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Baumkrankheiten

Durch Hagel, Windbruch, Frost, Trockenheit usw. kann der Baum geschädigt werden. Das Erscheinungsbild der Schädigungen ist vielfältig (u.a. vertrocknete Blätter, gerissene Rinde, abgebrochen Äste). An den Schadstellen können Parasiten die Wirtspflanze befallen…

Sind am Stammfuß des Baumes verstärkt Ameisen zu beobachten und tritt Bohrmehl aus dem Stamm deutet das auf eine Schädigung des Baumes hin. Dann sind Ameisennester im Stamm zu vermuten die sich eine Höhlung oder Morschung als neuen Wohnsitz ausgesucht haben. Der Baum sollte kontrolliert werden die Standsicherheit kann gefährdet sein.

Fremdbewuchs durch Efeu, Wein und andere Pflanzen schadet dem Baum nicht. Wird der Bewuchs aber so stark das die Assimilation des Baumes dadurch betroffen ist, sollte der Bewuchs beseitigt werden.

Durch Insekten wie Maikäfer, Schmetterlingsraupen und andere kann es zu einem erhebliche Blattmasseverlust am Baum kommen. In der Regel ist das für den Baum ungefährlich. Wird ein Baum mehrere Jahre hintereinander kahlgefressen schädigt das seine Vitalität.

Blattläuse befallen fast alle Bäume. Sie entziehen den Blättern Assimilate und verschmutzen die Blätter mit ihren Ausscheidungen dem sogenannten Honigtau. In Mitteleuropa gibt es weit über 800 Arten. Blattläuse sind für den Baum normalerweise ungefährlich.

Flechten sind eine Symbiose zwischen Pilzen und Algen. Häufig sind es Schlauchpilze und Blau- oder Grünalgen die eine Lebensgemeinschaft bilden. Sie wachsen auch unter extremen Bedingungen, brauchen aber Licht und Feuchtigkeit. Flechten stellen für den Baum keine Gefahr dar.

Frostrisse entstehen durch hohe Temperaturschwankungen vom Stamminneren nach außen. Der Baum bildet Frostleisten die durch Überwallung entstehen. Der Riss verläuft fast senkrecht. Sonnenrisse weisen das gleiche Schadbild auf. Weist der Baum eine Vitalitätsschwäche auf sollte er begutachtet werden.

Gallen weden häufig durch Gallmilben verursacht. Befallen werden die Blätter der Bäume, seltener die Knospen, Triebe, Blüten oder Zweige. Die entstehenden Verformungen des Blattes sehen nicht schön aus sind aber für den Baum ungefährlich. Neben den Gallmilben gibt es noch andere Gallenerreger z. B. die Gallwespe.

Grünalge bauch Luftalge Trentepohlia aurea bewirkt einen braunen bis orangeroten Belag / Bewuchs auf dem Baumstamm. Häufig zu finden ist sie an Obstbäumen. Auf die Gesundheit des Baumes hat die Alge keinen Einfluss.

Harzfluss ist eine natürliche Abwehrreaktion des Baumes gegen eine Verletzung.

Hexenbesen werden durch Viren oder Pilze hervorgerufen. Sie sind für den Baum eher ungefährlich.

Das Spektrum der holzzerstörenden Insekten ist sehr groß. Häufig sind es holzbrütende Insekten (Xylophagen) deren Larven die Rinde und Teile des Holzkernes zerstören und damit Pilzen die Möglichkeit bieten den Baum zu befallen. Eine Begutachtung durch den Fachmann ist ratsam.

Knollen sind Verwachsungen die durch Pilze, Insekten oder anderen Umwelteinflüsse ausgelöst werden. Für den Baum eher ungefährlich.

Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind nur 0,1 mm – 0,5 mm groß und verfügen über einen Stech- und Saugapparat. Sie befallen Blatt und Knospe. Befallene Blätter vertrocknen. Bei starkem Befall wird der Baum geschwächt.

Mit den Hyphen (Myzel) dringen die Pilze in das Holz ein und entziehen dem Baum Nährstoffe, im wesentlichen Zellulose, Polysaccharide, Lignin, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Ist der Baum von einem Pilz befallen sollte er kontrolliert werden.

Rotpusteln sind Wundparasiten und bewirken eine Welke an Blättern und Trieben. Die orangeroten Fruchtkörper treten im Herbst und Winter auf. Befallen Pflanzenteile sollten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Schildläuse befallen die Rinde und schädigen das Rindenparenchym. Dies führt zur Vernässung der Rinde. Einige Schildläuse befallen auch die Blätter. Da Schildläuse sehr klein sind werden sie oft erst festgestellt wenn sie durch Wachsausscheidungen Schilde gebildet haben. Bei starkem Befall ist eine Begutachtung durch den Fachmann ratsam.

Spechte bauen ihre Nester mit vorliebe in Bäume mit Morschungen. Morschungen deuten auf einen Pilzbefall hin. Der Baum sollte kontrolliert werden.

Stammaustriebe deuten häufig auf eine Störung des Baumes hin. Diese kann vielfältig sein. Bei verstärktem Stammaustrieb den Fachmann fragen.

Wucherungen werden durch Erdstrahlen, Bakterien oder Pilze ausgelöst. Sie können lebensgefährdend für den Baum sein. Zur genauen Ursachenklärung sollte ein Fachmann die Wucherungen untersuchen.

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Mykorrhiza

Baum und Pilz profitieren gleichermaßen von der „Mykorrhiza“, der Lebensgemeinschaft aus Pilzwurzeln (Hyphen) und Baumwurzeln. Die Gemeinschaft dient nicht dem Nährstoffaustausch allein.
Ihr farbenreiches Erscheinen kann schnell den Eindruck vermitteln, dass die Pilze im Wald nur wenige Wochen des Jahres vorkommen. Dem ist aber nicht so. Pilze sind in Form ihres unter der Oberfläche verborgenen „Myzels“, dem Pilzgeflecht, immer da und übernehmen wichtige Funktionen im Ökosystem Wald. Als „Täter“ parasitieren sie an Pflanzen, Tieren oder sogar anderen Pilzen und können das Absterben des Wirtes bewirken. Sie bauen als Endglied der Nahrungskette organisches Material ab und sorgen zusammen mit anderen Zersetzern für einen funktionierenden Stoffkreislauf.

Als Partner der Bäume helfen Pilze aber auch bei der Produktion von Biomasse im Wald. Die dafür im Rahmen der Evolution entstandene Symbiose von Bäumen und Pilzen kann stellvertretend für das komplexe, scheinbar unendliche Beziehungsgeflecht zwischen den Arten in der Natur stehen und trägt wissenschaftlich die Bezeichnung „Mykorrhiza“. Aus dem Griechischen aus mykes, dem Pilz, und rhiza, der Wurzel, gebildet, wird der Fachbegriff im Deutschen landläufig mit „Pilzwurzel“ übersetzt. Er beschreibt eine Lebensgemeinschaft zwischen Gehölzen (aber auch anderen Pflanzen) und Pilzen im Wurzelbereich, die sich, im positiven Sinne, als verpilzte Baumwurzel darstellt.

Rein unsichtbare und unbekannte Helfer sind die Mykorrhiza-Pilze aber dennoch nicht. Die meisten Röhrlinge und etliche Blätterpilze, beliebte Speisepilze und bekannte Giftpilze leben in enger Gemeinschaft mit Bäumen. Bekannte Beispiele sind der Pfifferling, die Steinpilze, der Fliegenpilz und die Knollenblätterpilze. Der Grad der Bindung des Pilzes an eine Baumart kann dabei sehr hoch sein und sich wie beim Goldröhrling unter Lärchen oder dem Birkenpilz bei Birken sogar auf nur eine einzige Partnerbaumart beschränken. Beim Bestimmen und Sammeln von Pilzen kann sich der kundige Pilzsammler die Mykorrhiza-Gemeinschaften zu Nutze machen: Er sucht zunächst den passenden Baum und findet dann den gewünschten Pilz. Ein alter Spruch sagt: „Unter Birken, Tannen, Buchen kannst du immer Pilze suchen; unter Eschen, Erlen, Linden, wirst Du nicht viel finden“. Es können gleichzeitig mehrere Mykorrhiza-Pilzarten an einem Baum vorkommen, und unterschiedliche Altersstadien des Baumes können jeweils spezielle Pilzpartner beherbergen.

Das ausgewogene Profitieren der Partner von der Gemeinschaft ist ein typisches Merkmal von Symbiosen. Sie kommen bei Tieren und bei Pflanzen vor und sind in der Natur keine Seltenheit. Auch die Mykorrhiza im heimischen Wald ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Besonders Fichte, Kiefer und Lärche, Birke, Buche und Eiche setzen auf die Hilfe aus dem Reich der Pilze. Alles in allem gehen Nadelhölzer mehr Mykorrhizen als Laubbäume ein, was vornehmlich auf die insgesamt ärmeren Standorte zurückzuführen ist, auf denen sie wachsen. Für das Waldwachstum allgemein ist die Mykorrhiza von großer Bedeutung. Standorte mit schlechten Wuchsbedingungen konnten nur mit Hilfe von Pilzen durch Bäume besiedelt werden.

Die Beziehung zwischen Bäumen und Pilzen stellte sich anfangs vermutlich als reine Pilzinfektion dar, die sich dann zu einer Symbiose entwickelte, weil sie den Bäumen nutzte. Deren Wurzelsystem mit Haupt- und Seitenwurzeln hat neben der Verankerung im Boden die wesentliche Aufgabe, das für die Photosynthese notwendige Wasser samt den darin gelösten Nährstoffen aufzunehmen und in die grünen Bestandteile der Pflanze zu transportieren. Für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen sind hauptsächlich die Feinwurzeln zuständig. Allerdings können die Bäume trotz des komplexen Wurzelapparates sowohl die Wasser- als auch die Nährstoffvorräte im Boden nicht optimal ausnutzen. Hier kommen die Mykorrhiza-Pilze ins Spiel. Sie optimieren mit ihren „Hyphen“ die Funktion der Feinwurzeln. Ihre hauchfeinen Pilzfäden erschließen den Boden noch intensiver und können so kleinste Wasservorräte und somit Nährstoffe aus dem Substrat aufnehmen.

Damit der Stofftransport zwischen Pilz und Baumwurzel funktioniert, haben sich unterschiedliche Mykorrhizaformen entwickelt. Dabei ist die so genannte „ektotrophe“ Variante bei heimischen Waldbäumen häufig anzutreffen. Ihre Feinwurzeln sind von einem intensiven Pilzgeflecht ummantelt, das direkten Einfluss auf das Wurzelwachstum bzw. die Neubildung von Wurzelhaaren nimmt. Feinste Pilzhyphen dringen in die Zellenzwischenräume der Wurzelrinde ein und bilden dort das nach dem deutschen Forstwissenschaftler Robert Hartig benannte Hartig’sche Netz. Letzteres sorgt mit den benachbarten Wurzelzellen für den Austausch der Nährstoffe zwischen Pilz und Baum. Für den Baum sind das besonders die Elemente Stickstoff und Phosphor, die er für sein Wachstum benötigt. Als Gegenleistung liefert er Kohlenhydrate, die im Rahmen der Photosynthese in den grünen Blättern oder Nadeln gebildet wurden. Denn den Mykorrhiza-Pilzen fehlen nicht nur das Blattgrün und damit die Fähigkeit mit Hilfe der Photosynthese Kohlenhydrate zu produzieren. Im Vergleich zu den Zersetzer-Pilzen können sie darüber hinaus organisches Material deutlich schlechter abbauen, um an nutzbare Kohlenstoffverbindungen zu gelangen. Im gegenseitigen Nährstoffaustausch schließt sich so der Kreis im Mykorrhiza-System: Für die Heranführung der für den Baum notwendigen Nährelemente erhält der Pilz-Partner im Gegenzug Kohlenhydrate, den Zucker, aus eigener Produktion.

Mykorrhiza

Internationale Grüne Woche in Berlin

Die Internationale Grüne Woche Berlin ist die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau und hat sich bereits zur Traditionsveranstaltung etabliert. Die Grüne Woche Berlin bietet Produkte wie Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch sowie Molkereiprodukte. Darüber hinaus gibt es ein weitreichendes Angebot an Wein, Bier und Spirituosen verbunden mit internationalen Spezialitäten, so bleiben keine kulinarischen Wünsche offen. Entsprechend dem Konsumtrend bieten Agrar-Direktvermarkter und der Bio Markt mit Produkten aus kontrolliert biologischem Anbau ein aktuelles Angebotsspektrum. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau werden neben zahlreichen kommerziellen Beteiligungen, wie z.B. mit nachwachsenden Rohstoffen, auch in halbkommerziellen Schwerpunkten wie beispielsweise Bio-Energie, praktische und wissenschaftliche Erkenntnisse dargestellt. Die Internationale Grüne Woche Berlin bietet auch ein Rahmenprogramm mit mehr als 300 Symposien, Seminaren, Kongressen und Ausschusssitzungen.

Im Januar 2017 findet sie nun schon zum 82. Mal statt. Gegründet im Berlin der Goldenen Zwanziger, ist sie einzigartig als internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.

Die IGW ist Ausgangspunkt für das Global Forum for Food and Agriculture (kurz GFFA). Hier treffen sich über 60 internationale Ministerien und Nahrungsmittelproduzenten und zeigen mit ihren Gemeinschaftsschauen, was die faszinierende Welt der Nahrungs- und Genussmittel zu bieten hat.

Wer seit 1926 besteht, weiß wie Traditionen gepflegt und gleichzeitig Innovationen, für das fortlaufende Bestehen, geschaffen werden. Die Themen nachwachsende Rohstoffe, Bio, Gartenbau und der ländliche Raum der Zukunft gewinnen immer weiter an Bedeutung.

Die Grüne Woche ist ein einzigartiges Medienereignis im kalten Januar der Hauptstadt. Jedes Jahr berichten zahlreiche Medien über die Neuheiten der Berlin Institution. So wurden allein in Deutschland 15.000 Berichte, 400 Fernseh- und über 1.500 Hörfunkbeiträge über die IGW veröffentlicht. Jedes Jahr werden mehr als 5.000 Journalisten aus rund 70 Ländern akkreditiert.

Mehr als 300 Foren, Seminare, Kongresse und Ausschusssitzungen fanden allein 2016 statt. Zum Teil wurden mehrtägige Veranstaltungen der verschiedensten Gremien der Land- und Ernährungswirtschaft abgehalten.
Das Fachseminar Frische Forum „Fleisch“ wird auch in diesem Jahr auf aktuelle Themen der Branche eingehen. Darüber hinaus zeigt die Ernährungswirtschaft den Veredelungsprozess der Nahrungsmittel und der Handel präsentiert sich als wichtiges Bindeglied zum Kunden.

Eine Projektion des Lichtkünstlers Karl Feldmann verwandelt das Brandenburger Tor in ein Kunstwerk

Was sind Bäume ? Eine Definition

In der Botanik ist ein Baum eine holzige, mehrjährige Samen-Pflanze mit einem dominierendem Spross bzw. Stamm.
Bäume sind die größten Lebewesen auf der Welt und können mehrere tausend Jahre alt werden.

Außerdem verfügen Bäume über ein sekundäres Dickenwachstum, das parallel zu ihrem Längenwachstum für eine Durchmesserzunahme von Spross bzw. Stamm sorgt, um den Baum im Wachstum statisch zu stabilisieren. Bäume sind nach Definition in diesem Lexikon langlebige holzige Pflanzen, deren Aufbau durch einen aus der Wurzel nach oben wachsenden astfreien Stamm gekennzeichnet ist, der sich nach oben hin verjüngt und im oberen Bereich die Baumkrone aus stärkeren Ästen und dünneren Zweigen mit den Blättern trägt. Die Baumwurzel befestigt den Baum in der Erde, entzieht dieser Wasser und Nährstoffe und speichert einen Teil der Nährstoffe als Vorratsstoffe.

Zwischen dem ersten begrünten Ast und der Baumspitze befindet sich die Baum-Krone. Sie kann entweder Nadeln oder Blätter-Laub enthalten. Die Form der Baumkrone ist ein wichtiges Merkmal zum Bestimmen von Bäumen. Vorausgesetzt, diese haben an ihrem Standort ausreichend Platz und Licht, um eine volle Krone zu entwickeln. In einem Wald mit sehr eng zueinander stehenden Bäumen sind diese Merkmale oft nicht gegeben, weshalb die Baumkronen dort meist kürzer und schmäler sind.

Die Zweige der Bäume verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen, die in der Folge verholzen und laufend an Dicke und Umfang zunehmen. Die jüngst gewachsenen Baum-Zweige werden auch als Triebe bezeichnet.

Baumartige Pflanzen wie Palmen und Baumfarne werden in diesem Baumlexikon nicht zu den Bäumen gezählt, weil sie kein echtes Holz ausbilden und auch kein sekundäres Dickenwachstum mit einem sich nach oben verjüngenden Baumstamm besitzen.

Unterteilungen für einheimische Bäume bzw. deutsche Baumarten können unter anderem nach der Blätterart vorgenommen werden, sie werden den Blätter-Arten Laubblätter und Nadeln eingeteilt.
Bei der Blätterart der Laubbäume ist die Blattfläche (auch Blattnerven, Blattspreite, Lamina) im Verhältnis zur Blattdicke relativ groß und sie weisen eine Netzaderung auf.
Dagegen sind bei den Nadelbäumen „die Blätter“ nadelförmig und weisen eine Streifenaderung (Paralleladerung) auf. Ferner ist die Blattfläche bei diesen Nadelblättern im Verhältnis zur Blattdicke sehr klein.

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Waldinventur

Eine Wald- oder auch Forstinventur wird durchgeführt, um großräumige Waldverhältnisse und forstliche Produktionsmöglichkeiten zu erfassen. Die Inventur erfolgt stichprobenartig, meist in ausgesuchten Probekreisen. Hierbei werden zum Beispiel Baumarten, Altersstrukturen, Wachstums- und Besitzverhältnisse sowie Holzvorräte erfasst. Durch wiederholte Durchführungen nach bestimmten Zeitintervallen können auch Aussagen über Waldentwicklungen gemacht werden. Die Ergebnisse sind Grundlage für forst-, handels- und umweltpolitische Planungen und Entscheidungen. Inventuren auf betrieblicher Ebene liefern die Datengrundlage der Forsteinrichtung, der Rahmenplanung öffentlicher und großer privater Forstbetriebe. Andere regelmäßige Inventuren werden im Rahmen der Waldzustandserfassung durchgeführt.

Forstbetriebsinventuren erfassen Parameter von meist unmittelbarer wirtschaftlicher Bedeutung. Man unterscheidet temporäre Inventuren von permanenten. Temporär bedeutet hierbei, dass die genaue Lage der Stichprobenkreise von Inventur zu Inventur variieren kann, weil sie im Gegensatz zum Vorgehen bei permanenten Inventuren nicht langfristig markiert werden. Das permanente Verfahren ermöglicht daher die Erstellung von Zeitreihen auf Grundlage der Entwicklung einzelner Bäume und weist einen geringeren Fehler auf. In temporären Inventuren wird häufig mit der 6-Baum-Stichprobe gearbeitet, bei der permanenten verwendet man konzentrische Probekreise mit unterschiedlichen Mindestwerten als untere Aufnahmegrenze. Das Stichprobennetz ist in der Regel systematisch ins Gauss-Krüger-Koordinatennetz eingehängt und gleichmäßig verteilt. Die Entfernung zwischen den Stichprobepunkten beträgt 100 bis 200 Meter.

Man erfasst unterschiedliche Parameter. Die wichtigsten sind die Baumart, der Brusthöhendurchmesser, das Alter der Bäume und die soziologische Stellung im Bestand. Einzelne Höhenmessungen der Bäume werden zur Erstellung einer Oberhöhenkurve durchgeführt. Mit diesen Werten können hinreichend genaue Voraussagen über den Holzzuwachs des Waldes innerhalb eines Zeitintervalls von etwa zehn Jahren getroffen werden. Außerdem werden Beschädigungen an den Bäumen erfasst, die sich wertmindernd auf das Holz auswirken. Ein wichtiger Parameter ist auch das Vorhandensein von Verjüngung getrennt nach Baumarten und Höhe. Ist dies der Fall, so ermittelt man normalerweise, wie stark die jungen Bäumchen durch den Verbiss von Rehwild geschädigt sind (Verbissgutachten). Es werden auch einzelne ökologische Aspekte berücksichtigt, wie die im Probekreis vorhandene Menge Totholz, Bodenverdichtung durch Befahrung, eine Typisierung der Bodenvegetation und das Vorhandensein von Habitatbäumen.

Seit den frühen 1980er Jahren werden im Auftrag der Bundesländer im Zuge der damals augenscheinlichen Krankheitsbilder von Wäldern in Mitteleuropa Inventuren durchgeführt, die ökologische Parameter erheben. Die terrestrische Waldzustandsinventur erfasst den Gesundheitszustand von einzelnen Bäumen anhand äußerlich erkennbarer Merkmale. In der Regel wird dabei die Belaubung der Kronen erfasst.

In Deutschland wurde 1970/71 in Bayern eine erste bundesland-weite Waldinventur durchgeführt. 1986 bis 1989 erfolgte dann eine bundesweite Inventur, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands in den Jahren 2001 bis 2003 wiederholt wurde. Eine dritte Bundeswaldinventur fand in den Jahren 2011 und 2012 statt.

 

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Der älteste Baum der Welt

Er sieht unscheinbar aus und wirkt etwas verlassen auf der felsigen Hochebene in Schweden. Doch die Fichte „Alt Tjikko“ ist der vermutlich älteste Baum der Welt und ein wahrer Überlebenskünstler.

Ganze 9500 Jahre hat das Gewächs auf dem Buckel – oder wohl eher in der Krone. Damit handelt es sich um den vermutlich ältesten Baum der Welt.

Im Jahr 2004 wurde das einsame Gewächs von Leif Kullman, Professor für Physische Geografie an der Umea Universität, auf der Fulufjallet-Hochebene entdeckt. Kullmann hat viel für Flora und Fauna übrig und so taufte er den Baum „Alt Tjikko“, nach seinem sibirischen Husky. Das Alter des Baumes konnte mithilfe der Radiokarbonmethode vergleichsweise genau bestimmt werden.

Während der Eiszeit lag der Meeresspiegel etwa 120 Meter tiefer als heute und vieles von dem, was heute die Nordsee zwischen England und Norwegen ausmacht, war damals Wald. Der Wind und niedrige Temperaturen hatten dazu geführt, dass „Alt Tjikko“ wie ein Bonsai ist. Große Bäume können nicht so alt werden.
Dass „Alt Tjikko“ schon ein bisschen zerzaust aussieht ist sicher verständlich. Frost und Wind haben dem Baum-Methusalem starke Schäden zugefügt. Inzwischen konnte er sich aber wieder etwas regenerieren: Die alte Fichte profitiert von der globalen Erwärmung, die das raue Klima etwas abmildert.
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Heilsamer Wald – Grün beruhigt die Nerven!

Das Waldklima wirkt positiv auf den Organismus: Denn im Wald entwickelt sich ein ganz eigenes Klima: das Waldinnenklima. Gegenüber dem Klima in der freien Landschaft ist es im Wald kühler, das Kronendach schützt vor Sonneneinstrahlung, auch die Verdunstung der Bäume kühlt und sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit. So verdunsten die Blätter einer großen Eiche pro Sommertag etwa 200 Liter Wasser. Außerdem bremsen die Bäume den Wind und filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft. Wälder sind nicht nur einer der wichtigsten Sauerstoffproduzenten der Erde. Neben Sauerstoff geben die Bäume auch ätherische Öle und Duftstoffe ab. Dabei handelt es sich um sogenannte Phytonzide, mit denen sie sich gegen Baumkrankheiten und Schaderreger schützen. Diese Pflanzenwirkstoffe wirken bei uns Menschen ausgleichend und gesundheitsfördernd; in der Naturheilkunde und auch im biologisch-dynamischen Landbau werden sie systematisch eingesetzt. Seit langem wird die gesundheitsfördernde Wirkung der sauberen Waldluft auch medizinisch genutzt, zum Beispiel für Kuren. Der Spaziergang im Wald kommt daher nicht aus der Mode.

In der Farbpsychologie steht das sommerliche Grün der Blätter für Harmonie; Grün gilt als Symbolfarbe des Lebens. Es soll die Nerven beruhigen, den Blutdruck regulieren, das Immunsystem stärken und dabei helfen, Stress und psychische Belastungen abzubauen.

Der Wald ist für alle da. Auch der private Waldbesitzer muss – bis auf wenige genehmigungspflichtige Ausnahmen – das Betreten seines Waldes zu Erholungszwecken dulden. Damit aber die Eigentümerinteressen gewahrt, der Wald erhalten bleibt und seine Bewohner nicht gestört werden, gibt es Regeln. Beim Waldbesuch gilt also zunächst: Lärm vermeiden, Hunde anleinen und bei Sport und Spiel auf den Wegen bleiben, um die Waldtiere nicht in Stress zu versetzen. Außerdem: kein Feuer machen. Auch wenn es noch so verlockend ist, im Sommer kann jeder Funke, jede Zigarettenkippe verheerende Brände auslösen. Respekt vor der Natur ist ebenso wichtig. Also keine Bäume oder andere Pflanzen zerstören und beschädigen. Als Spazierstock reicht ein bereits abgestorbener Ast vom Waldboden aus. Und: Müll mitnehmen. Eine Plastikflasche braucht mehrere hundert Jahre zum Verrotten und wird damit älter als die meisten Bäume des Waldes. Und kann, wie auch anderer Müll, zur Todesfalle für Tiere werden.

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Holzhärte unserer wichtigsten Holzarten

Wer Holz kauft, sollte sich auch über die Holzhärte im Klaren sein, denn je nach Anwendungsgebiet ist diese wichtig. Nun wissen wir Deutschen ja, dass unsere „deutsche Eiche“ ein hartes Holz ist. Unsere Vorfahren benutzten Eichenholz für den Bau der Fachwerkhäuser (wenn sie es denn bezahlen konnten, sonst nahm man Nadelholz), aber auch zum Anfertigen schwerer Truhen. Eichenmöbel sind auch heute noch begehrt, zumindest bei den Familien, die sich gerne gutsherrlich einrichten. Aber die Härte der Eiche wird von einigen tropischen Holzarten, aber auch von europäischen übertroffen – z.B. von der Robinie.

Der Holzfachhandel bietet, wenn es um massives Parkett geht, natürlich am liebsten Hartholz an. Auch wenn Hartholz nicht bedeutet, dass der Absatz eines bleistiftdünnen Damenschuhabsatzes nicht doch bleibende Eindrücke hinterlassen kann! Bei der Frage: Hartholz oder Weichholz, ist also der Anwendungszweck entscheidend. Die „Herrgottschnitzer“ von Oberammergau schnitzen auch in Eiche – aber mit weichem Lindenholz tut man sich natürlich viel leichter. Da mag die Linde in noch so vielen Volksliedern besungen worden sein – für Bau- und Ausbauzwecke taugt sie nicht.

Die Holzhärte wird, wie die Rohdichte des Holzes, vor allem von Zellaufbau und Wassergehalt bestimmt. So wird sie mit zunehmender Rohdichte größer und mit zunehmender Holzfeuchte geringer. Man muss kein Holztechniker sein um festzustellen, ob man es mit einem harten oder weichen Holz zu tun hat. Hinterläßt der Fingelnagel eine Ritzspur, wenn man mit ihm das Holz ritzt, dann hat man es mit weichem Holz zu tun.

Natürlich reicht der Fingelnagel nicht aus, um die Holzhärte zu bestimmen. Das wusste auch der schwedische Metallurg J. A. Brinell und so entwickelte er 1901 ein Prüfverfahren, das bis heute maßgeblich ist. Bei der Prüfung wird eine Stahlkugel mit einem bestimmten Durchmesser mit langsam steigender Belastung in das Holz gedrückt. Die Eindruckfläche wurde früher mit einem Fadenzähler („starke Lupe“) ausgemessen und nach einer bestimmten Formel berechnet. Und das Ergebnis wurde und wird in „HB“ ausgedrückt (Härte nach Brinell). Dass man heutzutage keinen Fadenzähler mehr braucht und auch keine Tabellen, ist logisch. Heute wird digital gemessen und der Härtegrad wird digital angezeigt.

Fichte, Lärche, Erle, Kiefer oder Kastanie sind weiche Hölzer. Aber man muss schon genau aufpassen: Die Holzart „Seekiefer rouge“ ist so hart wie die Eiche. Der europäische Ahorn ist ein mittelhartes Holz, der kanadische hingegen ein Hartholz. Zu den mittelharten Hölzern zählen noch die Birke und die Gebirgslärche, während die Lärche selbst zu den weichen Holzarten zählt. Harte Hölzer sind Eiche, Buche, Esche, Birnbaum, Kirschbaum, Nußbaum und sehr harte Holzarten sind z.B. Robinie (Akazie), Doussie, Merbau, Wenge oder Sucupira.

Holz

Die Funktionen des Waldes

Der Wald übt auf die ihn umgebene Landschaft, den Menschen, den Boden, Wasser und Luft, sowie auf die Tier- und Pflanzenwelt eine bedeutende Wirkung aus.

Nutzfunktion

Holz ist ein vielseitiger Rohstoff, der ständig nachwächst und umweltfreundlich erzeugt wird. In Deutschland werden jedes Jahr ca. 57 Mio. Festmeter (Kubikmeter) nachhaltig erzeugt. Die jährliche Einschlagsmenge beträgt ca. 40 Mio. fm Holz – wobei der jährliche Holzbedarf der Wirtschaft bei 91 Mio. fm (1 fm = 1qm3) liegt. Neben dem Holz bietet der Wald aber noch andere Erträge. Dazu gehören Beeren, Pilze, Kräuter und Wildfleisch, die aber wirtschaftlich nicht besonders ins Gewicht fallen.

Schutzfunktionen

Je nach Standort (Gebirge, Flüsse etc.) übernehmen Wälder Schutzfunktionen, die nicht nur für den Menschen sondern auch für Flora und Fauna von größter Bedeutung sind.

Wald verhindert den Bodenabtrag durch Wasser und Wind. Die starke Durchwurzelung des Waldbodens verhindert in Hanglagen Steinschlag und Bodenrutschungen. Die Gefahr des Bodenabtrags durch Wasser ist abhängig von der Geländeneigung, von der Bodenart und der Niederschlagsmenge. Alle Wälder in Steillagen erfüllen daher Bodenschutzfunktionen.

Der Lawinenschutzwald ist eine besondere Form des Bodenschutzwaldes. Er kann die Entstehung von Lawinen verhindern oder kleinere Lawinen bremsen.

Wald leistet einen erheblichen Beitrag zum Wasserhaushalt. Der Waldboden speichert große Mengen von Wasser und verhindert dadurch den Oberflächenabfluss. Ist seine Speicherfähigkeit erschöpft, so fließt das Wasser, durch den Boden gefiltert, ab und erhöht das erfassbare Grundwasserangebot.
Ein Quadratmeter Waldboden speichert bis zu 200 Liter Wasser. Schmelz- und Regenwasser versickern langsam und werden durch die gute Filterleistung des Bodens zu sauberem Grundwasser, das zum Trinken meist nicht mehr aufbereitet werden muss. Das Wurzelgeflecht der Bäume hält den wertvollen Boden fest und leistet vor allem in Hanglagen einen wichtigen Beitrag zum Erosionsschutz.

Der Wald gleicht tägliche und jährliche Temperaturschwankungen aus, erhöht die Luftfeuchtigkeit und steigert die Taubildung. Da das Waldklima durch die geringere Sonneneinstrahlung und die höhere Luftfeuchte geprägt ist, sind die Lufttemperaturen im Sommer dort meistens niedriger als im Freien. Es können Unterschiede von 3° bis 6°C gegenüber dem Freiland und 4° bis 8°C gegenüber von Städten eintreten. Große zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Städten können das Klima positiv beeinflussen. Die Temperaturunterschiede zwischen Wald und Stadt bewirken einen ständigen Luftaustausch. Dadurch gelangt reine und qualitativ bessere Luft in die Siedlungsgebiete.

Der Wald filtert Stäube, Gase und radioaktive Stoffe aus der Luft. Die Filterwirkung von Wäldern ist insbesondere abhängig von der Blattoberfläche. So kann 1 Hektar (100 x 100 m) Fichtenwald 420 kg Schmutzpartikel ausfiltern; ein im Winter kahler Buchenwald gleicher Größe jedoch nur 240 kg Schmutzpartikel. Gase können hauptsächlich dann aufgenommen werden, wenn die Baumkronen feucht sind und sich die Gase im Regenwasser lösen können (Saurer Regen). Pro Hektar filtern unsere Wälder jährlich bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre.

Sauerstoff

Bäume produzieren als “Abfallstoff” bei der Photosynthese Sauerstoff. Ein Teil des Sauerstoffs wird allerdings nachts bei der Atmung vom Baum wieder verbraucht.

Erholungsfunktion

Der Wald wird von den Erholungssuchenden am stärksten als ursprüngliche Natur empfunden. Er bietet den Besuchern Ruhe, Entspannung und ein günstiges Erholungsklima. Aber auch für sportliche Aktivitäten wird der Wald in verstärkten Maße aufgesucht.

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Bundesländer wollen Benzin- und Dieselautos verbieten

Die Bundesländer wollen ab 2030 keine Benzin- und Dieselautos mehr neu zulassen. Das geht aus einem Beschluss hervor, den der Bundesrat in seiner jüngsten Sitzung gefasst hat. Damit befürworten sowohl SPD- als auch unionsregierte Länder ein entsprechendes Verbot.

In dem Beschluss wird die EU-Kommission aufgefordert, „die bisherigen Steuer- und Abgabenpraktiken der Mitgliedstaaten auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Förderung emissionsfreier Mobilität auszuwerten…, damit spätestens ab dem Jahr 2030 unionsweit nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden.“

Die Grünen begrüßen die Entscheidung, wundern sich allerdings auch. „Wenn wir das Pariser Klimaabkommen ernst nehmen, dürfen nach 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr neu auf die Straße“, sagt Oliver Krischer, Fraktionsvize im Bundestag. „Das hat der Bundesrat parteiübergreifend so beschlossen, und es ist richtig. “

Um das Klimaabkommen zu erfüllen, sollen die deutschen CO2-Emissionen bis 2050 um bis zu 95 Prozent gesenkt werden. Eine Maßnahme ist dabei die Förderung der Elektromobilität – allerdings bislang mit bescheidenem Erfolg. Auch eine Kaufprämie hat noch nicht den gewünschten Anschub gebracht.

 

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