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Allgemein

Deutscher Weltüberlastungstag 2019

In einem unserer Blogbeiträge aus dem Jahre 2017 haben wir bereits ausführlich über den Earth Overshoot Day berichtet (Beitrag unter: https://bit.ly/2VFAshs).

Dieser „Welterschöpfungstag“ oder „Weltüberlastungstag“ ist eine jährliche Kampagne der Non-Profit-Organisation Global Footprint Network (GFN) und markiert den Tag des Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen der Erde größer ist, als deren Kapazität zur Reproduktion dieser Ressourcen im laufenden Jahr. Kurz gesagt: Ab diesem Tag leben wir, die Menschheit, über unsere Verhältnisse.

Neben dem Earth Overshoot Day gibt es auch die nationalen Overshoot Days. So war der deutsche Erdüberlastungstag 2019 am 3. Mai, was bedeutet, dass der Ressourcenverbrauch in Deutschland in diesem Jahr so hoch war, dass zu diesem Zeitpunkt bereits alle regenerierbaren Ressourcen verbraucht wurden, die uns die Erde für das ganze Jahr zu bieten hat.

Da wir den uns gegebenen, natürlichen Rahmen überschritten (engl. Overshoot) haben, muss auf die natürlichen Reserven der Erde zurückgegriffen werden. Was bedeutet, dass wir Deutsche auf Kosten der Natur und derer, die sie weniger ausbeuten, leben. Würde die ganze Welt uns nachahmen, bräuchten wir drei Planeten, um den gesamten Bedarf zu decken.

Deutschlands ökologischer Fußabdruck ist so hoch, dass wir mit unseren 83 Millionen Einwohnern im weltweiten Vergleich auf Platz 8 liegen, nach China (1,4 Milliarden Einwohner), den USA (330 Millionen Einwohner), Indien (1,3 Milliarden Einwohner), Russland (145 Millionen Einwohner), Brasilien (209 Millionen Einwohner), Japan (127 Millionen Einwohner) und Indonesien (264 Millionen Einwohner) (Quelle: Bayrischer Rundfunk).

Und noch ein Vergleich: Im Jahr 2018 fiel der deutsche Overshoot Day auf den 2. Mai und 2017 auf den 24. April.

Tag des Baumes am 25. April

Heute ist der Tag des Baumes, dessen Entstehung auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten und Farmers Julius Sterling Morton zurückgeht. Dieser forderte im Jahre 1872 mit dem Satz „Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ im baumarmen Bundesstaat Nebraska (USA) einen jährlichen Arbor Day. Und so wurden am 10. April 1872 erstmals rund eine Millionen Bäume von Bürgern und Farmern in Nebraska gepflanzt. Bereits innerhalb von 20 Jahren hatte sich dieser Gedenktag in allen Staaten der USA verbreitet.

Am 25. April 1952 wurde der Aktionstag durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) initiiert und der Tag des Baumes somit erstmals in Deutschland begangen. Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten zu diesem Anlass im Bonner Hofgarten einen Ahornbaum. An diesem  Tage  formulierte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ihr Ziel für die Zukunft: „In jeder Gemeinde und Schule soll der Bevölkerung und insbesondere der Jugend durch symbolische Pflanzungen und Veranstaltungen die Bedeutung des Baumes näher gebracht werden.“

Seiher wird jährlich am 25. April mit entsprechenden Aktionen versucht, die enorme Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Umwelt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Laut SWD zählt der Tag des Baumes mittlerweile zu einer der größten und erfolgreichsten Mitmachaktionen im Naturschutz, in deren Rahmen zahlreiche Baumpflanzungen und Veranstaltungen gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Forstämtern organisiert werden. So werden an diesem Tag durchschnittlich rund 70.000 Bäume gepflanzt (Quelle: www.swd.de).

 

Logo Tag des Baumes (Quelle: https://www.baumpflegeportal.de)

 

 

Doch aufgrund der immer trockeneren Klimaverhältnisse sind einige der gepflanzten Bäume im vergangenen Jahr nicht angewachsen. Um das Anwachsen der Bäume auch in Zeiten des Klimawandels gewährleisten zu können, müssen die Pflanzungen häufig zu einem früheren Zeitpunkt im Jahr durchgeführt werden. So fand die Bundesveranstaltung mit Ministerin Julia Klöckner bereits am 27. März 2019 statt.

Tag des Waldes am 21. März

Auf den gestrigen kalendarischen Frühlingsanfang folgt heute der „Tag des Waldes“.

In den 1970er Jahren wurde als Reaktion auf die globale Waldvernichtung von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)  der 21. März zum Internationalen Tag des Waldes ausgerufen. Ziel ist es, auf die große Bedeutung des Waldes für unser Klima und unsere Erde aufmerksam zu machen.

Rund ein Drittel der weltweiten Landfläche (und auch circa ein Drittel der Fläche Deutschlands) ist – bislang noch – bewaldet. Doch diese lebensnotwendigen Naturräume sind durch die intensive Waldwirtschaft und die fortlaufend großflächigen Abholzungen weltweit bedroht.

 

 

Und das obwohl die Wälder einen sehr wichtigen Teil zum Klimaschutz beitragen. Sie erzeugen nicht nur Sauerstoff, sondern speichern gleichzeitig den klimaschädlichen Kohlenstoff und reduzieren dadurch den Treibhauseffekt. Darüber hinaus spielen sie eine entscheidende Rolle im globalen Wasserkreislauf, bieten vielen Tieren und anderen Pflanzen einen Lebensraum und sichern somit die Biodiversität.

Bei uns hat dieser Tag bisher wenig Beachtung gefunden. Vielleicht liegt ein Grund hierfür auch im recht frühen Zeitpunkt des Tages. Denn der 21. März ist auch in frühzeitig warmen Jahren noch kein Tag, an dem Bäume mit ihrem Blattaustrieb beginnen. Bestenfalls sind bei einigen Baumarten bereits die Blüten zu sehen (z.B. Esche, Erle), aber selbst die Blätter früher Sorten wie der Birke treiben am 21. März noch nicht aus. Daher finden an diesem Tag verschiedene Aktionen wie Exkursionen oder Vorträgen statt, um die Aufmerksamkeit für diesen Tag zu erhöhen.

Wie wir wissen, zählt Deutschland zu den waldreichsten Ländern Europas. Und viele Wälder sind wahre Schatzkammern der Natur. Das lässt sich jetzt im Frühling besonders intensiv erleben. Daher ab in den Wald!

Der erste Kur-, und Heilwald in Deutschland

Schon häufiger haben wir über die positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Waldes berichtet. Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass die Heilkräfte des Waldes eine abhärtende, beruhigende und aktivierende Wirkung auf den Menschen haben. Verschiedene Studien bestätigen, dass schon der bloße Aufenthalt im Wald unsere Stimmung hebt und die Entspannung fördert.

Die fernöstliche Tradition des Waldbadens (jap. Shinrin Yoku) wird auch in Europa in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter. Frei übersetzt bedeutet es “Baden in der Waldluft“, das Eintauchen in den Wald, mit all seinen Düften und den verschiedenen Lichtstimmungen.

Der Trend des  „Waldbadens“ ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Auf Usedom wirbt das Ostseebad Heringsdorf damit, „Europas ersten ausgewiesenen Kur- und Heilwald“ zu haben. Nach eigenen Angaben „schöpfen im Kur- und Heilwald Usedom Menschen mit Bluthochdruck, Atemwegsbeschwerden, Allergien oder psychosomatischen Erkrankungen neue Kräfte.“ Das Gebiet umfasst 180 Hektar und soll ein Vorbild für ähnliche Projekte sein. Sogenannte „Waldbademeister“ sind hier im Einsatz und bilden als Multiplikatoren neue Kursleiter aus.

Kur- und Heilwald Usedom (Quelle: www.usedom.de)

Aber ob es die Waldtherapie tatsächlich bald auf Rezept gibt, ist leider noch ungewiss. Denn nun müssen zunächst weitere Untersuchungen zeigen, inwieweit unsere heimischen Wälder für medizinische Zwecke nutzbar sind. Der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin sind bislang „dazu keine qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt.“

Die medizinische Nutzbarkeit des Waldes ist durch japanische und koreanische Studien belegt, doch unterscheiden sich unsere Wälder aus Fichten, Eichen und Buchen in der Baumartenzusammensetzung deutlich von den asiatischen Waldgesellschaften aus Lerchen, Pinien und Zedern.

Was nicht heißen soll, dass ein Spaziergang in unseren Wäldern weniger empfehlenswert ist! Denn ein Aufenthalt im Wald hat durchaus eine positive Stimulation auf unser Immunsystem und kann unser physisches und psychisches Wohlergehen fördern. Und das „Behandlungszimmer Wald“ bietet Platz für jedermann, schließlich sind 32 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands mit Wald bedeckt. So stehen rein rechnerisch aktuell  jedem/jeder Deutschen rund 1.300 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Und das ganz ohne Rezept!

Fakten rund um den Baum des Jahres 2019: Die Flatterulme

Dürfen wir vorstellen: Die Flatterulme (Ulmus laevis), 31. Baum des Jahres und damit Nachfolgerin der Edelkastanie, die den Titel im Jahr 2018 trug.

Ihren Namen verdankt die selten gewordene Flatter-Ulme ihren kleinen, lang gestielten, in Büscheln hängenden Blüten und Früchten, welche im Wind „flattern“. Dieses Merkmal unterscheidet sie von den anderen beiden heimischen Ulmenarten. Bereits vor mehr als 10.00 Jahren wanderte die Flatterulme in Mittel-, und Osteuropa ein und ist heute vor allem im kontinentaleren Osteuropa verbreitet.

 

Blütenstand der Flatterulme (Quelle: Wikipedia)

 

Deutschlandweit beschränkt sich die Verbreitung vorwiegend auf die östlichen Bundesländer wie Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In den anderen Gebieten ist sie seltener anzutreffen und hier meist an größeren Flusstälern wie der Rhein-Main- Ebene, entlang der Donau und im Oberrheingraben. Da der Baum gern an Flüssen und in Auwäldern wächst, verlor er in den letzten Jahrzehnten durch begradigte Flussläufe und trockengelegte Feuchtgebiete große Teile des Lebensraumes.

Freistehende Flatterulme (Quelle: Wikipedia)

 

Die Wuchshöhe der Flatter-Ulme kann über 30 m erreichen, unter günstigen Bedingungen sogar bis 40 m und mehr. Der Stammumfang von alten Flatterulmen kann über neun Meter betragen. Die Bäume bilden im Einzelstand meist eine weit ausladende Krone. Zudem ist die Flatterulme das einzige heimische Gehölz, das in den Ansätzen Brettwurzeln ausbilden kann, eine typische Wurzelform für Bäume des Regenwaldes. Besonders stark ausgeprägt wird diese auffallende Wurzelform auf flachgründigen und nassen Böden, um die Standfestigkeit der Bäume zu erhöhen.

 

Brettwurzeln (Quelle: Wikipedia)

Durch die deutlichere Widerstandfähigkeit gegenüber dem Ulmensterben ist die bisher wenig bekannte Baumart verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Bergulme und Feldulme, die beiden weiteren heimischen Ulmenarten, sind durch das Ulmensterben stark vom Aussterben bedroht. Denn seit rund 100 Jahren werden diese durch die Holländische Ulmenkrankheit dezimiert. Doch auch die Flatterulme steht regional auf der Roten Liste der bedrohten Arten, da ihre Lebensräume in den letzten Jahrhunderten schrumpften.

„Nach Jahrhunderten der Lebensraumzerstörung ist es Zeit, die Flatter-Ulme neu ins Bewusstsein von Städteplanern und Forstleuten zu holen“, sagte die von der Stiftung Baum des Jahres in Berlin benannte Baumkönigin Caroline Hensel.

Fakten rund um den Weihnachtsbaum

Für viele ist ein geschmückter Tannenbaum der symbolische Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Doch wie kommt es eigentlich, dass wir uns Weihnachten einen Nadelbaum ins heimische Wohnzimmer stellen?

Dieser Brauch ist mehr als 500 Jahre alt. Doch schon deutlich länger ist es Brauch, die Wohnung in der düsteren Winterzeit mit Pflanzen als Symbol für neues Leben und mit Kerzen als Hoffnung auf mehr Licht zu schmücken. Immergrüne Pflanzen waren bereits in frühen heidnischen Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Es ist überliefert, dass die Germanen Tannenzweige zur Wintersonnenwende vor ihren Häusern und an öffentlichen Orten platziert haben.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch des mit Kerzen dekorierten Tannenbaum zunächst bei wohlhabenden Bürgern und hohen Beamten in den Städten. Denn zu dieser Zeit waren Tannenbäume in Mitteleuropa noch ein knappes Gut und daher sehr kostspielig. Um die steigende Nachfrage zu decken, wurden ab dem 19. Jahrhundert vermehrt Fichten-, und Tannenwälder angelegt. Nach und nach wurde der geschmückte Weihnachtsbaum auch in bürgerlichen Wohnzimmern zum festlichen Inventar.

In Mitteleuropa wird hauptsächlich die Nordmanntanne als Christbaum verwendet. Der Grund für die Beliebtheit der Nordmanntannen liegt auf der Hand: die Nadeln pieksen nicht. Zudem sind ihre Nadeln relativ weich, trocknen nicht so schnell aus und fallen auch trocken seltener ab. Allerdings verströmen Nordmanntannen nicht den typischen Tannenbaum-Duft, da sie nur einen geringen Harz-Gehalt aufweisen.

Nordmanntannen

Doch auch die etwas günstigeren Fichten sind nach wie vor sehr verbreitet. Fichten waren bis Ende der Fünfzigerjahre sozusagen das Synonym für den Weihnachtsbaum. Mittlerweile findet man diese aufgrund des günstigeren Preises oft eher als Dekoration auf Weihnachtsmärkten.

Der Markt verlangt Nordmanntannen. Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume werden dieses Jahr wieder verkauft, allein in Deutschland. Rund 70 bis 80 Prozent der Weihnachtsbäume in Deutschland werden Nordmanntannen sein. Weil der Bedarf regional nicht zu decken ist werden viele der Bäume importiert, vor allem aus Dänemark.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sollten auch beim Weihnachtsbaumkauf eine Rolle spielen. Empfehlenswert sind ungespritzte, ökologisch gezogene Weihnachtsbäume, auch wenn diese etwas teurer sind als konventionelle Bäume. Zwar stammen diese ebenfalls aus Kulturen, wachsen aber ohne Einsatz von Spritzmitteln.  Das ist gut für die Natur und das Raumklima. Verkauft werden Öko-Weihnachtsbäume beispielsweise bei Bio-Landwirten und sind zum Beispiel an einem Zertifikat der Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, Forest Stewardship Council (FSC), zu erkennen. Auch das sechseckige EU-Bio-Logo, das man von Lebensmitteln kennt, ist an einigen Bäumen zu finden.

Fichtenwälder in Mitteleuropa

Ungefähr jeder vierte Baum in deutschen Wäldern ist eine Fichte, in Bayern sogar fast jeder zweite! Der Grund hierfür liegt in der ausgeprägten Nutzung der Wälder im Mittelalter und vor der Industriellen Revolution, welche zu einem Tiefstand der Bewaldung zu Beginn des 19. Jahrhunderts führt. Zeitgleich stieg damals der Holzbedarf enorm an, denn der Bergbau, die Eisenverhüttung, die Bauwirtschaft und auch die Energiegewinnung waren auf die Ressource Holz angewiesen. Also musste eine Lösung für die drohend Holznot gefunden werden. Aus diesem Grund wurden kahle Gebiete gezielt mit der ertragreichen, anspruchslosen Fichte aufgeforstet. So ist es allein dem Menschen zu verdanken, dass die Fichte zur häufigstem Baumart in Mitteleuropa wurde.

Die Folgen sind bis heute sichtbar: in deutschen Wäldern stehen rund 1207 Mio. Kubikmeter Fichtenholz. Dies entspricht etwa einem Drittel des gesamten hiesigen Holzvorkommens. Dank ihres schnellen Wachstums und der ausgezeichneten Holzeigenschaften ist die Fichte bis heute der wichtigste Baum der Forstwirtschaft.

Natürliche Verbreitungsgebiete der Fichtenwälder sind Gebiete ab circa 650 Höhenmetern wie die höheren deutschen Mittelgebirge (Erzgebirge, Fichtelgebirge, Thüringer Wald, Harz), das Alpenvorland und die Alpen. Denn die Fichte bevorzugt kühle und feuchte Standorte. Im Gegenansatz zu den Fichtenmonokulturen in tieferen Lagen wachsen die Bäume hier nicht so dicht. Dadurch bieten die Wälder vielen Tierarten einen Lebensraum, hauptsächlich Vogelarten wie der Haubenmeise oder dem Schwarzspecht.

Die Krone der Fichte ist ganzjährig mit Nadeln bestückt. Fichtennadeln sind immergrün und bleiben in der Regel 6 bis 13 Jahre an den Zweigen, bevor Sie verschlissen sind und erneuert werden. Im Schnitt erreichen die Bäume eine Wuchshöhe von 20 bis 60 Metern.

Fichten besitzen recht flache Wurzeln, wodurch sie besonders anfällig für Windwurf sind. Die durch den Klimawandel zunehmenden extremen Wetterereignisse wie Stürme bedrohen die großflächigen Fichtenwälder, vor allem wenn Sie in Monokulturen angepflanzt sind. Auch hierhin liegt einer der Gründe, warum der Fichtenbestand in Deutschland seit einigen Jahren deutlich zurückgeht. Dies zeigt erneut wie notwenig einer Durchmischung unserer Wälder ist!

Es ist Herbst!

Wenn die Tage allmählich kürzer und die Nächte entsprechend wieder länger werden, bedeutete dies: der Herbst steht vor der Tür. Heute, am 23. September 2018 ist der kalendarische Herbstanfang auf der Nordhalbkugel.

Aber beginnt der Herbst eigentlich jedes Jahr am selben Tag?


Nein, denn der Herbstanfang fällt entgegen dieser weit verbreiteten Vermutung nicht in dem Jahr auf das selbe Datum. Zumindest dann nicht, wenn man von der kalendarischen bzw. astronomischen Variante zur Bestimmung des Beginns der Jahreszeit spricht. Denn diese ist vom Stand der Sonne über dem Äquator abhängig und entspricht dem Tag, an dem die Sonne genau senkrecht über dem Äquator steht und Tag und Nacht in ihrer zeitlichen Länge weitgehend identisch sind. An diesem Tag vergehen 12 Stunden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, man spricht auch von der Tag-Nacht-Gleiche.

Und da die Erde keine exakt runde Form aufweist, ist der genau Zeitpunkt des kalendarischen Herbstbeginns zeitlichen Schwankungen unterzogen und liegt auf der Nordhalbkugel zwischen dem 22. und 23. September.

Auf die Pilze, fertig, los!

Der Sommer neigt sich so langsam aber sicher dem Ende zu. Doch das heißt auch: Die Pilzsaison beginnt! Besonders im Spätsommer und Frühherbst ist (nicht nur) für Pilzliebhaber die beste Zeit für Waldspaziergänge. Doch bei der Suche stellen sich einige Fragen:

Wann ist die beste Zeit für eine erfolgreiche Pilzjagd?

In welchen Wäldern findet man denn überhaupt die heißbegehrten Speisepilze?

Und was gilt es beim Suchen und Sammeln sonst noch zu beachten?

Was die wenigsten Leute wissen: Zwar finden sich grade im Herbst die meisten Pilze, doch wachsen diese das ganze Jahr über! Auch im Frühling oder Winter stehen die Chancen gut, Speisepilze wie zum Beispiel Morcheln, Schopftintlinge oder Maipilze zu finden.

Essbare Pilze kann man an vielen Standorttypen finden: Einige Arten bevorzugen Böden von Nadel-, Misch- oder Laubwäldern, andere hingegen wachsen bevorzugt auf Wiesenstandorten. Fündig werden kann man nahezu überall dort, wo der Boden frei und nicht von zu vielen krautigen Pflanzen bedeckt ist. Rotkappen beispielsweise findet man bis in den November unter Birken, Pappeln und Hainbuchen. Maronenröhrlinge wachsen unter Kiefern und Fichten, da diese saure Böden bevorzugen, ab und zu aber auch in Laubwäldern.

Rotkappe

 

Beim Alter der Pilze sollte man darauf achten, keine alten Exemplare zu ernten, denn diese schmecken meist nicht mehr. Zu junge Pilze sind oft sehr schwer zu bestimmen, was eine gewisse Gefahr mit sich bringt. Im besten Fall sollten die Pilze direkt nach der Ernte vor Ort grob abgeputzt und von Blättern und Nadeln befreit werden. Auch lohnt es sich, unschöne angefressene Stellen direkt großzügig abzuschneiden.

Es ist empfehlenswert für das Sammeln und den Transport der Pilze keine Plastiktüten zu verwenden. Denn der Luftmangel fördert die Eiweißzersetzung der Pilze. Daher lieber einen offenen Behälter oder Korb nutzen.

Vor dem Einsammeln eines Pilzes ist es ratsam, direkt zu prüfen, ob dieser genießbar ist oder nicht. Das wahllose Sammeln und spätere Bestimmen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch Teile von Giftpilzen einschleichen. Zudem sind diese zwar für Menschen ungenießbar und teilweise gefährlich, doch dienen sie für Tiere als Nahrungsquelle und sind bedeutsam für das Ökosystem.

Maronenröhrling

Und der wichtigste Tip zu Schluss: Vor dem Verzehr eines Pilzes sollte man sich 100 %- ig sicher sein, um welche Art es sich hier handelt! Es ist oft nicht leicht einen Giftpilz von einem ungiftigen zu unterscheiden, da in vielen Fällen mehr als fünf sichere Bestimmungsmerkmale nötig sind und sich viele Pilzarten sehr ähnlich sehen!

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bringt seine Ausbeute zur örtlichen Pilzberatungsstelle. Für ambitionierte PilzsammlerInnen kann der Besuch eines Pilzseminars interessant sein! Die deutsche Gesellschaft für Mykologie bildet Pilzsachverständige aus, die in ganz Deutschland Pilzkurse anbieten.

Der Wald wächst!

Das sind doch mal gute Neuigkeiten: In den letzten Jahrzehnten hat die globale Waldbedeckung beachtlich zugenommen! So ist der Anteil der waldbedeckten Fläche auf der Erde um sieben Prozent angestiegen.

Die im August 2018 in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie „Global land change from 1982 to 2016“ (https://www.nature.com/articles/s41586-018-0411-9) eines Forscherteams der University of Maryland zeigt, dass die Fläche, auf der mindestens fünf Meter hohe Bäume wachsen, um rund 2,24 Millionen Quadratkilometer angestiegen ist. Die Ergebnisse basieren auf einer Analyse von jährlichen Satellitendaten zwischen 1982 bis 2016.

Diese Entwicklungen haben verschiedene Gründe. Zum einen wirken sich große Aufforstungsprojekte ins Asien und Europa positiv auf die Ausdehnung der Waldfläche aus, zum anderen erweitert der Klimawandel die Wachstumszonen verschiedener Baumarten.

Wälder der nördlichen Breiten

Das lässt schon darauf schließen, dass die Ausweitungen nur regional beschränkt sind. Während sich die Wälder in den nördlichen Breiten ausdehnen, läuft die Abholzung in den Tropen weiterhin uneingeschränkt weiter. Doch prinzipiell werden die Verluste in den Tropen durch Gewinne in den gemäßigten Breiten übertroffen.

In Asien und Europa wächst der Wald, was speziell in China durch ein umfassendes Aufforstungsprogramm begründet werden kann. Besonders das Klima der nördlichen Breiten wird durch die anhaltenden klimatischen Veränderungen milder, was insbesondere für kälteempfindliche Baumarten neue Wachstumsregionen eröffnet.

 

Südamerikanischer Regenwald am Amazonas

 

Gedämpft wird die Euphorie leider durch die Tatsache, dass die Abholzungsrate vor allem in den südamerikanischen Ländern Brasilien, Argentinien und Paraguay weiterhin hoch ist. Hier schrumpfte die Waldfläche um knapp 385.000 Quadratkilometer, da sie meist neu erschlossenen Agrarflächen zum Opfer fällt. Auch im im zentralafrikanischen Kongobecken, in Südostasien und im australischen Bundesstaat Queensland steigt die Entwaldung fortlaufend.