die nationalen Overshoot Days. So war der deutsche Erdüberlastungstag 2019 am 3. Mai, was bedeutet, dass der Ressourcenverbrauch in Deutschland in diesem Jahr so hoch war, dass zu diesem Zeitpunkt bereits alle regenerierbaren Ressourcen verbraucht wurden, die uns die Erde für das ganze Jahr zu bieten hat.

Da wir den uns gegebenen, natürlichen Rahmen überschritten (engl. Overshoot) haben, muss auf die natürlichen Reserven der Erde zurückgegriffen werden. Was bedeutet, dass wir Deutsche auf Kosten der Natur und derer, die sie weniger ausbeuten, leben. Würde die ganze Welt uns nachahmen, bräuchten wir drei Planeten, um den gesamten Bedarf zu decken.

Deutschlands ökologischer Fußabdruck ist so hoch, dass wir mit unseren 83 Millionen Einwohnern im weltweiten Vergleich auf Platz 8 liegen, nach China (1,4 Milliarden Einwohner), den USA (330 Millionen Einwohner), Indien (1,3 Milliarden Einwohner), Russland (145 Millionen Einwohner), Brasilien (209 Millionen Einwohner), Japan (127 Millionen Einwohner) und Indonesien (264 Millionen Einwohner) (Quelle: Bayrischer Rundfunk).

Und noch ein Vergleich: Im Jahr 2018 fiel der deutsche Overshoot Day auf den 2. Mai und 2017 auf den 24. April.

Tag des Baumes am 25. April

Heute ist der Tag des Baumes, dessen Entstehung auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten und Farmers Julius Sterling Morton zurückgeht. Dieser forderte im Jahre 1872 mit dem Satz „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ im baumarmen Bundesstaat Nebraska (USA) einen jährlichen Arbor Day. Und so wurden am 10. April 1872 erstmals rund eine Millionen Bäume von Bürgern und Farmern in Nebraska gepflanzt. Bereits innerhalb von 20 Jahren hatte sich dieser Gedenktag in allen Staaten der USA verbreitet.

Am 25. April 1952 wurde der Aktionstag durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) initiiert und der Tag des Baumes somit erstmals in Deutschland begangen. Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten zu diesem Anlass im Bonner Hofgarten einen Ahornbaum. An diesem  Tage  formulierte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ihr Ziel für die Zukunft: „In jeder Gemeinde und Schule soll der Bevölkerung und insbesondere der Jugend durch symbolische Pflanzungen und Veranstaltungen die Bedeutung des Baumes näher gebracht werden.“

Seiher wird jährlich am 25. April mit entsprechenden Aktionen versucht, die enorme Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Umwelt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Laut SWD zählt der Tag des Baumes mittlerweile zu einer der größten und erfolgreichsten Mitmachaktionen im Naturschutz, in deren Rahmen zahlreiche Baumpflanzungen und Veranstaltungen gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Forstämtern organisiert werden. So werden an diesem Tag durchschnittlich rund 70.000 Bäume gepflanzt (Quelle: www.swd.de).

 

Logo Tag des Baumes (Quelle: https://www.baumpflegeportal.de)

 

 

Doch aufgrund der immer trockeneren Klimaverhältnisse sind einige der gepflanzten Bäume im vergangenen Jahr nicht angewachsen. Um das Anwachsen der Bäume auch in Zeiten des Klimawandels gewährleisten zu können, müssen die Pflanzungen häufig zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr durchgeführt werden. So fand die Bundesveranstaltung mit Ministerin Julia Klöckner bereits am 27. März 2019 statt.

Tag des Waldes am 21. März

Auf den gestrigen kalendarischen Frühlingsanfang folgt heute der „Tag des Waldes“.

In den 1970er Jahren wurde als Reaktion auf die globale Waldvernichtung von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)  der 21. März zum Internationalen Tag des Waldes ausgerufen. Ziel ist es, auf die große Bedeutung des Waldes für unser Klima und unsere Erde aufmerksam zu machen.

Rund ein Drittel der weltweiten Landfläche (und auch circa ein Drittel der Fläche Deutschlands) ist – bislang noch – bewaldet. Doch diese lebensnotwendigen Naturräume sind durch die intensive Waldwirtschaft und die fortlaufend großflächigen Abholzungen weltweit bedroht.

 

 

Und das obwohl die Wälder einen sehr wichtigen Teil zum Klimaschutz beitragen. Sie erzeugen nicht nur Sauerstoff, sondern speichern gleichzeitig den klimaschädlichen Kohlenstoff und reduzieren dadurch den Treibhauseffekt. Darüber hinaus spielen sie eine entscheidende Rolle im globalen Wasserkreislauf, bieten vielen Tieren und anderen Pflanzen einen Lebensraum und sichern somit die Biodiversität.

Bei uns hat dieser Tag bisher wenig Beachtung gefunden. Vielleicht liegt ein Grund hierfür auch im recht frühen Zeitpunkt des Tages. Denn der 21. März ist auch in frühzeitig warmen Jahren noch kein Tag, an dem Bäume mit ihrem Blattaustrieb beginnen. Bestenfalls sind bei einigen Baumarten bereits die Blüten zu sehen (z.B. Esche, Erle), aber selbst die Blätter früher Sorten wie der Birke treiben am 21. März noch nicht aus. Daher finden an diesem Tag verschiedene Aktionen wie Exkursionen oder Vorträgen statt, um die Aufmerksamkeit für diesen Tag zu erhöhen.

Wie wir wissen, zählt Deutschland zu den waldreichsten Ländern Europas. Und viele Wälder sind wahre Schatzkammern der Natur. Das lässt sich jetzt im Frühling besonders intensiv erleben. Daher ab in den Wald!

Der erste Kur-, und Heilwald in Deutschland

Schon häufiger haben wir über die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Waldes berichtet. Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass die Heilkräfte des Waldes eine abhärtende, beruhigende und aktivierende Wirkung auf den Menschen haben. Verschiedene Studien bestätigen, dass schon der bloße Aufenthalt im Wald unsere Stimmung hebt und die Entspannung fördert.

Die fernöstliche Tradition des Waldbadens (jap. Shinrin Yoku) wird auch in Europa in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter. Frei übersetzt bedeutet es “Baden in der Waldluft“, das Eintauchen in den Wald, mit all seinen Düften und den verschiedenen Lichtstimmungen.

Der Trend des  „Waldbadens“ ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Auf Usedom wirbt das Ostseebad Heringsdorf damit, „Europas ersten ausgewiesenen Kur- und Heilwald“ zu haben. Nach eigenen Angaben „schöpfen im Kur- und Heilwald Usedom Menschen mit Bluthochdruck, Atemwegsbeschwerden, Allergien oder psychosomatischen Erkrankungen neue Kräfte.“ Das Gebiet umfasst 180 Hektar und soll ein Vorbild für ähnliche Projekte sein. Sogenannte „Waldbademeister“ sind hier im Einsatz und bilden als Multiplikatoren neue Kursleiter aus.

Kur- und Heilwald Usedom (Quelle: www.usedom.de)

Aber ob es die Waldtherapie tatsächlich bald auf Rezept gibt, ist leider noch ungewiss. Denn nun müssen zunächst weitere Untersuchungen zeigen, inwieweit unsere heimischen Wälder für medizinische Zwecke nutzbar sind. Der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin sind bislang „dazu keine qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt.“

Die medizinische Nutzbarkeit des Waldes ist durch japanische und koreanische Studien belegt, doch unterscheiden sich unsere Wälder aus Fichten, Eichen und Buchen in der Baumartenzusammensetzung deutlich von den asiatischen Waldgesellschaften aus Lerchen, Pinien und Zedern.

Was nicht heißen soll, dass ein Spaziergang in unseren Wäldern weniger empfehlenswert ist! Denn ein Aufenthalt im Wald hat durchaus eine positive Stimulation auf unser Immunsystem und kann unser physisches und psychisches Wohlergehen fördern. Und das „Behandlungszimmer Wald“ bietet Platz für jedermann, schließlich sind 32 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands mit Wald bedeckt. So stehen rein rechnerisch aktuell  jedem/jeder Deutschen rund 1.300 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Und das ganz ohne Rezept!

Fakten rund um den Baum des Jahres 2019: Die Flatterulme

Dürfen wir vorstellen: Die Flatterulme (Ulmus laevis), 31. Baum des Jahres und damit Nachfolgerin der Edelkastanie, die den Titel im Jahr 2018 trug.

Ihren Namen verdankt die selten gewordene Flatter-Ulme ihren kleinen, lang gestielten, in Büscheln hängenden Blüten und Früchten, welche im Wind „flattern“. Dieses Merkmal unterscheidet sie von den anderen beiden heimischen Ulmenarten. Bereits vor mehr als 10.00 Jahren wanderte die Flatterulme in Mittel-, und Osteuropa ein und ist heute vor allem im kontinentaleren Osteuropa verbreitet.

 

Blütenstand der Flatterulme (Quelle: Wikipedia)

 

Deutschlandweit beschränkt sich die Verbreitung vorwiegend auf die östlichen Bundesländer wie Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In den anderen Gebieten ist sie seltener anzutreffen und hier meist an größeren Flusstälern wie der Rhein-Main- Ebene, entlang der Donau und im Oberrheingraben. Da der Baum gern an Flüssen und in Auwäldern wächst, verlor er in den letzten Jahrzehnten durch begradigte Flussläufe und trockengelegte Feuchtgebiete große Teile des Lebensraumes.

Freistehende Flatterulme (Quelle: Wikipedia)

 

Die Wuchshöhe der Flatter-Ulme kann über 30 m erreichen, unter günstigen Bedingungen sogar bis 40 m und mehr. Der Stammumfang von alten Flatterulmen kann über neun Meter betragen. Die Bäume bilden im Einzelstand meist eine weit ausladende Krone. Zudem ist die Flatterulme das einzige heimische Gehölz, das in den Ansätzen Brettwurzeln ausbilden kann, eine typische Wurzelform für Bäume des Regenwaldes. Besonders stark ausgeprägt wird diese auffallende Wurzelform auf flachgründigen und nassen Böden, um die Standfestigkeit der Bäume zu erhöhen.

 

Brettwurzeln (Quelle: Wikipedia)

Durch die deutlichere Widerstandfähigkeit gegenüber dem Ulmensterben ist die bisher wenig bekannte Baumart verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Bergulme und Feldulme, die beiden weiteren heimischen Ulmenarten, sind durch das Ulmensterben stark vom Aussterben bedroht. Denn seit rund 100 Jahren werden diese durch die Holländische Ulmenkrankheit dezimiert. Doch auch die Flatterulme steht regional auf der Roten Liste der bedrohten Arten, da ihre Lebensräume in den letzten Jahrhunderten schrumpften.

„Nach Jahrhunderten der Lebensraumzerstörung ist es Zeit, die Flatter-Ulme neu ins Bewusstsein von Städteplanern und Forstleuten zu holen“, sagte die von der Stiftung Baum des Jahres in Berlin benannte Baumkönigin Caroline Hensel.

Fakten rund um den Weihnachtsbaum

Für viele ist ein geschmückter Tannenbaum der symbolische Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Doch wie kommt es eigentlich, dass wir uns Weihnachten einen Nadelbaum ins heimische Wohnzimmer stellen?

Dieser Brauch ist mehr als 500 Jahre alt. Doch schon deutlich länger ist es Brauch, die Wohnung in der düsteren Winterzeit mit Pflanzen als Symbol für neues Leben und mit Kerzen als Hoffnung auf mehr Licht zu schmücken. Immergrüne Pflanzen waren bereits in frühen heidnischen Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Es ist überliefert, dass die Germanen Tannenzweige zur Wintersonnenwende vor ihren Häusern und an öffentlichen Orten platziert haben.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch des mit Kerzen dekorierten Tannenbaum zunächst bei wohlhabenden Bürgern und hohen Beamten in den Städten. Denn zu dieser Zeit waren Tannenbäume in Mitteleuropa noch ein knappes Gut und daher sehr kostspielig. Um die steigende Nachfrage zu decken, wurden ab dem 19. Jahrhundert vermehrt Fichten-, und Tannenwälder angelegt. Nach und nach wurde der geschmückte Weihnachtsbaum auch in bürgerlichen Wohnzimmern zum festlichen Inventar.

In Mitteleuropa wird hauptsächlich die Nordmanntanne als Christbaum verwendet. Der Grund für die Beliebtheit der Nordmanntannen liegt auf der Hand: die Nadeln pieksen nicht. Zudem sind ihre Nadeln relativ weich, trocknen nicht so schnell aus und fallen auch trocken seltener ab. Allerdings verströmen Nordmanntannen nicht den typischen Tannenbaum-Duft, da sie nur einen geringen Harz-Gehalt aufweisen.

Nordmanntannen

Doch auch die etwas günstigeren Fichten sind nach wie vor sehr verbreitet. Fichten waren bis Ende der Fünfzigerjahre sozusagen das Synonym für den Weihnachtsbaum. Mittlerweile findet man diese aufgrund des günstigeren Preises oft eher als Dekoration auf Weihnachtsmärkten.

Der Markt verlangt Nordmanntannen. Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume werden dieses Jahr wieder verkauft, allein in Deutschland. Rund 70 bis 80 Prozent der Weihnachtsbäume in Deutschland werden Nordmanntannen sein. Weil der Bedarf regional nicht zu decken ist werden viele der Bäume importiert, vor allem aus Dänemark.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sollten auch beim Weihnachtsbaumkauf eine Rolle spielen. Empfehlenswert sind ungespritzte, ökologisch gezogene Weihnachtsbäume, auch wenn diese etwas teurer sind als konventionelle Bäume. Zwar stammen diese ebenfalls aus Kulturen, wachsen aber ohne Einsatz von Spritzmitteln.  Das ist gut für die Natur und das Raumklima. Verkauft werden Öko-Weihnachtsbäume beispielsweise bei Bio-Landwirten und sind zum Beispiel an einem Zertifikat der Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, Forest Stewardship Council (FSC), zu erkennen. Auch das sechseckige EU-Bio-Logo, das man von Lebensmitteln kennt, ist an einigen Bäumen zu finden.