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DIY: Ein Vogelhaus aus Holz mit Kindern bauen

Im Vergleich zu Menschen benötigen Vögel kein ausgefallenes Design für ihre Unterkunft – sie halten sich immer an Minimalismus und Funktionalität. Deswegen muss man, um ein Vogelhaus aus Holz zu bauen, kein besonderes handwerkliches Geschick haben. Man braucht eher richtiges Material und Werkzeuge.

Unser DIY-Vogelhaus kann praktisch mit einem Holzbrett / einer Holzpalette und einem gewöhnlichen Werkzeugsatz hergestellt werden. Es kostet also wenig bis gar nichts, aber wird echten Mehrwert für die einheimischen Vögel liefern.

Je nachdem, wie viel Zeit Sie in Ihr DIY-Projekt zu investieren wollen, können Sie verschiedene Formen des Hauses planen. Es kann eine quadratische Holzkiste mit einem flachen oder schrägen Dach oder wirklich ein kleines Häuschen werden. Beide Varianten sind kein Hexenwerk; der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie für eine komplizierte Variante ein paar Winkelschnitte ausführen müssen.

Für dieses DIY-Projekt benötigen Sie:

●        eine Bohrmaschine

●        ein paar Schrauben mit Grobgewinde (Dübel oder Nägel)

●        eine Stichsäge

●        einen Schaufelbohrer für Holz (optional)

●        eine Handsäge

●        ein Lineal oder ein Maßband

●        einen Bleistift

 

1. Vorbereitung: Material auswählen und abmessen
Baumaterialien sollten sparsam verwenden werden, besonders wenn es um Holz geht, da die Waldfläche auf unserem Planeten rapide abnimmt. Daher stellen wir sicher, dass unsere Materialreste minimal sind, und markieren und schneiden das Holzstück entsprechend. Um das richtige Ergebnis zu erzielen, müssen Sie das präzise und proportional richtig machen. Zum Beispiel kann das Schneiden einer Holzdiele mit der  Größe von 300 x 800 mm  nach folgendem Schema erfolgen:

Natürlich können Sie auch eine Holzdiele jeder anderen Größe verwenden, wobei Sie ungefähr die gleichen Proportionen beibehalten sollten. Wenn Sie mit den Markierungen fertig sind, sägen Sie alle Teile mit einer Stichsäge aus. Grundsätzlich können Sie auch eine gewöhnliche Bügelsäge verwenden. In diesem Fall erhalten Sie jedoch nicht ganz gleichmäßige Schnitte und aufgrund von Verzerrungen wird der Zusammenbau, insbesondere für Kinder, viel problematischer. Elektrowerkzeuge sind schneller und einfacher zu verwenden. Sie können auch überlegen, Dübel, Nägel oder Schrauben zu verwenden, um die Teile des Häuschens später aneinander zu befestigen. Wir nehmen hier Schrauben.

Nach dem Sägen verarbeiten Sie die Oberflächen sorgfältig mit mittelkörnigem Sandpapier, um alle Unregelmäßigkeiten und Splitter zu beseitigen und das Häuschen schön und sicher zu machen. Sie müssen die Sicherheit des Bauprozesses beachten. Weisen Sie Kinder nur Aufgaben zu, die diese nicht gefährden. Auf keinen Fall sollten Sie ein Kind mit dem Werkzeug alleinlassen.

Bitte beachten: Die Dachdielen sollten nicht von gleicher Größe sein, eine davon sollte länger sein (ungefähr um die Länge einer Plattendicke), dadurch wird der Überhang des Daches auf beiden Seiten gleich sein. In unserem Fall, mit einer Plattendicke von ca. 2 cm, sollten die Dielen 140 und 160 mm lang sein.

 

2. Den Eingang und die Stange anfertigen
Die Vorderwand soll einen kleinen Eingang haben. Dafür markieren Sie mit einem Bleistift den Umriss der Öffnung. Er sollte am besten in der Mitte oder in der oberen Hälfte der Wand sein. Bohren Sie dann ein Loch in die Mitte der markierten Öffnung, sodass ein Stichsägeblatt hineingeht, oder verwenden Sie einen Schaufelbohrer. Treten Sie jetzt 15 mm vom unteren Rand der Öffnung zurück und bohren Sie ein Loch für die Stange. Die Stange kann aus einem kleinen Stück übrig gebliebener Diele gefertigt werden. Geben Sie ihm mit Messer und Sandpapier eine zylindrische Form. Die Stange wird mit einer Schraube an der Vorderwand angebracht.

 

3. Konstruktionsphase: die gefertigten Teile zusammenbauen
Um die Teile des Vogelhausgerüstes zu verbinden, nehmen Sie zuerst die zwei Hälften des Daches und bohren Sie zwei Löcher in den größeren Teil und schrauben Sie die andere Hälfte daran mit den Schrauben. Der Winkel muss genau 90 Grad sein. Dann ist das Dach schon fertig. Legen Sie es erst mal beiseite, bis Sie den Rest zusammenbauen.

Jetzt bohren Sie 5 Löcher in die Vorder- und Rückwand vor (wie auf dem Bild gezeigt wird), damit das Holz nicht splittert. Die Löcher sollen sich in einem Abstand von der Dielenkante befinden, der der Hälfte ihrer Dicke (10 mm in unserem Fall) entspricht, sodass die Schrauben während der Installation genau in die Mitte des angebrachten Teils kommen. Verbinden Sie die Vorderwand mit den Seitenwänden und richten Sie sie entlang der Unterkante aus. Und dann machen Sie dasselbe mit der Rückwand und der Bodenplatte. Bei korrekter Ausführung des Schneidens sollte der Boden genau passen. Wenn es jedoch nicht passt, keine Sorge! Messen Sie den benötigten Parameter auf der gefertigten Konstruktion mit einem Lineal und legen Sie ihn auf den Rohling der Bodendiele. Schneiden Sie den Überschuss ab. Jetzt haben Sie das richtig passende Teil.

Ein kleiner Tipp: Sie können kleine Löcher für Entwässerung und Luftzirkulation in jede Ecke der Bodenplatte schneiden. Dies kann Verrottungsprozessen und Pilzbefall vorbeugen.

Danach befestigen Sie die Bodendiele durch die Löcher an der Vorder- und Rückwand von der Unterseite des Hauses mit zwei Schrauben. Um das Dach zu montieren, stellen Sie das vorher gefertigte Dach auf dem Hausgerüst so hin, dass das Dach mit der Rückwand ausgerichtet und leicht wie ein Visier über dem Eingang überhängen wird. Bohren Sie dann 4 Löcher hinein, um das Dach dann anschließend mit Schrauben zu befestigen.

 

4. Dekorieren
Zum Streichen eines Vogelhauses empfehlen wir Leinöl. Natürlich können Sie eine übliche Farbabdeckung auftragen. Mithilfe des Leinöls wird jedoch die Holzfarbe und -struktur beibehaltet, was für Vögel von Vorteil ist. Wenn Sie das Häuschen etwas bunter machen möchten, können Sie zum Leinöl Rote-Beete-Saft hinzufügen. Falls Sie Ihren Kindern nicht sehr viel Bauarbeit anvertrauen konnten, können Sie ihnen die Dekoration weitgehend überlassen.

5. Aufhängen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Vogelhaus aufzuhängen. Wir empfehlen, eine zusätzliche Diele an der Rückwand des Häuschens anzubringen und es in einer Höhe von mindestens 2-3 Metern an der Wand eines Gartenhauses anzuschrauben oder an einen Baum zu binden. Stellen Sie sicher, dass keine direkten Sonnenstrahlen aufs Haus fallen und dass keine Raubtiere die Vogelbehausung reichen können. Versuchen Sie nach jeder Brutzeit, das Vogelhaus herunterzuholen und zu säubern.

 

Das Team von BaumGeben bedankt sich bei Michael Brauer, Blog-Autor bei Hansagarten24, der diesen Artikel für unseren Blog geschrieben hat.

 

Der lange Weg zu klimafitten Wäldern

Mit den Baumpflanzungen unseres Projektes „Baumgeben“ helfen wir gemeinsam mit unseren Partnern dabei, unsere Wälder klimafit zu machen. Aber was heißt das eigentlich?

Ein Teil dieser Mammutaufgabe ist der Waldumbau, der die Anpassungsfähigkeit unsere Wälder stärken soll. Die Forstleute haben die Herausforderungen des Klimawandels schon vor einigen Jahrzehnten erkannt und frühzeitig mit dem langwierigen Umbau unserer Wälder begonnen. Doch der Waldumbau ist nicht von heute auf morgen zu bewältigen, sondern er beginnt mit einer bedachtsame Einleitung von Abläufen, die sich über viele Jahre oder Jahrzehnte erstrecken.

Ein Teil des Waldumbaus ist die sogenannte „Vorausverjüngung“, bei der geeignete klimatolerantere und schattenertragende Baumarten wie Weißtannen oder Buchen unter das Kronendach von schon vorhandenen Bäumen gepflanzt oder gesät werden. Die Jungbäume können so im Schutz der Altbäume zu einer klimaresistenteren Baumgeneration heranwachsen und so in Zukunft einen Zweigenerationenwald entstehen lassen. Und dies ist ohne radikale Eingriffe in das Ökosystem möglich.

Ziel der Projekte zum Waldumbau ist die Abkehr von reinen Monokulturen, oft von instabilen Nadelwäldern, hin zu Laub- und Mischwäldern. Denn reine Nadelwälder sind meist sehr viel anfälliger gegenüber Dürre, Sturm oder Borkenkäferbefall und sollen mit Hilfe der Durchmischung langfristig stabilisiert und so zu ökologisch wertvollen Mischwäldern weiterentwickelt werden. Erfreulicherweise wächst der Anteil der Mischwälder stetig, wie die Bundeswaldinventur deutlich aufzeigt (Nachzulesen unter: https://bwi.info/).

Baumpflanzungen im Herbst/Winter 2020

Unsere Wälder haben sich über Jahrhunderte an das bisherige Klima gewöhnt. Wenn sich das Klima ändert, dann sind die Bäume gezwungen, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Eine Waldgeneration ist sehr langlebig, oft über 100 oder 200 Jahre. Dadurch, dass sich die mittlere Jahrestemperatur seit 1871 bis heute um 1,6 Grad erhöht hat, ist der Wald in große Schwierigkeiten geraten. 43% der Fläche in Rheinland-Pfalz ist bewaldet und schon heute weisen 84% der Waldbäume Schäden auf.

Die deutsche Forstwirtschaft setzt sich schon seit Jahren durch die Pflanzung von Mischbaumarten aktiv für den Aufbau klimastabiler Wälder ein. Denn nachhaltige und klimastabile Wälder der Zukunft setzen sich aus verschiedenen Baumarten zusammen, wie beispielsweise aus den heimischen Arten Eiche, Buche oder Weißtanne, die besser an die künftigen Klimabedingungen angepasst sind. Ziel ist es, dadurch das Schadensrisiko für den Wald zu minimieren.

Bei den aktuellen Baumpflanzungen, die wir gemeinsam mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz und unserem Projektpartner Landal GreenParks  durchgeführt haben, stehen vor allem die hohen Baumverluste infolge der anhaltenden Trockenheit im Sommer in den letzten Jahren im Fokus.

 

Für Rheinland-Pfalz werden für die nächsten 10 Jahre bis zu 50% Baumverluste erwartet. Neben der Holzschwemme, die den Holzpreis jetzt schon massiv in den Keller gedrückt hat, ergeben sich eine Vielzahl von Anstrengungen, die für den Waldumbau unternommen werden müssen. Dabei ist es unabdingbar, dass die Wälder „klimafit“ gemacht werden.

Bei der sogenannten Vorausverjüngung werden überwiegend aus Monokulturen kranke Bäume entfernt und neue Bäume – unterschiedliche Arten – unter dem Dach der noch vorhandenen Bäume aufgezogen. Das schützt vor direkter Sonneneinstrahlung und der feuchtere Boden bietet bessere Wuchsvoraussetzungen.

In den stark vom Borkenkäfer betroffenen Waldgebieten erfolgt meist der Kahlschlag bevor neue Bäume nachgepflanzt werden können. Diese Methode ist sehr aufwändig, sind doch in den ersten 5 Jahren nach Pflanzung Minimum 2 komplette Durchforstungsgänge notwendig, um die jungen Bäume vom schneller wachsenden Niedergestrüpp freizustellen. Gerade in Hanglagen ist das eine harte und anspruchsvolle Handarbeit. Auch brauchen wiederaufgeforstete Kahlschlagflächen Schutz vor Wildverbiss und werden deshalb häufig eingezäunt.

 

Im Forstamt Saarburg konnten insgesamt in Kahlschlägen und Vorausverjüngung 7.200 Bäume gepflanzt werden: 1.000 Stieleichen im Forstrevier Wawern,  6.000 Weißtannen, 100 Moorbirken, 100 Traubeneichen im Forstrevier Klink
Im Forstamt Hochwald, Forstrevier Reinsfeld-Grimburg, wurden bis zum Jahresende 2.800 Buchen als Vorausverjüngung unter Fichten gepflanzt.

Das vorrangigste Ziel ist es, in den nächsten Jahren unseren Wald fit für den Klimawandel zu machen. Dafür sind große Anstrengungen notwendig, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns für den Erhalt unseres Waldes verstärkt stellen müssen. Jeder kann helfen, denn Walderhalt ist Klimaschutz. Das bedeutet nicht, dass man auf Holz verzichten muss, im Gegenteil: Nachhaltig erzeugtes und zertifiziertes Holz schützt das Klima und bindet CO2.

Initiative “MeinWaldKlima” gestartet

Unser Wald ist in Not und braucht uns – mehr denn je. Wir alle lieben die Wälder und wissen, dass sie unter der Klimakrise leiden. Umso erschreckender ist es mit anzusehen, dass die Klimakrise mitten im Herzen der Wälder angekommen ist und Millionen Bäume in Folge von Dürren, Hitzewellen, Stürmen und Schädlingsbefall in den letzten Jahren abgestorben sind. Nun wird klar, dass die Forstleute die allgegenwärtige Klimakrise nicht einfach „wegpflanzen“ können, da sich die natürlichen Lebensbedingungen der heimischen Baumarten in den letzten Jahrzehnten und ganz besonders in den Hitzesommern 2018 bis 2020 zu stark und zu schnell verändert haben. Unsere Wälder sind deshalb auf die dringende Mithilfe und Unterstützung der gesamten Gesellschaft angewiesen.

Da engagierter Klimaschutz der wirkungsvollste Waldschutz ist, können wir alle unserem Wald helfen! Zu diesem Zweck haben die Landesforsten Rheinland-Pfalz Ende Oktober die Initiative „MeinWaldKlima“ ins Leben gerufen.

Quelle: www.meinwaldklima.de

Zweck der Kampagne ist es, die breite Bevölkerung mit Social-Media –Aktionen, Plakaten, einem Aktionsheft und einer Themenwebsite für den Schutz des Klimas und damit für den Schutz der Wälder zu gewinnen. Und klimafreundliches Handeln wird mit Preisen belohnt! Allen Klimaaktivist*innen winken wertvolle, klimafreundliche Preise aus den Bereichen Energie, Mobilität und Konsum, wie ein E-Bike, der Jahresbedarf an Ökostrom für zwei Haushalte oder ein Wochenende in einem @Landal Natur-Ferienpark mit Übernachtung.

Nach dem Motto „Du brauchst den Wald und der Wald braucht dich“ sind alle eingeladen, ihr Herz für den Wald zu zeigen und sich damit aktiv für die Zukunft des Waldes einzusetzen.

Alle Infos findet ihr unter http://www.meinwaldklima.de. Hier werden dazu Mitmach-Aktionen zum Klimaschutz angeboten und jede*r kann ein persönliches Klimaversprechen abgeben und ein Aktionsheft für seine / ihre eigene Klimaschutz-Challenge bestellen.

Klimaschutz ist der beste Waldschutz – werde Waldklimaaktivist*in!

Baum des Jahres 2021 – Die Europäische Stechpalme

And the winner is… In diesem Jahr geht der Titel des Baum des Jahres an die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolim)!

Für viele ist der immergrüne Laubbaum wohl eher unter seinem botanischen Gattungsnamen Ilex bekannt. Durch ihr Äußeres mag die Stechpalme exotisch wirken, sie ist jedoch Europäerin durch und durch. Heute ist sie überall dort verbreitet, wo es dank nah gelegener Meeresflächen milde Winter ohne Spät- und Frühfröste und nicht allzu trockene Sommer gibt. So ist die Stechplame dank des klimatischen Einflusses des Atlantiks auf Westeuropa, von der Südwestküste Norwegens bis zur Iberischen Halbinsel verbreitet. Zudem fühlt sie sich auch an den mediterran geprägten Berghängen der Alpen, des Apennin und des westlichen Balkans wohl. Hier aber in den höheren Lagen, wo es nicht zu trocken und nicht zu heiß ist.

In Europa wuchs sie schon vor über zwei Millionen Jahren, doch war das Klima auf dem Kontinent zu dieser Zeit deutlich wärmer als heute. Aber trotz des kühleren Klimas ist die Stechpalme Europa treu geblieben. So kann man sagen, dass sie weniger eine Exotin ist, sondern ein bemerkenswertes Relikt aus einem vergangenen Erdzeitalter.

In Deutschland zieht sich die Ostgrenze ihrer natürlichen Verbreitung von der Odermündung etwa diagonal bis ins Saarland. Südlich dieser Linie kommt sie noch in separierten Wuchsgebieten im Pfälzerwald, im Schwarzwald und am Nordrand der Alpen vor. Oft benötigt sie den klimatischen Schutz höherer Bäume, wodurch man sie in Deutschland nur selten und vereinzelt auf Heiden und anderen baumfreien Flächen findet.

Ihren Titel zum Baum des Jahres erlangte sie laut Stefan Meier, dem Präsidenten der Baum des Jahres Stiftung, da „die Stechpalme ein Paradebeispiel für gelebten Artenschutz ist, dank dem sich die Bestände in den letzten hundert Jahren in Deutschland deutlich erholt haben“. Denn Forstleute, Naturschützer und Politik haben in den 1920er-Jahren auf den drastischen Rückgang der Stechpalme reagiert. Zuvor war die Baumart als Feiertagsdekoration so beliebt, dass sie in massenhaft aus den Wäldern transportiert wurde. Doch seit rund hundert Jahren hat wildwachsender Ilex als Dekoration zur Weihnachtszeit ausgedient und steht in Deutschland unter besonderem Schutz, sodass sich die Bestände erholen konnten.

Und vielleicht ist die Stechpalme sogar eine Gewinnerin des Klimawandels, denn aufgrund klimatischer Veränderungen hat sie es geschafft, sich neue Lebensräume in Skandinavien und Polen zu erschließen. Als Teil der heimischen Flora bildet sie einen bedeutenden Baustein der Biodiversität unserer Wälder, ist als immergrüne Art ein ausgezeichneter Brutplatz und darüber hinaus eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Insekten.

Bucheckern – Die vergessenen Alleskönner

Beim Spaziergang durch den Wald, knackt es zurzeit ganz schön! Der Boden ist übersäht mit kleinen, harten Früchten. Jetzt im Herbst prasseln die reifen Eicheln, Kastanien und Bucheckern massenweise aus den Kronen der Bäume zu Boden. Denn mit dem Herbst kommt auch die Erntezeit im Wald.

Doch wie kann man die Früchte des Waldes eigentlich nutzen?

Was viele vielleicht gar nicht wissen: Bucheckern sind vielfältig in der Küche einsetzbar und sind zudem im Vergleich zu Eicheln und Kastanien die vielleicht leckersten Früchte des Waldes! Als energiereiches Nahrungsmittel für den Menschen sind die Eckern nahezu in Vergessenheit geraten, dabei haben diese ein intensives, nussiges Aroma, eignen sich für viele verschiedene Rezepte und sind vielfältig in der Küche einsetzbar.

Ganze Bucheckern schmecken frisch geröstet besonders gut – als Snack zwischendurch oder als Zutat für den frischen Herbstsalat. Zu Mehl verschrotet, lassen sich daraus hervorragend Kuchen, Brot oder auch Kekse backen.

Von einem ertragsreichen Buchenjahr profitieren ansonsten vor allem Wildschweine, Eichhörnchen und Vögel, die sich die nahrhaften Früchte schmecken lassen. Und die kleinen Eckern haben es tatsächlich in sich: sie enthalten rund 40 Prozent Fett und sind außerdem reich an Mineralstoffen, Zink und Eisen.
Aber Vorsicht: Rohe Bucheckern enthalten den Giftstoff Fagin, der zu Magenbeschwerden und Vergiftungserscheinungen führen kann. Fagin kann jedoch leicht durch Hitze neutralisiert werden, da er nicht hitzebeständig ist. Es ist daher wichtig, die Nüsschen immer vor dem Verzehr zu erhitzen!

Falls ihr Hunger bekommen habt,  kommen auch direkt ein paar Rezept Ideen aus dem Internet:

Deutsche Waldtage 2020 – Zeig dein Grünes Herz

Vom 18.-20. September 2020 veranstaltete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt vom Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) nach 2016 und 2018 die dritten „Deutschen Waldtage“. Zu einem wichtigen Thema zählt in diesem Jahr der „Wald im Klimastress“. Denn viele Faktoren wie Stürme, Waldbrände, extreme Dürre- und Hitzeperioden und der massive Borkenkäferbefall haben in den letzten Jahren zu dramatischen Waldschäden geführt. Wir müssen alles dafür tun, um die Fähigkeit unserer Wälder für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und als Ort der Erholung zu erhalten. Zwar haben Bund und Länder viele Projekte und Maßnahmen auf den Weg gebracht, doch die Verantwortung für einen stabilen Wald der Zukunft liegt bei uns allen.

Logo Deutsche Waldtage Quelle: www.deutsche-waldtage.de

 

Um unsere Wälder für künftige Generationen zu erhalten, sind neben Politik und Forstwirtschaft auch wir alle gefordert. Das Motto der „Deutschen Waldtage 2020“ lautet daher „Gemeinsam! Für den Wald“, unter dem Forstleute, Vereine, Organisationen und Waldbesitzer gemeinsam mit weiteren lokalen Akteuren bundesweit Bürgerinnen und Bürger zu über 600 Veranstaltungen in die Wälder eingeladen haben. Mit Mittelpunkt standen hier Informationen rund um den Wald und insbesondere der Dialog über den „Wald im Klimastress“ und die Maßnahmen zum Schutz der Wälder. Aktuell stehen Forstleute und Waldbesitzende vor der Jahrhundertaufgabe, den Wald vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und für die Zukunft zu stärken. Dabei sind sie auf die Solidarität und Unterstützung aller angewiesen, denen der Wald am Herzen liegt.

Und so wurde passenderweise das „Grüne Herz“ als Symbol der Deutschen Waldtage 2020 eingeführt. Mit dem grünen Herzen ist es möglich, Sympathie für den Wald und Solidarität mit den Menschen, die für den Erhalt des Waldes arbeiten, zu zeigen. Das „Grüne Herz“ ist dabei nicht auf die Deutschen Waldtage beschränkt, sondern soll auch darüber hinaus in ganz Deutschland sichtbar sein und so eine breite Unterstützung für die Wälder und die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland dokumentieren.

Kampagne „Gemeinsam! Für den Wald“ Quelle: www.deutsche-waldtage.de

Bei der Mitmachaktion „Grünes Herz“ sind alle dazu aufgerufen, ihr Grünes Herz für den Wald zu zeigen. Mitmachen geht ganz einfach: Einfach ein Foto oder Video mit einem Grünen Herzen aufnehmen, gerne ein persönliches Statement über den Wald hinzufügen und an das Organisationsbüro der Waldtage einsenden. Eine genaue Anleitung inklusive „Grünes Herz“ Vorlagen gibt’s unter: https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de/aktion.php.

Die Bilder und Videos werden anschließend auf der Homepage der Deutschen Waldtage veröffentlicht und in den Social-Media-Profilen vorgestellt. Weitere Informationen zu dieser Mitmachaktion gibt es unter https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de.

 

Ursachen für Waldbrände in Deutschland

Die warmen Monate machen unseren Wäldern ganz schön zu schaffen, denn die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr in Deutschland rapide steigen. Noch am 05. August waren große Gebiete in Brandenburg, sowie Gebiete rund um Odenwald, Spessart und die Lüneburger Heide besonders betroffen. Innerhalb von 5 sehr heißen und trockenen Tagen verschäfte sich die Lage in ganz Deutschland dramatisch. Anschaulich dargestellt wird dies auf den Karten des Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes.

 

Waldbrandgefahrenindex vom 10.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)
Waldbrandgefahrenindex vom 05.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)

 

Glücklicherweise sind in diesem Jahr  große Waldbrände in Deutschland bisher ausgeblieben. Für die Entstehung von Waldbränden gibt es verschiedene Ursachen, doch die einzig natürliche Ursache in Deutschland ist der Blitzschlag ist. So liegt es auf der Hand, dass das menschliche Verhalten großen Einfluss auf die Entstehung der Brände hat. Allein im Jahr 2018 gab es bei uns knapp 1.700 Waldbrände auf einer Fläche von 2.349 Hektar – die größte Fläche seit 26 Jahren. Blitzeinschläge sind jedoch nur für einen kleinen Teil der Brände verantwortlich, nur 5% der Waldbrände im Jahr 2018 wurden durch natürliche Ursachen ausgelöst (Quelle: Umweltbundesamt).

Bei den Feuern, bei denen eine Ursache bestimmt werden kann, sind im Wesentlichen zwei Faktoren von besonderer Bedeutung: Zum einen Brandstiftung und Fahrlässigkeit und zum anderen das Klima,- und Witterungsgeschehen.

Waldbrandursachen 2018 (Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung)

 

Da unser menschliches Handeln somit ausschlaggebend für das Auftreten von Waldbränden ist, sollten wir alle, besonders in Zeiten von Trockenheit, die bekannten Regeln beachten: keine Feuer im Wald oder in der Nähe von Wäldern entzünden, keine glühenden Zigarettenkippen oder Streichhölzer achtlos wegwerfen und Fahrzeuge nicht auf trockenem Untergrund parken. Denn heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen von Autos und Motorrädern können eine Wiese oder das Unterholz entzünden. Auch Glasflaschen und -scherben können die Sonnenstrahlen wie Brenngläser bündeln und so trockenes Gras oder Laub entzünden.

Ursprünglich bestehen die natürlichen Waldökosysteme in Mitteleuropa überwiegend aus einer bunten Mischung aus Buchen, Eichen, Fichten und anderen Bäume. Da der Waldboden in diesen artenreichen Laubmischwäldern schattiger und somit deutlich kühler ist, leiden diese seltener unter Feuer oder Dürre. Zudem können die Blätter der Laubbäume in der Regel größere Mengen Wasser speichern. Die durch den Menschen angepflanzte Kiefern-, und Fichtenplantagen kommen ursprünglich aus Nordeuropa und sind an ein kühles, feuchtes Klima angepasst. Die Nadeln dieser Bäume enthalten ätherische Öle, die bei Trockenheit leicht entflammbar sind.

Unsere Wälder im Stress

Eines der Ziele unseres Projektes Baumgeben ist die Durchmischungen von überwiegend durch Monokultur geprägten Waldregionen. Durch unsere regelmäßigen Baumpflanzungen wandeln wir diese in gesunde, stressresistentere Mischwäldern aus Nadel- und Laubbäumen um.

Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigt sich nochmals deutlich in den zwei vergangenen trockenen Jahren und dem geringen Niederschlag im Frühjahr 2020: Unsere Wälder müssen zurzeit mit großem Trockenstress umgehen. Mit mehr naturnahen Mischwäldern geben wie den Wäldern sozusagen die Chance zur Selbsthilfe.

Doch nicht nur der ausbleibende Regen, sondern auch Stürme, überdurchschnittlich viele Waldbrände und ein intensiver Borkenkäferbefall, haben den Wäldern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren immens zugesetzt.

Ende Februar 2020 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aktualisierte Daten zu den Waldschäden seit 2018 sowie die für 2020 zu erwartenden Schäden veröffentlicht. Und die Zahlen sind erschreckend: Demnach gehen die Fachleute von einem Schadholzbefall von 160 Millionen Kubikmeter und einer Fläche von 245.000 Hektar aus, die wiederbewaldet werden müssen.

Im Hinblick auf diese Entwicklungen kommt es jetzt im Wesentlichen darauf an, die Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel auszurichten.

Sowohl bei der Wiederbewaldung der Schadflächen, als auch beim nachhaltigen Waldumbau hin zu stabilen und anpassungsfähigen Wäldern ist es wichtig, auf eine naturnahe, der jeweiligen Region angepasste Bepflanzung zu achten. Gemeinsam mit Landal Green Parks und in Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz, setzt Baumgeben diese Maßnahmen um und trägt somit zum Erhalt unserer Wälder bei!

Frühjahr 2020 – Baumpflanzungen in Krisenzeiten

Endlich war es wieder soweit! Wir freuen uns, von den nächsten Baumpflanzungen berichten zu können,  die in den letzten Monaten im Rahmen unseres Projektes in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Saarburg stattfanden. So konnten insgesamt 7.500 neue Bäume gepflanzt werden!

Aktuell dominiert die Corona-Krise unseren Alltag, sodass die Öffentlichkeit kaum etwas anderes mehr wahrnimmt. Dies führt dazu, dass die globale Klimakrise und ihre unübersehbaren Folgen leider in den Hintergrund treten. Doch gerade die Trockenheit und Dürre der vergangenen Wochen geben uns einen Ausblick darauf, wie sich die Folgen der weltweiten Klimaerwärmung weiter verstärken werden. Die Klimaextreme mit Starkregen, Stürmen und Trockenheit haben in den vergangenen Jahre unübersehbare Folgen hinterlassen.

 

Besonders deutlich wird dies in den Wäldern der Mittelgebirgslagen in Rheinland-Pfalz, die in den Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Saarburg fallen. Um diese Wälder nachhaltig zu sichern und zu stabilisieren, lösen die MitarbeiterInnen des Forstamtes Saarburg mit ihrer Arbeit die bisher überwiegend durch Monokultur geprägte Waldregion, durch einen Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen ab. Nur so kann die Artenvielfalt erhöht und die vielfältigen Funktionen der Wälder für die Gesellschaft gesichert werden. Schon seit vielen Jahren werden hier heimische Laubbäume in den Schatten der zum Teil bereits 30-40 m hohen Nadelbäume gepflanzt. Nun wachsen neben Weißtannen, Lärchen, Douglasien, Moorbirken und Bergahorn auch kleine Erlen in den bunt gemischten Wäldern. Denn die Mischung macht`s!

Die Vorteile der Baumpflanzungen sind vielfältig: Neben Erhöhung der Biodiversität des Ökosystems Wald, kann hierdurch auch gewährleistet werden, dass die kargen Böden des Hunsrücks auf lange Sicht mit Wald bedeckt sind und die wichtigen Funktionen der Wälder gesichert werden. Diese reichen vom Erosionsschutz der Waldböden, über die Funktion der Wasserspeicherung und -filterung, bis zur Erhaltung des Lebensraumes für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.