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Allgemein

Deutsche Waldtage 2020 – Zeig dein Grünes Herz

Vom 18.-20. September 2020 veranstaltete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt vom Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) nach 2016 und 2018 die dritten „Deutschen Waldtage“. Zu einem wichtigen Thema zählt in diesem Jahr der „Wald im Klimastress“. Denn viele Faktoren wie Stürme, Waldbrände, extreme Dürre- und Hitzeperioden und der massive Borkenkäferbefall haben in den letzten Jahren zu dramatischen Waldschäden geführt. Wir müssen alles dafür tun, um die Fähigkeit unserer Wälder für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und als Ort der Erholung zu erhalten. Zwar haben Bund und Länder viele Projekte und Maßnahmen auf den Weg gebracht, doch die Verantwortung für einen stabilen Wald der Zukunft liegt bei uns allen.

Logo Deutsche Waldtage Quelle: www.deutsche-waldtage.de

 

Um unsere Wälder für künftige Generationen zu erhalten, sind neben Politik und Forstwirtschaft auch wir alle gefordert. Das Motto der „Deutschen Waldtage 2020“ lautet daher „Gemeinsam! Für den Wald“, unter dem Forstleute, Vereine, Organisationen und Waldbesitzer gemeinsam mit weiteren lokalen Akteuren bundesweit Bürgerinnen und Bürger zu über 600 Veranstaltungen in die Wälder eingeladen haben. Mit Mittelpunkt standen hier Informationen rund um den Wald und insbesondere der Dialog über den „Wald im Klimastress“ und die Maßnahmen zum Schutz der Wälder. Aktuell stehen Forstleute und Waldbesitzende vor der Jahrhundertaufgabe, den Wald vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und für die Zukunft zu stärken. Dabei sind sie auf die Solidarität und Unterstützung aller angewiesen, denen der Wald am Herzen liegt.

Und so wurde passenderweise das „Grüne Herz“ als Symbol der Deutschen Waldtage 2020 eingeführt. Mit dem grünen Herzen ist es möglich, Sympathie für den Wald und Solidarität mit den Menschen, die für den Erhalt des Waldes arbeiten, zu zeigen. Das „Grüne Herz“ ist dabei nicht auf die Deutschen Waldtage beschränkt, sondern soll auch darüber hinaus in ganz Deutschland sichtbar sein und so eine breite Unterstützung für die Wälder und die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland dokumentieren.

Kampagne „Gemeinsam! Für den Wald“ Quelle: www.deutsche-waldtage.de

Bei der Mitmachaktion „Grünes Herz“ sind alle dazu aufgerufen, ihr Grünes Herz für den Wald zu zeigen. Mitmachen geht ganz einfach: Einfach ein Foto oder Video mit einem Grünen Herzen aufnehmen, gerne ein persönliches Statement über den Wald hinzufügen und an das Organisationsbüro der Waldtage einsenden. Eine genaue Anleitung inklusive „Grünes Herz“ Vorlagen gibt’s unter: https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de/aktion.php.

Die Bilder und Videos werden anschließend auf der Homepage der Deutschen Waldtage veröffentlicht und in den Social-Media-Profilen vorgestellt. Weitere Informationen zu dieser Mitmachaktion gibt es unter https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de.

 

Ursachen für Waldbrände in Deutschland

Die warmen Monate machen unseren Wäldern ganz schön zu schaffen, denn die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr in Deutschland rapide steigen. Noch am 05. August waren große Gebiete in Brandenburg, sowie Gebiete rund um Odenwald, Spessart und die Lüneburger Heide besonders betroffen. Innerhalb von 5 sehr heißen und trockenen Tagen verschäfte sich die Lage in ganz Deutschland dramatisch. Anschaulich dargestellt wird dies auf den Karten des Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes.

 

Waldbrandgefahrenindex vom 10.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)
Waldbrandgefahrenindex vom 05.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)

 

Glücklicherweise sind in diesem Jahr  große Waldbrände in Deutschland bisher ausgeblieben. Für die Entstehung von Waldbränden gibt es verschiedene Ursachen, doch die einzig natürliche Ursache in Deutschland ist der Blitzschlag ist. So liegt es auf der Hand, dass das menschliche Verhalten großen Einfluss auf die Entstehung der Brände hat. Allein im Jahr 2018 gab es bei uns knapp 1.700 Waldbrände auf einer Fläche von 2.349 Hektar – die größte Fläche seit 26 Jahren. Blitzeinschläge sind jedoch nur für einen kleinen Teil der Brände verantwortlich, nur 5% der Waldbrände im Jahr 2018 wurden durch natürliche Ursachen ausgelöst (Quelle: Umweltbundesamt).

Bei den Feuern, bei denen eine Ursache bestimmt werden kann, sind im Wesentlichen zwei Faktoren von besonderer Bedeutung: Zum einen Brandstiftung und Fahrlässigkeit und zum anderen das Klima,- und Witterungsgeschehen.

Waldbrandursachen 2018 (Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung)

 

Da unser menschliches Handeln somit ausschlaggebend für das Auftreten von Waldbränden ist, sollten wir alle, besonders in Zeiten von Trockenheit, die bekannten Regeln beachten: keine Feuer im Wald oder in der Nähe von Wäldern entzünden, keine glühenden Zigarettenkippen oder Streichhölzer achtlos wegwerfen und Fahrzeuge nicht auf trockenem Untergrund parken. Denn heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen von Autos und Motorrädern können eine Wiese oder das Unterholz entzünden. Auch Glasflaschen und -scherben können die Sonnenstrahlen wie Brenngläser bündeln und so trockenes Gras oder Laub entzünden.

Ursprünglich bestehen die natürlichen Waldökosysteme in Mitteleuropa überwiegend aus einer bunten Mischung aus Buchen, Eichen, Fichten und anderen Bäume. Da der Waldboden in diesen artenreichen Laubmischwäldern schattiger und somit deutlich kühler ist, leiden diese seltener unter Feuer oder Dürre. Zudem können die Blätter der Laubbäume in der Regel größere Mengen Wasser speichern. Die durch den Menschen angepflanzte Kiefern-, und Fichtenplantagen kommen ursprünglich aus Nordeuropa und sind an ein kühles, feuchtes Klima angepasst. Die Nadeln dieser Bäume enthalten ätherische Öle, die bei Trockenheit leicht entflammbar sind.

Unsere Wälder im Stress

Eines der Ziele unseres Projektes Baumgeben ist die Durchmischungen von überwiegend durch Monokultur geprägten Waldregionen. Durch unsere regelmäßigen Baumpflanzungen wandeln wir diese in gesunde, stressresistentere Mischwäldern aus Nadel- und Laubbäumen um.

Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigt sich nochmals deutlich in den zwei vergangenen trockenen Jahren und dem geringen Niederschlag im Frühjahr 2020: Unsere Wälder müssen zurzeit mit großem Trockenstress umgehen. Mit mehr naturnahen Mischwäldern geben wie den Wäldern sozusagen die Chance zur Selbsthilfe.

Doch nicht nur der ausbleibende Regen, sondern auch Stürme, überdurchschnittlich viele Waldbrände und ein intensiver Borkenkäferbefall, haben den Wäldern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren immens zugesetzt.

Ende Februar 2020 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aktualisierte Daten zu den Waldschäden seit 2018 sowie die für 2020 zu erwartenden Schäden veröffentlicht. Und die Zahlen sind erschreckend: Demnach gehen die Fachleute von einem Schadholzbefall von 160 Millionen Kubikmeter und einer Fläche von 245.000 Hektar aus, die wiederbewaldet werden müssen.

Im Hinblick auf diese Entwicklungen kommt es jetzt im Wesentlichen darauf an, die Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel auszurichten.

Sowohl bei der Wiederbewaldung der Schadflächen, als auch beim nachhaltigen Waldumbau hin zu stabilen und anpassungsfähigen Wäldern ist es wichtig, auf eine naturnahe, der jeweiligen Region angepasste Bepflanzung zu achten. Gemeinsam mit Landal Green Parks und in Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz, setzt Baumgeben diese Maßnahmen um und trägt somit zum Erhalt unserer Wälder bei!

Frühjahr 2020 – Baumpflanzungen in Krisenzeiten

Endlich war es wieder soweit! Wir freuen uns, von den nächsten Baumpflanzungen berichten zu können,  die in den letzten Monaten im Rahmen unseres Projektes in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Saarburg stattfanden. So konnten insgesamt 7.500 neue Bäume gepflanzt werden!

Aktuell dominiert die Corona-Krise unseren Alltag, sodass die Öffentlichkeit kaum etwas anderes mehr wahrnimmt. Dies führt dazu, dass die globale Klimakrise und ihre unübersehbaren Folgen leider in den Hintergrund treten. Doch gerade die Trockenheit und Dürre der vergangenen Wochen geben uns einen Ausblick darauf, wie sich die Folgen der weltweiten Klimaerwärmung weiter verstärken werden. Die Klimaextreme mit Starkregen, Stürmen und Trockenheit haben in den vergangenen Jahre unübersehbare Folgen hinterlassen.

 

Besonders deutlich wird dies in den Wäldern der Mittelgebirgslagen in Rheinland-Pfalz, die in den Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Saarburg fallen. Um diese Wälder nachhaltig zu sichern und zu stabilisieren, lösen die MitarbeiterInnen des Forstamtes Saarburg mit ihrer Arbeit die bisher überwiegend durch Monokultur geprägte Waldregion, durch einen Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen ab. Nur so kann die Artenvielfalt erhöht und die vielfältigen Funktionen der Wälder für die Gesellschaft gesichert werden. Schon seit vielen Jahren werden hier heimische Laubbäume in den Schatten der zum Teil bereits 30-40 m hohen Nadelbäume gepflanzt. Nun wachsen neben Weißtannen, Lärchen, Douglasien, Moorbirken und Bergahorn auch kleine Erlen in den bunt gemischten Wäldern. Denn die Mischung macht`s!

Die Vorteile der Baumpflanzungen sind vielfältig: Neben Erhöhung der Biodiversität des Ökosystems Wald, kann hierdurch auch gewährleistet werden, dass die kargen Böden des Hunsrücks auf lange Sicht mit Wald bedeckt sind und die wichtigen Funktionen der Wälder gesichert werden. Diese reichen vom Erosionsschutz der Waldböden, über die Funktion der Wasserspeicherung und -filterung, bis zur Erhaltung des Lebensraumes für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.

Earth Day 2020

Heute ist der Tag der Erde!

In diesem besonderen Jahr feiert der Earth Day unter dem Motto „StadtNatur – vernetzt, klimaaktiv, lebenswert – lasst die Städte blühen!“ sein 50. Jubiläum.

Auch wenn die geplanten Veranstaltungen erstmal auf den September 2020 verschoben sind, können wir alle dennoch jetzt schon etwas tun, denn die Welt steht zwar still – dreht sich aber dennoch weiter. 

Pflanzt Blumen in euren Gärten, lasst die (Stadt)Natur erblühen oder spendet an eine Naturschutzorganisation eurer Wahl!

Eine dicht bebaute Stadt ist ein Stück der Natur, denn auch besiedelte und versiegelte Flächen sind in das komplexe Ökosystem eingebettet. Stadtnatur ist besonders wertvoll, denn Grünanlagen können die Temperaturen im Vergleich zur bebauten Umgebung ausgleichen und erheblich senken. Auch für die urbane Tier- und Pflanzenwelt sind städtische Grünräume wichtig.

Seit einigen Jahren wird das Urban Gardening, das Gärtnern in der Stadt, immer beliebter. Hier kann jeder seine Ideen selbst verwirklichen und sich somit aktiv für den Klimaschutz einbringen!

Tag des Waldes

Zum diesjährigen Tag des Waldes am 21. März startet die weltgrößte Waldschutzorganisation PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) eine ganz besondere Aktion. Unter dem Motto „Wir pflanzen für das Klima“ sind sowohl im März/April sowie im Oktober/November in acht Waldhauptstädte in sechs Bundesländern gemeinschaftliche, überregionale Baumpflanzaktionen mit Bürgerbeteiligung geplant.*

Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort werden Zeichen für den Erhalt unserer Wälder und eine nachhaltige Holznutzung gesetzt.Aber sind eigentlich Waldhauptstädte? Der Titel „PEFC-Waldhauptstadt“ wird von der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e.V. an Städte und Gemeinden verliehen, die sich in besonderer Form für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung engagieren und ihre kommunalen Wälder schon seit vielen Jahren nach den strengen ökologischen, ökonomischen und sozialen PEFC-Standards. Hierzu zählt unter anderem der Aufbau von Wäldern mit einer Mischung unterschiedlicher Baumarten, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu erhöhen, sowie eine Förderung der Biodiversität durch naturnahe Bewirtschaftungsmethoden.

Zudem setzen sich die Städte in besonderem Maße dafür ein, ihren Bürgerinnen und Bürgern die Bedeutung der eigenen Wälder und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung näherzubringen.

„Trockenheit, Stürme und in der Folge Schädlinge wie der Borkenkäfer haben den Wäldern in vielen Regionen in den letzten beiden Jahren stark zugesetzt. Die Schäden sind auch für die Waldbesucher deutlich sichtbar und viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich: Wie können wir dem Wald jetzt helfen? Mit den Baumpflanzaktionen wollen wir und die anderen PEFC-Waldhauptstädte in Deutschland ein Zeichen der Hoffnung setzen und ein starkes Signal für einen nachhaltigen Umgang mit unseren wertvollen Waldressourcen aussenden“, erklärt Dr. Thomas Schöne, Bürgermeister von Warstein, der PEFC-Waldhauptstadt 2020. (Quelle: https://tag-des-waldes.de).

Laut PEFC geht es bei den konzertierten Baumpflanzaktionen nicht darum, einen neuen Baumpflanzrekord aufzustellen, sondern soll unter anderem dazu dienen, dass Bürgerinnen und Bürger vor ihrer Haustür Bäume pflanzen und so zur Erhaltung des heimischen Waldes beitragen.

 

*In Anbetracht der aktuellen Situation kann es zu einer Verschiebung der geplanten Termine kommen. Der Wald bleibt aber dennoch für alle geöffnet 🙂

Risikofaktoren für Sturmschäden im Wald

Gerade im Winter sind orkanartige Stürme nichts Ungewöhnliches und bringen entsprechende Sturmschäden in den Wäldern mit sich. Spannend ist es, mal einen Blick darauf zu werfen, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit für Sturmschäden beeinflussen und wie wir diesen teilweise mit Maßnahmen entgegenwirken können.

Zunächst stellt die Baumhöhe einen wichtigen Faktor für Sturmschäden im Wald dar, denn mit der Höhe der Bäume steigt auch die Hebelkraft zwischen Krone und Boden. Deshalb werden Sturmschäden mit zunehmender Baumhöhe wahrscheinlicher, insbesondere wenn einzelne Bäume die umliegenden Bäume deutlich überragen.

Auch die Dicke der Bäume hat einen Einfluss auf das Risiko von Sturmschäden, wobei ersichtlich ist, dass Bäume mit einem größeren Umfang stabiler sind als dünne, da diese bei Sturm schnell brechen können.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Baumart mit ihren jeweiligen Besonderheiten. Fichten sind besonders anfällig für Windwurf, denn sie besitzen recht flache, tellerartige Wurzeln, die unter extremen Windbedingungen keinen stabilen Halt bieten. Großflächige Fichtenwälder sind speziell bedroht, wenn sie in Monokulturen angepflanzt sind. Dies ist einer der Gründe, warum der Fichtenbestand in Deutschland seit einigen Jahren deutlich zurückgeht. Daneben sind Eichen durch ihre tiefen Pfahlwurzeln tiefer und stabiler im Boden verankert und können so starken Winden besser trotzen.

Die bodenkundlichen Verhältnisse (Bodenchemie, Bodenphysik), welche die Durchwurzelung des Bodens prägen, spielen somit auch eine Rolle für die Widerstandsfähigkeit der Bäume. Denn das baumartenspezifische Durchwurzelungsvermögen wird durch die Bodeneigenschaften geprägt. In den Wintermonaten haben Laubbäume zudem den Vorteil, dass ihre Kronen dem Wind weniger Angriffsfläche bieten als immergrüne Nadelbäume.

 

 

Waldgebiet des Jahres 2019: Urbane Wälder Rhein / Ruhr

Bereits zum 9. Mal wurde die Auszeichnung “Waldgebiet des Jahres“ vom Bund Deutscher Forstleute (BDF) vergeben.

Nachdem der Titel im letzten Jahr an den „Wermsdorfer Wald“ in Sachsen ging, wurde der Titel 2019 an die „Urbanen Wälder Rhein / Ruhr“ verliehen und geht somit zum ersten Mal nicht an einen eng umgrenzten und historisch gewachsenen Wald, sondern an alle Wälder einer großräumig abgegrenzten Region.

Ziel der Ausweisung von Waldgebieten des Jahres ist es unter anderem, die Bedeutung der Wälder dauerhaft im öffentlichen Focus zu verankern. Die Wälder von Rhein und Ruhr bilden keinen geschlossenen Waldkomplex, sondern einen Kulturraum mit vielfältigen, oft kleinflächigen Wäldern. Diese sind durch eine Vielfalt an Eigentümer, Funktionen, Nutzern und Interessierten gekennzeichnet.

Hier im Ballungsraum Rhein/Ruhr, welcher die größte Städteregion Deutschlands darstellt, sind die Einwirkungen des Menschen auf die Wälder besonders intensiv und dennoch ist der durch menschlichen Einfluss veränderte Wald die natürlichste Lebensgrundlage der Region.

Damit spielen die Wälder für die Metropolregion, die durch ein Netz von 24 Großstädten mit jeweils über 100.000 Einwohnern und insgesamt 10,6 Mio. Einwohnern geprägt ist, eine überaus wichtige Rolle.

Laut BDF gilt die die Auszeichnung nicht allein dem Wald selbst, sondern insbesondere der intensiven und erfolgreichen Arbeit der Forstleute und Waldeigentümer vor Ort. Zu dieser zählt unter anderem, den vielfältigen gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald gerecht zu werden.

„Die Forstleute von Rhein und Ruhr bewirtschaften „ihren“ Wald naturnah und verantwortungsvoll und sorgen mit zahlreichen Partnern für den nachhaltigen Schutz, eine sorgfältige Pflege und ermöglichen so die vielfältige Nutzung“, Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF.

Bäume pflanzen- aber richtig!

Jeder neu gepflanzte Baum hilft, das weltweite Klima zu schützen. Doch was genau muss man bei der Pflanzung eines Baums eigentlich beachten? Wir haben mal ein paar Tipps und Tricks rund ums Bäume pflanzen zusammengefasst:

Der beste Zeitpunkt

Grundsätzlich könne Bäume das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden frostfei ist und somit ein Pflanzloch ausgehoben werden kann. Doch idealerweise sollten Bäume während der Ruheperiode, das heißt zwischen Oktober und März gepflanzt werden. Denn die Wasserversorgung ist vor allem bei frisch gesetzten, jungen Bäumen essentiell. Bei einer Pflanzung im Sommer besteht die Gefahr, dass die Setzlinge wassertechnisch unterversorgt sind. Insbesondere in Regionen, die eher zu heißen, trockenen  Sommern tendieren, empfiehlt es sich Bäume im Herbst zu setzen, um sicherzustellen, dass sie den Winter über genug Feuchtigkeit erhalten und gut anwurzeln können. Frostempfindliche Bäume sollten besser im Frühjahr gepflanzt werden.

Richtiger Baum und passender Standort

Vor allem heimische Bäume sind gut an das vorherrschende Klima angepasst, daher sollte bei der Auswahl der passenden Baumart darauf geachtet, welche Arten in der entsprechenden Region heimisch sind. Sowohl die Bodeneigenschaften, als auch das Klima sind wichtige Standortfaktoren, die bei der Wahl des Baumes bedacht werden sollten. Tipp: Beim Transport und der Lagerung des Setzlings ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht austrocknen. Daher muss der Wurzelballen immer ausreichend mit Wasser versorgt sein!

 

Pflanzloch ausheben

Das Pflanzloch sollte etwas größer als der Wurzelballen sein, um den Wurzeln die Ausbreitung zu erleichtern. Empfehlenswert ist, auch die Erde des angrenzenden Bereiches aufzulockern, damit die Wurzeln leichter ihren Weg finden. Im Idealfall sollte der Baum so tief im Boden stehen, wie er ursprünglich gepflanzt war. Dies ist an der Verfärbung am Stamm oberhalb des Wurzelballens gut zu erkennen.

Den Baum ins Pflanzloch setzen

Ein Pfahl kann dem jungen Baum eine gute Hilfe sein. Um zu verhindern, dass die Wurzeln durch das Einschlagen des Pfahls verletzt werden, sollte schon vor der Pflanzung ein Pfahl in die Erde eingebracht werden. An diesem wird der Setzling nach der Pflanzung zur Stabilisierung festgebunden. Auch sollten die Wurzeln vor der Pflanzung  ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt sein. Um dem Baum einen sicheren Halt zu geben, muss die Erde nach der Füllung des Pflanzloches fest getreten werden.

 

Baum festbinden und Angießen

Mit Hilfe eines Kokosstricks oder Baumbinders aus Kunststoff wird der Baum am Pfahl bzw. den Pfählen festgebunden. Nach der Pflanzung muss der Baum ausreichend gewässert und ggf. gedüngt werden. Im ersten Jahr ist besonders darauf zu achten, dass der Wurzelbereich immer gut mit Wasser versorgt ist.

Wenn ihr diese Tipps beachtet, sollte einer erfolgreichen Baumpflanzung nichts mehr im Weg stehen.

Der Baum des Jahres 2020 – Die Robinie

Am 24. Oktober wurde die Robinie (lat. Robinia pseudoacacia) in Berlin zum Baum des Jahres 2020 gekürt. Mit ihren Fliederblättern und duftend weißen Blüten sei die Baumart ein schöner Farbtupfer in Deutschlands Parks, Gärten und Wäldern, teilte die Stiftung Baum des Jahres mit.

Die vor über 300 Jahren in Mitteleuropa eingeführte Robinie stellt für unsere heimische Flora eine Konkurrenz dar, denn sie ist eine Spezialistin im Besiedeln von unwirtlichen Lebensräumen wie Dünen oder extrem kargen Böden. Dies ist möglich, da die Robinie Symbiose mit Rhizobien betreibt – Bakterien, die in Knöllchen an ihrer Wurzel leben und Luftstickstoff fixieren können.

Doch die Robinie ist nicht unumstritten, denn als Neophyt (durch den Menschen eingeführte Pflanze) kann sie andere, heimische Pflanzen verdrängen. Denn ursprünglich stammt die Baumart aus Nordamerika westlich des Mississippi. Dennoch wird die Robinie wegen ihrer hohen Widerstandsfähigkeit als ein möglicher Hoffnungsträger im Klimawandel angesehen, da sie auch auf schwierigen Bodenverhältnissen wachsen kann.

Eine Robinie kann eine Wuchshöhe von bis zu 25 Metern erreichen und mehr als 150 Jahre alt werden.  Die lichtliebenden Bäume fallen vor allem in ihrer Blütezeit zwischen Mai und Juni durch ihre traubenförmig hängenden duftenden Schmetterlingsblüten ins Auge. Das sehr biegsame Holz der Robinie wird auch heute noch im Möbel- und Schiffsbau verwendet und das witterungsbeständige Robinienholz gilt besonders bei der Herstellung von Gartenmöbeln als hervorragende Alternative zu Tropenhölzern.

In Deutschland wurden die ersten Robinien 1670 im barocken Lustgarten des Berliner Stadtschlosses gepflanzt. Als Park-, und Alleebaum wird die Robinie nach wie vor genutzt und hat ihren Platz auch innerhalb der Städte und in kleineren Privatgärten gefunden. Heutzutage findet man sie auch wieder zunehmend innerhalb von Ortschaften, da sie recht salz- und immissionstolerant ist und gut mit dem städtischen Klima zurechtkommt. Vor allem aber wird sie aufgrund ihres dichten, weit in die Breite reichenden Feinwurzelsystems zur Bodensicherung an Bahndämmen, Straßenböschungen oder Steilhängen eingesetzt.

Der Anteil von Robinien in deutschen Wäldern ist insgesamt gering und beträgt lediglich etwa 0,1 Prozent, wobei der Großteil in Brandenburg und den angrenzenden Gebieten von Sachsen-Anhalt zu finden ist. Die Robinie steht mittlerweile auf der Liste der invasiven Baumarten. Dadurch darf sie auch nicht mehr ohne Genehmigung in die Natur ausgebracht werden, um sicherzustellen, dass sie nicht in bedrohliche Nähe zu schutzwürdigen Gebieten gerät.