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Allgemein

Der Wald wächst!

Das sind doch mal gute Neuigkeiten: In den letzten Jahrzehnten hat die globale Waldbedeckung beachtlich zugenommen! So ist der Anteil der waldbedeckten Fläche auf der Erde um sieben Prozent angestiegen.

Die im August 2018 in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie „Global land change from 1982 to 2016“ (https://www.nature.com/articles/s41586-018-0411-9) eines Forscherteams der University of Maryland zeigt, dass die Fläche, auf der mindestens fünf Meter hohe Bäume wachsen, um rund 2,24 Millionen Quadratkilometer angestiegen ist. Die Ergebnisse basieren auf einer Analyse von jährlichen Satellitendaten zwischen 1982 bis 2016.

Diese Entwicklungen haben verschiedene Gründe. Zum einen wirken sich große Aufforstungsprojekte ins Asien und Europa positiv auf die Ausdehnung der Waldfläche aus, zum anderen erweitert der Klimawandel die Wachstumszonen verschiedener Baumarten.

Wälder der nördlichen Breiten

Das lässt schon darauf schließen, dass die Ausweitungen nur regional beschränkt sind. Während sich die Wälder in den nördlichen Breiten ausdehnen, läuft die Abholzung in den Tropen weiterhin uneingeschränkt weiter. Doch prinzipiell werden die Verluste in den Tropen durch Gewinne in den gemäßigten Breiten übertroffen.

In Asien und Europa wächst der Wald, was speziell in China durch ein umfassendes Aufforstungsprogramm begründet werden kann. Besonders das Klima der nördlichen Breiten wird durch die anhaltenden klimatischen Veränderungen milder, was insbesondere für kälteempfindliche Baumarten neue Wachstumsregionen eröffnet.

 

Südamerikanischer Regenwald am Amazonas

 

Gedämpft wird die Euphorie leider durch die Tatsache, dass die Abholzungsrate vor allem in den südamerikanischen Ländern Brasilien, Argentinien und Paraguay weiterhin hoch ist. Hier schrumpfte die Waldfläche um knapp 385.000 Quadratkilometer, da sie meist neu erschlossenen Agrarflächen zum Opfer fällt. Auch im im zentralafrikanischen Kongobecken, in Südostasien und im australischen Bundesstaat Queensland steigt die Entwaldung fortlaufend.

Was ist los mit den Platanen?

 

Platanen kommen in den deutschen Wäldern grundsätzlich eher selten vor. Doch als Stadtbäume sind sie aufgrund ihrer Robustheit gegenüber negativen Umwelteinflüssen wie Luftschadstoffen sehr beliebt. In vielen Städten fällt in diesen Wochen auf, dass rund um die Bäume große Stücke der abgeplatzten Rinde liegen. Denn seit einiger Zeit werfen die Bäume großflächig ihre Borke ab, sodass man sich fragt, ob die Bäume eventuell krank sind oder unter der anhaltenden Trockenheit leiden.

 

 

Doch dieser Vorgang ist bei Platanen in der warmen Jahreszeit durchaus üblich und kein Zeichen für Baumkrankheiten oder fehlendes Wasser. „Die abfallende Borke ist ein gutes Zeichen für Vitalität“, erklärt Horst Stobbe, Geschäftsführer des Instituts für Baumpflege in Hamburg. Grund für das Phänomen ist das starke Wachstum der Bäume, denn Platanen profitieren von den hohen Temperaturen des Sommers. Es handelt sich hier lediglich um den abgestorbenen Teil der Rinde, der durch das stattfindende Dickenwachstum langsam nach außen wandert, abstirbt und sich vom Stamm löst.

 

Waldbrandgefahr in Deutschland

Der schöne Sommer bringt leider auch einige negative Aspekte mit sich, denn die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr in Deutschland rapide steigen. Hiervon besonders stark betroffen sind die Mitte und der Osten Deutschlands, wie die aktuelle Karte des Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt.

 

 

 

Waldbrandgefahrenindex (WBI) vom 07.07.18 (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

 

Sie zeigt die Waldbrandgefahr in 5 Gefahrenstufen an: 5 = sehr hohe Gefahr (lila) bis 1= sehr geringe Gefahr (grün). Zur Berechnung des Waldbrandgefahrenindex werden die verschiedenen Faktoren Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsrat sowie die kurz- und langwellige Strahlung der Atmosphäre verwendet.

Aber wie entstehen Waldbrände? Die häufigste Ursache ist fahrlässige Brandstiftung wie z.B. durch weggeworfene glühende Zigaretten oder durch Grillen in der Nähe der Wälder. Oft führt auch Blitzeinschlag zu einem Brand.

Daher ist in diesen Tagen besondere Vorsicht geboten, wenn man in der freien Natur unterwegs ist!

Augen auf beim Holzkauf: Nachhaltige Holzsiegel

Beim Holzkauf ist es nützlich, wenn man sich anhand einfacher Erkennungsmerkmale über die Herkunft und die Produktionsbedingungen der entsprechenden Produkte informieren kann. Zur Orientierung dienen die verschiedenen Siegel auf den Produkten, welche eine unkomplizierte und schnelle Einordnungen erleichtern und mit deren Hilfe sich nachhaltige Hölzer und Holzprodukte erkennen lassen. Die bekanntesten und weltweit gültigen Siegel sind das FSC – und das PEFC Siegel.

Beide Siegel stellen hohe Anforderungen an die Nachhaltigkeit, die Umweltverträglichkeit der Waldbewirtschaftung, die soziale Kompetenz und die Arbeitsqualität der Forstbetriebe. Zudem erfüllen beide bestimmte Kriterien der EU-Kommission: Freiwilligkeit, unabhängige Überprüfung, Transparenz, Kosteneffizienz und offenen Zugang.

Doch worin unterscheiden sie sich?

Das FSC-Siegel ist ein internationales Zertifizierungssystem für die Waldwirtschaft und wird vom Forest Stewardship Council (FSC) vergeben. Die Nicht-Regierungsorganisation mit Sitz in Bonn wurde 1993 in Folge der Rio-Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung ins Leben gerufen.

Das FSC-Siegel (Quelle: Wikipedia)

 

FSC entwickelte 10 weltweit gültige Prinzipien und 56 Indikatoren zur Waldbewirtschaftung, die garantieren, dass Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Siegel aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Nur Wälder die nach den FSC-Standards bewirtschaftet werden, haben die Möglichkeit sich mit der FSC-Zertifizierung kennzeichnen zu lassen. Das Siegel soll zudem garantieren, dass in den Wäldern die vom Aussterben bedrohten Tier-, und Pflanzenarten geschützt und die Rechte der Ureinwohner und Arbeitnehmer gesichert werden. Die Wälder werden unter strengen Kriterien und Prinzipien bewirtschaftet, die dabei helfen, den Wald als Ökosystem nachhaltig zu erhalten und so dessen ökologische Funktionen zu sichern. Deutschlandweit sind rund 1,07 Mio Hektar Wald FSC-zertifiziert, was knapp 10 Prozent der gesamten Waldfläche entspricht.

 

Das PEFC-Siegel des PEFC Council (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) garantiert, dass das verwendete Holz überwiegend aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Laut Definition umfasst die PEFC-Zertifizierung den gesamten Produktionsprozess vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt.

Das PEFC-Siegel (Quelle: Wikipedia)

Weltweit sind derzeit circa 258 Mio. ha Wald nach PEFC zertifiziert. In Deutschland sind es mit 7,3 Mio. ha zwei Drittel des heimischen Waldes.

Uns Verbrauchern helfen die Siegel dabei, „gutes“ von „schlechtem“ Holz zu unterscheiden und so mit gutem Gewissen Holzprodukte zu kaufen.

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

Am 22. Mai ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt, auch bekannt unter dem Namen „Internationaler Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt“.

Seit dem Jahr 2000 wird dieser Aktionstag jährlich am 22. Mai begangen. Der Tag dient der Erinnerung an den 22. Mai 1992, an dem in Nairobi das UN-Übereinkommen über biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity (CBD)) offiziell angenommen wurde. Es trat Ende 1993 in Kraft.

 

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Gemeinsam mit dem Klimarahmenabkommen (UNFCCC) und der Wüstenkonvention (UNCCD) gehört das Übereinkommen zu den drei völkerrechtlichen Verträgen, die bei der Konferenz in Rio de Janeiro 1992 zur Unterzeichnung auslagen. Zu den zentralen Zielen des Übereinkommens zählen die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie die ausgewogene und gerechte Aufteilung der aus der Nutzung genetischer Ressourcen gewonnenen Vorteile.

„Die Biodiversitätskonvention ist ein Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Die Welt soll die biologische Vielfalt erhalten und ihre Grundelemente auf gerechte und ausgewogene Art nachhaltig nutzen. Konkret heißt dies, dass die Nutzung so erfolgen muss, dass die biologische Vielfalt langfristig nicht weiter gefährdet wird. Die Länder haben das Recht, über ihre biologischen Ressourcen zu verfügen, sind aber auch dafür verantwortlich, dass ihre biologische Vielfalt erhalten bleibt und dass ihre biologischen Ressourcen auf nachhaltige Weise genutzt werden“ (Quelle: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/weltgipfel_rio_de_janeiro_1992_539.htm).

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Bis heute zählt das Übereinkommen über die biologische Vielfalt mit über 196 teilnehmenden Vertragsstaaten zu einem der erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen. Darüber hinaus ist es das umfassendste verbindliche internationale Abkommen im Bereich Naturschutz und der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen.

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Bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt geht es aber nicht allein darum, die Zerstörung der einzigartigen Vielfalt sensibler Ökosysteme wie der tropischen Regenwälder zu verhindern, sondern auch, für die Menschen vor Ort das Recht auf selbstbestimmte Entwicklung zu bewahren.

Am 22. Mai  finden unter Anderem Informationsveranstaltungen, Wanderungen und Biomonitoring-Programme statt, bei denen möglichst viele Arten bestimmt und die ökologischen Zusammenhänge erläutert werden. Dadurch soll die biologische Vielfalt für die Öffentlichkeit greifbar gemacht werden. Der Tag soll nochmals verdeutlichen, dass weit größere Anstrengungen als bislang geleistet werden müssen, wenn wir die gegenwärtige Entwicklung mit dem kontinuierlichen Verlust zahlloser Arten eindämmen wollen.

Earth Day

Heute ist der Tag der Erde!

Alljährlich findet am 22. April der Earth Day (Tag der Erde) statt. Am ersten Earth Day, welcher 1970 als spontane Studentenbewegung in den USA begann, beteiligten sich rund 20 Millionen Menschen. Bereits am 22. April 1995 wurde der 25. Earth Day als Umweltaktionstag von über 200 Millionen Menschen weltweit begangen.

Mittlerweile ist der Tag ein globales Ereignis, an dem in mehr als 150 Ländern der Erde Veranstaltungen zu den verschiedensten Umweltthemen stattfinden. Ziel ist unter anderem die Sensibilisierung der Menschen für den Umweltschutz, die Stärkung des ökologischen Bewusstseins und die Verdeutlichung der Auswirkungen des Klimawandels. Im Kern soll auf die Schutzbedürftigkeit der Erde, ihrer Ressourcen und der natürlichen Umwelt aufmerksam gemacht werden.

 

Weltweit finden zahlreiche Aktionen statt, welche sich den Schutz des Planeten und der natürlichen Vielfalt zum Ziel gesetzt haben. Dazu zählen beispielsweise Projekte für eine gerechte Verteilung und den Schutz der Ressource Wasser oder bedrohter Tierarten und deren Lebensraum. Ein Umdenken hinsichtlich der Nutzung der Erde ist für all diese Projekte ein wichtiger Ausgangspunkt.

Unter anderem beteiligen sich Universitäten, Schulen, Betriebe und Verbände am Earth Day. Die verschiedenen Gruppen und Einrichtungen rufen in ihren Aktionen die Bevölkerung dazu auf, sich in kreativen Umweltprojekten und Aktionen einzubinden und werben aktiv für einen ökologischen bzw. umweltbewussten Lebensstil. Es werden neben der Organisation von Umweltbildungsprogrammen auch Demonstrationen ins Leben gerufen. Programmschwerpunkte sind Konferenzen über lokale und globale Umweltstrategien, Umweltbildung an Schulen oder auch Umweltaktionen zur Herausbildung eines zukunftsfähigen, ökologischen Lebensstils.

Inoffizielle Erdflagge von John McConnell:  (Quelle: Wikipedia)
Inoffizielle Erdflagge von John McConnell (Quelle: Wikipedia)

Die Unterzeichnung des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (engl. United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC), welches am 12. Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris verabschiedet wurde, fand symbolisch am 46. Earth Day im Jahr 2016 statt. Das Ziel des internationalen, multilateralen Klimaschutzabkommen der Vereinten Nationen ist eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems zu verhindern und eine entsprechende Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen zu erreichen.

In jedem Jahr steht der Tag unter einem bestimmten Motto. In diesem Jahr lautet das Earth Day Motto „Nachhaltige Mobilität hat Zukunft“. Durch zunehmendes Verkehrs-, Bevölkerungs-, und Wirtschaftswachstum und den damit einhergehenden Auswirkungen wie Staus und verstärkter Umweltbelastung, werden neue, alternative und möglichst nachhaltige Mobilitätslösungen erforderlich.

Frühling: Kirschblütenzeit!

Die Natur steht in den Startlöchern! Kaum lässt sich die langersehnte Sonne mal für einige Tage blicken, scheinen die Knospen der Bäume und Sträucher regelrecht zu explodieren.

In vielen Medien tauchen bereits seit einiger Zeit die beeindruckenden Bilder der Kirschblüte auf, die in Japan schon in vollem Gange ist. Traditionell ist das Fest zur Kirschblüte ein Frühlingsfest, um sich vom langen, kalten Winter zu verabschieden und die neue Blütensaison zu begrüßen. Einerseits gilt die Kirschblüte als Zeichen des Aufbruchs und des Anbruchs der warmen Jahreszeit und als Inbegriff der Schönheit. Zum anderen blüht die einzelne Kirsche nur circa zehn Tage, sodass sie auch als ein Symbol der Vergänglichkeit angesehen wird.

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Der Rummel um die japanische Kirschblüte in Japan ist enorm! Durch die geographischen Lage und längliche Form und Anordnung der Inseln dauern die Festivitäten entlang der sogenannten „Kirschblütenfront“ mehrere Wochen, circa von Ende Januar bis Ende April. Zu Beginn erscheint die Blütenpracht im Süden des Landes und wandert dann in die kälteren nördlichen Regionen. Die Zierkirschbäume tragen zwar keine genießbaren Früchte, dafür jedoch besonders viele, rosafarbenen bis weiße Blüten.

Der Begriff des „Hanami“ (jap. „Blüten betrachten“) hat sich in Japan mittlerweile zu einer Art Volkssport entwickelt. Denn wenn die Kirsche (jap. „Sakura“) ihre volle Blütenpracht entfaltet, scheint es für viele Japaner (und Touristen) kein Halten mehr zu geben. Beim gemeinsamen Picknick, Trinken und Feiern mit Freunden und Familie widmet man sich der Naturschönheit in Parks und der freien Natur. In Japan nehmen die Nähe zur Natur und das Genießen ihrer Schönheit in zahlreichen Facetten einen hohen Stellenwert ein. Hierzulande ist das Hanami oder Kirschblütenfest neben vielen weiteren japanischen traditionellen Festen das bekannteste.

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Auch in einigen deutschen und weiteren europäischen Städten werden Hanami-Feste gefeiert. Das größte Hanami in Deutschland findet in Hamburg statt, wo der Frühling auf dem Kirschblüten-Fest durch ein Feuerwerk zusätzlich begrüßt wird.

Aber auch eine Reise in die Bonner Altstadt lohnt sich! Hier entfalten die Kirschbäume meist in den ersten wärmeren Apriltagen ihre volle Pracht. Am beeindruckendsten ist die Kirschblüte in der Heerstraße und in der Breite Straße, welche für wenige Tage einem regelrechten Tunnel aus Kirschblüten gleichen.

Blick in die Breite Straße in der Bonner Altstadt
Blick in die Breite Straße in der Bonner Altstadt
Bonner Heerstraße bei Nacht
Bonner Heerstraße bei Nacht

Kiefern – die Meister der Anpassung

Die Waldkiefer ist eine der stressresistentesten heimischen Baumarten und in der Standortwahl genügsam und recht anspruchslos. Daher findet man sie in den unterschiedlichsten Regionen Mitteleuropas: auf extrem sauren und feuchten Moorböden, auf sandig-trockenem Grund, in heißen sowie in frostig kalten Klimazonen. Zudem sind Kiefern durch ihre Samen, welche mit speziellen Drehflügeln ausgestattet sind, Meister der Verbreitung. Der kleine leichte Samenkörper wird während des Fluges in Rotation versetzt, wodurch er mehrere Kilometer weit fliegen kann. Die dichte Oberfläche der Kiefernnadeln verhindert die übermäßige Wasserverdunstung und führt somit zu einer optimalen Anpassung an Trockenheit.

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Trotz dieser Eigenschaften kommt die Kiefer nur recht spärlich in unseren Gefilden vor, denn der Nadelbaum hat besonders in der Keimungs-, und Jugendphase ein hohes Lichtbedürfnis. Hierin liegt die entscheidende Schwachstelle der Kiefer, welche zu einer Konkurrenzschwäche gegenüber anderen Baumarten führt. Denn im Schatten anderer Bäume gibt es für die Kiefer keine Überlebenschance. Gleichzeitig benötigt sie zur Keimung weitgehend offene, freie Bodenstellen, was bedeutet, dass Streu-, oder Humusschichten eine gelungene Ansiedlung verhindern.

Aus diesem Mix an Eigenschaften wird ersichtlich, warum sich Kiefern häufig an exponierten, konkurrenzarmen Standorten ansiedeln und sie oft nach Stürmen oder Bränden als Pioniergesellschaften in Erscheinung treten. Die Kieferkeimlinge wachsen rasch und können zumindest kurzzeitig an den neu geschaffenen Standorten dominieren, auf denen die Konkurrenz durch natürliche äußere Einflüsse zurückgedrängt wurde.

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Doch ungeachtet ihrer recht kargen Verbreitung spielen Kiefernbäume eine wichtige Rolle für den Artenschutz und die Biodiversität. Aufgrund der lichten Kronen dringt viel Licht bis ins Unterholz vor und schafft optimale Wuchsbedingungen für eine Vielzahl anderer, oft bedrohter Pflanzen wie das Heideröschen oder die Felsenschaumkresse.

Die Kiefernwald-Gesellschaften zählen heute zu den artenreichsten Vegetationstypen in Mitteleuropa. Für einige Moosarten, Flechten, krautige Gewächse und gefährdete Pilzarten stellt die Kiefer einen essentiellen Teil des Lebensraumes dar. In Deutschland sind mittlerweile nahezu alle natürlichen Standorte der Kiefer gesetzlich geschützt. Denn selbst die stresstolerante Kiefer ist akut gefährdet und könnte ohne die notwendigen Schutzmaßnahmen aus den heimischen Wäldern verschwinden: allein zwischen 2002 und 2012 sind 85.000 Hektar Kiefernwald verloren gegangen.

Die Schüchternheit der Bäume

Wusstet ihr, dass Bäume schüchtern sein können?

Nicht erst seit dem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben wissen wir, dass Bäume und andere Pflanzen sehr lebendige und komplexe Lebewesen sind, die miteinander kommunizieren und sich aktiv gegen Umwelteinflüsse (z.B. Fressfeinde) wehren.

Doch wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich bereits seit den 1920er Jahren mit einer anderen besonderen sozialen Eigenschaft der Bäume.

Denn vielleicht ist es euch schon aufgefallen: Im dichten Blätterdach des Waldes halten viele Baumarten Abstand zum Nachbarn. Im Englischen wird das Phänomen Crown shyness genannt, die „Kronen-Schüchternheit“. Die Kronen der Bäume halten höflich Abstand zueinander und breiten ihr Blätterdach nur so weit aus, dass sie ihren Nachbarn nicht berühren. Doch was ist der Grund für diese Zwischenräume?

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Es mag zu bezweifeln sein, dass der wahre Grund dieses Phänomens tatsächlich in der Schüchternheit der Bäume liegt. Über die genaue Ursache gibt es verschiedene Theorien: Einige Experten gehen davon aus, dass die Bäume Verschattung vermeiden wollen und daher das Wachstum der äußeren Zweige nur so lange fortführen, bis sie sich den Blättern des Nachbarn nähern. Andere vermuten, es handle sich um eine reine Schutzmaßnahme gegen fressende Insektenlarve.

Eine weitere Gruppe von Forschern führt den gleichmäßigen Abstand zwischen den einzelnen Baumkronen auf Berührungen bei Wind zurück. Begründet wird diese Theorie mit der These, dass die Bäume ihr Wachstum als Schutz vor größeren Schäden einstellen, wenn sie mit ihren äußeren Zweigen bei stärkerem Wind mit ihren Nachbarn in Berührung kommen.

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Für diese These liegen zudem bereits spannende wissenschaftliche Ergebnisse vor: In Mischwäldern haben Forscher das Verhalten von Hainbuchen, Rotbuchen, Eschen und Linden untersucht und beobachtet, dass die verschiedenen Arten differenzierte Verhaltensweisen zeigen und unterschiedlich empfindlich auf Berührung reagieren: So halten die Kronen der Eschen und Buchen einen Mindestabstand von einem Meter zueinander. Buchen und Linden kommen sich währenddessen sehr viel näher.

So scheinen auch Bäume unterschiedliche Sympathien füreinander zu hegen!

Ausruhen. Abschalten. Auftanken.

Ein Waldspaziergang an der frischen Luft tut gut, das spürt man instinktiv. Den Heilkräften des Waldes wird tatsächlich eine abhärtende, beruhigende und aktivierende Wirkung auf den Menschen zugesprochen. Daran hat die Waldluft einen großen Anteil, denn laut verschiedener Studien hebt alleine der bloße Aufenthalt im Wald unsere Stimmung und fördert die Entspannung. Dass die Waldluft eine gesundheitsfördernde Wirkung mit sich bringt wird schon lange vermutet und im Jahr 2004 konnten Wissenschaftler in einem medizinischen Experiment die wohltuende Auswirkung des sogenannten „Waldbadens“ auch wissenschaftlich nachweisen.

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Das Waldbaden stammt aus Japan (jap. Shinrin Yoku) und wird auch in Europa in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter. 1982 prägte das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forst und Fischerei den Begriff des „Shinrin Yoku“. Ins Deutsche übersetzt bedeutet es “Baden in der Waldluft” oder auch „Waldbaden“. In Japan zählt Waldbaden mittlerweile offiziell zur Gesundheitsvorsorge und stellt eine amtliche Anweisung aus Gesundheitsgründen dar.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Studien haben erwiesen, dass ein Aufenthalt im Wald eine positive Stimulation auf unser Immunsystem mit sich bringt. Stress und depressive Stimmungen, welche häufig als moderne „Zivilisationsschäden“ gelten, werden verringert, sodass das Waldbaden unser physisches und psychisches Wohlergehen fördert. Jeder Atemzug im Wald führt zu einer Aufnahme jener bioaktiven Substanzen, die von den Bäumen und Pflanzen an die Luft abgegeben werden. Diese gasförmigen Substanzen dienen eigentlich der pflanzlichen Kommunikation und gehören in die Stoffgruppe der sogenannten Terpene. Wissenschaftliche Experimente haben gezeigt, dass die Aufnahme der Terpene über die Lunge in unser Blutkreislaufsystem zu einer deutlichen Steigerung von Aktivität und Anzahl der natürlichen Killerzellen im Blut des Menschen führt und somit eine positive Wirkung auf unser Immunsystem hat.

So könnte man die Waldluft auch als „Medizin zum Atmen“ bezeichnen – und das ganz ohne Rezept.