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Der Eichenwald – Ein artenreiches Biotop

Unser letzter Blogeintrag widmete sich den deutschen Buchenwäldern, der dominantesten heimischen Laubbaumart. Neben den Buchen zählt auch die Eiche zu den wichtigsten Wald bildenden Laubhölzern in unseren Gefilden. Europaweit sind 24 Eichenarten heimisch, von denen nur zwei deutlich dominieren: die Stiel-, und die Traubeneiche.

Eichen sind beständige und robuste Bäume, von denen viele 400 bis 700 Jahre oder im Einzelfall bis zu 1000 Jahre alt werden können. Das durchschnittliche Alter einer Eiche in deutschen Wäldern liegt bei 102 Jahren. Zum Vergleich: Buchen werden im Schnitt 100 und Tannen 96 Jahre alt. Doch nicht nur ihr hohes Alter, sondern auch die Wuchshöhe ist erstaunlich. Eine Eiche wächst im Durchschnitt zwischen 25 und 40 Meter hoch, in seltenen Fällen sogar bis zu 60 Meter, wobei ihr Stammdurchmesser bis zu 3 Meter erreichen kann.

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Ebenso wie die Buchen, sind auch Eichen anpassungsfähige Bäume, die sich vorzugsweise dort behaupten können, wo es andere Baumarten eher schwer haben. Beispielweise auf sehr nassen, schlecht belüfteten Böden, an trockenen, warmen Hängen, auf saurem Grund oder auch in niederschlagsarmen Regionen. Der entscheidende Grund hierfür liegt in der hohen Lichtbedürftigkeit der Eichen. Denn bei zu hoher Konkurrenz und Beschattung durch andere Baumarten, können die Eichen ihren Bestand nur schwer halten oder ausbreiten. Dadurch sind die Bäume gezwungen sich eine eigene Nische zu suchen.

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Trotzdem tritt die Eiche oft gemeinsam mit anderen Baumarten auf und bildet Mischwälder, in denen auch Buchen, Birken oder Ahorn-Arten wachsen. Gerade durch diese Vielfalt zählen Eichenwälder zu den artenreichsten Biotopen überhaupt, denn sie bieten zahllosen Tier-, und Pflanzenarten einen Lebensraum und leisten hierdurch einen bedeutenden Beitrag für die hiesige Artenvielfalt. Wie kein anderer Baum stellen Eichen für unzählige Vögel, Insekten und auch Kleinorganismen sowohl Habitat als auch Nahrungsquelle dar. Besonders deutlich wird dies Anhand einiger Beispiele: über 100 Käferarten, rund 400 Schmetterlingsarten und Hunderte weitere Insektenspezies leben direkt oder indirekt von der Eiche. Zudem gibt es unter den Pilzen, Flechten und Moosen viele Spezialisten, die zum Teil ausschließlich auf den Blättern oder der Borke der Eichen überleben können. Viele Tiere ernähren sich darüber hinaus von den extrem nahrhaften Eicheln, unter anderem Wildschweine, Eichelhäher oder Siebenschläfer. Die ersten keimfähigen Früchte können die Bäume jedoch erst im Alter von rund 60 Jahren bilden.

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Der besondere Wert der heutigen Eichen, und Eichenmischwälder in Deutschland gründet hauptsächlich in ihrer hohen Bedeutung für die biologische Vielfalt. Einige dieser Lebensräume sind nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geschützt und sollen so erhalten werden.

Die Vielfalt unserer Wälder

Wälder bedecken fast ein Drittel der Fläche Deutschlands. In den etwa 11,4 Millionen Hektar Wald wachsen rund 90 Milliarden alte und junge Bäume. Auch wenn viele Wälder aus der Ferne ähnlich anmuten, haben sich in unterschiedlichen Lagen eigene Waldtypen herausgebildet, in denen meist bestimmte Baumarten dominieren.

Kein anderer Laubbaum kommt in deutschen Wäldern so häufig vor, wie die Buche. Mit einem Anteil von 15 Prozent ist die Buche der dominanteste heimische Laubbaum und zählt gleichzeitig zu den derzeit erfolgreichsten Pflanzenarten Europas.

Buchen sind konkurrenzstarke und sehr anpassungsfähige Bäume, die unter verschiedensten Standortbedingungen gedeihen können. Im Hinblick auf den Nährstoffgehalt und die Feuchtigkeit des Bodens sowie die klimatischen Bedingungen, tolerieren Buchen weite Spannbreiten und sind somit in der Lage, sich im ökologischen Wettbewerb gegen viele andere Baumarten durchzusetzen. Ohne menschliche Eingriffe wären sogar bis zu 75 Prozent des deutschen Waldes von Buchen bedeckt.

Doch trotz ihrer Dominanz lässt sie auch anderen Spezies genügend Lebensraum, sodass sich Buchenwälder zu weltweit einzigartigen, sehr artenreichen Ökosystemen entwickeln konnten. Je nach Topografie, Klima und Bodenbeschaffenheit sind in Buchenmischwäldern auch viele andere Baumarten wie Stieleichen, Tannen oder Bergahorn zu finden. Die botanische und faunistische Vielfalt in Buchenwäldern ist beeindruckend: neben knapp 200 Blütenpflanzen, wurden rund 6.800 Tierspezies in Buchenwäldern nachgewiesen, darunter 27 Säugetier-, 70 Vogel-, 380 Würmer- und Tausende von Insektenarten.

 

Buchenwald
Buchenwald

Ein alter Buchenwald wirkt nahezu „aufgeräumt“, denn am Boden zwischen den bis zu 35 Meter hohen Bäumen entfaltet sich nur wenig Unterwuchs. Der recht kahle Waldboden ist ein Indikator für die ausgeprägte Konkurrenzstärke der Buchen, deren Baumkronen in den Sommermonaten ein dichtes Blätterdach bilden. Selbst bei intensivem Sonnenschein dringt nur wenig Licht bis ins Unterholz vor, denn die Blätter nutzen einen Großteil des Sonnenlichtes zur Photosynthese – nur knapp 3 Prozent erreichen den Waldboden. Da nur wenige Pflanzenarten mit diesen Lichtverhältnissen zurechtkommen, setzen sich im Unterwuchs der Buchenwälder nur einige Spezialisten durch. Dies sind meist krautartige Pflanzen, welche die kurze Zeit im Frühjahr nutzen, in der die Buchenblätter noch nicht ausgetrieben sind, die Tage aber bereits länger und wärmer werden. Zu diesen Frühblühern und Vorboten des Frühlings zählen unter anderem Schneeglöckchen, Bärlauch, Krokusse und Buschwindröschen.

Die bemerkenswerte Biodiversität des Ökosystems Buchenwald und dessen wichtige Rolle im Artenerhalt, veranlasste die UNESCO 2011 dazu, fünf naturbelassene deutsche Buchenwälder in die Liste des Weltnaturerbes aufzunehmen.

Der Baum des Jahres 2018

Das alte Jahr neigt sich dem Ende und 2018 steht vor der Tür. Bereits am 26. Oktober 2017 wurde mit der Ess-Kastanie (Castanea sativa) der „Baum des Jahres 2018“ ausgerufen. Die Esskastanie ist der 30. Baum des Jahres, die Aktion gibt es seit 1989.

Diese Entscheidung der „Baum des Jahres Stiftung“ mag überraschen, denn die Ess-Kastanie sticht einem in Deutschlands Wäldern nicht unbedingt ins Auge. Als Parkbaum findet man sie bundesweit vor allem in Parkanlagen und Gärten, sowie in Weinbaugebieten wie der Pfalz.

„Die Esskastanie hat eine recht junge Geschichte in unseren Breiten“, erklärt Deutschlands Baumkönigin Anne Köhler bei der traditionellen Pflanzung des Jahresbaums in Berlin. Sie gelte zwar nicht als heimische Baumart, gehöre aber zumindest in Südwestdeutschland längst in die Kulturlandschaft. Wo sie wächst überrascht sie mit praktischer und kulinarischer Vielseitigkeit und nicht zuletzt mit ihrer schönen Blütenpracht.

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Ess-Kastanien können bis zu 30 Meter hoch und mehrere Hundert Jahre alt werden. Im Gegensatz zur bekannteren Rosskastanie, die zu den Seifenbaumgewächsen gehört, ist die Baumart eng mit Buchen und Eichen verwandt.

Wie der Baum nach Deutschland kam, ist nicht genau überliefert. Bereits die Griechen pflanzten den Baum im Mittelmeerraum an, in der Bronzezeit hatten sich die Anbaugebiete bis nach Südfrankreich ausgebreitet. Doch erst die Römer brachten die Ess-Kastanie vor rund 2000 Jahren über die Alpen nach Germanien und erkannten die hier recht günstigen botanischen Voraussetzungen. Sie etablierten die Ess-Kastanie vor allem entlang von Rhein, Nahe, Mosel und Saar. Für den Weinbau ein Glücksfall, denn das gegen Verrottung erstaunlich resistente Kastanienholz bot das ideale Material für die Fertigung von Rebstöcken. Auch für den Hausbau, die Herstellung von Fassdauben oder als Brennholz war das Holz brauchbar.

Noch bedeutsamer aber wurden die Früchte der Ess-Kastanie, die zu den Nüssen zählen, für die Ernährung der Bevölkerung und als Vorratsreserve. Mit ihrem hohen Stärkegehalt, geringem Fettanteil und süßlichem Geschmack, waren die Früchte nach Missernten oft eine lebensrettende Mahlzeit. Die getrockneten Früchte lassen sich zudem zu Mehl mahlen und stellen eine gute, glutenfreie Weizenalternative dar. Somit ist das Ess-Kastanienmehl auch für Allergiker geeignet und könnte in Zeiten zunehmender Lebensmittelunverträglichkeiten eine Art Renaissance erleben.

Auch wenn die Baumart in unseren Gefilden nicht heimisch ist, kommt sie gut mit den klimatischen Bedingungen der mittleren Breiten zurecht. Eine wärmeresistente und anpassungsfähige Baumart ist grade in Zeiten des Klimawandels von hoher Bedeutung, sodass aktuell über die Eignung der Ess-Kastanie als „Klimaretter“ und Zukunftsbaumart diskutiert wird. Bereits seit einigen Jahren laufen die Forschungen auf Hochtouren, um zu erfahren, unter welchen Bedingungen die Ess-Kastanie auch in Wäldern qualitativ hochwertiges Holz für langlebige Bau- und Möbelholzprodukte liefern könnte.

Baumpflanzung im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Die Verhandlungen über den Klimawandel und dessen Folgen auf der Weltklimakonferenz COP23 in Bonn endeten am 17. November. Die deutsche Forstwirtschaft hat schon vor einiger Zeit den Kampf für klimastabile Wälder durch die Pflanzung stabiler Mischbaumarten aufgenommen. Ziel ist es, dadurch das Schadensrisiko für den Wald zu minimieren. Nachhaltige und klimastabile Wälder der Zukunft bestehen aus verschiedenen Baumarten, beispielsweise aus dem heimischen Arten Eiche, Buche oder Weißtanne, die besser an die künftigen Klimabedingungen angepasst sind.

Auch die großflächigen Nadelwälder des Nationalpark Hunsrück-Hochwald sind durch die verheerenden Folgen des Klimawandels gefährdet und durch eine Reihe von Risikofaktoren bedroht. Um diese Wälder nachhaltig zu sichern und zu stabilisieren, lösen die MitarbeiterInnen des Forstamtes Saarburg mit ihrer Arbeit die bisher überwiegend durch Monokultur geprägte Waldregion, durch einen wertvollen Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen ab. Bereits seit einigen Jahren werden hier heimische Laubbäume in den Schatten der zum Teil bereits 30-40 m hohen Nadelbäume gepflanzt.

Das Projekt „Baum geben“ ist stolz darauf, dass aktuell im Rahmen des Projektes in einem abgegrenzten Waldareal des Forstreviers Klink (Raum Mandern-Waldweiler) 5.500 Buchen-Jungpflanzen unter den „Schirmen“ der Baumkronen eines rund 70 Jahre alten Douglasien-Waldes ihre neue Heimat finden. Diese „Wildlinge“ sind zweijährige Laubbäumchen, aktuell noch kleiner als 100 cm.

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Die Wahl fiel bewusst auf diese Baumart, denn die Buche ist die einzige Laubbaumart, die auch im Schatten der Altbäume mit wenig Sonnenlicht im ausreichenden Maße wachsen kann. Die aktuell ausgebrachten Jungpflanzen sind Meister der Anpassung und in der Lage, schnell auf neue Standortbedingungen zu reagieren, sollte der Schirm der darüberstehenden Baumkronen durch Stürme, Pilz- oder Borkenkäferbefall zerstört werden. Indem sie ihre eigenen Laubblätter wie „Sonnensegel“ ausbreiten, sind sie auch kurzfristig in der Lage, sich der neuen Situation anzupassen.

Buchenzweig
Buchenzweig

Die Vorteile der Baumpflanzungen sind vielfältig: Neben der Erhöhung der Artenvielfalt und der Biodiversität des Ökosystems Wald, kann hierdurch auch gewährleistet werden, dass die kargen Böden des Hunsrücks auf lange Sicht mit Wald bedeckt sind und die wichtigen Funktionen der Wälder gesichert werden. Diese reichen vom Erosionsschutz der Waldböden, über die Funktion der Wasserspeicherung und -filterung, bis zur Erhaltung des Lebensraumes für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.

Unser Wald ist sowohl Klimaschützer als auch Klimaopfer zugleich, denn mit den Änderungen des Weltklimas kommt es vermehrt zu Wetterextremen und dem Auftreten neuartiger Baumkrankheiten, wodurch einzelne Baumarten besonders gefährdet sind. Zunehmender Schädlingsbefall ist eine weitere große Herausforderung für die Forstleute. Die Nadelbäume verfügen über ein flaches Wurzelwerk, wodurch die Anfälligkeit für Sturmschäden dieser Baumarten besonders hoch ist. Parallel dazu bevorzugen sie eine kühle, feuchte Witterung. So wird deutlich, dass Nadelbäume dem Klimawandel zuerst zum Opfer fallen. Denn „Bäume sind ortsfest und sehr langlebig. Sie können sich weder kurzfristig an neue Umweltbedingungen anpassen noch durch Flucht reagieren. Der Klimawandel ist keine Fiktion, er ist vor Ort in unserem Wald angekommen“, erklärt Förster Dietmar Schwarz vom Forstamt Saarburg. Wenn nun einzelne Baumarten durch externe Einflüsse stark leiden oder ausfallen, können im besten Fall auch kurzfristig andere Baumarten diese Lücken ausfüllen.

Die Baumpflanzungen sichern die Erholungsfunktion des Waldes und dessen gesundheitsfördernden Effekte für die Menschen. Für unseren Projektpartner Landal GreenParks stellen die ausgedehnten Wälder des Hunsrücks einen wichtigen Standortfaktor, insbesondere für den Landal Hochwald dar.

Das Waldgebiet des Jahres 2017: Der Frankenwald

Nachdem dem Wald und den Forstleuten im „Internationalen Jahr der Wälder 2011“ große Aufmerksamkeit geschenkt wurde, kam der Wunsch auf, diese positiven Botschaften auch darüber hinaus zu transportieren. So entwickelte der Bund Deutscher Forstleute (BDF) die Idee, jährlich ein „Waldgebiet des Jahres“ zu ernennen, mit dem Ziel, mehr Aufmerksamkeit für Wald und Forstleute zu erlangen.

Der BDF, die Vertretung der Forstleute in Deutschland, hat sich im Jahr 2017 für den Frankenwald entschieden, „da dort in besonderer Weise die forstliche Nutzung in Einklang mit dem Naturschutz und der touristischen Nutzung gebracht wird“ (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft).

Der Frankenwald ist ein 300 bis rund 800 m hohes und 925 km² großes deutsches Mittelgebirge im Nordosten Frankens (nördliches Bayern). Er weist 52.000 ha Wald aus wird von den Landschaften Vogtland, Fichtelgebirge, Obermaintal, Coburger Land und dem Thüringer Wald eingegrenzt. Kleine Teile gehören zum Bundesland Thüringen.

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Mehr als die Hälfte seiner Fläche von über 100.000 Hektar ist bewaldet, somit liegt der Waldanteil im Frankenwald mit ca. 50 %, erheblich über dem bayerischen Durchschnitt von 35 %. Die Baumartenverteilung im Frankenwald unterteilt sich heute auf 78% Fichte, 12% Buche, 2% Tanne und 8 % andere Baumarten (Bund Deutscher Forstleute). Durch frühe Nutzungen des Holzreichtums des Frankenwaldes stellt die aktuelle Verteilung eine deutliche Veränderung der ursprünglichen Baumartenzusammensetzung der Wälder dar. So ist die Bedeutung der Fichte geschichtlich gewachsen, denn vor dem Eingriff des Menschen war diese eine hier eher seltene Baumart. Zurückzuführen ist dies auf die wirtschaftliche Verwendbarkeit der Fichten.

Da viele der hier heimischen Tier- und Pflanzenarten möglichst vielfältige und naturnahe Wälder mit einem hohen Anteil an Biotopbäumen als Lebensraum bevorzugen, haben sich die Forstleute der Region den Erhalt und die Erweiterung solcher Wälder im Frankenwald zum Ziel gesetzt.

Heutzutage ist der Frankenwald zum größten Teil Naturpark und damit geschützte Natur- und Kulturlandschaft. Im Jahr 1973 wurde der 102.000 ha große Naturpark Frankenwald gegründet.

Charakteristisch für den Naturpark Frankenwald ist ein „reizvoller Dreiklang aus gerodeten Hochflächen, bewaldeten Hängen und romantischen Wiesentälern. Dabei nehmen die weiten Wälder die Hälfte seiner Fläche ein“ (Bund Deutscher Forstleute). Der Naturpark möchte sowohl den Urlaubern, als auch den Einheimischen eine aktive und intensive Erholung ermöglichen. Gleichzeitig steht der nachhaltige Schutz der Landschaft und Natur im Mittelpunkt, um das hohe Erholungspotential auch nachfolgenden Generationen zu sichern. Auch die Lebensräume der heimischen Pflanzen (Bärwurz, Arnika, diverse Orchideenarten) und zum Teil seltenen Tiere (Schwarzstorch, Eisvogel, Wasseramsel, verschiedene Fledermausarten) sollen erhalten werden.

Lage des Naturparks Frankenwald
Lage des Naturparks Frankenwald

Daneben ist die Förderung des regionalen Tourismus ein Ziel, das sich unter anderem durch die Steigerung des Bekanntheitsgrads des Naturparks erreichen lässt. In diesem Zusammenhang ist die Aufklärung der Bevölkerung und Besucher über die Bedeutung des Naturparks für Naturschutz und Landschaftspflege eine wichtige Aufgabe.

Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Bonn

Heute beginnt die 23. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen. Der Gipfel, auf dem Vertreter der Zivilgesellschaft, Diplomaten und Politiker aus aller Welt zusammenkommen, findet in diesem Jahr in Bonn statt und läuft noch bis zum 17. November. Den Vorsitz der Konferenz hat in diesem Jahr der akut vom Klimawandel bedrohte pazifische Inselstaat Fidschi.

Logo der 23. UN-Klimakonferenz vom 6. bis 17. November in Bonn unter Präsidentschaft der Fidschis
Logo der 23. UN-Klimakonferenz vom 6. bis 17. November in Bonn

Im Rahmen der internationalen Anstrengungen gegen den Klimawandel hat sich die internationale Staatengemeinschaft bereits 1992 mit der Gründung der UN-Klimarahmenkonvention  (United Nations Framework Convention on Climate Change UNFCCC) in Rio de Janeiro ein wichtiges Ziel gesetzt: die Konzentration der Treibhausgase in unserer Atmosphäre soll auf einem Level stabilisiert werden, sodass gefährliche anthropogene Störungen im Klimasystem vermieden werden.

Zusammengefasst kann man sagen: die UN-Klimarahmenkonvention ist das internationale, multilaterale Klimaschutzabkommen der Vereinten Nationen, in welchem sich alle Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen verpflichtet haben.

Das oberste Entscheidungsgremium der jährlich stattfindenden UN-Klimarahmenkonvention ist die Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP), welche auch als Klimagipfel, Weltklimakonferenz oder UN-Klimakonferenz bekannt ist. Ziel der Konferenzen ist die Förderung der wirksamen Durchführung des Übereinkommens und das Vorantreiben des internationalen Klimaschutzes. Für diesen Zweck können die Vertragsstaaten Zusätze (sog. amendments) oder eigenständige Abkommen verabschieden.

Ein wichtiger Meilensteine in der Geschichte der COP war die Verabschiedung des Kyoto Protokolls auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz (COP 3 in Kyoto) im Jahr 1997. Hiermit wurden für die Industrieländer erstmals rechtsverbindliche Verpflichtungen zur Reduzierung und Begrenzung der Treibhausgasemissionen festlegt. Das 2005 in Kraft getretene Abkommen ist noch bis 2020 gültig.

Auf der COP21 in Paris im Jahr 2015 wurde das daran anschließende Pariser Abkommen unterzeichnet. In diesem Übereinkommen verpflichten sich alle 195 Mitgliedsstaaten (Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer), die Erderwärmung im Vergleich zu vorindustriellen Werten auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und somit einen längst überfälligen Beitrag zum internationalen Klimaschutz zu leisten. Aktuell wurde das Abkommen lediglich von Syrien und den USA (Austritt 2017) nicht ratifiziert.

Die COP 23 in Bonn ist die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es in Deutschland je gegeben hat. Es werden bis zu 25.000 Teilnehmende aus allen Ländern der Welt erwartet, darüber hinaus rund 500 Nichtregierungsorganisationen und mehr als 1000 Journalistinnen und Journalisten.

Aber um was geht es bei der COP 23?

Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) werden die Regierungen zum einen die Details zur Anwendung des Pariser Abkommens weiter ausarbeiten. Dies ist notwendig, um das so genannte Regelbuch beim nächsten Klimagipfel Ende 2018 in Polen verabschieden zu können. Zum anderen werden die unterschiedlichen Akteure aus Politik und Zivilgesellschaft ihre verschiedenen Klimaschutzinitiativen und -projekte vorstellen. Sie sollen einen Überblick darüber geben, welche Aktivitäten aktuell zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, zur Treibhausgas-Minderung und zur Umlenkung von Investitionen in kohlenstoffarmes Wirtschaften stattfinden.

Wir dürfen also gespannt sein, zu welchen Ergebnissen die Staatengemeinschaft in den nächsten 2 Wochen kommt!

Waldbericht der Bundesregierung 2017

Anfang September wurde der „Waldbericht der Bundesregierung 2017“ veröffentlicht.
Dieser gibt einen Überblick über die Situation der deutschen Wälder und die Lage der nationalen Forst- und Holzwirtschaft. Zudem beschreibt der Bericht die waldpolitischen Aktivitäten der Bundesregierung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Urwaldgebiet Mittelsteighütte, Bergmischwald, Gemeine Fichte (Picea abies), Rotbuche (Fagus sylvatica)
Urwaldgebiet Mittelsteighütte, Bergmischwald, Gemeine Fichte (Picea abies), Rotbuche (Fagus sylvatica)

Im Mittelpunkt des Berichtetes stehen die heterogenen gesellschaftlichen, teilweise konkurrierenden Ansprüche an die Waldökosysteme. Eine aktuelle Herausforderung ist der Interessensausgleich zwischen diesen verschiedenen Anforderungen der Holzwirtschaft, des Klima- und Naturschutzes und der Erholung.

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Bundesforstminister Christian Schmidt zieht insgesamt eine positive Bilanz:

„Mit einem Anteil von 32 Prozent prägt der Wald das Bild unseres Landes. Der Wald in Deutschland ist in einem guten Zustand. Er erfüllt vielfältige Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen. Die Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland ist nachhaltig und weltweit vorbildlich. Zwei Drittel unserer Bevölkerung nutzen den Wald für Freizeit und Erholung. Gleichzeitig hat sich die ökologische Wertigkeit unserer Wälder in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert.“

Laut Schmidt ist eine „nachhaltige Waldbewirtschaftung heute unverzichtbar“, denn der Rohstoff Holz weist nicht nur eine erstklassige Ökobilanz auf, sondern der Wald ist gleichzeitig auch ein wichtiger Klimaschützer mit hohem Klimaschutzpotenzial. So reduziert der deutsche Wald rund 14 % unserer CO2-Emissionen jährlich. Daneben bietet das Ökosystem Wald Lebensräume für viele, zum Teil seltener, Pflanzen- und Tierarten und trägt somit auch zum Erhalt und Ausbau der Biodiversität bei.
Darüber hinaus ist die deutsche Forstwirtschaft mit 1,1 Millionen Arbeitsplätzen ein hoher Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber. Besonders in den ländlichen Räumen werden dadurch sowohl die Wertschöpfung als auch die Wirtschaftskraft gestärkt!

Försterwanderung im Ferienpark Landal Hochwald

Am 12. Oktober 2017 ging es mit Herrn Weber, einem Förster der Landesforste Rheinland-Pfalz, auf Wandertour durch die Wälder rund um den rheinland-pfälzischen Ferienpark Landal Hochwald, welcher inmitten der waldreichen Landschaft des Hunsrücks gelegen ist.

Zu Beginn der Wanderung empfing Herr Weber alle Teilnehmer an der Rezeption des Parks. Gemeinsam startete die Gruppe in den nahe gelegenen Wald, wo der Förster über verschiedene, waldrelevante Themen berichtete.

Erläuterungen durch Herrn Weber von den Landesforsten Rheinland-Pfalz
Erläuterungen durch Herrn Weber von den Landesforsten Rheinland-Pfalz

 

So erfuhren die Gäste, dass der Wald über diverse Eigentümer verfügt, die sich in drei große Gruppen einteilen lassen.

Der Privatwald ist im Besitz privater Waldeigentümer, also nicht im Eigentum von Städten, Gemeinden, Kirchen oder in der Hand des Staates. Liegt der Waldbesitz in den Händen von Körperschaften (z. B. Kirchen), Städten oder Gemeinden, spricht man vom Körperschaftswald oder Gemeindewald. Der dritte Waldbesitzer sind Bund und Länder, welche den sog. Staatsforst ihr Eigen nennen.

Deutschlandweit wird knapp die Hälfte des Waldes von privaten Eigentümern bewirtschaftet, somit stellen die privaten Waldeigentümer die größte Eigentümergruppe dar. Etwa 35 Prozent des Waldes sind Staatsforst. Die restlichen 20 Prozent sind in der Hand von Körperschaften. So verteilt sich die Verantwortung für den Wald auf viele Schultern.

Waldfläche nach Eigentumsart Quelle: BMEL
Waldfläche nach Eigentumsart,  Quelle: BMEL

Ein weiteres Thema der Wanderung war die Flächenverteilung der deutschen Waldgebiete auf die Bundesländer. Rund ein Drittel der Landesfläche Deutschlands ist bewaldet. Dies entspricht einer Fläche von 11,4 Mio. Hektar. Rheinland-Pfalz ist mit 42% der Landesfläche das am dichtesten bewaldete Bundesland. Das waldreichste Bundesland hingegen ist Bayern, das über knapp ein Viertel der deutschen Wälder verfügt (2,61 Mio. ha). Dies entspricht einem Waldanteil von einem Drittel der Landesfläche des Freistaates.

Weiter führte die Wanderung zu einem nahegelegenen Baumanpflanzungsgebiet, an dessen Beispiel Herr Weber diverse Baumanpflanzungsarten erläuterte.

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Nun folgte das Highlight des Tages: die Gruppe durfte bei einer Baumfällung durch die Waldarbeiter zuschauen!

Waldarbeit hautnah!
Waldarbeit hautnah!

Doch bevor der auserwählte Baum gefällt wurde, erhielt die Gruppe noch eine genaue Erläuterung der Technik.

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Voller Eindrücke ging es dann über das von klarem Quellwasser gespeisten Wassertretbecken zurück zum Park. Insgesamt eine Wanderung, die die Gäste so schnell nicht vergessen werden!

Wald als Ressource für unser Wohlbefinden – Glücksort Wald

Schon der Romantiker Ludwig Tieck schrieb über den Rückzugsort Wald:

„Erst unterm Blätterhimmel wird der Mensch zum Menschen.“

Seit einigen Jahren ist immer häufiger von den gesundheitsfördernden Effekten des Waldes und der Natur im Allgemeinen zu lesen. Doch was ist dran an dieser These?

Es ist kein Geheimnis mehr, dass regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft und durch den Wald gut für die Gesundheit sind und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Doch wurden diese positiven Effekte in der Vergangenheit zunehmend auch wissenschaftlich untersucht, wodurch unter Anderem eine therapeutische und präventive Wirkung auf uns belegt werden konnte. Mit Wäldern assoziieren vielen Menschen Ruhe, Entspannung und Natürlichkeit. Zum mentalen Abschalten begibt man sich am besten in die Natur, sodass ein Waldspaziergang eine kleine Flucht aus dem Alltag sein kann.

 

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In einer zunehmend urbanen Umwelt und steigender Reizüberflutung im (vermehrt städtischen) Alltag, gewinnt die Gesundheitsförderung durch Erholung im Grünen für immer mehr Menschen an Bedeutung. Die wissenschaftlichen Studien zeigen, dass ein Ausflug in den Wald das Immunsystem stärkt, den Stresslevel senkt und sogar zur Steigerung des Selbstwertgefühls beiträgt. So ist es ratsam gerade nach stressigen Arbeitstagen noch einen Spaziergang durch die freie Natur zu machen, denn nachweislich reichen bereits einige Minuten aus, um den Kopf freizukriegen und zu entspannen.
Renate Cervinka, eine Umweltpsychologin der Universität Wien, forscht seit Jahrzehnten über den Einfluss der Natur auf den Menschen. Von ihr durchgeführte Untersuchungen belegen, dass der Wald sowohl die psychische, als auch die physische Gesundheit der Menschen unterstützt. Dies ist messbar, denn während eines Waldspazierganges nehmen sowohl Herzfrequenz, als auch die Adrenalin-Ausschüttung ab, der Blutdruck sinkt und gleichzeitig kommt es zur Entspannung der Muskeln.
Damit einhergehend kommt es auch zu einer innerlichen und geistigen Entspannung, denn Stress, negative Gedanken und Anspannung werden von positiven Gefühlen überdeckt. Dies sind viele gute Gründe, häufiger an die frische Luft zu gehen!

Die Angst um die heimische Rosskastanie

Nach dem meteorologischen Herbstanfang am 1. September beginnen nun langsam auch die ersten Bäume mit der Umstellung auf die kühlere Jahreszeit. Die typischen, leuchtenden Herbstfarben werden durch die Farbstoffe der Blätter, hauptsächlich das rote Anthocyan und das gelbe Karotin, verursacht.
Auffällig ist jedoch, dass die Kastanien in den Innenstädten jährlich bereits in den Sommermonaten eine verfrühte dunkelbraune Färbung der Blätter aufzeigen und mit dem Laubabwurf beginnen. Die Kastanie zählt in Deutschland zu den beliebtesten Bäumen, denn sie ist ein wahres Multitalent: ihre glänzend-braunen, glatten Früchte lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen, sondern sind auch bei erwachsenen Sammlern beliebt. Im Frühling beeindruckt der Baum mit seinen prächtigen weißen oder rosafarbenen Blüten und schützt im Sommer mit seiner dichten Krone vor Regen und Sonne. Umso bedauerlicher ist es, dass die Kastanie in unseren Städten immer seltener wird.
Denn seit einigen Jahren setzen den Bäumen gleich zwei Feinde zu: Einerseits die sogenannte Kastanienminiermotte, ein kleiner Schmetterling, der aus dem Balkan eingewandert ist und sich hierzulande ohne natürliche Feinde ungehemmt vermehren konnte.
Dieses Insekt, welches in erster Linie Rosskastanien befällt, wurde in Deutschland erstmals 1989 in Berlin nachgewiesen. Der Schädling ist für die Kastanien jedoch nicht lebensbedrohlich: „An ihr ist noch keine Kastanie gestorben“, sagt Stefanie Hahn vom Julius Kühn-Institut (JKI), das Kulturpflanzen in Deutschland erforscht gegenüber Spiegel Online. Die Larven der Miniermotte fressen die Blätter, wodurch es zu deren gelb-braun-geflecktem Aussehen kommt. Gleichzeitig wird die Photosynthese verringert und die Vegetationszeit verkürzt. Die geschwächten Bäume sind nun anfälliger gegen andere Schädlinge wie Pilze und Bakterien.

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Die Miniermotte hinterlässt sichtbare Schäden an den Blättern der Kastanien (Quelle: Wikipedia)

Hinzu kommt nun ein weitaus gefährlicherer, tückischer Erreger, der ganz Baumalleen befällt: ein Bakterium namens Pseudomonas syringae.
Der Erreger wurde in Deutschland erstmals 2007 entdeckt. In Indien wurde das Bakterium in den 1970er Jahren auf der Indischen Rosskastanie nachgewiesen. Von hier aus breitete es sich bis nach England und Holland aus und ist mittlerweile in ganz Mitteleuropa heimisch. Während der Erreger an der Indischen Rosskastanie lediglich Blattschäden verursacht, werden bei den heimischen Rosskastanien die Baumrinden angegriffen. Dadurch bildet sich ein rostbrauner bis schwarzer Ausfluss und die Rinde stirbt nach und nach ab. Infolgedessen wird die Versorgung der Wurzeln beeinträchtigt. Unter diesen geschwächten Umständen kommt es zum Befall durch verschiedene Pilzarten, welcher die Bäume letztendlich absterben lässt.
Laut forstpraxis.de sind bundesweit bereits die Hälfte aller Kastanien befallen, was an den „blutenden“ Stellen am Stamm, einer schütteren, teilweise abgestorbenen Krone und der dunkelbraunen bis schwarzen Verfärbung der Rinde zu erkennen ist.
Das Institut für Baumpflege spricht mittlerweile von einem „Rosskastanien-Sterben“ und äußert die Befürchtung, dass ein Großteil der Rosskastanien in den nächsten Jahren absterben wird. Bislang konnte kein wirksames Mittel gegen Pseudomonas entwickelt werden.

So kann man aktuell davon ausgehen, dass sich das gewohnte Bild unserer Stadtbäume in den kommenden Jahren verändern wird. Bereits jetzt pflanzen immer weniger Städte neue Kastanien an, da ein Verlauf der Krankheit nicht vorhergesagt werden kann. Auch im Hinblick auf die klimatische Veränderungen, mit Tendenz zu heißeren, trockeneren Sommern, ist damit zu rechnen, dass zukünftig eher wärmelieben, mediterrane Baumarten angepflanzt werden.