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Bäume als Nahrungs- und Heilmittel

Rotbuche:
Die ganz jungen Blätter schmecken lecker und können als Salat oder Gemüse zubereitet werden.
Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist ein in weiten Teilen Europas heimischer Laubbaum aus der Gattung der Buchen (Fagus). In der Umgangssprache wird sie gewöhnlich als „Buche“ bezeichnet. Die botanische Schreibweise Rot-Buche betont die Zugehörigkeit zur Gattung der Buchen. Sie ist mit einem Anteil von 14 % der häufigste Laubbaum in den Wäldern Deutschlands. In der Schweiz beträgt ihr Anteil 19 %, in Österreich 9 %. Der Namensteil „Rot“ bezieht sich auf die leicht rötlicheFärbung des Holzes. Da die Rotbuche die einzige heimische Buchenart ist, ist ein Zusatz zur Artbezeichnung normalerweise unnötig. Allerdings wird die (vage ähnliche, aber nicht verwandte) Hainbuche (Carpinus betulus) gelegentlich auch „Weißbuche“ genannt.
Rotbuchenreiche Laubmischwälder sind die potenzielle natürliche Vegetation großer Teile Mitteleuropas. Die Rotbuche gilt als Zeigerpflanze für ein atlantisches Klima, daher wird das Atlantikum häufig auch Buchenwarmzeit genannt.
Bucheckern spielten in der Vergangenheit in der menschlichen Ernährung eine Rolle. Trotz der leichten Giftigkeit wurde im 19. Jahrhundert und in den Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Nüssen Öl gepresst, das sowohl beim Kochen als auch als Lampenöl Verwendung fand. Eine Handvoll Bucheckern kann wegen ihrer Inhaltsstoffe (Trimethylamin, auch Fagin genannt, und Blausäure-Glykoside) bereits Unwohlsein hervorrufen. Die essbaren Blätter der Buchen gelten als entzündungshemmend. So wurden sie bei Zahnfleischproblemen zerkaut oder bei Geschwüren als Wundauflagen genutzt.

Linde:
Die zarten Blätter schmecken als Salat oder Gemüse, die Blüten können zu Tee aufgebrüht werden oder dienen als Aroma für Schokolade, Sirup oder Limonade.
Linden-Arten sind laubabwerfende Bäume; sie bilden keine terminalen Knospen, daher ist ihr Wuchs sympodial. Je nach Linden-Art erreichen sie maximale Wuchshöhen zwischen 15 Metern (z.B. Krimlinde) und 40 Metern. Der erreichbare Stammdurchmesser variiert ebenfalls von Art zu Art, liegt in der Regel zwischen 1 und 1,8 Meter. Sie können ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen. Die wechselständig und zweizeilig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreite ist meist herzförmig. Die Knospenschuppen sind früh abfallend.
In achselständigen, zymösen Blütenstand befinden sich drei oder mehr Blüten. Ein auffälliges, längliches großes Hochblatt ist mit der Blütenstandsachse lang verwachsen; es dient für den abfallenden Fruchtstand als Flügel. Die duftenden, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden mit Nektardrüsen an ihrer Basis. Die fünf Kronblätter sind weiß oder gelb. Es sind viele Staubblätter vorhanden; sie sind frei oder in fünf Bündeln zusammengefasst. Die Staubfäden sind oft gegabelt. Fünf Fruchtblätter sind zu einem fünfkammerigen Fruchtknoten zusammengewachsen. In jeder Fruchtknotenkammer befinden sich zwei Samenanlagen. Der Griffel endet mit einer fünflappigen Narbe. Die Bestäubung erfolgt durch verschiedene Insekten. Die Linde hat einen 5-fächrigen Fruchtknoten, der sich zu einer Schließfrucht entwickelt.
Lindenblütentee wirkt bei Katarrhen der Atemwege aufgrund der Schleimstoffe hustenreizstillend und beruhigt Halsschmerzen. Die anderen Inhaltsstoffe wie die (Glykoside) geben der Lindenblüte eine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Daher wird sie vorwiegend bei fieberhaften Erkrankungen, grippalen Infekten und Katarrhen der oberen Atemwege und in Erweiterung bei Rheuma, Nierenentzündung und Ischias eingesetzt.
Die Lindenblüte dient auch zur Behandlung von leichten Krämpfen, Migräne und Magenbeschwerden. Lindenblüten enthalten zudem beruhigend wirkende Stoffe und werden zur Linderung von Unruhezuständen verwendet.

Birke:
Die Blätter (Betulae folium) der meisten Birkenarten enthalten nennenswerte Mengen an Flavonoiden, Saponinen, Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Vitamin C. Die Rinde enthält Phytosterine sowie Terpene wie Betulin, Betulinsäure und Lupeol; der Rindensaft u. a. Invertzucker, sodass dieser auch vergoren werden kann. In Finnland wird der Zuckeraustauschstoff Xylitol aus Birken gewonnen. In Mitteleuropa wurde vor allem die heimische Sandbirke bereits historisch in der Volksmedizin genutzt. Ihre Bestandteile gelten insbesondere als blutreinigend, harntreibend und anregend, weshalb sie heute in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) Verwendung findet.
Birken lieferten den ersten Kunststoff der Menschheitsgeschichte, das aus Birkenrinde durch Trockendestillation gewonnene Birkenpech, das als Klebstoff sowohl Neandertalern als auch dem modernen Menschen (Homo sapiens der Cro-Magnon-Epoche) bei der Herstellung von Werkzeugen diente.
Verwendet werden die Blätter, die Blattknospen und der Birkensaft (durch Anzapfen gewonnen). Sammelzeit für Blattknospen ist März, für Birkensaft März bis Mai und für Blätter Mai bis Juni.
Die Birke als Symbol der Fruchtbarkeit galt früher als Helfer in Liebesnöten. Dieser Verwendungszweck ist heute fast vergessen. Ihre Zweige, Rinde und die Blätter mussten für allerlei obskure Mittel und Bräuche herhalten, von denen man sich eine Besserung in sexuellen Nöten erhoffte. Bekannter ist heute die Birke als Helfer in der Kosmetik. Durch das Abzapfen des Stammes oder Anschneiden von Ästen wird der für wenige Wochen im Frühjahr fließende Birkensaft gewonnen. Er soll gegen Haarausfall gut sein. Auch reinigte man mit Birkensaft schlecht heilende Wunden und verwendete ihn gegen Ausschläge und Schuppen. Vornehmlich im letzten Jahrhundert wurde Birkensaft zur Herstellung von Birken-Haarwasser verwendet. Der Saft kann äußerlich angewandt oder direkt getrunken werden. Da der Saft zuckerhaltig ist, lässt er sich in vergorener Form als Birkenwein genießen, ein heute noch in Russland beliebter bäuerlicher Rauschtrunk. Der Birkenwein wurde auch als Stärkungsmittel für impotente Männer verwendet. Eine intensive Nutzung des Birkensaftes kann jedoch zu Schäden und Infektionen am Baum führen. Auch Auszüge aus den Blättern sollen helfen. In der Heilkunde finden die Blätter aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung bei Rheuma, Gicht und Wassersucht Verwendung.
Birkenknospen wurden seit Alters her in der Volksmedizin benutzt. Sie werden in Wodka oder Spiritus infundiert. Angewandt wird die Infusion zum Einreiben bei Rheuma, Arthritis, Abschürfungen, Dekubitus, throphischen Geschwüren; als Lotion zur Wundenheilung. Bei Arthritis und Rheuma werden Kompresse auf Gelenke gelegt.
Als das wirkungsvollste Mittel zur Rheumaheilung gilt das Birkenknospenöl. Dieses Öl wird zum Einreiben von wunden Stellen verwendet.
Aus der Rinder der Birke, kann man (wie auch aus anderen Pflanzen und Gemüsesorten) Xilit oder Xilithol herstellen.
Es sieht aus und schmeckt so wie Zucker, hat aber 40% weniger Kalorien, wirkt Karies entgegen und ist gut für Diabetiker geeignet.

Holunder:
Holundersaft und die Holunderbeeren, aber auch Tees aus Rinde und Blütenständen gelten als probate Hausmittel gegen Erkältung, Nieren- und Blasenleiden sowie zur Stärkung von Herz und Kreislauf und finden bis heute Anwendung. Als Faktoren dieser Wirkung gilt das in den Früchten mit 180mg/kg reichlich enthaltene Vitamin C sowie Vitamin B, Fruchtsäuren, ätherische Öle, die auch in den Blüten enthalten sind, Flavonoide und vor allem das farbgebende Anthocyan. Dieses Antioxidans schützt die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale und verlangsamt so den Alterungsprozess der Pflanzenzellen wie auch der Zellen des menschlichen Konsumenten. Zusätzlich soll es einen entzündungshemmenden und dadurch schmerzlindernden und fiebersenkenden Effekt haben.
Studien haben gezeigt, dass Holunder-Extrakte ein wirksames Mittel zur Behandlung der Grippe sind.
Die ätherischen Öle mit ihren Aromakomplexen wirken leicht schweißtreibend und schleimlösend. Auch bei Magenbeschwerden wird Holundertee in der Hausmedizin erfolgreich angewandt. Die getrockneten Blüten werden als „Flores sambuci“ in Drogerien und Apotheken angeboten.
Die Früchte haben eine leicht abführende Wirkung.
Holunderöl wird durch Kaltpressung aus Samen gewonnen und findet in Kosmetik, Pharmazie und Medizin Anwendung.
Sowohl die Blütenstände als auch die daran gereiften Früchte lassen sich als Lebensmittel verwenden.
Die bekannteste Zubereitungsform für die Blüten sind ausgebackene Hollunderblüten, die im deutschen Sprachraum als Holerküchel, Holunderpfannekuchen, Holunderküchle oder Hollerschöberl bezeichnet werden. Dabei werden die Schirmrispen in einen dünnflüssigen Teig aus Mehl, Eiern und weiteren Zutaten getaucht und anschließend gebraten oder frittiert. Darüber hinaus werden die Blüten als Geschmack gebende Komponente für Getränke verwandt. Besonders weit verbreitet sind Holunderlimonade bzw -sirup und Holundersekt. Die Blüten werden in eine Zuckerlösung gelegt und nach einigen Tagen abfiltriert. In dieser Zeit hat die Zuckerlösung den Holundergeschmack angenommen. Es ist ebenfalls möglich, aus dem Holunder einen (Wild-)Obstbrand herzustellen. Dabei dürfen jedoch ausschließlich die vollständig reifen und schwarzen Beeren verwendet werden, die vor dem Maischvorgang von den Dolden entfernt werden müssen.
Da die Beeren des Hollunders schwach giftig sind, kommt es nach rohem Verzehr bei empfindlichen Personen zu Unwohlsein. Sie sollten daher bei der Verarbeitung zu Gelee, Mus, Saft oder Wein erhitzt werden. In Norddeutschland kocht man aus den Beeren eine Fliederbeersuppe; sie finden zum Backen Verwendung und kommen als Zutat in Rote Grütze vor. Ebenfalls in Norddeutschland ist die Verwendung des eingedickten Saftes aus den Früchten in Grog üblich (d. h. mit heißem Wasser und Rum gemischt). Die Beeren lassen sich problemlos einfrieren. Der Saft der Beeren ist sehr aromatisch, aber säurearm und kaum süß. Daher wird er oft mit Apfelsaft oder anderen süßen Fruchtsäften gemischt.
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Wildschäden an Waldbäumen

Durch zu große Wildbestände und fehlende Biotope kommt es zu Wildschäden an Waldbäumen, weil Wildtiere wie Biber, Hasen, Mäuse, Hirsche (Damhirsch, Rothirsch, Sikahirsch), Mufflon oder Rehe nicht mehr genügend andere Nahrung finden und die Rinde, Blätter oder Knospen junger Bäume abfressen.
Dabei ist das Abnagen von Rinde (Schälung) durch Hirsche gerade im Winter durch die lange Jahre betriebene Monokultur bei der Aufforstung der Wälder mit Fichten- und Kiefer-Bäumen begünstigt worden.
Wer einmal durch einen reinen Nadelwald geht, kann erkennen, dass Nadelwälder den Boden stärker austrocknen als Laubwälder oder als ein Laubmischwald.
In der Folge können um den Nadelbaum herum weniger Sträucher und andere Futter-Pflanzen wachsen.
Deshalb verwundert es nicht, dass es den größten Schälschaden an Bäumen in Deutschland bei Fichten, Kiefern und Douglasien gibt, die überwiegend von Rotwild (Rothirsche) in Staatsforsten verursacht wird.
Ist die Baumrinde durch starken Wild-Verbiss verletzt, dann verliert ein Baum seine natürliche Schutzschicht und kann leichter von Parasiten wie z.B. dem Borkenkäfer oder Pilzen befallen werden. Man sagt auch der Baum wird „krank“. Er muss dann oft zum Schutz der umstehenden Bäume gefällt werden.
Abgestorbene Bäume werden auch als sog. Totholz bezeichnet. Bäume sterben entweder altersbedingt ab oder durch äußere Einflüsse wie Blitzeinschlag, Parasiten, Sturmschaden, Waldbrand und Wildverbiss.
Ein weiterer Grund, der Bäume absterben lässt, ist die Verdrängung eines bestehenden Baumbestandes durch konkurrenzstärkere Bäume, die diesem mit ihrem raumfordernden Wachstum Licht und Nährstoffe entziehen.
Frisches Totholz bietet Holzbewohnern (Xylobionten) wie Käfern (z.B. Bockkäfer, Borkenkäfer, Prachtkäfer), Holzwespen oder Pilzen/Baumpilzen Nahrungsgrundlage und Nestschutz.
Die Xylobionten zersetzen das Totholz über mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte vollständig zu Humus.rehe im wald

Einteilung von Baumarten

Unterteilungen für einheimische Bäume bzw. deutsche Baumarten können nach Blätterarten, Früchten, Zierwert, Giftigkeit, Wuchshöhe, Wurzeltiefe, Wurzeltypen, Lichtbedarf oder nach Wuchsgeschwindigkeit vorgenommen werden.
Diese verschiedenen Baum-Unterteilungen werden nachfolgend vorgestellt.

Einteilung nach Blätterarten:
Einheimische Bäume können nach den Blätter-Arten Laubblätter und Nadeln eingeteilt werden. Die folgende Übersicht für Laubbäume und Nadelbäume enthält jeweils eine Liste der wichtigsten Arten:
Laubbaum: Ahorn, Amberbaum, Birke, Blauglockenbaum, Buche, Elsbeere, Eberesche/Vogelbeere, Eiche, Erle, Esche, Gingko, Hainbuche, Linde, Mehlbeere, Pappel/Espe, Platane, Robinie, Roßkastanie, Speierling, Ulme, Weide
Nadelbaum: Douglasie, Eibe, Fichte, Föhre/Kiefer, Goldlärche, Hemlocktanne, Lärche, Lebensbaum, Mammutbaum, Scheinzypresse, Eicheltanne, Tanne, Wacholder, Zeder, Zypresse
Bei der Blätterart der Laubbäume ist die Blattfläche (auch Blattnerven, Blattspreite, Lamina) im Verhältnis zur Blattdicke relativ groß und sie weisen eine Netzaderung auf.
Dagegen sind bei den Nadelbäumen „die Blätter“ nadelförmig und weisen eine Streifenaderung (Paralleladerung) auf. Ferner ist die Blattfläche bei diesen Nadelblättern im Verhältnis zur Blattdicke sehr klein.

Einteilung nach Früchten:
Einheimische Bäume können auch danach unterteilt werden, ob sie für Menschen essbare Obst-Früchte tragen. Dabei werden die folgenden beiden Baumarten unterschieden:
Nussbaum (z.B. Hasel-Nuss, Kastanie, Marone, Mandel, Schwarznuss, Walnuss)
Obstbaum(z.B. Apfelbaum, Birnbaum, Kirschbaum, Pflaumenbaum, Pfirsichbaum)
Diese Unterscheidung der Bäume ist jedoch sehr unscharf und hat ihre Wurzel in der (gärtnerischen) Umgangssprache.
Denn Nussbäume tragen Schalenobst (Nüsse) und sind somit ebenfalls Obstbäume.

Einteilung nach Zierwert und Giftigkeit:
Einheimische Baumarten können zum Beispiel auch nach ihrem besonderen Zierwert im Garten oder nach ihrer Giftigkeit für Lebewesen eingeteilt werden:
Giftbaum (giftige Bäume, deren Blätter, Früchte oder Rinde Pflanzengifte enthalten)
Zierbaum (z.B. Gingko-Baum, Hänge-Ulme, Kugel-Ahorn, Magnolie, Säulen-Birke)

Einteilung nach Wuchshöhe:
Nach der folgenden Liste können einheimische Bäume außerdem nach ihrer Wuchshöhe unterteilt werden in:
Kleinbaum (2 – 8 Meter Höhe, einige können auch als Großstrauch wachsen)
Mittelgroßer Baum (10 – 15 Meter Höhe)
Großbaum (über 20 Meter Höhe)

Einteilung nach Wurzeltiefe:
Eine Bestimmung der Baumarten ist außerdem nach der Wurzel-Tiefe möglich:
Tiefwurzelnde Bäume (Tiefwurzler): Amberbaum, Bergahorn, Blauglockenbaum, Eibe, Esskastanie, Eiche, Esche, Kiefer, Kiri, Lärche, Platane, Silberahorn, Sommerlinde, Sperling, Tanne, Ulme, Wacholder, Walnussbaum, Winterlinde, Zeder
Flachwurzelnde Bäume (Flachwurzler): Apfelbaum, Birke, Espe, Douglasie, Eberesche/Vogelbeere, Feldahorn, Fichte, Grau-Erle, Hainbuche, Hasel-Baum, Lebensbaum/Thuja, Mehlbeere, Pappel, Rosskastanie, Schwarzpappel, Silber-Pappel, Spitzahorn, Weide
Tiefwurzler-Bäume zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine dominante Hauptwurzel oder Pfahlwurzel bilden, die meist senkrecht sehr tief in den Boden reicht und es dem Baum ermöglicht, auch an mehrere Meter tiefes Grundwasser zu gelangen.
Flachwurzler-Bäume weisen dagegen ein weit verzweigtes Seitenwurzelsystem mit gleichmässigen und kleineren Wurzeln auf, die sich in den oberen Schichten des Erdbodens verteilen.
Dadurch ist der Baum sehr gut für Gegenden mit hohem Grundwasserspiegel oder reichlich verfügbarem Oberflächenwasser durch Regen sowie flachgründige Böden (sog. Rendzina) geeignet.
Ein tiefwurzelnder Baum hat den Vorteil, dass er besser im Boden verwurzelt ist als ein flachwurzelnder Baum und dadurch Windbruch (Windwurf) besser widerstehen kann.
Außerdem beschädigt die Pfahlwurzel-Form in ihrer Ausbreitung selbst bei hausnaher Pflanzung nicht das Fundament und die Drainage oder Terrassen und Wege.
Demgegenüber bieten flachwurzelnde Bäume den Vorteil, dass sie leichter umgepflanzt werden können als tiefwurzelnde Bäume mit ihren sehr tief liegende empfindliche Wurzelspitzen, die noch dazu sehr leicht beschädigt werden können.

Unterteilung nach Lichtbedarf:
Nach dem Lichtbedarf der Bäume an ihrem Standort können ferner Lichtbäume und Schattenbäume unterschieden werden:
Lichtbaumarten: Birke, Eiche, Erle, Esche, Espe, Kiefer, Kirsche, Lärche, Nussbaum, Weide
Halbschattenbaumarten: Bergahorn, Douglasie, Hainbuche, Spitzahorn, Ulme
Schattenbaumarten: Feldahorn, Buche (Rotbuche), Eibe, Fichte, Linde, Tanne
Lichtbaumarten benötigen ca. 10 bis 20 Prozent vom Außenlicht bzw. Sonnenlicht, um wachsen zu können, während Schattenbaumarten während des Wachstums kein volles Sonnenlicht vertragen und auch mit 1 bis 10 Prozent des Außenlichts wachsen können.
Lichtbaumarten weisen in der Jugend im Gegensatz zu den Schattenbaum-Arten ein schnelles Wachstum auf, das nach etwa 15 bis 20 Jahren dann rasch zurückgeht. Bei guter Versorgung mit Nährstoffen und Wasser ist diese Eigenschaft noch ausgeprägter.

 

Arteneinteilung

Blattaustrieb im Frühling

Im Frühjahr bestimmen Licht und Wärme das neuerliche Aufbrechen der Blattknospen, die übrigens schon im Sommer des Vorjahres gebildet wurden. So wie im herbstlichen Wald manche Bäume noch grünes Laub aufweisen, so unterschiedliche Zeiten des Austreibens können im Frühjahr beobachtet werden. Hierbei kann man die besonderen Eigenschaften der Bäume gut interpretieren.

Als erster Laubbaum begrünt sich bei uns die Birke. Ihrer Eigenschaft nach ist sie ein Pionierbaum – sie siedelt also auf freien ungeschützten Flächen. Sie ist an viel Licht und wenig Wärme gewöhnt (charakteristisch für Freiflächen) und behält diese Eigenschaft auch im dichten Wald bei.
Die Buche hat ein geringeres Lichtbedürfnis und liebt mehr Wärme, also treibt sie etwas später aus, wenn das Thermometer weiter gestiegen ist.
Als letztes belaubt sich bei uns die Eiche: Sie hat von unseren Baumarten neben der Ulme die höchsten Wärmeansprüche, also muss das Frühjahr noch weiter fortgeschritten sein. Alle anderen Laubbaumarten liegen irgendwo dazwischen. Auch beim Laubaustrieb gibt es regionale Unterschiede: Je höher man in die Berge kommt, desto später brechen die Knospen auf, da die Temperatur mit zunehmender Höhe geringer wird. Nun kann beobachtet werden, dass bei derselben Baumart unterschiedliche Austriebszeiten vorkommen bzw. die Laubverfärbung im Herbst nicht einheitlich vonstatten geht. So sind beispielsweise im Frühjahr im noch kahlen Wald einzelne Bäume schon belaubt. Im Herbst machen wiederum andere Bäume überhaupt keine Anstalten, ihr Laub zu färben.
Dies ist ein äußerst wichtiges Indiz für die Anpassungsmöglichkeiten unserer Bäume. Diese unterschiedliche Veranlagung ist genetisch festgelegt und ermöglicht es der jeweiligen Art bei Klimaveränderungen, die auch bei uns immer sichtbarer werden, zu überleben. Wird es bei uns wärmer, so haben die früher austreibenden Bäume einen zeitlichen Vorsprung gegenüber ihren Mitkonkurrenten. Sie können sich besser vermehren und übernehmen mit ihrer Veranlagung des frühen Austreibens die Vorherrschaft. Sollte sich das Klima dagegen wesentlich abkühlen, also das Frühjahr später einsetzen, so haben diese Frühaustreiber keine Chance und gehen langfristig zugrunde, wogegen spätaustreibende Individuen das Rennen machen werden. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch nennt man das „Evolution“. Sie hat in der Vergangenheit und wird auch in der Zukunft das Überleben der Bäume und der mit ihnen verbundenen Lebewesen garantieren.

 

blätteraustrieb

Wälder, Gesundheit und Klimawandel

Wälder sind wichtig für unser Überleben und unser Wohlbefinden. Wälder reinigen unsere Luft, unser Wasser, unseren Boden, sie regulieren unser Klima und vieles mehr. Bäume und Wälder werden nicht zwangsläufig mit urbanen Landschaften verbunden. Und doch liefern sie auch hier wertvolle, oft unsichtbare, Dienstleistungen. Einfach, indem sie „grüne Oasen“ in unseren Betonwüsten bilden, so bieten sie Erholung und tragen zur Gesundheit vieler europäischer Bürger bei.
Wie viele von uns lieben Bummeln durch die Parks und Grünflächen unserer Städte, kümmern uns um unsere Gärten und schmücken unsere Häuser mit Grünpflanzen? Der Zugang zu grünen Umgebungen macht uns glücklicher und gesünder. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass städtische Wald- und Grünflächen helfen, unsere körperliche Gesundheit und unser seelisches Wohlbefinden zu verbessern. Mehr als drei Viertel der Europäer leben in städtischen Gebieten, daher ist die Bedeutung von Bäumen, Wäldern und Grünflächen größer als je zuvor.

Prognosen zum Klimawandel befürchten einen Anstieg von 2° bis 5° C der mittleren jährlichen Temperaturen in Europa bis zum Jahr 2100. Wir erwarten die größte Erwärmung in Ost- und Nordeuropa in den Wintermonaten und in Südeuropa in den Sommeronaten. Hitzewellen bergen besonders Gefahren für ältere Menschen und Personen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Während der schweren Hitzewelle im Jahr 2003 wurden über 70 000 zusätzliche Todesfälle in 12 europäischen Ländern berichtet. Oft verschlechtert sich die Luftqualität während einer Hitzewelle und verschärft damit gesundheitliche Probleme.

Ältere Menschen sind besonders anfällig für die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels. In Europa ist der Anteil der über 65-jährigen von 10% im Jahr 1960 auf 16% im Jahr 2010 gestiegen und er wird sich voraussichtlich auf 30% bis 2060 erhöhen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Europäer, die in städtischen Gebieten leben. Heute leben fast 75% der Bevölkerung der Europäischen Union in städtischen Gebieten, Jahr 2020 werden es voraussichtlich 80% sein. In unserer zunehmend alternden und urbanen Gesellschaft, tragen Wälder und Grünflächen in städtischen Gebieten dazu bei, die Menschen vor den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu schützen.

Bäume und Sträucher kühlen die Umgebung durch verschiedene Mechanismen. Ihre Blätter reflektieren Licht und Wärme nach oben und spenden Schatten, während durch Verdunstung Wasser in die Luft abgegeben wird. Dies führt zu niedrigeren Temperaturen in der unmittelbaren Umgebung. Diese natürlichen Prozesse reduzieren so teilweise die negativen Auswirkungen von Hitzewellen in städtischen Gebieten.
Modell-Studien für städtische Temperaturen in den nächsten 70 Jahren prognostizieren, dass in städtischen Gebieten, in denen Grünflächen um 10% reduziert werden, die Temperaturen bis zu 8,2° C im Vergleich zum derzeitigen Niveau ansteigen. Andererseits könnte eine Zunahme der städtischen Grünflächen um 10% den Temperaturanstieg auf nur 1° C beschränken.

Wälder und Grünflächen tragen erheblich zur Verbesserung der Luftqualität in städtischen und ländlichen Gebieten bei. Sie extrahieren eine breite Palette von Schadstoffen aus der Luft wie Partikel und Kohlenoxide, die beispielsweise von Verkehr und Industrie emittiert werden. Bäume helfen auch bei der Bekämpfung des Klimawandels – in nur einem Jahr nimmt ein ausgewachsener Baum etwa 22 Kilogramm Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und erzeugt im Austausch Sauerstoff. Jedes Jahr entfernen 1,3 Millionen Bäume schätzungsweise mehr als 2.500 Tonnen Schadstoffe aus der Luft.

Bäume und Grünflächen erleichtern das Eindringen von Regenwasser in den Boden. Die Anpflanzung von Bäumen und die Entwicklung von Grünflächen sind entscheidende Schritte zur Stärkung einer europäischen grünen Infrastruktur und leisten so einen Beitrag zum Hochwasser-Management.

Ein besserer Zugang zu sicheren Grünflächen und die Wiederentdeckung unserer Natur hat für Stadtbewohner mehrere Vorteile im Hinblick auf ihre psychische und physische Gesundheit. Eine über die gesamte Bevölkerung Groß-Britanniens durchgeführte Studie zeigt zum Beispiel, dass in Populationen, die in der Nähe grüner Umgebungen leben, die Gesamtmortalitätsrate 25% geringer ist. Und dies selbst nach Anpassungen im Hinblick auf die Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit. Eine andere Studie ergab, dass jede 10% ige Erhöhung von Grünflächen einhergeht mit einem Rückgang von Erkrankungen, der einer Steigerung um fünf Jahre Lebenserwartung entspricht.

So wie die europäische Bevölkerung altert und die städtische Bevölkerung wächst, werden die Vorteile des von den Wäldern und Grünflächen bereit gestellten „öffentlichen Gesundheitsservices“ immer bedeutender. In der Praxis bedeutet dies, dass viele Städte ihre Wald- und Grünflächen erweitern und sie sicherer und zugänglicher machen müssen. Folglich sollte Aufforstung, Pflanzung von Bäumen und Begrünung der städtischen Umwelt in den Mittelpunkt der lokalen und regionalen Raumplanung rücken.
Die Bewirtschaftung von Wäldern in und um urbane Zentren muß gut geplant werden und sowohl ökologische Gesichtspunkte, wie die Anpassung an den Klimawandel, als auch menschliche Überlegungen, wie eine alternde Bevölkerung, berücksichtigen.

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Fehlschlag Emissionshandel

Die Großindustrie macht 25 Milliarden Euro mit Luftverschmutzung!

Wer die Luft verschmutzt, soll zahlen – das war die Idee des Emissionshandels. Nun zeigt sich: Die Luft ist kaum besser geworden, viele Großkonzerne aber reicher. Nach Informationen des SPIEGEL machen sie Milliarden mit Gratiszertifikaten.
Die europäische Großindustrie hat durch Sonderrechte im EU-Emissionshandelssystem in den vergangenen Jahren 25 Milliarden Euro Extraeinnahmen abgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Nichtregierungsorganisation Carbon Market Watch (CMW). Basis der Untersuchung waren Unternehmenszahlen energieintensiver Konzerne in den 20 wirtschaftsstärksten EU-Ländern. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2008 und 2015.

„Die Zahlen zeigen, wie leicht aus Schmutz Geld zu machen ist, und wie sehr das von der Lobby weichgekochte CO2-Handelssystem versagt hat“, sagt Agnes Brandt von CMW. Das liegt an den kostenlosen Emissionszertifikaten, die Staaten an Unternehmen aus energieintensiven Branchen wie Stahl oder Zement verteilen durften. Da die Konzerne mehr bekamen, als sie brauchten, fluten sie das System mit Verschmutzungsrechten.

Zudem reichen viele trotz der Gratiszertifikate Emissionskosten, die ihnen noch gar nicht entstanden sind, bereits an Kunden weiter. Keinem Land kamen diese Lücken des Systems mehr zugute als Deutschland, wo die Schwerindustrie laut Studie mit 4,7 Milliarden Euro profitierte. Allein die Zementriesen LafargeHolcim und HeidelbergerCement (mit der Tochter Italcementi) strichen laut CMW gut 1,7 Milliarden Euro ein. Der Effekt dieses Ausverkaufs: Eine Tonne CO2 in die Luft zu blasen, ist im Moment mit rund 4,50 Euro kaum teurer als ein großer Becher Kaffee.

Das Klimaziel, bis 2030 rund 40 Prozent weniger CO2 auszustoßen als 1990, ist Experten zufolge kaum mehr zu erreichenklimawandel

Baumkrankheiten

Durch Hagel, Windbruch, Frost, Trockenheit usw. kann der Baum geschädigt werden. Das Erscheinungsbild der Schädigungen ist vielfältig (u.a. vertrocknete Blätter, gerissene Rinde, abgebrochen Äste). An den Schadstellen können Parasiten die Wirtspflanze befallen…

Sind am Stammfuß des Baumes verstärkt Ameisen zu beobachten und tritt Bohrmehl aus dem Stamm deutet das auf eine Schädigung des Baumes hin. Dann sind Ameisennester im Stamm zu vermuten die sich eine Höhlung oder Morschung als neuen Wohnsitz ausgesucht haben. Der Baum sollte kontrolliert werden die Standsicherheit kann gefährdet sein.

Fremdbewuchs durch Efeu, Wein und andere Pflanzen schadet dem Baum nicht. Wird der Bewuchs aber so stark das die Assimilation des Baumes dadurch betroffen ist, sollte der Bewuchs beseitigt werden.

Durch Insekten wie Maikäfer, Schmetterlingsraupen und andere kann es zu einem erhebliche Blattmasseverlust am Baum kommen. In der Regel ist das für den Baum ungefährlich. Wird ein Baum mehrere Jahre hintereinander kahlgefressen schädigt das seine Vitalität.

Blattläuse befallen fast alle Bäume. Sie entziehen den Blättern Assimilate und verschmutzen die Blätter mit ihren Ausscheidungen dem sogenannten Honigtau. In Mitteleuropa gibt es weit über 800 Arten. Blattläuse sind für den Baum normalerweise ungefährlich.

Flechten sind eine Symbiose zwischen Pilzen und Algen. Häufig sind es Schlauchpilze und Blau- oder Grünalgen die eine Lebensgemeinschaft bilden. Sie wachsen auch unter extremen Bedingungen, brauchen aber Licht und Feuchtigkeit. Flechten stellen für den Baum keine Gefahr dar.

Frostrisse entstehen durch hohe Temperaturschwankungen vom Stamminneren nach außen. Der Baum bildet Frostleisten die durch Überwallung entstehen. Der Riss verläuft fast senkrecht. Sonnenrisse weisen das gleiche Schadbild auf. Weist der Baum eine Vitalitätsschwäche auf sollte er begutachtet werden.

Gallen weden häufig durch Gallmilben verursacht. Befallen werden die Blätter der Bäume, seltener die Knospen, Triebe, Blüten oder Zweige. Die entstehenden Verformungen des Blattes sehen nicht schön aus sind aber für den Baum ungefährlich. Neben den Gallmilben gibt es noch andere Gallenerreger z. B. die Gallwespe.

Grünalge bauch Luftalge Trentepohlia aurea bewirkt einen braunen bis orangeroten Belag / Bewuchs auf dem Baumstamm. Häufig zu finden ist sie an Obstbäumen. Auf die Gesundheit des Baumes hat die Alge keinen Einfluss.

Harzfluss ist eine natürliche Abwehrreaktion des Baumes gegen eine Verletzung.

Hexenbesen werden durch Viren oder Pilze hervorgerufen. Sie sind für den Baum eher ungefährlich.

Das Spektrum der holzzerstörenden Insekten ist sehr groß. Häufig sind es holzbrütende Insekten (Xylophagen) deren Larven die Rinde und Teile des Holzkernes zerstören und damit Pilzen die Möglichkeit bieten den Baum zu befallen. Eine Begutachtung durch den Fachmann ist ratsam.

Knollen sind Verwachsungen die durch Pilze, Insekten oder anderen Umwelteinflüsse ausgelöst werden. Für den Baum eher ungefährlich.

Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind nur 0,1 mm – 0,5 mm groß und verfügen über einen Stech- und Saugapparat. Sie befallen Blatt und Knospe. Befallene Blätter vertrocknen. Bei starkem Befall wird der Baum geschwächt.

Mit den Hyphen (Myzel) dringen die Pilze in das Holz ein und entziehen dem Baum Nährstoffe, im wesentlichen Zellulose, Polysaccharide, Lignin, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Ist der Baum von einem Pilz befallen sollte er kontrolliert werden.

Rotpusteln sind Wundparasiten und bewirken eine Welke an Blättern und Trieben. Die orangeroten Fruchtkörper treten im Herbst und Winter auf. Befallen Pflanzenteile sollten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Schildläuse befallen die Rinde und schädigen das Rindenparenchym. Dies führt zur Vernässung der Rinde. Einige Schildläuse befallen auch die Blätter. Da Schildläuse sehr klein sind werden sie oft erst festgestellt wenn sie durch Wachsausscheidungen Schilde gebildet haben. Bei starkem Befall ist eine Begutachtung durch den Fachmann ratsam.

Spechte bauen ihre Nester mit vorliebe in Bäume mit Morschungen. Morschungen deuten auf einen Pilzbefall hin. Der Baum sollte kontrolliert werden.

Stammaustriebe deuten häufig auf eine Störung des Baumes hin. Diese kann vielfältig sein. Bei verstärktem Stammaustrieb den Fachmann fragen.

Wucherungen werden durch Erdstrahlen, Bakterien oder Pilze ausgelöst. Sie können lebensgefährdend für den Baum sein. Zur genauen Ursachenklärung sollte ein Fachmann die Wucherungen untersuchen.

baumkrankheiten

Mykorrhiza

Baum und Pilz profitieren gleichermaßen von der „Mykorrhiza“, der Lebensgemeinschaft aus Pilzwurzeln (Hyphen) und Baumwurzeln. Die Gemeinschaft dient nicht dem Nährstoffaustausch allein.
Ihr farbenreiches Erscheinen kann schnell den Eindruck vermitteln, dass die Pilze im Wald nur wenige Wochen des Jahres vorkommen. Dem ist aber nicht so. Pilze sind in Form ihres unter der Oberfläche verborgenen „Myzels“, dem Pilzgeflecht, immer da und übernehmen wichtige Funktionen im Ökosystem Wald. Als „Täter“ parasitieren sie an Pflanzen, Tieren oder sogar anderen Pilzen und können das Absterben des Wirtes bewirken. Sie bauen als Endglied der Nahrungskette organisches Material ab und sorgen zusammen mit anderen Zersetzern für einen funktionierenden Stoffkreislauf.

Als Partner der Bäume helfen Pilze aber auch bei der Produktion von Biomasse im Wald. Die dafür im Rahmen der Evolution entstandene Symbiose von Bäumen und Pilzen kann stellvertretend für das komplexe, scheinbar unendliche Beziehungsgeflecht zwischen den Arten in der Natur stehen und trägt wissenschaftlich die Bezeichnung „Mykorrhiza“. Aus dem Griechischen aus mykes, dem Pilz, und rhiza, der Wurzel, gebildet, wird der Fachbegriff im Deutschen landläufig mit „Pilzwurzel“ übersetzt. Er beschreibt eine Lebensgemeinschaft zwischen Gehölzen (aber auch anderen Pflanzen) und Pilzen im Wurzelbereich, die sich, im positiven Sinne, als verpilzte Baumwurzel darstellt.

Rein unsichtbare und unbekannte Helfer sind die Mykorrhiza-Pilze aber dennoch nicht. Die meisten Röhrlinge und etliche Blätterpilze, beliebte Speisepilze und bekannte Giftpilze leben in enger Gemeinschaft mit Bäumen. Bekannte Beispiele sind der Pfifferling, die Steinpilze, der Fliegenpilz und die Knollenblätterpilze. Der Grad der Bindung des Pilzes an eine Baumart kann dabei sehr hoch sein und sich wie beim Goldröhrling unter Lärchen oder dem Birkenpilz bei Birken sogar auf nur eine einzige Partnerbaumart beschränken. Beim Bestimmen und Sammeln von Pilzen kann sich der kundige Pilzsammler die Mykorrhiza-Gemeinschaften zu Nutze machen: Er sucht zunächst den passenden Baum und findet dann den gewünschten Pilz. Ein alter Spruch sagt: „Unter Birken, Tannen, Buchen kannst du immer Pilze suchen; unter Eschen, Erlen, Linden, wirst Du nicht viel finden“. Es können gleichzeitig mehrere Mykorrhiza-Pilzarten an einem Baum vorkommen, und unterschiedliche Altersstadien des Baumes können jeweils spezielle Pilzpartner beherbergen.

Das ausgewogene Profitieren der Partner von der Gemeinschaft ist ein typisches Merkmal von Symbiosen. Sie kommen bei Tieren und bei Pflanzen vor und sind in der Natur keine Seltenheit. Auch die Mykorrhiza im heimischen Wald ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Besonders Fichte, Kiefer und Lärche, Birke, Buche und Eiche setzen auf die Hilfe aus dem Reich der Pilze. Alles in allem gehen Nadelhölzer mehr Mykorrhizen als Laubbäume ein, was vornehmlich auf die insgesamt ärmeren Standorte zurückzuführen ist, auf denen sie wachsen. Für das Waldwachstum allgemein ist die Mykorrhiza von großer Bedeutung. Standorte mit schlechten Wuchsbedingungen konnten nur mit Hilfe von Pilzen durch Bäume besiedelt werden.

Die Beziehung zwischen Bäumen und Pilzen stellte sich anfangs vermutlich als reine Pilzinfektion dar, die sich dann zu einer Symbiose entwickelte, weil sie den Bäumen nutzte. Deren Wurzelsystem mit Haupt- und Seitenwurzeln hat neben der Verankerung im Boden die wesentliche Aufgabe, das für die Photosynthese notwendige Wasser samt den darin gelösten Nährstoffen aufzunehmen und in die grünen Bestandteile der Pflanze zu transportieren. Für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen sind hauptsächlich die Feinwurzeln zuständig. Allerdings können die Bäume trotz des komplexen Wurzelapparates sowohl die Wasser- als auch die Nährstoffvorräte im Boden nicht optimal ausnutzen. Hier kommen die Mykorrhiza-Pilze ins Spiel. Sie optimieren mit ihren „Hyphen“ die Funktion der Feinwurzeln. Ihre hauchfeinen Pilzfäden erschließen den Boden noch intensiver und können so kleinste Wasservorräte und somit Nährstoffe aus dem Substrat aufnehmen.

Damit der Stofftransport zwischen Pilz und Baumwurzel funktioniert, haben sich unterschiedliche Mykorrhizaformen entwickelt. Dabei ist die so genannte „ektotrophe“ Variante bei heimischen Waldbäumen häufig anzutreffen. Ihre Feinwurzeln sind von einem intensiven Pilzgeflecht ummantelt, das direkten Einfluss auf das Wurzelwachstum bzw. die Neubildung von Wurzelhaaren nimmt. Feinste Pilzhyphen dringen in die Zellenzwischenräume der Wurzelrinde ein und bilden dort das nach dem deutschen Forstwissenschaftler Robert Hartig benannte Hartig’sche Netz. Letzteres sorgt mit den benachbarten Wurzelzellen für den Austausch der Nährstoffe zwischen Pilz und Baum. Für den Baum sind das besonders die Elemente Stickstoff und Phosphor, die er für sein Wachstum benötigt. Als Gegenleistung liefert er Kohlenhydrate, die im Rahmen der Photosynthese in den grünen Blättern oder Nadeln gebildet wurden. Denn den Mykorrhiza-Pilzen fehlen nicht nur das Blattgrün und damit die Fähigkeit mit Hilfe der Photosynthese Kohlenhydrate zu produzieren. Im Vergleich zu den Zersetzer-Pilzen können sie darüber hinaus organisches Material deutlich schlechter abbauen, um an nutzbare Kohlenstoffverbindungen zu gelangen. Im gegenseitigen Nährstoffaustausch schließt sich so der Kreis im Mykorrhiza-System: Für die Heranführung der für den Baum notwendigen Nährelemente erhält der Pilz-Partner im Gegenzug Kohlenhydrate, den Zucker, aus eigener Produktion.

Mykorrhiza

Internationale Grüne Woche in Berlin

Die Internationale Grüne Woche Berlin ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau und hat sich bereits zur Traditionsveranstaltung etabliert. Die Grüne Woche Berlin bietet Produkte wie Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch sowie Molkereiprodukte. Darüber hinaus gibt es ein weitreichendes Angebot an Wein, Bier und Spirituosen verbunden mit internationalen Spezialitäten, so bleiben keine kulinarischen Wünsche offen. Entsprechend dem Konsumtrend bieten Agrar-Direktvermarkter und der Bio Markt mit Produkten aus kontrolliert biologischem Anbau ein aktuelles Angebotsspektrum. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau werden neben zahlreichen kommerziellen Beteiligungen, wie z.B. mit nachwachsenden Rohstoffen, auch in halbkommerziellen Schwerpunkten wie beispielsweise Bio-Energie, praktische und wissenschaftliche Erkenntnisse dargestellt. Die Internationale Grüne Woche Berlin bietet auch ein Rahmenprogramm mit mehr als 300 Symposien, Seminaren, Kongressen und Ausschusssitzungen.

Im Januar 2017 findet sie nun schon zum 82. Mal statt. Gegründet im Berlin der Goldenen Zwanziger, ist sie einzigartig als internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.

Die IGW ist Ausgangspunkt für das Global Forum for Food and Agriculture (kurz GFFA). Hier treffen sich über 60 internationale Ministerien und Nahrungsmittelproduzenten und zeigen mit ihren Gemeinschaftsschauen, was die faszinierende Welt der Nahrungs- und Genussmittel zu bieten hat.

Wer seit 1926 besteht, weiß wie Traditionen gepflegt und gleichzeitig Innovationen, für das fortlaufende Bestehen, geschaffen werden. Die Themen nachwachsende Rohstoffe, Bio, Gartenbau und der ländliche Raum der Zukunft gewinnen immer weiter an Bedeutung.

Die Grüne Woche ist ein einzigartiges Medienereignis im kalten Januar der Hauptstadt. Jedes Jahr berichten zahlreiche Medien über die Neuheiten der Berlin Institution. So wurden allein in Deutschland 15.000 Berichte, 400 Fernseh- und über 1.500 Hörfunkbeiträge über die IGW veröffentlicht. Jedes Jahr werden mehr als 5.000 Journalisten aus rund 70 Ländern akkreditiert.

Mehr als 300 Foren, Seminare, Kongresse und Ausschusssitzungen fanden allein 2016 statt. Zum Teil wurden mehrtägige Veranstaltungen der verschiedensten Gremien der Land- und Ernährungswirtschaft abgehalten.
Das Fachseminar Frische Forum „Fleisch“ wird auch in diesem Jahr auf aktuelle Themen der Branche eingehen. Darüber hinaus zeigt die Ernährungswirtschaft den Veredelungsprozess der Nahrungsmittel und der Handel präsentiert sich als wichtiges Bindeglied zum Kunden.

Eine Projektion des Lichtkünstlers Karl Feldmann verwandelt das Brandenburger Tor in ein Kunstwerk

Was sind Bäume ? Eine Definition

In der Botanik ist ein Baum eine holzige, mehrjährige Samen-Pflanze mit einem dominierendem Spross bzw. Stamm.
Bäume sind die größten Lebewesen auf der Welt und können mehrere tausend Jahre alt werden.

Außerdem verfügen Bäume über ein sekundäres Dickenwachstum, das parallel zu ihrem Längenwachstum für eine Durchmesserzunahme von Spross bzw. Stamm sorgt, um den Baum im Wachstum statisch zu stabilisieren. Bäume sind nach Definition in diesem Lexikon langlebige holzige Pflanzen, deren Aufbau durch einen aus der Wurzel nach oben wachsenden astfreien Stamm gekennzeichnet ist, der sich nach oben hin verjüngt und im oberen Bereich die Baumkrone aus stärkeren Ästen und dünneren Zweigen mit den Blättern trägt. Die Baumwurzel befestigt den Baum in der Erde, entzieht dieser Wasser und Nährstoffe und speichert einen Teil der Nährstoffe als Vorratsstoffe.

Zwischen dem ersten begrünten Ast und der Baumspitze befindet sich die Baum-Krone. Sie kann entweder Nadeln oder Blätter-Laub enthalten. Die Form der Baumkrone ist ein wichtiges Merkmal zum Bestimmen von Bäumen. Vorausgesetzt, diese haben an ihrem Standort ausreichend Platz und Licht, um eine volle Krone zu entwickeln. In einem Wald mit sehr eng zueinander stehenden Bäumen sind diese Merkmale oft nicht gegeben, weshalb die Baumkronen dort meist kürzer und schmäler sind.

Die Zweige der Bäume verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen, die in der Folge verholzen und laufend an Dicke und Umfang zunehmen. Die jüngst gewachsenen Baum-Zweige werden auch als Triebe bezeichnet.

Baumartige Pflanzen wie Palmen und Baumfarne werden in diesem Baumlexikon nicht zu den Bäumen gezählt, weil sie kein echtes Holz ausbilden und auch kein sekundäres Dickenwachstum mit einem sich nach oben verjüngenden Baumstamm besitzen.

Unterteilungen für einheimische Bäume bzw. deutsche Baumarten können unter anderem nach der Blätterart vorgenommen werden, sie werden den Blätter-Arten Laubblätter und Nadeln eingeteilt.
Bei der Blätterart der Laubbäume ist die Blattfläche (auch Blattnerven, Blattspreite, Lamina) im Verhältnis zur Blattdicke relativ groß und sie weisen eine Netzaderung auf.
Dagegen sind bei den Nadelbäumen „die Blätter“ nadelförmig und weisen eine Streifenaderung (Paralleladerung) auf. Ferner ist die Blattfläche bei diesen Nadelblättern im Verhältnis zur Blattdicke sehr klein.

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