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Earth Overshoot Day 2017

Vielleicht habt ihr es mitbekommen: Am 2. August 2017 war der Earth Overshoot Day („Welterschöpfungstag“ oder „Weltüberlastungstag“). Dieser Tag ist eine jährliche Kampagne der Non-Profit-Organisation Global Footprint Network (GFN). Er markiert den Tag des Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen der Erde größer ist, als deren Kapazität zur Reproduktion dieser Ressourcen im laufenden Jahr.

Man kann also sagen: Ab diesem Tag leben wir, die Menschheit, über unsere Verhältnisse. Alle natürlichen Ressourcen, die unsere Erde innerhalb dieses Jahres regenerieren und nachhaltig zur Verfügung stellen kann, sind aufgebraucht. Wir haben den uns gegebenen, natürlichen Rahmen überschritten (engl. Overshoot) und müssen dadurch auf die natürlichen Reserven der Erde zurückgreifen, welche diese über viele Millionen Jahre angereichert hat.

Die Liste der natürlichen Ressource der Erde ist lang, dazu zählen saubere Luft, Erdöl, Wasser, Kohle und das Holz unserer Wälder. Außerdem auch andere Rohstoffe, Flächen sowie die Funktion und Qualität von Umweltkomponenten wie Boden, Luft und Wasser oder genetische Vielfalt (H. SCHÜTZ & BRINGE S.: Ressourcenverbrauch von Deutschland – aktuelle Kennzahlen und Begriffsbestimmungen. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, 2008).

Doch wie wird unser eigener Ressourcenverbrauch berechnet?

Um unseren Lebensstil messbar zu machen, entwickelten die Wissenschaftler Mathis Wackernagel und William Rees in den 90er Jahren die Idee des Ökologischen Fußabdruckes, der als eine Art Buchhaltungssystem für die Umweltressourcen unserer Erde verstanden werden kann.

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Abb. 1: Ökologischer Fußabdruck pro Land (Quelle: http://www.footprintnetwork.org)

 

 

Auf der Angebotsseite stehen die natürlichen Flächen der Erde: von Wäldern, über Meere, bis hin zu Wüsten und Seen. Hierbei wird auch die unterschiedliche „biologische Produktivität“ der Erdoberfläche berücksichtigt. Das Ergebnis entspricht der Biokapazität der Erde. Die Einheit der Biokapazität ist die biologisch produktive Fläche – dargestellt in der Maßeinheit „globale Hektar“ (gha) (vgl. Brot für die Welt „Über den ökologischen Fußabdruck“).

Auf der Nachfrageseite steht die Höhe des Verbrauchs an Biokapazität durch die Menschen. Sei es durch die Nutzung von Freiflächen durch Bauland oder die Rodung eines Waldes zur Energiegewinnung. Jedes menschliche Wirtschaften beansprucht natürliche Fläche.

Der ökologische Fußabdruck stellt also die Leistungsfähigkeit des Systems Erde dar und trifft eine Aussage darüber, wieviel Biokapazität gemessen in Hektar durch die Erde bereitgestellt werden muss, um die die Nachfrage der Menschheit an die natürlichen Ressourcen zu decken. (vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit).

Nach Daten des Global Footprint Network und der European Environment Agency beträgt die Biokapazität der Erde pro Jahr 1,7 Globale Hektar pro Person. Allerdings verbraucht jeder Mensch im Durchschnitt 3,3 Globale Hektar pro Jahr und lebt damit über die eigenen Verhältnisse (Vgl. Abb.1).

An einer weiteren Grafik des Global Footprint Network (Abb. 2) kann man deutlich erkennen, dass unsere Nachfrage bereits seit Beginn der 1970 er Jahre das Angebot der natürlichen Ressourcen überschreitet und somit ein ökologisches Defizit besteht.

 

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Abb. 2: Naturreserven-Defizit-Trend weltweit (Quelle: http://www.footprintnetwork.org)

 

 

Betrachtet man die Daten der vergangenen Jahre, wird deutlich, dass der Earth Overshoot Day jedes Jahr auf ein früheres Datum fällt. 2016 fiel der Welterschöpfungstag auf den 8. August, sechs Tage später als in diesem Jahr. Im Jahr 1971 war es jedoch noch der 21. Dezember. Berücksichtigt man nur die nationale Nachfrage nach Biokapazität, hätte der Earth Overshoot Day in Deutschland bereits am 24. April stattfinden müssen.

Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu senken. Dies reicht von kleinen, alltäglichen Verhaltensänderungen wie die Vermeidung von Plastiktüten, dem Kauf regionaler, saisonaler Produkte oder der Nutzung des Fahrrads für kurze, gerne auch lange Wegstrecken, statt die Fahrt mit dem Auto.

Wollt ihr wissen, wie hoch euer ökologischer Fußabdruck ist? Unter www.fussabdruck.de könnt Ihr euren persönlichen Ökologischen Fußabdruck mit einfachen Fragen zu den Themen „Ernährung“, „Wohnen“, „Mobilität“ und „Konsum“ ermitteln und erfahren, wie ihr ihn verringern könnt.

Gesunde Waldböden

Der Zustand der Waldböden in Deutschland hat sich leicht verbessert – das zeigt die zweite Bodenzustandserhebung (BZE) im Vergleich zu den Ergebnissen der ersten Bodenzustandserhebung vor rund 25 Jahren. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung der Waldbesitzerinnen, Waldbesitzer, Försterinnen und Förster wirkt. Die aktuelle BZE belegt den Erfolg der deutschen Forst- und Umweltpolitik.

Bodenzustand: Erfolge und Herausforderungen

Dank vermehrter Luftreinhaltung, Waldumbau und Bodenschutzkalkungen haben die Waldböden begonnen, sich zu erholen:

Die Böden enthalten weniger Säure. Das zeigen die gestiegenen pH-Werte.
Der Humuszustand und die Basensättigung der Böden haben sich verbessert.
Die Bodenschutzkalkung wirkt: noch viele Jahre nach einer Kalkung von durch durch Luftschadstoffe stark versauerten Böden durch durch Luftschadstoffe sind dort der pH-Wert, die Basensättigung und die Nährstoffversorgung der Bäume besser als auf vergleichbaren ungekalkten Waldstandorten.
Der Waldboden bis in 90 cm Tiefe inklusive Humusschicht enthält mehr als die Hälfte des gesamten in Wäldern gespeicherten Kohlenstoffs: 1.321 Millionen Tonnen (119 Tonnen Kohlenstoff je Hektar). Für die Berichterstattung nach dem Kyotoprotokoll werden nur die Humusauflage und die oberen 30 cm des darunterliegenden Mineralbodens berücksichtigt. Sie speichern jährlich rund 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid und entlasten so die Atmosphäre. Damit leisten Waldböden aktiven Klimaschutz.
Die Schwermetalleinträge in den Wald und der Gehalt an Schwermetall in der Humusauflage haben abgenommen.
Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen sind überwiegend gut ernährt.
Der Anteil der BZE-Punkte , auf denen die kritischen Eintragsraten (Critical Loads) für eutrophierenden Stickstoff überschritten werden, ist von 77 Prozent in 1990 auf 52 Prozent in 2015 gesunken.

Weitere Maßnahmen sind erforderlich, um die Luft reinzuhalten und Stickstoffemissionen – u.a. verursacht durch Verbrennungsprozesse der Industrie und des Verkehrs sowie durch Ammoniak aus der Landwirtschaft – weiter zu verringern. Um Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft zu reduzieren, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Maßnahmen in der Düngeverordnung vorgesehen. Als ein wichtiger Schritt wurde die Förderung für Maßnahmen zur emissionsarmen Gülleausbringung aufgestockt.

Darüber hinaus gilt es, die nachhaltige und bodenschonende Waldwirtschaft fortzuführen – zugunsten lebendiger Waldböden und gesunder und leistungsfähiger Wälder. BMEL setzt sich dafür ein, dass im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küsten-schutzes“ sowie in den EU-Programmen zur Förderung des ländlichen Raums auch weiterhin Maßnahmen zur nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung und die Bodenschutzkalkung gefördert werden können.

Bundesweite BZE

Die BZE ist ein Gemeinschaftswerk von Bund und Ländern . Sie ist ein wertvolles Instrument des forstlichen Umweltmonitorings. Ziel der BZE ist, flächenrepräsentative und bundesweit vergleichbare Aussagen zum Zustand und der Veränderung von Waldböden, Vegetation, Kronenzustand und der Waldernährung zu liefern.

Rund 1.900 Wald-Stichprobenpunkten wurden auf einem 8×8 km Raster über ganz Deutschland verteilt. Auf ihnen wurden zwischen 2006 und 2008 möglichst 90 cm tiefe, rechteckige „Löcher“ (Bodenprofilgruben) gegraben oder mit der Rammkernsonde Bohrkerne gewonnen. Wissenschaftler nahmen Humusproben sowie Bodenproben aus unterschiedlichen Tiefen. Hoch oben in den Baumkronen wurden Blatt- und Nadelproben gesammelt. Hierbei kamen über 50.000 Humus-, Boden- und Nadel-/Blatt-Proben zusammen, die anschließend in den Laboren auf ihre chemischen und z.T. auch physikalischen Eigenschaften untersucht wurden.

Die Außenaufnahmen der ersten BZE fanden von 1987 bis 1993 statt. Die Außenaufnahmen der zweiten BZE erfolgten in den Jahren 2006 bis 2008. Daran schlossen sich Probeanalysen, Datenprüfung und Auswertungen auf Länderebene an. Die von den Ländern erhoben Daten wurden an das Thünen-Institut übermittelt, dort geprüft, harmonisiert und zum bundesweiten Datensatz zusammengeführtRund 35 Wissenschaftler aus Einrichtungen des Bundes (Thünen-Institut, Umweltbundesamt, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe), aus forstlichen Forschungs- und Versuchsanstalten der Länder, von Universitäten, des Max-Planck-Instituts und anderen waren an der bundesweiten Auswertung beteiligt. Das Thünen-Institut koordinierte die Erhebung.

Waldböden

Quelle: http://www.bmel.de/DE/Wald-Fischerei/Waelder/_texte/Bodenzustandserhebung.html

Kräuter im Wald

Bärlauch:
Der Bärlauch schmeckt ähnlich wie Knoblauch und ist auch so zu verwenden. Er wirkt Blutdrucksenkend, Blutverdünnend, er senkt die Blutfette und wirkt antibakteriell.
Bärlauchbutter
250g Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen. 2Eßl. Olivenöl,  gehackten  Bärlauch, Petersilie und Schnittlauch und einen Spritzer Zitronensaft mit der Butter verrühren und mit Salz abschmecken.
Bärlauchquark
500g. Quark mit gehackter kl. Zwiebel, Schnittlauch, Bärlauch und Leinöl verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken..
Bärlauchpesto
50ml. Olivenöl mit gehackten Pinienkernen,eventuel ganz kurz angeröstet,  gehacktem  Bärlauch, 2TL geriebenem Parmesan und Salz gut mischen.

Sauerampfer:
Der Sauerampfer soll das Immunsysthem stärken, sowie das Verdauungssysthem fördern.  Seine Inhaltsstoffe: Eiweiß, Oxalsäure, sehr viel Vit.C, Carotin, Eisen, Gerbstoffe  und Hyperosid.
Sauerampfersuppe
Einige Handvoll Sauerampferblätter sammeln, zusammen mit Champignons und   Früglingszwiebeln im Mixer zerkleinern, in Gemüsebrühe gar kochen, mit  Kartoffelpürree andicken und mit saurer Sahne abschmecken.

Märzveilchen:
Die Blüten des wohlriechenden Veilchens können als Deko über Süßspeisen  gegeben werden, dienen als Aroma für Essig, oder können mit Zuckerguss kandiert  werden.

Huflattich:
Inhaltsstoffe sind 6-10% saure Schleimstoffe, Inulin und Gerbstoffe.
Die getrockneten Blätter werden als Tee aufgebrüht und dienen schon seit Urzeiten als Hustenmedizin bei trockenem Reizhusten.
Brennnessel und Löwenzahn sind ebenfalls zwei Wildkräuter, die man sowohl als Medizin, wie auch als Gemüse verwenden kann.

Kräuter

 

Quelle: https://www.naturwelt.org/kräuter/kräuter-im-frühling/

Die Forstleute halten unseren Wald im Gleichgewicht

 

Der Wald als Lebensraum für unzählige Tier-, Pilz-und Pflanzenarten; diese lebendige Vielfalt erhalten und schützen sie dauerhaft – mit naturnahem Waldbau.

Der Wald als Quelle des natürlichen, wertvollen, Rohstoffes Holz. Dieses Produkt ernten sie und führen es regionalen Wirtschaftskreisläufen zu – durch nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Der Wald als Ort der Erholung und Regeneration für die gesamte Bevölkerung. Alle Bürger im waldreichen Rheinland-Pfalz sind „ideelle Mitbesitzer“ des Waldes und dürfen ihn auf die vielfältigste Weise nutzen – und das ohne Öffnungszeiten und Eintrittsgeld.

Diesen verschiedenen Waldfunktionen gleichzeitig gerecht zu werden, ist ein Balanceakt – manchmal gleicht er der Quadratur des Kreises.

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Symbolisches Baumpflanzen

Zwischen Hinzerath und Hochscheid in der Nähe eines ehemaligen Munitionsdepots und am Rande des Naturparks Saar-Hunsrück fand am 18.05. gemeinsam mit Landal Mitarbeitern und Vertretern der Forstämter Idarwald und Hochwald ein symbolischer Baumpflanztermin statt. Schon im Februar und im März hatten Waldarbeiter 10.000 Buchen in einen durchforsteten Fichtenwald eingebracht. Bedingt durch den Klimawandel werden im Umfeld des Nationalparks Hunsrück-Hochwald alle Wälder resistenter und fit für die Zukunft gemacht, dadurch dass ehemalige Monokulturen in Mischwälder umgewandelt werden.
Landal GreenParks hat das Projekt baumgeben vor 1, 5 Jahren gemeinsam mit Landesforsten Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen und pflanzt jährlich ca. 20.000 Bäume. Dabei wird die Übernachtung des Gastes mit der Pflanzung „Deine Buchung pflanzt einen Baum“ in Verbindung gebracht.

Die Pflanzung, die durch ihr Sponsoring gefördert wurde, betraf Rotbuchen, die unter dem Schirm von Fichtenbeständen, die sich in der Reifephase befinden, gepflanzt worden sind (sog. „Buchen-Voranbauten“ oder „Buchen-Vorausverjüngungen“). Zahl der Pflanzen: 50 Stück in einem Klumpen, 200 Klumpen wurden gepflanzt, in der Summe 10.000 Buchen. Die Buchen stammen aus einem reviereigenen Pflanzkamp und sind 4 Jahre alt.
Hintergrund für die Maßnahme:
§ 25 Abs. 2 des rheinland-pfälzischen Landeswaldgesetzes bestimmt für den Staatswald: „Die Ziele und Verfahren der naturnahen Waldbewirtschaftung einschließlich einer in dieser Hinsicht vorbildlichen Wildbewirtschaftung sind zu verwirklichen.“ Das bedeutet nichts anderes als die Abkehr von der auf Kahlschlag basierenden Fichtenreinbestandswirtschaft und die Hinwendung zu einer auf Mischwald (ungleichartig und ungleichaltrig gemischt!) abzielenden, kahlschlagfrei und möglichst mit natürlicher Verjüngung arbeitenden Waldbewirtschaftung. Wo früher Fichtenreinbestände im Generationenwechsel im Kahlschlagverfahren geerntet und durch gleichaltrige Kulturen ersetzt wurden, soll heute Mischung und Vielfalt herrschen bzw. ermöglicht werden. Diese Umstellung in der Waldwirtschaft ist keine Sache von wenigen Jahren, sie wird Jahrzehnte (!) dauern!

Aus Fichtenreinbeständen (alle Fichten sind gleichaltrig, weil zum gleichen Zeitpunkt gepflanzt!) sollen Nadel-Laub-Mischwälder entstehen. Die flach wurzelnden Fichtenreinbestände sind monoton strukturiert und anfällig für Windwurf, Schneebruch, Borkenkäfer; die sog. „zufälligen Nutzungen“ (=> im Gegensatz zu „planmäßigen Nutzungen“), die anfallen, weil durch Schadfaktoren die Holzernte notwendig wurde, betragen oftmals in den Forstbetrieben (so auch bei uns!) bis deutlich über 30 % der Fichten-Jahreshiebsmenge. Das ist auf lange Sicht nicht tragbar! Außerdem ist der nur aus einer Baumart bestehende Fichtenbestand hinsichtlich der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen deutlich ungünstiger zu beurteilen wie ein aus mehren Baumarten bestehender Wald, wobei diese möglichst auch ungleichaltrig gemischt (!) sein sollten.
Deshalb wird jetzt in den Fichtenbeständen, die zum Generationenwechsel anstehen, die Buche unter dem Schirm der Fichtenaltbäume gepflanzt; die Buche als schattenertragende (sog. „Schatt“-)Baumart verträgt das problemlos,  die Eiche (= Lichtholzart) z.B. braucht wesentlich mehr Licht, mit ihr könnten die Fichten nicht „unterbaut“ werden. Alternativ zur Buche wäre auch die Weißtanne zu pflanzen, die ebenfalls stark schattenertragend ist und die Bodenökologie günstig beeinflusst.

In der weiteren Behandlung des Waldes, den wir uns angesehen haben, werden die vorhandenen Fichtenaltbäume in mehreren aufeinander folgenden Hiebsmaßnahmen Zug um Zug einzelstammweise genutzt, sodass immer mehr Licht in den Bestand und auf den Boden fällt. Dadurch werden sich die Buchen (die mehr Licht, Wuchs- und Wurzelraum bekommen) weiter entwickeln, außerdem entsteht eine günstige „Bodengare“ (durch Wärme und Licht beginnt die Mineralisierung des aus Fichtennadeln bestehenden Rohhumus), die dann der Fichte ermöglicht, sich „natürlich“ (durch Samenabfall bzw. -flug aus den Altbäumen heraus) zu verjüngen. Die Buchen haben dann bereits einen Alters- und Wuchsvorsprung, sodass die relativ schneller wachsende Fichte den Buchen nicht mehr gefährlich werden kann.

Im Endeffekt soll daraus ein Mischwald werden, der zu Anteilen von 1/4 bis zur Hälfte aus Laubholz, mit den restlichen Anteilen aus Fichte besteht. Ideal wäre die zusätzliche Pflanzung von Weißtanne (auf den dunklen Bestandesteilflächen) und/oder Bergahorn (auf den lichteren Partien!), sodass ein Mischwald aus Fichte, Tanne, Bergahorn und Buche entsteht, ein sog. „Bergmischwald“. Bis der letzte Stamm des vorhandenen Fichtenschirmbestandes fällt, dürften aber noch 40 bis 50 (!) Jahre vergehen…

Für Landal GreenParks: Susanne Maas-Kaiser und Lilo Wegener, Für die Forstämter die Forstamtsleiter Womelsdorf (links) und Müller sowie 2 Waldarbeiter

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Bäume als Nahrungs- und Heilmittel

Rotbuche:
Die ganz jungen Blätter schmecken lecker und können als Salat oder Gemüse zubereitet werden.
Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist ein in weiten Teilen Europas heimischer Laubbaum aus der Gattung der Buchen (Fagus). In der Umgangssprache wird sie gewöhnlich als „Buche“ bezeichnet. Die botanische Schreibweise Rot-Buche betont die Zugehörigkeit zur Gattung der Buchen. Sie ist mit einem Anteil von 14 % der häufigste Laubbaum in den Wäldern Deutschlands. In der Schweiz beträgt ihr Anteil 19 %, in Österreich 9 %. Der Namensteil „Rot“ bezieht sich auf die leicht rötlicheFärbung des Holzes. Da die Rotbuche die einzige heimische Buchenart ist, ist ein Zusatz zur Artbezeichnung normalerweise unnötig. Allerdings wird die (vage ähnliche, aber nicht verwandte) Hainbuche (Carpinus betulus) gelegentlich auch „Weißbuche“ genannt.
Rotbuchenreiche Laubmischwälder sind die potenzielle natürliche Vegetation großer Teile Mitteleuropas. Die Rotbuche gilt als Zeigerpflanze für ein atlantisches Klima, daher wird das Atlantikum häufig auch Buchenwarmzeit genannt.
Bucheckern spielten in der Vergangenheit in der menschlichen Ernährung eine Rolle. Trotz der leichten Giftigkeit wurde im 19. Jahrhundert und in den Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Nüssen Öl gepresst, das sowohl beim Kochen als auch als Lampenöl Verwendung fand. Eine Handvoll Bucheckern kann wegen ihrer Inhaltsstoffe (Trimethylamin, auch Fagin genannt, und Blausäure-Glykoside) bereits Unwohlsein hervorrufen. Die essbaren Blätter der Buchen gelten als entzündungshemmend. So wurden sie bei Zahnfleischproblemen zerkaut oder bei Geschwüren als Wundauflagen genutzt.

Linde:
Die zarten Blätter schmecken als Salat oder Gemüse, die Blüten können zu Tee aufgebrüht werden oder dienen als Aroma für Schokolade, Sirup oder Limonade.
Linden-Arten sind laubabwerfende Bäume; sie bilden keine terminalen Knospen, daher ist ihr Wuchs sympodial. Je nach Linden-Art erreichen sie maximale Wuchshöhen zwischen 15 Metern (z.B. Krimlinde) und 40 Metern. Der erreichbare Stammdurchmesser variiert ebenfalls von Art zu Art, liegt in der Regel zwischen 1 und 1,8 Meter. Sie können ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen. Die wechselständig und zweizeilig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreite ist meist herzförmig. Die Knospenschuppen sind früh abfallend.
In achselständigen, zymösen Blütenstand befinden sich drei oder mehr Blüten. Ein auffälliges, längliches großes Hochblatt ist mit der Blütenstandsachse lang verwachsen; es dient für den abfallenden Fruchtstand als Flügel. Die duftenden, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden mit Nektardrüsen an ihrer Basis. Die fünf Kronblätter sind weiß oder gelb. Es sind viele Staubblätter vorhanden; sie sind frei oder in fünf Bündeln zusammengefasst. Die Staubfäden sind oft gegabelt. Fünf Fruchtblätter sind zu einem fünfkammerigen Fruchtknoten zusammengewachsen. In jeder Fruchtknotenkammer befinden sich zwei Samenanlagen. Der Griffel endet mit einer fünflappigen Narbe. Die Bestäubung erfolgt durch verschiedene Insekten. Die Linde hat einen 5-fächrigen Fruchtknoten, der sich zu einer Schließfrucht entwickelt.
Lindenblütentee wirkt bei Katarrhen der Atemwege aufgrund der Schleimstoffe hustenreizstillend und beruhigt Halsschmerzen. Die anderen Inhaltsstoffe wie die (Glykoside) geben der Lindenblüte eine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Daher wird sie vorwiegend bei fieberhaften Erkrankungen, grippalen Infekten und Katarrhen der oberen Atemwege und in Erweiterung bei Rheuma, Nierenentzündung und Ischias eingesetzt.
Die Lindenblüte dient auch zur Behandlung von leichten Krämpfen, Migräne und Magenbeschwerden. Lindenblüten enthalten zudem beruhigend wirkende Stoffe und werden zur Linderung von Unruhezuständen verwendet.

Birke:
Die Blätter (Betulae folium) der meisten Birkenarten enthalten nennenswerte Mengen an Flavonoiden, Saponinen, Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Vitamin C. Die Rinde enthält Phytosterine sowie Terpene wie Betulin, Betulinsäure und Lupeol; der Rindensaft u. a. Invertzucker, sodass dieser auch vergoren werden kann. In Finnland wird der Zuckeraustauschstoff Xylitol aus Birken gewonnen. In Mitteleuropa wurde vor allem die heimische Sandbirke bereits historisch in der Volksmedizin genutzt. Ihre Bestandteile gelten insbesondere als blutreinigend, harntreibend und anregend, weshalb sie heute in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) Verwendung findet.
Birken lieferten den ersten Kunststoff der Menschheitsgeschichte, das aus Birkenrinde durch Trockendestillation gewonnene Birkenpech, das als Klebstoff sowohl Neandertalern als auch dem modernen Menschen (Homo sapiens der Cro-Magnon-Epoche) bei der Herstellung von Werkzeugen diente.
Verwendet werden die Blätter, die Blattknospen und der Birkensaft (durch Anzapfen gewonnen). Sammelzeit für Blattknospen ist März, für Birkensaft März bis Mai und für Blätter Mai bis Juni.
Die Birke als Symbol der Fruchtbarkeit galt früher als Helfer in Liebesnöten. Dieser Verwendungszweck ist heute fast vergessen. Ihre Zweige, Rinde und die Blätter mussten für allerlei obskure Mittel und Bräuche herhalten, von denen man sich eine Besserung in sexuellen Nöten erhoffte. Bekannter ist heute die Birke als Helfer in der Kosmetik. Durch das Abzapfen des Stammes oder Anschneiden von Ästen wird der für wenige Wochen im Frühjahr fließende Birkensaft gewonnen. Er soll gegen Haarausfall gut sein. Auch reinigte man mit Birkensaft schlecht heilende Wunden und verwendete ihn gegen Ausschläge und Schuppen. Vornehmlich im letzten Jahrhundert wurde Birkensaft zur Herstellung von Birken-Haarwasser verwendet. Der Saft kann äußerlich angewandt oder direkt getrunken werden. Da der Saft zuckerhaltig ist, lässt er sich in vergorener Form als Birkenwein genießen, ein heute noch in Russland beliebter bäuerlicher Rauschtrunk. Der Birkenwein wurde auch als Stärkungsmittel für impotente Männer verwendet. Eine intensive Nutzung des Birkensaftes kann jedoch zu Schäden und Infektionen am Baum führen. Auch Auszüge aus den Blättern sollen helfen. In der Heilkunde finden die Blätter aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung bei Rheuma, Gicht und Wassersucht Verwendung.
Birkenknospen wurden seit Alters her in der Volksmedizin benutzt. Sie werden in Wodka oder Spiritus infundiert. Angewandt wird die Infusion zum Einreiben bei Rheuma, Arthritis, Abschürfungen, Dekubitus, throphischen Geschwüren; als Lotion zur Wundenheilung. Bei Arthritis und Rheuma werden Kompresse auf Gelenke gelegt.
Als das wirkungsvollste Mittel zur Rheumaheilung gilt das Birkenknospenöl. Dieses Öl wird zum Einreiben von wunden Stellen verwendet.
Aus der Rinder der Birke, kann man (wie auch aus anderen Pflanzen und Gemüsesorten) Xilit oder Xilithol herstellen.
Es sieht aus und schmeckt so wie Zucker, hat aber 40% weniger Kalorien, wirkt Karies entgegen und ist gut für Diabetiker geeignet.

Holunder:
Holundersaft und die Holunderbeeren, aber auch Tees aus Rinde und Blütenständen gelten als probate Hausmittel gegen Erkältung, Nieren- und Blasenleiden sowie zur Stärkung von Herz und Kreislauf und finden bis heute Anwendung. Als Faktoren dieser Wirkung gilt das in den Früchten mit 180mg/kg reichlich enthaltene Vitamin C sowie Vitamin B, Fruchtsäuren, ätherische Öle, die auch in den Blüten enthalten sind, Flavonoide und vor allem das farbgebende Anthocyan. Dieses Antioxidans schützt die Zellmembranen vor Veränderungen durch freie Radikale und verlangsamt so den Alterungsprozess der Pflanzenzellen wie auch der Zellen des menschlichen Konsumenten. Zusätzlich soll es einen entzündungshemmenden und dadurch schmerzlindernden und fiebersenkenden Effekt haben.
Studien haben gezeigt, dass Holunder-Extrakte ein wirksames Mittel zur Behandlung der Grippe sind.
Die ätherischen Öle mit ihren Aromakomplexen wirken leicht schweißtreibend und schleimlösend. Auch bei Magenbeschwerden wird Holundertee in der Hausmedizin erfolgreich angewandt. Die getrockneten Blüten werden als „Flores sambuci“ in Drogerien und Apotheken angeboten.
Die Früchte haben eine leicht abführende Wirkung.
Holunderöl wird durch Kaltpressung aus Samen gewonnen und findet in Kosmetik, Pharmazie und Medizin Anwendung.
Sowohl die Blütenstände als auch die daran gereiften Früchte lassen sich als Lebensmittel verwenden.
Die bekannteste Zubereitungsform für die Blüten sind ausgebackene Hollunderblüten, die im deutschen Sprachraum als Holerküchel, Holunderpfannekuchen, Holunderküchle oder Hollerschöberl bezeichnet werden. Dabei werden die Schirmrispen in einen dünnflüssigen Teig aus Mehl, Eiern und weiteren Zutaten getaucht und anschließend gebraten oder frittiert. Darüber hinaus werden die Blüten als Geschmack gebende Komponente für Getränke verwandt. Besonders weit verbreitet sind Holunderlimonade bzw -sirup und Holundersekt. Die Blüten werden in eine Zuckerlösung gelegt und nach einigen Tagen abfiltriert. In dieser Zeit hat die Zuckerlösung den Holundergeschmack angenommen. Es ist ebenfalls möglich, aus dem Holunder einen (Wild-)Obstbrand herzustellen. Dabei dürfen jedoch ausschließlich die vollständig reifen und schwarzen Beeren verwendet werden, die vor dem Maischvorgang von den Dolden entfernt werden müssen.
Da die Beeren des Hollunders schwach giftig sind, kommt es nach rohem Verzehr bei empfindlichen Personen zu Unwohlsein. Sie sollten daher bei der Verarbeitung zu Gelee, Mus, Saft oder Wein erhitzt werden. In Norddeutschland kocht man aus den Beeren eine Fliederbeersuppe; sie finden zum Backen Verwendung und kommen als Zutat in Rote Grütze vor. Ebenfalls in Norddeutschland ist die Verwendung des eingedickten Saftes aus den Früchten in Grog üblich (d. h. mit heißem Wasser und Rum gemischt). Die Beeren lassen sich problemlos einfrieren. Der Saft der Beeren ist sehr aromatisch, aber säurearm und kaum süß. Daher wird er oft mit Apfelsaft oder anderen süßen Fruchtsäften gemischt.
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Quelle: https://www.naturwelt.org/kräuter/bäume-als-nahrungsmittel-und-heilmittel/

Wälder, Gesundheit und Klimawandel

Wälder sind wichtig für unser Überleben und unser Wohlbefinden. Wälder reinigen unsere Luft, unser Wasser, unseren Boden, sie regulieren unser Klima und vieles mehr. Bäume und Wälder werden nicht zwangsläufig mit urbanen Landschaften verbunden. Und doch liefern sie auch hier wertvolle, oft unsichtbare, Dienstleistungen. Einfach, indem sie „grüne Oasen“ in unseren Betonwüsten bilden, so bieten sie Erholung und tragen zur Gesundheit vieler europäischer Bürger bei.
Wie viele von uns lieben Bummeln durch die Parks und Grünflächen unserer Städte, kümmern uns um unsere Gärten und schmücken unsere Häuser mit Grünpflanzen? Der Zugang zu grünen Umgebungen macht uns glücklicher und gesünder. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass städtische Wald- und Grünflächen helfen, unsere körperliche Gesundheit und unser seelisches Wohlbefinden zu verbessern. Mehr als drei Viertel der Europäer leben in städtischen Gebieten, daher ist die Bedeutung von Bäumen, Wäldern und Grünflächen größer als je zuvor.

Prognosen zum Klimawandel befürchten einen Anstieg von 2° bis 5° C der mittleren jährlichen Temperaturen in Europa bis zum Jahr 2100. Wir erwarten die größte Erwärmung in Ost- und Nordeuropa in den Wintermonaten und in Südeuropa in den Sommeronaten. Hitzewellen bergen besonders Gefahren für ältere Menschen und Personen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Während der schweren Hitzewelle im Jahr 2003 wurden über 70 000 zusätzliche Todesfälle in 12 europäischen Ländern berichtet. Oft verschlechtert sich die Luftqualität während einer Hitzewelle und verschärft damit gesundheitliche Probleme.

Ältere Menschen sind besonders anfällig für die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels. In Europa ist der Anteil der über 65-jährigen von 10% im Jahr 1960 auf 16% im Jahr 2010 gestiegen und er wird sich voraussichtlich auf 30% bis 2060 erhöhen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Europäer, die in städtischen Gebieten leben. Heute leben fast 75% der Bevölkerung der Europäischen Union in städtischen Gebieten, Jahr 2020 werden es voraussichtlich 80% sein. In unserer zunehmend alternden und urbanen Gesellschaft, tragen Wälder und Grünflächen in städtischen Gebieten dazu bei, die Menschen vor den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu schützen.

Bäume und Sträucher kühlen die Umgebung durch verschiedene Mechanismen. Ihre Blätter reflektieren Licht und Wärme nach oben und spenden Schatten, während durch Verdunstung Wasser in die Luft abgegeben wird. Dies führt zu niedrigeren Temperaturen in der unmittelbaren Umgebung. Diese natürlichen Prozesse reduzieren so teilweise die negativen Auswirkungen von Hitzewellen in städtischen Gebieten.
Modell-Studien für städtische Temperaturen in den nächsten 70 Jahren prognostizieren, dass in städtischen Gebieten, in denen Grünflächen um 10% reduziert werden, die Temperaturen bis zu 8,2° C im Vergleich zum derzeitigen Niveau ansteigen. Andererseits könnte eine Zunahme der städtischen Grünflächen um 10% den Temperaturanstieg auf nur 1° C beschränken.

Wälder und Grünflächen tragen erheblich zur Verbesserung der Luftqualität in städtischen und ländlichen Gebieten bei. Sie extrahieren eine breite Palette von Schadstoffen aus der Luft wie Partikel und Kohlenoxide, die beispielsweise von Verkehr und Industrie emittiert werden. Bäume helfen auch bei der Bekämpfung des Klimawandels – in nur einem Jahr nimmt ein ausgewachsener Baum etwa 22 Kilogramm Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und erzeugt im Austausch Sauerstoff. Jedes Jahr entfernen 1,3 Millionen Bäume schätzungsweise mehr als 2.500 Tonnen Schadstoffe aus der Luft.

Bäume und Grünflächen erleichtern das Eindringen von Regenwasser in den Boden. Die Anpflanzung von Bäumen und die Entwicklung von Grünflächen sind entscheidende Schritte zur Stärkung einer europäischen grünen Infrastruktur und leisten so einen Beitrag zum Hochwasser-Management.

Ein besserer Zugang zu sicheren Grünflächen und die Wiederentdeckung unserer Natur hat für Stadtbewohner mehrere Vorteile im Hinblick auf ihre psychische und physische Gesundheit. Eine über die gesamte Bevölkerung Groß-Britanniens durchgeführte Studie zeigt zum Beispiel, dass in Populationen, die in der Nähe grüner Umgebungen leben, die Gesamtmortalitätsrate 25% geringer ist. Und dies selbst nach Anpassungen im Hinblick auf die Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit. Eine andere Studie ergab, dass jede 10% ige Erhöhung von Grünflächen einhergeht mit einem Rückgang von Erkrankungen, der einer Steigerung um fünf Jahre Lebenserwartung entspricht.

So wie die europäische Bevölkerung altert und die städtische Bevölkerung wächst, werden die Vorteile des von den Wäldern und Grünflächen bereit gestellten „öffentlichen Gesundheitsservices“ immer bedeutender. In der Praxis bedeutet dies, dass viele Städte ihre Wald- und Grünflächen erweitern und sie sicherer und zugänglicher machen müssen. Folglich sollte Aufforstung, Pflanzung von Bäumen und Begrünung der städtischen Umwelt in den Mittelpunkt der lokalen und regionalen Raumplanung rücken.
Die Bewirtschaftung von Wäldern in und um urbane Zentren muß gut geplant werden und sowohl ökologische Gesichtspunkte, wie die Anpassung an den Klimawandel, als auch menschliche Überlegungen, wie eine alternde Bevölkerung, berücksichtigen.

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Quelle: http://www.verbraucherschutzstelle.de/waelder,_gesundheit_und_klimawandel.htm

Fehlschlag Emissionshandel

Die Großindustrie macht 25 Milliarden Euro mit Luftverschmutzung!

Wer die Luft verschmutzt, soll zahlen – das war die Idee des Emissionshandels. Nun zeigt sich: Die Luft ist kaum besser geworden, viele Großkonzerne aber reicher. Nach Informationen des SPIEGEL machen sie Milliarden mit Gratiszertifikaten.
Die europäische Großindustrie hat durch Sonderrechte im EU-Emissionshandelssystem in den vergangenen Jahren 25 Milliarden Euro Extraeinnahmen abgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Nichtregierungsorganisation Carbon Market Watch (CMW). Basis der Untersuchung waren Unternehmenszahlen energieintensiver Konzerne in den 20 wirtschaftsstärksten EU-Ländern. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2008 und 2015.

„Die Zahlen zeigen, wie leicht aus Schmutz Geld zu machen ist, und wie sehr das von der Lobby weichgekochte CO2-Handelssystem versagt hat“, sagt Agnes Brandt von CMW. Das liegt an den kostenlosen Emissionszertifikaten, die Staaten an Unternehmen aus energieintensiven Branchen wie Stahl oder Zement verteilen durften. Da die Konzerne mehr bekamen, als sie brauchten, fluten sie das System mit Verschmutzungsrechten.

Zudem reichen viele trotz der Gratiszertifikate Emissionskosten, die ihnen noch gar nicht entstanden sind, bereits an Kunden weiter. Keinem Land kamen diese Lücken des Systems mehr zugute als Deutschland, wo die Schwerindustrie laut Studie mit 4,7 Milliarden Euro profitierte. Allein die Zementriesen LafargeHolcim und HeidelbergerCement (mit der Tochter Italcementi) strichen laut CMW gut 1,7 Milliarden Euro ein. Der Effekt dieses Ausverkaufs: Eine Tonne CO2 in die Luft zu blasen, ist im Moment mit rund 4,50 Euro kaum teurer als ein großer Becher Kaffee.

Das Klimaziel, bis 2030 rund 40 Prozent weniger CO2 auszustoßen als 1990, ist Experten zufolge kaum mehr zu erreichen.

klimawandel

 

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/emissionshandel-luftverschmutzung-macht-grosskonzerne-reich-a-1124172.html

Baumkrankheiten

Durch Hagel, Windbruch, Frost, Trockenheit usw. kann der Baum geschädigt werden. Das Erscheinungsbild der Schädigungen ist vielfältig (u.a. vertrocknete Blätter, gerissene Rinde, abgebrochen Äste). An den Schadstellen können Parasiten die Wirtspflanze befallen…

Sind am Stammfuß des Baumes verstärkt Ameisen zu beobachten und tritt Bohrmehl aus dem Stamm deutet das auf eine Schädigung des Baumes hin. Dann sind Ameisennester im Stamm zu vermuten die sich eine Höhlung oder Morschung als neuen Wohnsitz ausgesucht haben. Der Baum sollte kontrolliert werden die Standsicherheit kann gefährdet sein.

Fremdbewuchs durch Efeu, Wein und andere Pflanzen schadet dem Baum nicht. Wird der Bewuchs aber so stark das die Assimilation des Baumes dadurch betroffen ist, sollte der Bewuchs beseitigt werden.

Durch Insekten wie Maikäfer, Schmetterlingsraupen und andere kann es zu einem erhebliche Blattmasseverlust am Baum kommen. In der Regel ist das für den Baum ungefährlich. Wird ein Baum mehrere Jahre hintereinander kahlgefressen schädigt das seine Vitalität.

Blattläuse befallen fast alle Bäume. Sie entziehen den Blättern Assimilate und verschmutzen die Blätter mit ihren Ausscheidungen dem sogenannten Honigtau. In Mitteleuropa gibt es weit über 800 Arten. Blattläuse sind für den Baum normalerweise ungefährlich.

Flechten sind eine Symbiose zwischen Pilzen und Algen. Häufig sind es Schlauchpilze und Blau- oder Grünalgen die eine Lebensgemeinschaft bilden. Sie wachsen auch unter extremen Bedingungen, brauchen aber Licht und Feuchtigkeit. Flechten stellen für den Baum keine Gefahr dar.

Frostrisse entstehen durch hohe Temperaturschwankungen vom Stamminneren nach außen. Der Baum bildet Frostleisten die durch Überwallung entstehen. Der Riss verläuft fast senkrecht. Sonnenrisse weisen das gleiche Schadbild auf. Weist der Baum eine Vitalitätsschwäche auf sollte er begutachtet werden.

Gallen weden häufig durch Gallmilben verursacht. Befallen werden die Blätter der Bäume, seltener die Knospen, Triebe, Blüten oder Zweige. Die entstehenden Verformungen des Blattes sehen nicht schön aus sind aber für den Baum ungefährlich. Neben den Gallmilben gibt es noch andere Gallenerreger z. B. die Gallwespe.

Grünalge bauch Luftalge Trentepohlia aurea bewirkt einen braunen bis orangeroten Belag / Bewuchs auf dem Baumstamm. Häufig zu finden ist sie an Obstbäumen. Auf die Gesundheit des Baumes hat die Alge keinen Einfluss.

Harzfluss ist eine natürliche Abwehrreaktion des Baumes gegen eine Verletzung.

Hexenbesen werden durch Viren oder Pilze hervorgerufen. Sie sind für den Baum eher ungefährlich.

Das Spektrum der holzzerstörenden Insekten ist sehr groß. Häufig sind es holzbrütende Insekten (Xylophagen) deren Larven die Rinde und Teile des Holzkernes zerstören und damit Pilzen die Möglichkeit bieten den Baum zu befallen. Eine Begutachtung durch den Fachmann ist ratsam.

Knollen sind Verwachsungen die durch Pilze, Insekten oder anderen Umwelteinflüsse ausgelöst werden. Für den Baum eher ungefährlich.

Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind nur 0,1 mm – 0,5 mm groß und verfügen über einen Stech- und Saugapparat. Sie befallen Blatt und Knospe. Befallene Blätter vertrocknen. Bei starkem Befall wird der Baum geschwächt.

Mit den Hyphen (Myzel) dringen die Pilze in das Holz ein und entziehen dem Baum Nährstoffe, im wesentlichen Zellulose, Polysaccharide, Lignin, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Ist der Baum von einem Pilz befallen sollte er kontrolliert werden.

Rotpusteln sind Wundparasiten und bewirken eine Welke an Blättern und Trieben. Die orangeroten Fruchtkörper treten im Herbst und Winter auf. Befallen Pflanzenteile sollten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Schildläuse befallen die Rinde und schädigen das Rindenparenchym. Dies führt zur Vernässung der Rinde. Einige Schildläuse befallen auch die Blätter. Da Schildläuse sehr klein sind werden sie oft erst festgestellt wenn sie durch Wachsausscheidungen Schilde gebildet haben. Bei starkem Befall ist eine Begutachtung durch den Fachmann ratsam.

Spechte bauen ihre Nester mit vorliebe in Bäume mit Morschungen. Morschungen deuten auf einen Pilzbefall hin. Der Baum sollte kontrolliert werden.

Stammaustriebe deuten häufig auf eine Störung des Baumes hin. Diese kann vielfältig sein. Bei verstärktem Stammaustrieb den Fachmann fragen.

Wucherungen werden durch Erdstrahlen, Bakterien oder Pilze ausgelöst. Sie können lebensgefährdend für den Baum sein. Zur genauen Ursachenklärung sollte ein Fachmann die Wucherungen untersuchen.

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Quelle: https://www.baumportal.de/baumkrankheiten.htm

Mykorrhiza

Baum und Pilz profitieren gleichermaßen von der „Mykorrhiza“, der Lebensgemeinschaft aus Pilzwurzeln (Hyphen) und Baumwurzeln. Die Gemeinschaft dient nicht dem Nährstoffaustausch allein.
Ihr farbenreiches Erscheinen kann schnell den Eindruck vermitteln, dass die Pilze im Wald nur wenige Wochen des Jahres vorkommen. Dem ist aber nicht so. Pilze sind in Form ihres unter der Oberfläche verborgenen „Myzels“, dem Pilzgeflecht, immer da und übernehmen wichtige Funktionen im Ökosystem Wald. Als „Täter“ parasitieren sie an Pflanzen, Tieren oder sogar anderen Pilzen und können das Absterben des Wirtes bewirken. Sie bauen als Endglied der Nahrungskette organisches Material ab und sorgen zusammen mit anderen Zersetzern für einen funktionierenden Stoffkreislauf.

Als Partner der Bäume helfen Pilze aber auch bei der Produktion von Biomasse im Wald. Die dafür im Rahmen der Evolution entstandene Symbiose von Bäumen und Pilzen kann stellvertretend für das komplexe, scheinbar unendliche Beziehungsgeflecht zwischen den Arten in der Natur stehen und trägt wissenschaftlich die Bezeichnung „Mykorrhiza“. Aus dem Griechischen aus mykes, dem Pilz, und rhiza, der Wurzel, gebildet, wird der Fachbegriff im Deutschen landläufig mit „Pilzwurzel“ übersetzt. Er beschreibt eine Lebensgemeinschaft zwischen Gehölzen (aber auch anderen Pflanzen) und Pilzen im Wurzelbereich, die sich, im positiven Sinne, als verpilzte Baumwurzel darstellt.

Rein unsichtbare und unbekannte Helfer sind die Mykorrhiza-Pilze aber dennoch nicht. Die meisten Röhrlinge und etliche Blätterpilze, beliebte Speisepilze und bekannte Giftpilze leben in enger Gemeinschaft mit Bäumen. Bekannte Beispiele sind der Pfifferling, die Steinpilze, der Fliegenpilz und die Knollenblätterpilze. Der Grad der Bindung des Pilzes an eine Baumart kann dabei sehr hoch sein und sich wie beim Goldröhrling unter Lärchen oder dem Birkenpilz bei Birken sogar auf nur eine einzige Partnerbaumart beschränken. Beim Bestimmen und Sammeln von Pilzen kann sich der kundige Pilzsammler die Mykorrhiza-Gemeinschaften zu Nutze machen: Er sucht zunächst den passenden Baum und findet dann den gewünschten Pilz. Ein alter Spruch sagt: „Unter Birken, Tannen, Buchen kannst du immer Pilze suchen; unter Eschen, Erlen, Linden, wirst Du nicht viel finden“. Es können gleichzeitig mehrere Mykorrhiza-Pilzarten an einem Baum vorkommen, und unterschiedliche Altersstadien des Baumes können jeweils spezielle Pilzpartner beherbergen.

Das ausgewogene Profitieren der Partner von der Gemeinschaft ist ein typisches Merkmal von Symbiosen. Sie kommen bei Tieren und bei Pflanzen vor und sind in der Natur keine Seltenheit. Auch die Mykorrhiza im heimischen Wald ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Besonders Fichte, Kiefer und Lärche, Birke, Buche und Eiche setzen auf die Hilfe aus dem Reich der Pilze. Alles in allem gehen Nadelhölzer mehr Mykorrhizen als Laubbäume ein, was vornehmlich auf die insgesamt ärmeren Standorte zurückzuführen ist, auf denen sie wachsen. Für das Waldwachstum allgemein ist die Mykorrhiza von großer Bedeutung. Standorte mit schlechten Wuchsbedingungen konnten nur mit Hilfe von Pilzen durch Bäume besiedelt werden.

Die Beziehung zwischen Bäumen und Pilzen stellte sich anfangs vermutlich als reine Pilzinfektion dar, die sich dann zu einer Symbiose entwickelte, weil sie den Bäumen nutzte. Deren Wurzelsystem mit Haupt- und Seitenwurzeln hat neben der Verankerung im Boden die wesentliche Aufgabe, das für die Photosynthese notwendige Wasser samt den darin gelösten Nährstoffen aufzunehmen und in die grünen Bestandteile der Pflanze zu transportieren. Für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen sind hauptsächlich die Feinwurzeln zuständig. Allerdings können die Bäume trotz des komplexen Wurzelapparates sowohl die Wasser- als auch die Nährstoffvorräte im Boden nicht optimal ausnutzen. Hier kommen die Mykorrhiza-Pilze ins Spiel. Sie optimieren mit ihren „Hyphen“ die Funktion der Feinwurzeln. Ihre hauchfeinen Pilzfäden erschließen den Boden noch intensiver und können so kleinste Wasservorräte und somit Nährstoffe aus dem Substrat aufnehmen.

Damit der Stofftransport zwischen Pilz und Baumwurzel funktioniert, haben sich unterschiedliche Mykorrhizaformen entwickelt. Dabei ist die so genannte „ektotrophe“ Variante bei heimischen Waldbäumen häufig anzutreffen. Ihre Feinwurzeln sind von einem intensiven Pilzgeflecht ummantelt, das direkten Einfluss auf das Wurzelwachstum bzw. die Neubildung von Wurzelhaaren nimmt. Feinste Pilzhyphen dringen in die Zellenzwischenräume der Wurzelrinde ein und bilden dort das nach dem deutschen Forstwissenschaftler Robert Hartig benannte Hartig’sche Netz. Letzteres sorgt mit den benachbarten Wurzelzellen für den Austausch der Nährstoffe zwischen Pilz und Baum. Für den Baum sind das besonders die Elemente Stickstoff und Phosphor, die er für sein Wachstum benötigt. Als Gegenleistung liefert er Kohlenhydrate, die im Rahmen der Photosynthese in den grünen Blättern oder Nadeln gebildet wurden. Denn den Mykorrhiza-Pilzen fehlen nicht nur das Blattgrün und damit die Fähigkeit mit Hilfe der Photosynthese Kohlenhydrate zu produzieren. Im Vergleich zu den Zersetzer-Pilzen können sie darüber hinaus organisches Material deutlich schlechter abbauen, um an nutzbare Kohlenstoffverbindungen zu gelangen. Im gegenseitigen Nährstoffaustausch schließt sich so der Kreis im Mykorrhiza-System: Für die Heranführung der für den Baum notwendigen Nährelemente erhält der Pilz-Partner im Gegenzug Kohlenhydrate, den Zucker, aus eigener Produktion.

Mykorrhiza

Quelle: http://www.waldwissen.net/wald/pilze_flechten/wuh_mykorrhiza/index_DE