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Simone

Baumpflanzungen im Herbst/Winter 2020

Unsere Wälder haben sich über Jahrhunderte an das bisherige Klima gewöhnt. Wenn sich das Klima ändert, dann sind die Bäume gezwungen, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Eine Waldgeneration ist sehr langlebig, oft über 100 oder 200 Jahre. Dadurch, dass sich die mittlere Jahrestemperatur seit 1871 bis heute um 1,6 Grad erhöht hat, ist der Wald in große Schwierigkeiten geraten. 43% der Fläche in Rheinland-Pfalz ist bewaldet und schon heute weisen 84% der Waldbäume Schäden auf.

Die deutsche Forstwirtschaft setzt sich schon seit Jahren durch die Pflanzung von Mischbaumarten aktiv für den Aufbau klimastabiler Wälder ein. Denn nachhaltige und klimastabile Wälder der Zukunft setzen sich aus verschiedenen Baumarten zusammen, wie beispielsweise aus den heimischen Arten Eiche, Buche oder Weißtanne, die besser an die künftigen Klimabedingungen angepasst sind. Ziel ist es, dadurch das Schadensrisiko für den Wald zu minimieren.

Bei den aktuellen Baumpflanzungen, die wir gemeinsam mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz und unserem Projektpartner Landal GreenParks  durchgeführt haben, stehen vor allem die hohen Baumverluste infolge der anhaltenden Trockenheit im Sommer in den letzten Jahren im Fokus.

 

Für Rheinland-Pfalz werden für die nächsten 10 Jahre bis zu 50% Baumverluste erwartet. Neben der Holzschwemme, die den Holzpreis jetzt schon massiv in den Keller gedrückt hat, ergeben sich eine Vielzahl von Anstrengungen, die für den Waldumbau unternommen werden müssen. Dabei ist es unabdingbar, dass die Wälder „klimafit“ gemacht werden.

Bei der sogenannten Vorausverjüngung werden überwiegend aus Monokulturen kranke Bäume entfernt und neue Bäume – unterschiedliche Arten – unter dem Dach der noch vorhandenen Bäume aufgezogen. Das schützt vor direkter Sonneneinstrahlung und der feuchtere Boden bietet bessere Wuchsvoraussetzungen.

In den stark vom Borkenkäfer betroffenen Waldgebieten erfolgt meist der Kahlschlag bevor neue Bäume nachgepflanzt werden können. Diese Methode ist sehr aufwändig, sind doch in den ersten 5 Jahren nach Pflanzung Minimum 2 komplette Durchforstungsgänge notwendig, um die jungen Bäume vom schneller wachsenden Niedergestrüpp freizustellen. Gerade in Hanglagen ist das eine harte und anspruchsvolle Handarbeit. Auch brauchen wiederaufgeforstete Kahlschlagflächen Schutz vor Wildverbiss und werden deshalb häufig eingezäunt.

 

Im Forstamt Saarburg konnten insgesamt in Kahlschlägen und Vorausverjüngung 7.200 Bäume gepflanzt werden: 1.000 Stieleichen im Forstrevier Wawern,  6.000 Weißtannen, 100 Moorbirken, 100 Traubeneichen im Forstrevier Klink
Im Forstamt Hochwald, Forstrevier Reinsfeld-Grimburg, wurden bis zum Jahresende 2.800 Buchen als Vorausverjüngung unter Fichten gepflanzt.

Das vorrangigste Ziel ist es, in den nächsten Jahren unseren Wald fit für den Klimawandel zu machen. Dafür sind große Anstrengungen notwendig, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns für den Erhalt unseres Waldes verstärkt stellen müssen. Jeder kann helfen, denn Walderhalt ist Klimaschutz. Das bedeutet nicht, dass man auf Holz verzichten muss, im Gegenteil: Nachhaltig erzeugtes und zertifiziertes Holz schützt das Klima und bindet CO2.

Initiative “MeinWaldKlima” gestartet

Unser Wald ist in Not und braucht uns – mehr denn je. Wir alle lieben die Wälder und wissen, dass sie unter der Klimakrise leiden. Umso erschreckender ist es mit anzusehen, dass die Klimakrise mitten im Herzen der Wälder angekommen ist und Millionen Bäume in Folge von Dürren, Hitzewellen, Stürmen und Schädlingsbefall in den letzten Jahren abgestorben sind. Nun wird klar, dass die Forstleute die allgegenwärtige Klimakrise nicht einfach „wegpflanzen“ können, da sich die natürlichen Lebensbedingungen der heimischen Baumarten in den letzten Jahrzehnten und ganz besonders in den Hitzesommern 2018 bis 2020 zu stark und zu schnell verändert haben. Unsere Wälder sind deshalb auf die dringende Mithilfe und Unterstützung der gesamten Gesellschaft angewiesen.

Da engagierter Klimaschutz der wirkungsvollste Waldschutz ist, können wir alle unserem Wald helfen! Zu diesem Zweck haben die Landesforsten Rheinland-Pfalz Ende Oktober die Initiative „MeinWaldKlima“ ins Leben gerufen.

Quelle: www.meinwaldklima.de

Zweck der Kampagne ist es, die breite Bevölkerung mit Social-Media –Aktionen, Plakaten, einem Aktionsheft und einer Themenwebsite für den Schutz des Klimas und damit für den Schutz der Wälder zu gewinnen. Und klimafreundliches Handeln wird mit Preisen belohnt! Allen Klimaaktivist*innen winken wertvolle, klimafreundliche Preise aus den Bereichen Energie, Mobilität und Konsum, wie ein E-Bike, der Jahresbedarf an Ökostrom für zwei Haushalte oder ein Wochenende in einem @Landal Natur-Ferienpark mit Übernachtung.

Nach dem Motto „Du brauchst den Wald und der Wald braucht dich“ sind alle eingeladen, ihr Herz für den Wald zu zeigen und sich damit aktiv für die Zukunft des Waldes einzusetzen.

Alle Infos findet ihr unter http://www.meinwaldklima.de. Hier werden dazu Mitmach-Aktionen zum Klimaschutz angeboten und jede*r kann ein persönliches Klimaversprechen abgeben und ein Aktionsheft für seine / ihre eigene Klimaschutz-Challenge bestellen.

Klimaschutz ist der beste Waldschutz – werde Waldklimaaktivist*in!

Baum des Jahres 2021 – Die Europäische Stechpalme

And the winner is… In diesem Jahr geht der Titel des Baum des Jahres an die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolim)!

Für viele ist der immergrüne Laubbaum wohl eher unter seinem botanischen Gattungsnamen Ilex bekannt. Durch ihr Äußeres mag die Stechpalme exotisch wirken, sie ist jedoch Europäerin durch und durch. Heute ist sie überall dort verbreitet, wo es dank nah gelegener Meeresflächen milde Winter ohne Spät- und Frühfröste und nicht allzu trockene Sommer gibt. So ist die Stechplame dank des klimatischen Einflusses des Atlantiks auf Westeuropa, von der Südwestküste Norwegens bis zur Iberischen Halbinsel verbreitet. Zudem fühlt sie sich auch an den mediterran geprägten Berghängen der Alpen, des Apennin und des westlichen Balkans wohl. Hier aber in den höheren Lagen, wo es nicht zu trocken und nicht zu heiß ist.

In Europa wuchs sie schon vor über zwei Millionen Jahren, doch war das Klima auf dem Kontinent zu dieser Zeit deutlich wärmer als heute. Aber trotz des kühleren Klimas ist die Stechpalme Europa treu geblieben. So kann man sagen, dass sie weniger eine Exotin ist, sondern ein bemerkenswertes Relikt aus einem vergangenen Erdzeitalter.

In Deutschland zieht sich die Ostgrenze ihrer natürlichen Verbreitung von der Odermündung etwa diagonal bis ins Saarland. Südlich dieser Linie kommt sie noch in separierten Wuchsgebieten im Pfälzerwald, im Schwarzwald und am Nordrand der Alpen vor. Oft benötigt sie den klimatischen Schutz höherer Bäume, wodurch man sie in Deutschland nur selten und vereinzelt auf Heiden und anderen baumfreien Flächen findet.

Ihren Titel zum Baum des Jahres erlangte sie laut Stefan Meier, dem Präsidenten der Baum des Jahres Stiftung, da „die Stechpalme ein Paradebeispiel für gelebten Artenschutz ist, dank dem sich die Bestände in den letzten hundert Jahren in Deutschland deutlich erholt haben“. Denn Forstleute, Naturschützer und Politik haben in den 1920er-Jahren auf den drastischen Rückgang der Stechpalme reagiert. Zuvor war die Baumart als Feiertagsdekoration so beliebt, dass sie in massenhaft aus den Wäldern transportiert wurde. Doch seit rund hundert Jahren hat wildwachsender Ilex als Dekoration zur Weihnachtszeit ausgedient und steht in Deutschland unter besonderem Schutz, sodass sich die Bestände erholen konnten.

Und vielleicht ist die Stechpalme sogar eine Gewinnerin des Klimawandels, denn aufgrund klimatischer Veränderungen hat sie es geschafft, sich neue Lebensräume in Skandinavien und Polen zu erschließen. Als Teil der heimischen Flora bildet sie einen bedeutenden Baustein der Biodiversität unserer Wälder, ist als immergrüne Art ein ausgezeichneter Brutplatz und darüber hinaus eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Insekten.

Bucheckern – Die vergessenen Alleskönner

Beim Spaziergang durch den Wald, knackt es zurzeit ganz schön! Der Boden ist übersäht mit kleinen, harten Früchten. Jetzt im Herbst prasseln die reifen Eicheln, Kastanien und Bucheckern massenweise aus den Kronen der Bäume zu Boden. Denn mit dem Herbst kommt auch die Erntezeit im Wald.

Doch wie kann man die Früchte des Waldes eigentlich nutzen?

Was viele vielleicht gar nicht wissen: Bucheckern sind vielfältig in der Küche einsetzbar und sind zudem im Vergleich zu Eicheln und Kastanien die vielleicht leckersten Früchte des Waldes! Als energiereiches Nahrungsmittel für den Menschen sind die Eckern nahezu in Vergessenheit geraten, dabei haben diese ein intensives, nussiges Aroma, eignen sich für viele verschiedene Rezepte und sind vielfältig in der Küche einsetzbar.

Ganze Bucheckern schmecken frisch geröstet besonders gut – als Snack zwischendurch oder als Zutat für den frischen Herbstsalat. Zu Mehl verschrotet, lassen sich daraus hervorragend Kuchen, Brot oder auch Kekse backen.

Von einem ertragsreichen Buchenjahr profitieren ansonsten vor allem Wildschweine, Eichhörnchen und Vögel, die sich die nahrhaften Früchte schmecken lassen. Und die kleinen Eckern haben es tatsächlich in sich: sie enthalten rund 40 Prozent Fett und sind außerdem reich an Mineralstoffen, Zink und Eisen.
Aber Vorsicht: Rohe Bucheckern enthalten den Giftstoff Fagin, der zu Magenbeschwerden und Vergiftungserscheinungen führen kann. Fagin kann jedoch leicht durch Hitze neutralisiert werden, da er nicht hitzebeständig ist. Es ist daher wichtig, die Nüsschen immer vor dem Verzehr zu erhitzen!

Falls ihr Hunger bekommen habt,  kommen auch direkt ein paar Rezept Ideen aus dem Internet: