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Nachhaltigkeit – Was kann jede/r Einzelne tun?

Nachhaltigkeit

Papiere mit dem FSC-Garantiezeichen sind dabei, sich international als Standard zu etablieren. Neben den Recyclingpapieren leisten sie dank der strengen Kontrolle sozialer und ökologischer Kriterien bei der Waldbewirtschaftung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Wälder – weltweit!

Beim Gebrauch und beim Kauf von Papier folgende Punkte bedacht werden:

  1. Angesichts des großen Papierverbrauchs in Deutschland ist das Einsparen von Papier ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Privat und im Beruf. Einfache Beiträge können sein, das Papier in Druckern auf Vorder- und Rückseite zu benutzen – muss überhaupt immer alles ausgedruckt werden? Weiter kann auch ein Vermerk am Briefkasten die Werbeflut eindämmen und damit die Produktion solcher Produkte bremsen.
  2. Prüfen Sie, ob es möglich ist, Recyclingpapier einzusetzen. Es gibt vielfältige und hochwertige Recyclingpapiere, die ohne Probleme mit modernen Druckern zurecht kommen. Oft sind diese Papiere heute nicht mehr von Frischfaserpapieren zu unterscheiden. Der Blaue Engel („100 Prozent Recyclingpapier“) bietet eine gute Orientierungshilfe.
  3. Insbesondere bei kurzlebigen Produkten wie Taschentücher oder Toilettenpapier sollte Recyclingpapier immer der Vorzug gegeben werden, da sie nicht recycelt werden können. Auch Schulhefte, Briefumschläge und Kopierpapier gibt es heute aus Recyclingpapier in hoher Qualität. Nur wenn diese nicht verfügbar ist, sollte man auf Frischfaserprodukte zurückgreifen.
  4. Beim Kauf von Papierprodukten aus Frischfaserpapier sollte unbedingt auf das Zeichen des FSC-Garantiesiegels geachtet werden, um Raubbau und Urwaldzerstörung ausschließen zu können. Viele Kopierpapiere sowie Bogen- und Rollenpapiere für professionelle Anwendungen sind heute verfügbar. Es gibt einen erkennbaren Trend hin zur Nutzung von FSC-Papierprodukten. Wichtig: Andere Zertifikate für Frischfaserprodukte genügen nicht den Anforderungen des WWF und können derzeit nicht als „gleichwertig“ bezeichnet werden.
  5. Dokumente, die nicht unbedingt ausgedruckt werden müssen, als .wwf verschicken – einer pdf-Datei, das sich nicht drucken lässt. Mehr dazu hier: http://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/holz-und-papier/das-wwf-dateiformat/
  6. Für Produzenten: Bei der Herstellung der Papiere sollte auf eine umweltschonende Produktion geachtet werden. So gilt nach wie vor TCF (total Chlorfrei) bei der Bleiche als der beste und anzustrebende Standard.

 

Earth Overshoot Day

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,,Welterschöpfungstag“, so wird der gestrige Tag auch genannt. Er gilt als der Tag, an dem die Menschheit die natürlichen Ressourcen der Erde für dieses Jahr aufgebraucht hat.

Das Erschreckende: So früh wie in diese Jahr war der ’’Earth Overshoot Day’’ noch nie, denn letzes Jahr war er noch fünf Tage entfernt und 2014 sogar erst in 12 Tagen. Zwar reden wir von einer kurzen Zeitspanne, jedoch machen sich Klimawandel und Ressourcenverbrauch somit immer deutlicher bemerkbar! Im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte ist er vom Winter über den Herbst bis nun Anfang August vorgewandert.

 

Der Mensch fällt Bäume, er fängt Fische und er stößt CO2 in die Atmosphäre aus. Eigentlich kein Problem, denn die Erde kann das verkraften: Bäume wachsen nach, Fischbestände erholen sich und CO2 wird von den Wäldern gespeichert. Doch irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die natürlichen Ressourcen der Erde erschöpft sind: Ab dann werden mehr Bäume gefällt, als nach wachsen, mehr Fische gefangen als für die Bestände verkraftbar und mehr CO2 produziert, als von den Wäldern absorbiert werden kann. Die Ressourcen schmelzen also dahin. Wie bei einem Bankkonto, das ins Minus rutscht, weil stets mehr abgehoben wird als draufgezahlt.

 

Ab heute machen wir Schulden – ökologisch gesehen

 

Und genau dieser Punkt ist in diesem Jahr mit dem 8. August erreicht, hat das „Global Footprint Network“ ausgerechnet. Die Organisation hat verschiedene Methoden entwickelt, um den menschlichen Ressourcenverbauch zu beziffern. Natürlich ist die genaue Festlegung auf einen bestimmten Tag eine gewagte Aussage – und ein ziemlich theoretisches Konstrukt. Aber es ist eine plakative Methode, die auf eine unbestreitbares Problem hinweist: Wollte die Menschheit nämlich so weiterleben wie heute, dann bräuchte sie mehr als nur diese eine Erde, nämlich aktuell drei.

 

Das Nachhaltigkeitsprojekt ,,baumgeben’’ wirkt neben zahlreichen anderen Konzepten dem ’’Earth Overshoot Day’’ entgegen. Landal GreenParks pflanzt mit jeder Urlaubsbuchung einen Baum, sofern sich der Gast auf baumgeben.de dafür registriert.

Wie entstehen Jahresringe?

Jahresringe

 

Wächst der Baum unter im Jahresrythmus schwankenden klimatischen Bedingungen, wird während der Vegetationsperiode ein Jahresring angelegt. Mit Hilfe dieser Ringe lassen sich sowohl das Alter eines Baumes als auch dessen Wuchsbedingungen in den einzelnen Jahren ablesen.

Jahresringe entstehen durch unterschiedliches Wachstum im Sommer und im Winter.
Mit Beginn der Vegetationsperiode im Frühling bildet die Wachstumsschicht (Kambium) nach innen große Zellen, die den Holzteil anwachsen lassen (Frühholz). Zum Herbst hin werden diese Tochterzellen immer kleiner (Spätholz), bis schließlich die Zellteilungen aufhören und der Baum sein Wachstum einstellt. Ein weiterer Jahresring beginnt zu entstehen, wenn im nächsten Frühling wieder größere Holzzellen gebildet werden, die an die kleinen aus dem letzten Herbst anschließen. An dieser Stelle ist die Jahresringgrenze als ein scharfer Übergang zu erkennen.Jahresringe stehen für das Alter eines Baums, verraten aber auch etwas über die spezifischen Umweltbedingungen, unter denen ein Baum herangewachsen ist. Breite Ringe zeigen z. B. ein kräftiges Wachstum an, schmale Ringe verweisen auf schlechte Jahre mit vielleicht hohem Schädlingsbefall oder wenig Regen. Ovale Ringe mit einem unterschiedlich starken Wachstum deuten darauf hin, dass der Baum an einem Hang gestanden hat oder starkem Wind von einer bestimmten Seite ausgesetzt war.

Pellets in Passivhäusern

Pellets

In einem Passivhaus fällt der Heizwärmebedarf aufgrund einer guten Dämmung gering aus. Daher werden Heizsysteme mit einer kleineren Nennwärmeleistung benötigt. Eine Möglichkeit stellt das Heizen mit Holz in Form eines Pelletofens dar. Während ein Pelletofen in einem Einfamilienhaus als Zusatzheizung fungiert, ist er in einem Passivhaus in der Lage den gesamten Heizwärmebedarf abzudecken. Was zu beachten ist, erfahren umweltbewusste Bauherren neben vielen weiteren Informationen im kompakten Überblick.

Was zeichnet ein Passivhaus aus?

Passivhäuser versorgen sich insbesondere in den Sommermonaten nahezu selbstständig mit Wärmeenergie. Grund dafür ist eine sehr gute Fassadendämmung und Fensterisolierung. So wird der Heizwärmebedarf bereits aus dem Sonnenlicht, das durch die Fenster dringt oder der Körperwärme der Hausbewohner weitestgehend gedeckt. Hinzu kommt ein Wohnraumentlüftungssystem, das frische Zugluft ansaugt und verbrauchte Luft aus dem Wohnraum nach außen abführt. Im Luftkanal ist ein Wärmetauscher eingebaut. Er nutzt die warme Abluft, um die kalte Zuluft im Winter zu erwärmen und im Sommer kühle Luft für das Haus bereit zu stellen. Nach Angaben des Passivhausinstitutes handelt es sich um ein Passivhaus wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Der Heizwärmebedarf beträgt nicht mehr als 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr (m2/a). Zum Vergleich: Der Heizwärmebedarf für ein durchschnittliche Einfamilienhaus lag im Jahr 2002 bei 160 kWh / m2a.

Doch auch in einem Passivhaus verbleibt immer noch eine Restmenge Energie, die über einen Wärmeerzeuger bereitzustellen ist. Hier bietet sich das Heizen mit Holzpresslingen an. So kommen in einem Passivhaus vielfach Pelletöfen zum Einsatz, die gegebenenfalls mit einer Solarthermie kombiniert werden können.

Pelletofen im Wohnraum eines Passivhauses

Mit einem Pelletofen lässt sich umweltfreundlich heizen. Denn bei der Verbrennung von gepressten Holzabfällen entsteht lediglich so viel CO2, wie ein Baum während seiner Lebensdauer ohnehin aus der Umwelt aufgenommen hat. Wer mit einem Pelletofen heizt, verfügt über einen dezentralen Wärmerzeuger. Denn lediglich der Aufstellraum wird bei der Verbrennung der Pellets über die Strahlungswärme erhitzt. Im Ofen selber ist ein kleiner Tagesbehälter integriert, der je nach vorliegender Größe täglich oder wöchentlich mit Holzpellets zu befüllen ist. Pelletöfen verfügen über eine effiziente Steuerungstechnik. Hat der Ofen die Zieltemperatur erreicht, fährt er seine Leistung automatisch herunter. Erst wenn die Raumtemperatur unter den zuvor programmierten Wert sinkt, schaltet sich der Ofen wieder ein.

Warum ein Wärmespeicher in einem Passivhaus sinnvoll ist

Passivhäuser lassen sich auch mit einem wassergeführten Pelletofen beheizen. Er verfügt über eine Wassertasche, wird in das Heizsystem integriert und arbeitet wie eine Zentralheizung. So wird gleichzeitig Wärme an den Aufstellungsraum und das Heizsystem weitergegeben. Aufgrund des geringen Wärmebedarfs sollte diese Variante jedoch genau kalkuliert werden, da sie weniger als Zusatzheizung sondern als alleiniges Heizsystem fungieren kann. Wichtig ist in diesem Fall auch die Integration eines Wärmespeichers. Denn aufgrund des geringen Heizleistungsbereichs im Gebäude wird oft mehr Wärme produziert als aktuell benötigt wird. Ein Schichtenspeicher nimmt diese Energie auf und speichert sie zwischen, sodass sie bei Bedarf jederzeit abgerufen werden kann. Im Vergleich zu einem Pelletofen ohne Speicher reduziert sich der Stromverbrauch, der bei ständigem Herauf- oder Herunterschalten des Brenners resultiert. Zudem besteht für Bauherren die Möglichkeit, den Speicher mit einer solarthermischen Anlage zu verbinden und warmes Brauchwasser zum Duschen bereit zu stellen. Im Sommer könnte der Ofen dann komplett außer Betrieb gesetzt werden.

(Ein Gastbeitrag von Kerstin Bruns (von Kesselheld) https://www.kesselheld.de/blog/unser-blog-geht-live/ )

Das geheime Leben der Bäume – Buchtipp!

LebensraumWald

Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt

Ein neuer Blick auf alte Freunde
Erstaunliche Dinge geschehen im Wald: Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs, aber auch alte und kranke Nachbarn liebevoll umsorgen und pflegen. Bäume, die Empfindungen haben, Gefühle, ein Gedächtnis. Unglaublich? Aber wahr! – Der Förster Peter Wohlleben erzählt faszinierende Geschichten über die ungeahnten und höchst erstaunlichen Fähigkeiten der Bäume. Dazu zieht er die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso heran wie seine eigenen unmittelbaren Erfahrungen mit dem Wald und schafft so eine aufregend neue Begegnung für die Leser: Wir schließen Bekanntschaft mit einem Lebewesen, das uns vertraut schien, uns aber hier erstmals in seiner ganzen Lebendigkeit vor Augen tritt. Und wir betreten eine völlig neue Welt …

Ein interessantes Buch mit einem anderen Blick auf unsere Wälder – absolut lesenswert!

24. Mai – Tag der Parke

Parke

Parke oder Parks sind die Oasen und Lungen aller Städte und Länder. Sie sind Rückzugsgebiete für gestresste Erwerbstätige, Spielwiesen für Kinder, Treffpunkte der Jugend und Spaziergebiete für Senioren.

Kurz gesagt, der Park ist für alle Menschen da und ein Garant für Lebensqualität, Entspannung und sinnvoll gestaltete Freizeit. Das Naturschutzgebiet hat einen ähnlichen Stellenwert wie der Stadtpark, freilich auf weit größeren Flächen. Der Schutz der Natur steht hier im Vordergrund und der Mensch soll sich sorgsam an ihr erfreuen.

Die 1991 ins Leben gerufene, gemeinnützige Organisation EUROPARC beschloss 1999 dem Park und speziell dem Naturschutzgebiet oder Naturpark einen eigenen Aktionstag zuzusprechen. Der 24. Mai wurde zum „Europäischen Tag der Parke“ erklärt. Dieses Datum wurde auserkoren, weil Schweden am 24. Mai 1909 erstmalig neun Naturlandschaften zu Nationalparks erklärt hatte. Seit dem Jahr 1999 finden nun jedes Jahr an diesem Aktionstag in 34 europäischen Ländern gleichzeitig Veranstaltungen in Naturschutzgebieten statt.

Es handelt sich dabei um geführte Wanderungen, Exkursionen zu Geotopen, Ausstellungen auf Kunstpfaden sowie Konzerte oder Performances. Damit soll das Bewusstsein der Bevölkerung für den Naturschutz geschärft und für den Artenerhalt sensibilisiert werden.

Seit 1920 gibt es in Deutschland ausgewiesene Naturschutzgebiete. Das allererste deutsche Naturschutzgebiet war das Neandertal nahe Düsseldorf. Heute gibt es hier an die 8.500 solcher als schützenswert erklärter Gebiete mit einer Fläche von über einer Million Hektar. Das entspricht etwa 3,6 Prozent der Gesamtfläche der Bundesrepublik.

Daneben sieht das Bundesnaturschutzgesetz noch weitere Möglichkeiten vor, Naturparks und Biotope in besonderer Weise zu erhalten, zu schützen und zu pflegen. Die gesetzlichen Grundlagen und Erfordernisse für den Naturschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt regeln die Umweltministerien der einzelnen Länder. Die Organisation EUROPARC macht sich zudem ganz gezielt auch das Thema Frieden zu eigen.

Das Motto des „European Day of Parks“ lautete anlässlich des hundertjährigen Jahrestages zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs „Parks for nature. Parks for well-being. Parks for peace“.

Holz für’s gute Gewissen

Waldbesitzer sollen ihre Bäume nach Ökostandards zertifizieren lassen. Die konservativen Förster wehren sich – noch…

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Die Strichbäumchen sprießen. Auf Saftverpackungen aus dem Discounter,

auf Briefumschlägen, Besenstielen, ja sogar auf den Automaten-Fahrkarten der Deutschen Bahn. Die Laubbaum-Silhouetten zieren immer mehr Verpackungen und Produkte in deutschen Haushalten. Sie sind Prüfzeichen des Forest Stewardship Council (FSC) , einer Organisation aller großen Naturschutzverbände wie WWF, Greenpeace, BUND, Nabu, und stehen für Holz- und Zellstoffprodukte aus umweltfreundlicher, zertifizierter Forstwirtschaft.

Für Papier und Kartons, die mit dem Siegel gekennzeichnet sind, wurde

n also keine Naturreservate irgendwo auf der Welt illegal gerodet – gut für das Gewissen der Verbraucher und das grüne Image der Industrie. Letztere hat ein Mitspracherecht in der Organisation, genauso wie Gewerkschaften und Vertreter indigener Völker, die über Wohl und Wehe der Wälder mitbefinden sollen. So scheint es auf den ersten Blick vorwiegend um den Schutz des Amazonas oder indonesischer Regenwälder zu gehen.

Doch wer ahnt schon, dass unter deutschen Waldbesitzern ein bizarrer, ideologischer Streit um die Öko-Zertifikate entbrannt ist? Dass ausgerechnet in der deutschen Forstwirtschaft, die sich seit dem 18. Jahrhundert des Erfindens der Nachhaltigkeit rühmt, die ökologische Nutzung im Argen liegen soll – obwohl es ein Bundesnaturschutzgesetz für Wälder und Felder gibt.

Als einigermaß

en gesichert gilt, dass Erzeuger ihr Holz mit dem Siegel zu besseren Preisen verkaufen können. Fünf Prozent der deutschen Waldfläche werden nach den zehn Grundsätzen und mehr als 50 Kriterien des FSC bewirtschaftet. Diese Vorgaben hat sich die Organisation nach dem ersten Umweltgipfel der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 gegeben. Sie sollen vor allem die negativen Auswirkungen

der Holzwirtschaft auf die Umwelt beschränken, Arbeitnehmerrechte sichern, und sie verlangen regelmäßige Kontrollen. Das Prinzip: FSC-Zertifizierer prüfen die Beachtung ihrer Regeln, mit Einwilligung von Waldbesitzern und Betrieben und gegen Bezahlung.

Bis 2015 sollen 15 Prozent der deutschen Waldfläche zertifiziert sein, pl

ant die Organisation. Sie will zertifizierte Holzprodukte begehrlich machen »wie einen iPod von Apple, für den die Leute auch deutlich mehr Geld ausgeben als für Konkurrenzprodukte«, sagt Uwe Sayer, Geschäftsführer des FSC Deutschland. Damit will er einen »gesellschaftlichen Erziehungsprozess« bewirken: Man müsse den Kunden mehr Ökologie in der Wirtschaft schmackhaft machen.

Ergibt das Sinn? Karl-Heinz Lieber findet: ja. Als Heilbronner Forstamtsleiter ist der 47-Jährige zuerst an der ordentlichen Bewirtschaftun

g seiner 30.000 Hektar Wald interessiert. Mit dem Holz, das hier am Neckar geschlagen wird, wollen die Kommunen Geld verdienen. Zehn Millionen Euro Umsatz macht Lieber im Jahr. Als vor vier Jahren der Agent eines skandinavischen Zellstoffherstellers bei ihm anrief, hätte er ein gutes Geschäft machen können. Doch dem Kommunalwald fehlte das entscheidende Attribut, das Zertifikat. »Schuld ist auch Harry Potter«, sagt Lieber, »der Konzern sollte das P

apier für den neuen Band des Fantasy-Bestsellers produzieren, aber nur mit FSC-Holz.« Weil Lieber das Siegel nicht hatte, platzte der Deal.

Das Zertifikat verbietet den Einsatz von Insektiziden

Er machte sich daran, Landkreis, Städte und Gemeinden vom Nutzen einer FSC-Zertifizierung zu überzeugen. Einzelne Bürgermeister interessierten sich bereits dafür, gleichzeitig stieg die Nachfrage nach FSC-zertifizierten Rohstoffen. Einer seiner Kunden, der Verpackungshersteller Cartondruck aus Obersulm, gab ihm Rückendeckung. Die Firma zählt neben der Automobilbranche zu den namhaften Arbeitgebern im Kreis. Schon 2008 hatte sie großes Interesse gezeigt, mehr Karton aus FSC-zertifiziertem Zellstoff einzukaufen.

Doch das damals noch CDU-regierte Bundesland pflegte zu dem Waldsiegel der Naturschutzverbände ein distanziertes Verhältnis. Beispielsweise hielt das Stuttgarter Landwirtschaftsministerium nicht viel vom FSC-Siegel. »Ich bekam viel Gegenwind, wurde kritisch beäugt, langjährige Kollegen distanzierten sich plötzlich von mir«, erzählt Lieber. »Extrem konservativ« sei die Försterei in Deutschland, Umweltbelange seien gegenüber wirtschaftlichen Interessen immer noch nachrangig. Natürlich fragten ihn die Bürgermeister im Landkreis auch, warum sie 7.000 Euro für eine Zertifizierung und 3.000 Euro für eine jährliche Überprüfung ausgeben sollten, »wo wir doch so gute Gesetze in Deutschland haben«. Die Zertifizierungskosten müssen die Waldbesitzer selbst tragen, allerdings nehmen sie über eine sogenannte Gruppenzertifizierung mit dem Kreisforstamt eine einfachere und preiswertere Prüfung in Anspruch. Doch der Forstamtsleiter überzeugte schließlich seinen Kreis. Die Gemeinden könnten dank des Preisaufschlags für das FSC-Siegel seit der Zertifizierung 2009 leichte Mehreinnahmen verbuchen, berichtet er. »Das ist unter dem Strich zwar nur etwas mehr, als ein neues Bus-Wartehäuschen kostet. Doch wir sind jetzt gegen teure Anzeigen gewappnet«, führt er zusätzlich ins Feld.

Beschwerden gegen Forstarbeiten könnten Kosten in sechsstelliger Höhe verursachen; sie seien der neue Schrecken kommunaler Forstverwaltungen. Jeder Bürger kann vermeintliche Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz zur Anzeige bringen, wenn er umweltschädigende Waldarbeiten entdeckt zu haben glaubt. Wird der Wald aber nach Kriterien des FSC bewirtschaftet, wüssten das Bürger und kritische Umweltschützer zu würdigen. Jedenfalls sei die Zahl der Beschwerden über die Forstwirtschaft in Heilbronn deutlich gesunken. Und seit Baden-Württemberg einen grünen Ministerpräsidenten gewählt hat, ist Lieber ein gefragter Mann – als Berater für zertifizierungswillige Gemeinden und die Landesforstverwaltung.

Denn auch die Art und Weise, wie die 20 Förster in Liebers Bezirk den Wald nutzen, habe sich mit der FSC-Zertifizierung verändert. Zum Beispiel werden keine Insektizide mehr auf geerntetes Holz verspritzt, was noch nicht abgeholt worden ist, »nur weil einzelne Sägebetriebe die eigene Logistik nicht im Griff haben«, erklärt er. Kein Gesetz verbiete das Spritzen gegen den Befall durch Borken- und Werftkäfer, wohl aber das Zertifikat.

Zu dessen Auflage gehört außerdem ein besseres »Verbissmanagement«. Im Eichenwald östlich von Heilbronn hat Lieber ein paar Lichtungen umzäunt. Zufrieden steht er hier zwischen jungen Eichentrieben. Wo kein Wild beißt, wächst die Eiche. Das bekräftigt ihn, auf die Jäger zuzugehen und einen stärkeren Abschuss junger Rehe zu fordern. Doch damit riskiert er weiteren Streit.

Diesem Risiko sind auch Forstwissenschaftler ausgesetzt. Wer sich zugunsten strengerer ökologischer Regeln und Prüfungen aus dem Fenster lehnt, muss mit herbem Widerspruch rechnen. Kaum ein Forscher will sich deshalb zur Sinnhaftigkeit von Holzsiegeln in Deutschland äußern. Ein »heißes Thema«, findet Michael Suda, Professor für Wald- und Umweltpolitik an der Technischen Universität München . Suda bezeichnet die Umweltverbände mittlerweile als eine »Macht in der Forstwirtschaft«. Das störe viele deutsche Waldbesitzer.

Allerdings nicht nur die. Längst haben Waldbesitzer eine internationale Gegenbewegung zum Siegelmonopol der Umweltaktivisten und Gewerkschaften gebildet: Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) wurde 1998 auf europäischer Ebene gegründet.

Ihm gehören in Deutschland regionale Waldbesitzerverbände für privaten und kommunalen Wald an, aber auch Umweltorganisationen wie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und fast alle Holzwirtschaftsverbände. Auch diese Organisation prüft weltweit Forstwirtschaft und holzverarbeitende Betriebe auf Nachhaltigkeit und arbeitet mit umfangreichen Kriterien auf ein besseres ökologisches Gleichgewicht der Wälder hin.

Doch zwischen FSC und PEFC herrscht in Deutschland ein Machtkampf, beide werfen der jeweils anderen Organisation Trittbrettfahrerei vor. »Das ist wie der Streit um des Kaisers Bart«, sagt Robert Morigl, Ministerialrat im Bayerischen Landwirtschaftsministerium und Ex-Funktionär von PEFC. Nach seiner Auffassung könnten Wälder und Betriebe mit PEFC-Siegel auch jederzeit das FSC-Siegel erhalten, so gering seien die Unterschiede.

Knapp 70 Prozent der deutschen Wälder tragen das PEFC-Siegel. Jeder Waldbesitzer kann eine Selbstverpflichtung unterschreiben. Für eine geringe Gebühr pro Hektar darf er das PEFC-Siegel nutzen. Kontrolliert wird in Stichproben. Tatsächlich tragen viele Staatsforste in Deutschland inzwischen sogar beide Siegel, auch der Heilbronner Kommunalwald ist doppelt zertifiziert. Um mehr private und kommunale Waldbesitzer anzusprechen, hat der FSC vor wenigen Wochen einen Zertifizierungsfonds ins Leben gerufen – mit dem Kaffeeröster und Filtertütenhersteller Melitta als Sponsor. Waldbesitzer bekommen die Hälfte der Prüfkosten über fünf Jahre geschenkt. So rechnet sich das Siegel schneller.

Zum Beispiel sträuben sich die 600.000 bayerischen Privatwaldbesitzer, denen mehr als die Hälfte der Waldfläche im Freistaat gehört, noch gegen das Zertifikat der Umweltschützer. Der FSC fordert nämlich, fünf Prozent nicht zu bewirtschaften, um Raum zu lassen für biologische Vielfalt. Damit entfällt Umsatz. »Das schafft Vorbehalte«, sagt Morigl, gerade jetzt zu Beginn eines neuen »Holzzeitalters«, in dem der Rohstoff auch als Energielieferant stärker nachgefragt werde.

In diesem Gerangel ums deutsche Holz gehen »von den Zertifizierungen durchaus Impulse aus, den Wald noch besser zu bewirtschaften«, sagt Wissenschaftler Suda. Der Wettstreit beider Siegel bedeute einen Fortschritt für die deutschen Forsten. Wenn zwei sich streiten, freut sich am Ende der Wald.

Vorteile beim Bauen mit Holz

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Für alle Bauvorhaben ist eines gleich: Die Bauzeit soll möglichst kurz sein und die Planung flexibel und vielfältig. Holz bietet den Architekten, Bauherren und Zimmerern viele Gestaltungsmöglichkeiten. Alles spricht für diesen Baustoff. Hier ein paar Vorteile, die unter anderem zu den wichtigsten gehören.

Vorteil – hervorragender Wärmeschutz
Holz ist ein schlechter Wärmeleiter und durch seine Beschaffenheit ein hervorragender Wärmeschutz im Winter und im Sommer. Im Holz sind die Zellen mit Luft gefüllt, damit wird dieses Material anders als beispielsweise Stein/Beton zu einem trägen Wärmeleiter. Die Temperaturschwankungen sind verzögert. So ist die Energieeinsparung beim Bauen und beim Wohnen durch eine gute Wärmedämmung im Holzhaus natürlich gewährleistet.

Vorteil – kurze Bauzeit
Der Fertigbau hat sich längst etabliert und wird gerade im Holzbau schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Mit diesen Erfahrungen ist ein hoher Vorfertigungsgrad im Holzfertigbau längst keine Qualitätsfrage mehr. Alles ist möglich. Mit der Vorfertigung werden eine kurze Bauzeit, eine termingenaue Planung und ein schneller Bezug möglich – im Privatbau, Gewerbebau und im Kommunalbau.

Vorteil – sehr gutes Raumklima
Der natürliche Baustoff Holz wirkt auf uns angenehm und beruhigend. Allgemein sorgt dieses Material mit seinen Eigenschaften für ein gesundes Raumklima, eine optimale Luftfeuchtigkeit und einen hohen Wohlfühlfaktor – ganz gleich ob in der Familie oder am Arbeitsplatz.

Vorteil – unbegrenzte Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten
Auch hier trumpft der Holzbau mit den nahezu unbegrenzten planerischen Gestaltungsmöglichkeiten auf. Holz gehört zu den leichten Baustoffen, die jedoch stark belastet werden können bzw. eine hohe Traglast aufnehmen können.

Vorteil – modern und langlebig
Manche sagen, ein Holzbau ist zeitlos und andere wiederum empfinden ihn als modern. In jedem Falle besticht er durch die Langlebigkeit. Dies lässt sich durch viele Gebäudetypen nachweisen, wie beispielsweise dem Fachwerkbau, der seit über 300 Jahren Bestand hat und viele Städte heute noch prägt. Holzhäuser sind gerade durch den „flexiblen“ Baustoff belastbar und viele Jahre unverändert schön.

Vorteil – konstruktiver Wetterschutz
Holz ist planbar, Holz ist berechenbar und Holz ist vor allem flexibel. Wer sein Haus beispielsweise mit einem ausreichend auskragendem Dachvorsprung plant, der muss sich vor Wind und Wetter nicht fürchten. Die auskragende Fläche sorgt dafür, dass darunter liegende Fassadenteile nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, egal, ob es regnet, stürmt oder schneit. Holz ist ein prädestinierter Baustoff, der in fast jeder Bausituation eingesetzt werden kann. Wer von vornherein bei der Planung darauf achtet, dass das Holz, das eingebaut werden soll, nach einem möglichen Regen wieder abtrocknen kann, für den ist Wind und Wetter kein Thema.

Bauen mit Holz liegt im Trend!

Ohne Moos nichts los!

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Wer sich bei den Moosen richtig gut auskennen möchte, der hat eine Menge Arbeit vor sich. Biologen gehen davon aus, dass weltweit mehr als 15.000 verschiedene Moosarten existieren. Dabei haben die unterschiedlichen Moosarten auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse: Während Wasser- und Sumpfmoose sehr viel Feuchtigkeit brauchen, gibt es andere Arten, die gegen Austrocknung geradezu resistent sind. Das sind vor allem solche Moose, die sonnenbeschienene Felsen bewohnen. Sie können mehrere trockene Jahre überstehen und erwachen wieder zum Leben sobald es genügend regnet.

Was Moose zum Leben brauchen: Schatten und Regenwasser

Im Wald findet man Moose so gut wie überall: auf dem Waldboden, auf Steinen und auf Bäumen. Hier im Wald gibt es schließlich all das, was die meisten Moose zum Wachsen brauchen: Schatten und Feuchtigkeit. Was ihren Nährstoffbedarf betrifft, sind Moose schon mit ganz wenig zufrieden. Ihnen genügen die Nährstoffe, die im Regenwasser enthalten sind. Gleichzeitig sind manche Moose wahre Überlebenskünstler, wenn es um das Durchstehen von extrem hohen oder extrem niedrigen Temperaturen geht. Manche Moose überleben sogar Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Andere Moosarten können Temperaturen um die 100 Grad Celsius überleben.

Der Wald und das Moos: Warum es ohne Moos nicht geht

Obwohl die Moosschicht unserer Wälder nur wenige Zentimeter hoch ist, spielt sie eine entscheidende Rolle für das „Ökosystem Wald“. Moose sind der Lebensraum unzähliger Kleinstlebewesen. Dazu gehören viele verschiedene Insekten, Spinnen und Reptilien. Auch Schnecken, Regenwürmer und Asseln fühlen sich in der Moos- und Bodenschicht wohl. Sie zersetzen den organischen Abfall und sorgen dafür, dass aus dem vielen Laub und anderen abgestorbenen Baum- und Pflanzenresten wertvoller Humus entsteht. Ohne diese Moos-Lebewesen wüsste der Wald schon bald nicht mehr wohin mit seinem „Biomüll“. Aber nicht nur für Insekten hat das Moos eine große Bedeutung. Es wird auch von Mäusen und Igeln sehr geschätzt. Es dient ihnen als Nahrungsquelle und Unterschlupf.

Wald unter

 

Unterwasserwälder

Kostbare Edelhölzer ruhen weltweit in Stauseen – ein Milliardenwert, der tauchende Holzfäller anlockt!

Einen wahren Schatz ließen die Erbauer des Panamakanals einfach in den Fluten versinken. Zwischen 1907 und 1913 stauten sie den Gatúnsee auf, um Ozeanriesen die Passage zwischen Atlantik und Pazifik zu ermöglichen. Dichter Regenwald wurde vom Wasser überschwemmt. Bäume wurden nur gefällt, wenn sie die spätere Fahrrinne gestört hätten. Übrig blieben Edelhölzer im heutigen Schätzwert von mehreren Hundert Millionen US-Dollar. Jetzt wird dieser Schatz gehoben.

Die Bäume in der Tiefe sind abgestorben, sie stehen aber noch, und ihr Holz ist bestens erhalten. »Urwaldriesen mit einem Durchmesser von drei Metern sind dabei«, sagt Eric Bittner aus Ahrensburg in Schleswig-Holstein. Seine Firma Eric EH Bittner Überseehandel (EEHB) importiert Edelhölzer mit Namen wie Cumarú, Massaranduba oder Ipé (»Eisenholz«) nach Europa: allesamt extrem haltbar, mit einem geschätzten Kubikmeterpreis von eintausend US-Dollar.

Die Holzindustrie stellt den Einschlag in der Tiefe als ökologische Alternative dar, gar als Beitrag zum Klimaschutz. Brief und Siegel blieb dieser Behauptung aber bislang verwehrt, Wissenschaftler sind skeptisch. Doch schon locken wertvolle Unterwasserwälder weltweit die tauchenden Holzfäller an.

Allein nahe der Fahrrinne des Panamakanals sollen rund eine Million Kubikmeter Tropenholz von dreißig verschiedenen Baumarten auf dem Kanalgrund stehen. Weil immer breitere Schiffe mit mehr Tiefgang durch das Wasser rauschen, gibt die Kanalbehörde Autoridad del Canal de Panamá die toten Urwaldriesen nun zur Rodung frei. Aus dem Verkauf von Lizenzen erhofft sie sich einen saftigen Bonus für die teure Kanalerweiterung.

Unter Wasser einen Baum zu fällen ist Knochenarbeit. Mit einer hydraulischen Kettensäge müssen die Taucher den Stamm abtrennen. Danach befestigen sie an den Stämmen leere Plastiktonnen als Auftriebskörper, die das tote Holz an die Oberfläche schweben lassen, und schließlich zieht eine Seilwinde die Regenwaldgiganten ans Ufer. »Hundertjährige sind am besten«, sagt Bittner. Im sanft strömenden Wasser haben sich über die Jahrzehnte Spannungen im Gewebe abgebaut, es hat Gerbsäure und Harze ausgewaschen. Nach der Bergung wird das Holz zwei Monate lang an der Luft getrocknet, zu Planken gesägt und dann, in Containern verpackt, exportiert. »Die erste Ladung ging in den deutschen Fensterbau«, erzählt Bittner.

Nicht nur die Deutschen lieben Tropenholz. Rund fünfzig Millionen Kubikmeter Rund- und Schnittholz, Möbel und Accessoires werden jährlich von Japan, China und den USA importiert. Während die Lust auf Edelholz in den Industrieländern wächst, verschwinden die Regenwälder. Knapp ein Fünftel der europäischen Holzeinfuhren stammt aus illegalem Einschlag, berichtet der World Wide Fund for Nature. Holzeinschlag in Stauseen hingegen soll das Ökosystem Regenwald nicht schädigen. »Jeder Stamm, den wir ernten, könnte einen lebenden Baum verschonen«, versichert Bittner. Kein CO₂-Speicher verschwinde, kein Waldbewohner verliere den Lebensraum.

Doch bisher kann er das begehrte Umweltzertifikat nicht vorweisen. Der internationale Waldrat Forest Stewardship Council mit seinem FSC-Gütesiegel für sozial- und umweltverträgliche Waldwirtschaft tut sich beim Unterwasserholz schwer. Schließlich könne hier keine Waldbewirtschaftung mehr stattfinden. Es mangele an »waldbaulichen Zielen«, bemängelt Erika Müller von der FSC-Arbeitsgruppe Deutschland und stellt fest: »Auch eine nachträgliche Zertifizierung des unter Wasser stehenden Waldes ist nicht möglich.«

Tatsächlich aber »verwest das Holz langsam und belastet den See und die Atmosphäre«, sagt Michael Köhl, Professor am Zentrum für Holzwirtschaft der Universität Hamburg. 52000 Stauseen gibt es weltweit. Sie erzeugen rund vier Prozent der globalen Treibhausgase. Der brasilianische Tucuruí-Damm etwa sei »praktisch eine Methanfabrik«, sagt der Klimaexperte Philip M. Fearnside vom National Institute for Amazon Research im brasilianischen Manaus. Die panamaische Holzfirma Ardan International, Lizenznehmerin der Kanalbehörde, rechnet vor: Durch die Nutzung des Unterwasserwaldes im Panamakanal ließen sich pro Jahr fast eine Million Tonnen Kohlendioxid einsparen. 185 Millionen US-Dollar könne Panama in zwanzig Jahren mit dem Verkauf entsprechender CO₂-Emissionsrechte einnehmen. Eine zweifelhafte Rechnung. »Tropenholz zerfällt sehr langsam«, meint Patrick McCully, Direktor der International Rivers Organization. »Viele andere organische Stoffe wie Blattwerk und Pflanzen machen mehr aus.« Die aber bleiben im See.

Die Unterwasser-Holzfäller betonen indes: Immerhin könne die Ernte von Stauseeholz dazu beitragen, über der Wasseroberfläche Kahlschlag und illegalen Holzhandel zu vermindern. 500 Millionen Kubikmeter Holz könnten weltweit aus Stauseen geborgen werden, schätzt die kanadische Firma Triton Logging. Wo genau, will Sprecher Jim Hayhurst allerdings nicht preisgeben. »Wir sind Goldsucher«, sagt er. Es gehe immer um die besten Plätze.

Der Edelholz-Goldrausch – ob nun ökologisch zuträglich oder nicht – beflügelt Fantasie und Erfindergeist. So hat Triton einen Tauchroboter namens Sawfish (Sägefisch) entwickelt, der automatisch Stämme ortet, fällt und an die Oberfläche bringt. Im malaysischen Lake Kenyir, dem größten Stausee Südostasiens, tauchte der Roboterfisch vergangenes Jahr nach Tropenholz – und biss sich daran die Zähne aus. Konkurrenzgeräten aus Frankreich erging es ebenso. Die malaysische Partnerfirma Golden Pharos sucht nun nach neuer Technik, Triton ist aus dem Projekt raus. Zwar birgt Sawfish in Kanada bereits versunkene Pinien, Kiefern und Fichten. Deren Stämme aber sind relativ weich, und ihr Marktwert ist nicht mit dem der Riesen im Kenyir- oder Gatúnsee vergleichbar. Wer diese Schätze bergen will, benötigt weiterhin Tauchermaske, Flossen und Kettensäge.