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Allgemein

Bäume pflanzen- aber richtig!

Jeder neu gepflanzte Baum hilft, das weltweite Klima zu schützen. Doch was genau muss man bei der Pflanzung eines Baums eigentlich beachten? Wir haben mal ein paar Tipps und Tricks rund ums Bäume pflanzen zusammengefasst:

Der beste Zeitpunkt

Grundsätzlich könne Bäume das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden frostfei ist und somit ein Pflanzloch ausgehoben werden kann. Doch idealerweise sollten Bäume während der Ruheperiode, das heißt zwischen Oktober und März gepflanzt werden. Denn die Wasserversorgung ist vor allem bei frisch gesetzten, jungen Bäumen essentiell. Bei einer Pflanzung im Sommer besteht die Gefahr, dass die Setzlinge wassertechnisch unterversorgt sind. Insbesondere in Regionen, die eher zu heißen, trockenen  Sommern tendieren, empfiehlt es sich Bäume im Herbst zu setzen, um sicherzustellen, dass sie den Winter über genug Feuchtigkeit erhalten und gut anwurzeln können. Frostempfindliche Bäume sollten besser im Frühjahr gepflanzt werden.

Richtiger Baum und passender Standort

Vor allem heimische Bäume sind gut an das vorherrschende Klima angepasst, daher sollte bei der Auswahl der passenden Baumart darauf geachtet, welche Arten in der entsprechenden Region heimisch sind. Sowohl die Bodeneigenschaften, als auch das Klima sind wichtige Standortfaktoren, die bei der Wahl des Baumes bedacht werden sollten. Tipp: Beim Transport und der Lagerung des Setzlings ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht austrocknen. Daher muss der Wurzelballen immer ausreichend mit Wasser versorgt sein!

 

Pflanzloch ausheben

Das Pflanzloch sollte etwas größer als der Wurzelballen sein, um den Wurzeln die Ausbreitung zu erleichtern. Empfehlenswert ist, auch die Erde des angrenzenden Bereiches aufzulockern, damit die Wurzeln leichter ihren Weg finden. Im Idealfall sollte der Baum so tief im Boden stehen, wie er ursprünglich gepflanzt war. Dies ist an der Verfärbung am Stamm oberhalb des Wurzelballens gut zu erkennen.

Den Baum ins Pflanzloch setzen

Ein Pfahl kann dem jungen Baum eine gute Hilfe sein. Um zu verhindern, dass die Wurzeln durch das Einschlagen des Pfahls verletzt werden, sollte schon vor der Pflanzung ein Pfahl in die Erde eingebracht werden. An diesem wird der Setzling nach der Pflanzung zur Stabilisierung festgebunden. Auch sollten die Wurzeln vor der Pflanzung  ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt sein. Um dem Baum einen sicheren Halt zu geben, muss die Erde nach der Füllung des Pflanzloches fest getreten werden.

 

Baum festbinden und Angießen

Mit Hilfe eines Kokosstricks oder Baumbinders aus Kunststoff wird der Baum am Pfahl bzw. den Pfählen festgebunden. Nach der Pflanzung muss der Baum ausreichend gewässert und ggf. gedüngt werden. Im ersten Jahr ist besonders darauf zu achten, dass der Wurzelbereich immer gut mit Wasser versorgt ist.

Wenn ihr diese Tipps beachtet, sollte einer erfolgreichen Baumpflanzung nichts mehr im Weg stehen.

Der Baum des Jahres 2020 – Die Robinie

Am 24. Oktober wurde die Robinie (lat. Robinia pseudoacacia) in Berlin zum Baum des Jahres 2020 gekürt. Mit ihren Fliederblättern und duftend weißen Blüten sei die Baumart ein schöner Farbtupfer in Deutschlands Parks, Gärten und Wäldern, teilte die Stiftung Baum des Jahres mit.

Die vor über 300 Jahren in Mitteleuropa eingeführte Robinie stellt für unsere heimische Flora eine Konkurrenz dar, denn sie ist eine Spezialistin im Besiedeln von unwirtlichen Lebensräumen wie Dünen oder extrem kargen Böden. Dies ist möglich, da die Robinie Symbiose mit Rhizobien betreibt – Bakterien, die in Knöllchen an ihrer Wurzel leben und Luftstickstoff fixieren können.

Doch die Robinie ist nicht unumstritten, denn als Neophyt (durch den Menschen eingeführte Pflanze) kann sie andere, heimische Pflanzen verdrängen. Denn ursprünglich stammt die Baumart aus Nordamerika westlich des Mississippi. Dennoch wird die Robinie wegen ihrer hohen Widerstandsfähigkeit als ein möglicher Hoffnungsträger im Klimawandel angesehen, da sie auch auf schwierigen Bodenverhältnissen wachsen kann.

Eine Robinie kann eine Wuchshöhe von bis zu 25 Metern erreichen und mehr als 150 Jahre alt werden.  Die lichtliebenden Bäume fallen vor allem in ihrer Blütezeit zwischen Mai und Juni durch ihre traubenförmig hängenden duftenden Schmetterlingsblüten ins Auge. Das sehr biegsame Holz der Robinie wird auch heute noch im Möbel- und Schiffsbau verwendet und das witterungsbeständige Robinienholz gilt besonders bei der Herstellung von Gartenmöbeln als hervorragende Alternative zu Tropenhölzern.

In Deutschland wurden die ersten Robinien 1670 im barocken Lustgarten des Berliner Stadtschlosses gepflanzt. Als Park-, und Alleebaum wird die Robinie nach wie vor genutzt und hat ihren Platz auch innerhalb der Städte und in kleineren Privatgärten gefunden. Heutzutage findet man sie auch wieder zunehmend innerhalb von Ortschaften, da sie recht salz- und immissionstolerant ist und gut mit dem städtischen Klima zurechtkommt. Vor allem aber wird sie aufgrund ihres dichten, weit in die Breite reichenden Feinwurzelsystems zur Bodensicherung an Bahndämmen, Straßenböschungen oder Steilhängen eingesetzt.

Der Anteil von Robinien in deutschen Wäldern ist insgesamt gering und beträgt lediglich etwa 0,1 Prozent, wobei der Großteil in Brandenburg und den angrenzenden Gebieten von Sachsen-Anhalt zu finden ist. Die Robinie steht mittlerweile auf der Liste der invasiven Baumarten. Dadurch darf sie auch nicht mehr ohne Genehmigung in die Natur ausgebracht werden, um sicherzustellen, dass sie nicht in bedrohliche Nähe zu schutzwürdigen Gebieten gerät.

Herbstzeit – Laubzeit

Der kalendarische Beginn des Herbstes fiel in diesem Jahr auf den 23. September. Allmählich beginnen nun auch die Bäume sich auf diese kühlere und feuchtere Jahreszeit einzustellen und die ersten tragen ihr gelblich-rötliches Herbstlaub. Dies sind größtenteils Laubbäume, doch auch unter den Nadelbäumen gibt es eine Ausnahme: die Lärche.

Freistehende Lärche im herbstlichen Nadelkleid

Die Europäische Lärche (Larix decidua Mill.) wurde zum Baum des Jahres 2012 gewählt und gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceaen). Sie ist die einzige mitteleuropäische Nadelbaumart, die ihre Nadeln zum Winter abwirft.

Die Nadeln wandeln sich im Laufe der Jahreszeiten vom sommerlichen Grün bis in den Herbst ins leuchtende Goldgelb, bevor Sie zum Winter abfallen.

Doch auch im Frühling verfügt die Lärche im Vergleich zu anderen Nadelhölzern über ein breites Farbspektrum. Ab einem Alter von etwa fünfzehn Jahren blüht die Lärche zwischen März und dem Ende Mai und die weiblichen Zapfenfrüchte leuchten purpurfarben, vergrünen bis sie zum Herbst und bilden anschließend rosafarbene Schuppenränder aus.

Blühende weibliche Zapfen

Eine Lärche kann unter optimalen Bedingungen und ohne wirtschaftliche Nutzung bis zu 500 Jahre alt und 50 Meter hoch werden. Im Schnitt erreichen die Bäume jedoch Wuchshöhen bis 35 Meter und entwickeln dabei eine unregelmäßig pyramidenförmige bis kegelförmige Krone. Der Stammumfang erreicht etwa einen Meter erreichen, womit die Lärche vergleichbare Wuchseigenschaften wie die Kiefer aufweist.

 

Weltweiter Baumbestand

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, wie viele Bäume es auf unserem Planeten gibt?

Dieser Frage sind Forscher der Yale University im Rahmen des Forschungsprojektes „Mapping tree density at a global scale“ nachgegangen. Dafür nutzten sie Zählungen an 429.775 Messstellen aus 50 Ländern, verteilt über alle Kontinente, außer der Antarktis. Anhand von Satellitenbildern konnten die Forscher nicht nur prüfen, wie sich die Bäume weltweit verteilen, sondern erhielten auch eine Karte, die die weltweite Baumdichte bis auf eine Auflösung von einem Quadratkilometer genau angibt. Als Baum wurde dabei jede Pflanze definiert, deren verholzter Stamm mindestens einen Durchmesser von zehn Zentimeter aufweist.

Das Ergebnis wurde im September 2015 veröffentlicht: Weltweit wurden rund auf 3 Billionen Bäume gezählt, welche sich wie folgt auf die Klimazonen verteilen: 1,30 Billionen Bäume (42,80 %) befinden sich in tropischen und subtropischen Wäldern, 0,74 Billionen in borealen Regionen und 0,66 Billionen in den gemäßigten Breiten. Eine Billionen ist eine Eins mit 12 Nullen: 1 000 000 000 000, kurz und prägnant als 1012 geschrieben.

Rechnet man die Anzahl der Bäume weltweit auf die rund 7,2 Milliarden Menschen um, entspricht dies 422 Bäumen für jeden Bewohner auf diesem Planeten.

Grundsätzlich könnte man erwarten, dass der tropische Regenwald die höchste Baumdichte aufweist. Doch findet man diese in den stresstoleranten borealen Nadelwäldern in den subarktischen Gebieten Skandinaviens, Russlands und Nordamerikas.

Auch die negativen Aspekte der Entwicklung des Baumbestandes wurden im Rahmen des Projektes deutlich: denn seit Beginn der menschlichen Zivilisation wurde bereits knapp die Hälfte des einstigen Baumbestands abgeholzt.

Verfolgt man die aktuellen Brände in den Amazonas-Regenwäldern, wird schnell deutlich, dass sich die Zahl der Bäume weltweit mittlerweile deutlich verändert haben muss. Und die großflächigen Waldbrände in Südamerika sind leider nicht die einzigen Faktoren, welche erhebliche negative Auswirkungen auf den weltweiten Baumbestand haben.

 

 

Quelle: Thomas Crowther (Yale University, New Haven) et al., Nature, doi: 10.1038/nature14967

Baumpflanzung im Frühjahr 2019

Die letzte Baumpflanzung unseres Projektes BaumGeben fand im Frühjahr diesen Jahres statt. Geplant war die Ausbringung von 6.000 Pflanzen, welche jedoch aus Witterungsgründen nicht vollständig durchgeführt werden konnte.

Wir freuen uns, dass im Forstrevier Saarburg-Tobiashaus schon einmal 2.500 Weißtannen von Mitarbeitern des Forstamtes Saarburg gepflanzt werden konnten! Bei den fehlenden 3.500 Pflanzen handelt es sich um Buchen-Wildlinge, die bedingt durch die extreme Trockenheit nicht aus dem Boden gezogen werden konnten, ohne die empfindlichen Wurzeln zu beschädigen. So wurde entschieden, die Wildlingspflanzung in den kommenden Herbst zu verschieben, um idealen Wuchsbedingungen für die Bäume zu garantieren.

 

Mitarbeiter der Forstamtes Saarburg bei der Baumpflanzung im Frühjahr 2019

 

Die Weißtanne (lateinisch: Abies Alba) ist ein Kieferngewächs und gehört zu unseren heimischen Nadelbaumarten. Weltweit sind etwa 40 Arten der Gattung Abies bekannt. Den Namen verdankt der Baum seiner relativ hellen, weißgrauen Rinde. Bei jungen Bäumen ist diese zunächst glatt und wird mit zunehmendem Alter schuppig. Zu finden sind Weißtannen sowohl im Flach- als auch im Hügelland bis auf 1.700 m in den Alpen. Der Stamm kann einen Durchmesser von 2 m, selten sogar bis 3 m erreichen. Weißtannen weisen Wuchshöhen von 30 bis 50 m auf, im Einzelfall sogar bis zu 60 m und können rund 500 bis 600 Jahre alt werden. Damit gehören Weißtannen zu den höchsten Bäumen Europas.

 

Mitarbeiter der Forstamtes Saarburg bei der Baumpflanzung im Frühjahr 2019

 

Die nicht stechenden Nadeln der Weisstanne sind flach und meist an der Spitze eingekerbt. An der Oberseite sind diese dunkelgrün glänzend, die Unterseite der Nadeln weist zwei bläulichweisse Wachsstreifen auf. Im Gegensatz zur Fichte stehen die Zapfen der Tanne aufrecht und sind nur an Wipfeltrieben zu finden.

 

Nadeln der Weißtanne

 

Da das Wurzelwerk tiefgehend und schwach verzweigt ist, ist der Baum recht gut im Boden verankert und dadurch auch weniger sturmwurfgefährdet als andere Nadelbaumarten. Zudem sorgt das tiefgreifende Wurzelsystem dafür, dass schwere und vernässte Waldböden aufgeschlossen werden und die Wasserspeicherung im Boden verbessert wird.

Daher sind Weißtannen eine ideale Baumart für Mischwälder, bzw. mehrstufige aufgebaute Wälder und darüber hinaus ein unverzichtbarer ökologischer Stabilisator für unsere Wälder.

Waldbrandgefahr in Deutschland

Aktuell ist die Waldbrandgefahr in Deutschland bei der anhaltend heißen und trockenen Witterung landesweit erhöht. Besonders deutlich wird dies bei einem Blick auf den Waldbrandgefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes unter http://www.wettergefahren.de/warnungen/indizes/waldbrand.html. Hier erhält man einen täglich aktualisierten Überblick über die nationale Verbreitung der Gefährdungsstufen für Waldbrände.

Aber wie entstehen Waldbrände eigentlich?

 

Die Entstehung von Waldbränden hängt von verschiedenen Faktoren wie der Witterung, der Jahres-, und Tageszeit oder dem Brennmaterial ab.

Durch die Feuchtigkeit der Wintermonate werden die unteren Boden- und Pflanzenteile relativ gut vor Bränden geschützt. Doch auch im Winter kann es bei einer nicht vorhandenen Schneedecke in seltenen Fällen zu Waldbränden kommen.

Im Frühjahr steigt die Waldbrandgefahr vor dem Austrieb des ersten Grüns der Bäume an und erreicht ihren ersten Höhepunkt etwa Ende April/Anfang Mai. Dementsprechend ist die Gefahr von Waldbränden in der heißesten und meist trockensten Zeit des Jahres von Ende Juni bis Ende August am höchsten. Auch in dieser Zeit spielt die Witterung eine wichtige Rolle. Beispielweise breiten sich die Brände bei starkem Wind, der dem Feuer zusätzlichen Sauerstoff zuführt,  je nach Dichte und Feuchtigkeitsgehalt der Brennstoffe rasend schnell aus.

Zudem beschränken sich die Brandflächen im Frühjahr meist auf kleinere Gebiete, da oft nur die vertrockneten Pflanzenreste des Vorjahres in Brand geraten. In den Sommermonaten wiederum kommt es verstärkt zur Entstehung größerer Brandflächen. Durch die saisonale Trockenheit besteht die Gefahr, dass die Bäume samt Wurzelwerk und der gesamten Humusschicht bis hin zum Mineralboden abbrennen.

Da es zur Entstehung eines Waldbrandes einer Zündquelle wie einer weggeworfenen Zigarette, Grillgutresten oder eines Blitzschlages bedarf, ist beim Aufenthalt in der freien Natur vor allem in der Trockenzeit besondere Vorsicht und Umsicht geboten.

Deutscher Weltüberlastungstag 2019

In einem unserer Blogbeiträge aus dem Jahre 2017 haben wir bereits ausführlich über den Earth Overshoot Day berichtet (Beitrag unter: https://bit.ly/2VFAshs).

Dieser „Welterschöpfungstag“ oder „Weltüberlastungstag“ ist eine jährliche Kampagne der Non-Profit-Organisation Global Footprint Network (GFN) und markiert den Tag des Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen der Erde größer ist, als deren Kapazität zur Reproduktion dieser Ressourcen im laufenden Jahr. Kurz gesagt: Ab diesem Tag leben wir, die Menschheit, über unsere Verhältnisse.

Neben dem Earth Overshoot Day gibt es auch die nationalen Overshoot Days. So war der deutsche Erdüberlastungstag 2019 am 3. Mai, was bedeutet, dass der Ressourcenverbrauch in Deutschland in diesem Jahr so hoch war, dass zu diesem Zeitpunkt bereits alle regenerierbaren Ressourcen verbraucht wurden, die uns die Erde für das ganze Jahr zu bieten hat.

Da wir den uns gegebenen, natürlichen Rahmen überschritten (engl. Overshoot) haben, muss auf die natürlichen Reserven der Erde zurückgegriffen werden. Was bedeutet, dass wir Deutsche auf Kosten der Natur und derer, die sie weniger ausbeuten, leben. Würde die ganze Welt uns nachahmen, bräuchten wir drei Planeten, um den gesamten Bedarf zu decken.

Deutschlands ökologischer Fußabdruck ist so hoch, dass wir mit unseren 83 Millionen Einwohnern im weltweiten Vergleich auf Platz 8 liegen, nach China (1,4 Milliarden Einwohner), den USA (330 Millionen Einwohner), Indien (1,3 Milliarden Einwohner), Russland (145 Millionen Einwohner), Brasilien (209 Millionen Einwohner), Japan (127 Millionen Einwohner) und Indonesien (264 Millionen Einwohner) (Quelle: Bayrischer Rundfunk).

Und noch ein Vergleich: Im Jahr 2018 fiel der deutsche Overshoot Day auf den 2. Mai und 2017 auf den 24. April.

Tag des Baumes am 25. April

Heute ist der Tag des Baumes, dessen Entstehung auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten und Farmers Julius Sterling Morton zurückgeht. Dieser forderte im Jahre 1872 mit dem Satz „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ im baumarmen Bundesstaat Nebraska (USA) einen jährlichen Arbor Day. Und so wurden am 10. April 1872 erstmals rund eine Millionen Bäume von Bürgern und Farmern in Nebraska gepflanzt. Bereits innerhalb von 20 Jahren hatte sich dieser Gedenktag in allen Staaten der USA verbreitet.

Am 25. April 1952 wurde der Aktionstag durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) initiiert und der Tag des Baumes somit erstmals in Deutschland begangen. Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten zu diesem Anlass im Bonner Hofgarten einen Ahornbaum. An diesem  Tage  formulierte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ihr Ziel für die Zukunft: „In jeder Gemeinde und Schule soll der Bevölkerung und insbesondere der Jugend durch symbolische Pflanzungen und Veranstaltungen die Bedeutung des Baumes näher gebracht werden.“

Seiher wird jährlich am 25. April mit entsprechenden Aktionen versucht, die enorme Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Umwelt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Laut SWD zählt der Tag des Baumes mittlerweile zu einer der größten und erfolgreichsten Mitmachaktionen im Naturschutz, in deren Rahmen zahlreiche Baumpflanzungen und Veranstaltungen gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Forstämtern organisiert werden. So werden an diesem Tag durchschnittlich rund 70.000 Bäume gepflanzt (Quelle: www.swd.de).

 

Logo Tag des Baumes (Quelle: https://www.baumpflegeportal.de)

 

 

Doch aufgrund der immer trockeneren Klimaverhältnisse sind einige der gepflanzten Bäume im vergangenen Jahr nicht angewachsen. Um das Anwachsen der Bäume auch in Zeiten des Klimawandels gewährleisten zu können, müssen die Pflanzungen häufig zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr durchgeführt werden. So fand die Bundesveranstaltung mit Ministerin Julia Klöckner bereits am 27. März 2019 statt.

Tag des Waldes am 21. März

Auf den gestrigen kalendarischen Frühlingsanfang folgt heute der „Tag des Waldes“.

In den 1970er Jahren wurde als Reaktion auf die globale Waldvernichtung von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)  der 21. März zum Internationalen Tag des Waldes ausgerufen. Ziel ist es, auf die große Bedeutung des Waldes für unser Klima und unsere Erde aufmerksam zu machen.

Rund ein Drittel der weltweiten Landfläche (und auch circa ein Drittel der Fläche Deutschlands) ist – bislang noch – bewaldet. Doch diese lebensnotwendigen Naturräume sind durch die intensive Waldwirtschaft und die fortlaufend großflächigen Abholzungen weltweit bedroht.

 

 

Und das obwohl die Wälder einen sehr wichtigen Teil zum Klimaschutz beitragen. Sie erzeugen nicht nur Sauerstoff, sondern speichern gleichzeitig den klimaschädlichen Kohlenstoff und reduzieren dadurch den Treibhauseffekt. Darüber hinaus spielen sie eine entscheidende Rolle im globalen Wasserkreislauf, bieten vielen Tieren und anderen Pflanzen einen Lebensraum und sichern somit die Biodiversität.

Bei uns hat dieser Tag bisher wenig Beachtung gefunden. Vielleicht liegt ein Grund hierfür auch im recht frühen Zeitpunkt des Tages. Denn der 21. März ist auch in frühzeitig warmen Jahren noch kein Tag, an dem Bäume mit ihrem Blattaustrieb beginnen. Bestenfalls sind bei einigen Baumarten bereits die Blüten zu sehen (z.B. Esche, Erle), aber selbst die Blätter früher Sorten wie der Birke treiben am 21. März noch nicht aus. Daher finden an diesem Tag verschiedene Aktionen wie Exkursionen oder Vorträgen statt, um die Aufmerksamkeit für diesen Tag zu erhöhen.

Wie wir wissen, zählt Deutschland zu den waldreichsten Ländern Europas. Und viele Wälder sind wahre Schatzkammern der Natur. Das lässt sich jetzt im Frühling besonders intensiv erleben. Daher ab in den Wald!

Der erste Kur-, und Heilwald in Deutschland

Schon häufiger haben wir über die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Waldes berichtet. Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass die Heilkräfte des Waldes eine abhärtende, beruhigende und aktivierende Wirkung auf den Menschen haben. Verschiedene Studien bestätigen, dass schon der bloße Aufenthalt im Wald unsere Stimmung hebt und die Entspannung fördert.

Die fernöstliche Tradition des Waldbadens (jap. Shinrin Yoku) wird auch in Europa in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter. Frei übersetzt bedeutet es “Baden in der Waldluft“, das Eintauchen in den Wald, mit all seinen Düften und den verschiedenen Lichtstimmungen.

Der Trend des  „Waldbadens“ ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Auf Usedom wirbt das Ostseebad Heringsdorf damit, „Europas ersten ausgewiesenen Kur- und Heilwald“ zu haben. Nach eigenen Angaben „schöpfen im Kur- und Heilwald Usedom Menschen mit Bluthochdruck, Atemwegsbeschwerden, Allergien oder psychosomatischen Erkrankungen neue Kräfte.“ Das Gebiet umfasst 180 Hektar und soll ein Vorbild für ähnliche Projekte sein. Sogenannte „Waldbademeister“ sind hier im Einsatz und bilden als Multiplikatoren neue Kursleiter aus.

Kur- und Heilwald Usedom (Quelle: www.usedom.de)

Aber ob es die Waldtherapie tatsächlich bald auf Rezept gibt, ist leider noch ungewiss. Denn nun müssen zunächst weitere Untersuchungen zeigen, inwieweit unsere heimischen Wälder für medizinische Zwecke nutzbar sind. Der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin sind bislang „dazu keine qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt.“

Die medizinische Nutzbarkeit des Waldes ist durch japanische und koreanische Studien belegt, doch unterscheiden sich unsere Wälder aus Fichten, Eichen und Buchen in der Baumartenzusammensetzung deutlich von den asiatischen Waldgesellschaften aus Lerchen, Pinien und Zedern.

Was nicht heißen soll, dass ein Spaziergang in unseren Wäldern weniger empfehlenswert ist! Denn ein Aufenthalt im Wald hat durchaus eine positive Stimulation auf unser Immunsystem und kann unser physisches und psychisches Wohlergehen fördern. Und das „Behandlungszimmer Wald“ bietet Platz für jedermann, schließlich sind 32 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands mit Wald bedeckt. So stehen rein rechnerisch aktuell  jedem/jeder Deutschen rund 1.300 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Und das ganz ohne Rezept!