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Erek Gaudian

DIY: Ein Vogelhaus aus Holz mit Kindern bauen

Im Vergleich zu Menschen benötigen Vögel kein ausgefallenes Design für ihre Unterkunft – sie halten sich immer an Minimalismus und Funktionalität. Deswegen muss man, um ein Vogelhaus aus Holz zu bauen, kein besonderes handwerkliches Geschick haben. Man braucht eher richtiges Material und Werkzeuge.

Unser DIY-Vogelhaus kann praktisch mit einem Holzbrett / einer Holzpalette und einem gewöhnlichen Werkzeugsatz hergestellt werden. Es kostet also wenig bis gar nichts, aber wird echten Mehrwert für die einheimischen Vögel liefern.

Je nachdem, wie viel Zeit Sie in Ihr DIY-Projekt zu investieren wollen, können Sie verschiedene Formen des Hauses planen. Es kann eine quadratische Holzkiste mit einem flachen oder schrägen Dach oder wirklich ein kleines Häuschen werden. Beide Varianten sind kein Hexenwerk; der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie für eine komplizierte Variante ein paar Winkelschnitte ausführen müssen.

Für dieses DIY-Projekt benötigen Sie:

●        eine Bohrmaschine

●        ein paar Schrauben mit Grobgewinde (Dübel oder Nägel)

●        eine Stichsäge

●        einen Schaufelbohrer für Holz (optional)

●        eine Handsäge

●        ein Lineal oder ein Maßband

●        einen Bleistift

 

1. Vorbereitung: Material auswählen und abmessen
Baumaterialien sollten sparsam verwenden werden, besonders wenn es um Holz geht, da die Waldfläche auf unserem Planeten rapide abnimmt. Daher stellen wir sicher, dass unsere Materialreste minimal sind, und markieren und schneiden das Holzstück entsprechend. Um das richtige Ergebnis zu erzielen, müssen Sie das präzise und proportional richtig machen. Zum Beispiel kann das Schneiden einer Holzdiele mit der  Größe von 300 x 800 mm  nach folgendem Schema erfolgen:

Natürlich können Sie auch eine Holzdiele jeder anderen Größe verwenden, wobei Sie ungefähr die gleichen Proportionen beibehalten sollten. Wenn Sie mit den Markierungen fertig sind, sägen Sie alle Teile mit einer Stichsäge aus. Grundsätzlich können Sie auch eine gewöhnliche Bügelsäge verwenden. In diesem Fall erhalten Sie jedoch nicht ganz gleichmäßige Schnitte und aufgrund von Verzerrungen wird der Zusammenbau, insbesondere für Kinder, viel problematischer. Elektrowerkzeuge sind schneller und einfacher zu verwenden. Sie können auch überlegen, Dübel, Nägel oder Schrauben zu verwenden, um die Teile des Häuschens später aneinander zu befestigen. Wir nehmen hier Schrauben.

Nach dem Sägen verarbeiten Sie die Oberflächen sorgfältig mit mittelkörnigem Sandpapier, um alle Unregelmäßigkeiten und Splitter zu beseitigen und das Häuschen schön und sicher zu machen. Sie müssen die Sicherheit des Bauprozesses beachten. Weisen Sie Kinder nur Aufgaben zu, die diese nicht gefährden. Auf keinen Fall sollten Sie ein Kind mit dem Werkzeug alleinlassen.

Bitte beachten: Die Dachdielen sollten nicht von gleicher Größe sein, eine davon sollte länger sein (ungefähr um die Länge einer Plattendicke), dadurch wird der Überhang des Daches auf beiden Seiten gleich sein. In unserem Fall, mit einer Plattendicke von ca. 2 cm, sollten die Dielen 140 und 160 mm lang sein.

 

2. Den Eingang und die Stange anfertigen
Die Vorderwand soll einen kleinen Eingang haben. Dafür markieren Sie mit einem Bleistift den Umriss der Öffnung. Er sollte am besten in der Mitte oder in der oberen Hälfte der Wand sein. Bohren Sie dann ein Loch in die Mitte der markierten Öffnung, sodass ein Stichsägeblatt hineingeht, oder verwenden Sie einen Schaufelbohrer. Treten Sie jetzt 15 mm vom unteren Rand der Öffnung zurück und bohren Sie ein Loch für die Stange. Die Stange kann aus einem kleinen Stück übrig gebliebener Diele gefertigt werden. Geben Sie ihm mit Messer und Sandpapier eine zylindrische Form. Die Stange wird mit einer Schraube an der Vorderwand angebracht.

 

3. Konstruktionsphase: die gefertigten Teile zusammenbauen
Um die Teile des Vogelhausgerüstes zu verbinden, nehmen Sie zuerst die zwei Hälften des Daches und bohren Sie zwei Löcher in den größeren Teil und schrauben Sie die andere Hälfte daran mit den Schrauben. Der Winkel muss genau 90 Grad sein. Dann ist das Dach schon fertig. Legen Sie es erst mal beiseite, bis Sie den Rest zusammenbauen.

Jetzt bohren Sie 5 Löcher in die Vorder- und Rückwand vor (wie auf dem Bild gezeigt wird), damit das Holz nicht splittert. Die Löcher sollen sich in einem Abstand von der Dielenkante befinden, der der Hälfte ihrer Dicke (10 mm in unserem Fall) entspricht, sodass die Schrauben während der Installation genau in die Mitte des angebrachten Teils kommen. Verbinden Sie die Vorderwand mit den Seitenwänden und richten Sie sie entlang der Unterkante aus. Und dann machen Sie dasselbe mit der Rückwand und der Bodenplatte. Bei korrekter Ausführung des Schneidens sollte der Boden genau passen. Wenn es jedoch nicht passt, keine Sorge! Messen Sie den benötigten Parameter auf der gefertigten Konstruktion mit einem Lineal und legen Sie ihn auf den Rohling der Bodendiele. Schneiden Sie den Überschuss ab. Jetzt haben Sie das richtig passende Teil.

Ein kleiner Tipp: Sie können kleine Löcher für Entwässerung und Luftzirkulation in jede Ecke der Bodenplatte schneiden. Dies kann Verrottungsprozessen und Pilzbefall vorbeugen.

Danach befestigen Sie die Bodendiele durch die Löcher an der Vorder- und Rückwand von der Unterseite des Hauses mit zwei Schrauben. Um das Dach zu montieren, stellen Sie das vorher gefertigte Dach auf dem Hausgerüst so hin, dass das Dach mit der Rückwand ausgerichtet und leicht wie ein Visier über dem Eingang überhängen wird. Bohren Sie dann 4 Löcher hinein, um das Dach dann anschließend mit Schrauben zu befestigen.

 

4. Dekorieren
Zum Streichen eines Vogelhauses empfehlen wir Leinöl. Natürlich können Sie eine übliche Farbabdeckung auftragen. Mithilfe des Leinöls wird jedoch die Holzfarbe und -struktur beibehaltet, was für Vögel von Vorteil ist. Wenn Sie das Häuschen etwas bunter machen möchten, können Sie zum Leinöl Rote-Beete-Saft hinzufügen. Falls Sie Ihren Kindern nicht sehr viel Bauarbeit anvertrauen konnten, können Sie ihnen die Dekoration weitgehend überlassen.

5. Aufhängen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Vogelhaus aufzuhängen. Wir empfehlen, eine zusätzliche Diele an der Rückwand des Häuschens anzubringen und es in einer Höhe von mindestens 2-3 Metern an der Wand eines Gartenhauses anzuschrauben oder an einen Baum zu binden. Stellen Sie sicher, dass keine direkten Sonnenstrahlen aufs Haus fallen und dass keine Raubtiere die Vogelbehausung reichen können. Versuchen Sie nach jeder Brutzeit, das Vogelhaus herunterzuholen und zu säubern.

 

Das Team von BaumGeben bedankt sich bei Michael Brauer, Blog-Autor bei Hansagarten24, der diesen Artikel für unseren Blog geschrieben hat.

 

Der lange Weg zu klimafitten Wäldern

Mit den Baumpflanzungen unseres Projektes „Baumgeben“ helfen wir gemeinsam mit unseren Partnern dabei, unsere Wälder klimafit zu machen. Aber was heißt das eigentlich?

Ein Teil dieser Mammutaufgabe ist der Waldumbau, der die Anpassungsfähigkeit unsere Wälder stärken soll. Die Forstleute haben die Herausforderungen des Klimawandels schon vor einigen Jahrzehnten erkannt und frühzeitig mit dem langwierigen Umbau unserer Wälder begonnen. Doch der Waldumbau ist nicht von heute auf morgen zu bewältigen, sondern er beginnt mit einer bedachtsame Einleitung von Abläufen, die sich über viele Jahre oder Jahrzehnte erstrecken.

Ein Teil des Waldumbaus ist die sogenannte „Vorausverjüngung“, bei der geeignete klimatolerantere und schattenertragende Baumarten wie Weißtannen oder Buchen unter das Kronendach von schon vorhandenen Bäumen gepflanzt oder gesät werden. Die Jungbäume können so im Schutz der Altbäume zu einer klimaresistenteren Baumgeneration heranwachsen und so in Zukunft einen Zweigenerationenwald entstehen lassen. Und dies ist ohne radikale Eingriffe in das Ökosystem möglich.

Ziel der Projekte zum Waldumbau ist die Abkehr von reinen Monokulturen, oft von instabilen Nadelwäldern, hin zu Laub- und Mischwäldern. Denn reine Nadelwälder sind meist sehr viel anfälliger gegenüber Dürre, Sturm oder Borkenkäferbefall und sollen mit Hilfe der Durchmischung langfristig stabilisiert und so zu ökologisch wertvollen Mischwäldern weiterentwickelt werden. Erfreulicherweise wächst der Anteil der Mischwälder stetig, wie die Bundeswaldinventur deutlich aufzeigt (Nachzulesen unter: https://bwi.info/).

Deutsche Waldtage 2020 – Zeig dein Grünes Herz

Vom 18.-20. September 2020 veranstaltete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt vom Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) nach 2016 und 2018 die dritten „Deutschen Waldtage“. Zu einem wichtigen Thema zählt in diesem Jahr der „Wald im Klimastress“. Denn viele Faktoren wie Stürme, Waldbrände, extreme Dürre- und Hitzeperioden und der massive Borkenkäferbefall haben in den letzten Jahren zu dramatischen Waldschäden geführt. Wir müssen alles dafür tun, um die Fähigkeit unserer Wälder für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und als Ort der Erholung zu erhalten. Zwar haben Bund und Länder viele Projekte und Maßnahmen auf den Weg gebracht, doch die Verantwortung für einen stabilen Wald der Zukunft liegt bei uns allen.

Logo Deutsche Waldtage Quelle: www.deutsche-waldtage.de

 

Um unsere Wälder für künftige Generationen zu erhalten, sind neben Politik und Forstwirtschaft auch wir alle gefordert. Das Motto der „Deutschen Waldtage 2020“ lautet daher „Gemeinsam! Für den Wald“, unter dem Forstleute, Vereine, Organisationen und Waldbesitzer gemeinsam mit weiteren lokalen Akteuren bundesweit Bürgerinnen und Bürger zu über 600 Veranstaltungen in die Wälder eingeladen haben. Mit Mittelpunkt standen hier Informationen rund um den Wald und insbesondere der Dialog über den „Wald im Klimastress“ und die Maßnahmen zum Schutz der Wälder. Aktuell stehen Forstleute und Waldbesitzende vor der Jahrhundertaufgabe, den Wald vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und für die Zukunft zu stärken. Dabei sind sie auf die Solidarität und Unterstützung aller angewiesen, denen der Wald am Herzen liegt.

Und so wurde passenderweise das „Grüne Herz“ als Symbol der Deutschen Waldtage 2020 eingeführt. Mit dem grünen Herzen ist es möglich, Sympathie für den Wald und Solidarität mit den Menschen, die für den Erhalt des Waldes arbeiten, zu zeigen. Das „Grüne Herz“ ist dabei nicht auf die Deutschen Waldtage beschränkt, sondern soll auch darüber hinaus in ganz Deutschland sichtbar sein und so eine breite Unterstützung für die Wälder und die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland dokumentieren.

Kampagne „Gemeinsam! Für den Wald“ Quelle: www.deutsche-waldtage.de

Bei der Mitmachaktion „Grünes Herz“ sind alle dazu aufgerufen, ihr Grünes Herz für den Wald zu zeigen. Mitmachen geht ganz einfach: Einfach ein Foto oder Video mit einem Grünen Herzen aufnehmen, gerne ein persönliches Statement über den Wald hinzufügen und an das Organisationsbüro der Waldtage einsenden. Eine genaue Anleitung inklusive „Grünes Herz“ Vorlagen gibt’s unter: https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de/aktion.php.

Die Bilder und Videos werden anschließend auf der Homepage der Deutschen Waldtage veröffentlicht und in den Social-Media-Profilen vorgestellt. Weitere Informationen zu dieser Mitmachaktion gibt es unter https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de.

 

Ursachen für Waldbrände in Deutschland

Die warmen Monate machen unseren Wäldern ganz schön zu schaffen, denn die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr in Deutschland rapide steigen. Noch am 05. August waren große Gebiete in Brandenburg, sowie Gebiete rund um Odenwald, Spessart und die Lüneburger Heide besonders betroffen. Innerhalb von 5 sehr heißen und trockenen Tagen verschäfte sich die Lage in ganz Deutschland dramatisch. Anschaulich dargestellt wird dies auf den Karten des Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes.

 

Waldbrandgefahrenindex vom 10.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)
Waldbrandgefahrenindex vom 05.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)

 

Glücklicherweise sind in diesem Jahr  große Waldbrände in Deutschland bisher ausgeblieben. Für die Entstehung von Waldbränden gibt es verschiedene Ursachen, doch die einzig natürliche Ursache in Deutschland ist der Blitzschlag ist. So liegt es auf der Hand, dass das menschliche Verhalten großen Einfluss auf die Entstehung der Brände hat. Allein im Jahr 2018 gab es bei uns knapp 1.700 Waldbrände auf einer Fläche von 2.349 Hektar – die größte Fläche seit 26 Jahren. Blitzeinschläge sind jedoch nur für einen kleinen Teil der Brände verantwortlich, nur 5% der Waldbrände im Jahr 2018 wurden durch natürliche Ursachen ausgelöst (Quelle: Umweltbundesamt).

Bei den Feuern, bei denen eine Ursache bestimmt werden kann, sind im Wesentlichen zwei Faktoren von besonderer Bedeutung: Zum einen Brandstiftung und Fahrlässigkeit und zum anderen das Klima,- und Witterungsgeschehen.

Waldbrandursachen 2018 (Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung)

 

Da unser menschliches Handeln somit ausschlaggebend für das Auftreten von Waldbränden ist, sollten wir alle, besonders in Zeiten von Trockenheit, die bekannten Regeln beachten: keine Feuer im Wald oder in der Nähe von Wäldern entzünden, keine glühenden Zigarettenkippen oder Streichhölzer achtlos wegwerfen und Fahrzeuge nicht auf trockenem Untergrund parken. Denn heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen von Autos und Motorrädern können eine Wiese oder das Unterholz entzünden. Auch Glasflaschen und -scherben können die Sonnenstrahlen wie Brenngläser bündeln und so trockenes Gras oder Laub entzünden.

Ursprünglich bestehen die natürlichen Waldökosysteme in Mitteleuropa überwiegend aus einer bunten Mischung aus Buchen, Eichen, Fichten und anderen Bäume. Da der Waldboden in diesen artenreichen Laubmischwäldern schattiger und somit deutlich kühler ist, leiden diese seltener unter Feuer oder Dürre. Zudem können die Blätter der Laubbäume in der Regel größere Mengen Wasser speichern. Die durch den Menschen angepflanzte Kiefern-, und Fichtenplantagen kommen ursprünglich aus Nordeuropa und sind an ein kühles, feuchtes Klima angepasst. Die Nadeln dieser Bäume enthalten ätherische Öle, die bei Trockenheit leicht entflammbar sind.

Unsere Wälder im Stress

Eines der Ziele unseres Projektes Baumgeben ist die Durchmischungen von überwiegend durch Monokultur geprägten Waldregionen. Durch unsere regelmäßigen Baumpflanzungen wandeln wir diese in gesunde, stressresistentere Mischwäldern aus Nadel- und Laubbäumen um.

Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigt sich nochmals deutlich in den zwei vergangenen trockenen Jahren und dem geringen Niederschlag im Frühjahr 2020: Unsere Wälder müssen zurzeit mit großem Trockenstress umgehen. Mit mehr naturnahen Mischwäldern geben wie den Wäldern sozusagen die Chance zur Selbsthilfe.

Doch nicht nur der ausbleibende Regen, sondern auch Stürme, überdurchschnittlich viele Waldbrände und ein intensiver Borkenkäferbefall, haben den Wäldern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren immens zugesetzt.

Ende Februar 2020 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aktualisierte Daten zu den Waldschäden seit 2018 sowie die für 2020 zu erwartenden Schäden veröffentlicht. Und die Zahlen sind erschreckend: Demnach gehen die Fachleute von einem Schadholzbefall von 160 Millionen Kubikmeter und einer Fläche von 245.000 Hektar aus, die wiederbewaldet werden müssen.

Im Hinblick auf diese Entwicklungen kommt es jetzt im Wesentlichen darauf an, die Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel auszurichten.

Sowohl bei der Wiederbewaldung der Schadflächen, als auch beim nachhaltigen Waldumbau hin zu stabilen und anpassungsfähigen Wäldern ist es wichtig, auf eine naturnahe, der jeweiligen Region angepasste Bepflanzung zu achten. Gemeinsam mit Landal Green Parks und in Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz, setzt Baumgeben diese Maßnahmen um und trägt somit zum Erhalt unserer Wälder bei!

Frühjahr 2020 – Baumpflanzungen in Krisenzeiten

Endlich war es wieder soweit! Wir freuen uns, von den nächsten Baumpflanzungen berichten zu können,  die in den letzten Monaten im Rahmen unseres Projektes in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Saarburg stattfanden. So konnten insgesamt 7.500 neue Bäume gepflanzt werden!

Aktuell dominiert die Corona-Krise unseren Alltag, sodass die Öffentlichkeit kaum etwas anderes mehr wahrnimmt. Dies führt dazu, dass die globale Klimakrise und ihre unübersehbaren Folgen leider in den Hintergrund treten. Doch gerade die Trockenheit und Dürre der vergangenen Wochen geben uns einen Ausblick darauf, wie sich die Folgen der weltweiten Klimaerwärmung weiter verstärken werden. Die Klimaextreme mit Starkregen, Stürmen und Trockenheit haben in den vergangenen Jahre unübersehbare Folgen hinterlassen.

 

Besonders deutlich wird dies in den Wäldern der Mittelgebirgslagen in Rheinland-Pfalz, die in den Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Saarburg fallen. Um diese Wälder nachhaltig zu sichern und zu stabilisieren, lösen die MitarbeiterInnen des Forstamtes Saarburg mit ihrer Arbeit die bisher überwiegend durch Monokultur geprägte Waldregion, durch einen Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen ab. Nur so kann die Artenvielfalt erhöht und die vielfältigen Funktionen der Wälder für die Gesellschaft gesichert werden. Schon seit vielen Jahren werden hier heimische Laubbäume in den Schatten der zum Teil bereits 30-40 m hohen Nadelbäume gepflanzt. Nun wachsen neben Weißtannen, Lärchen, Douglasien, Moorbirken und Bergahorn auch kleine Erlen in den bunt gemischten Wäldern. Denn die Mischung macht`s!

Die Vorteile der Baumpflanzungen sind vielfältig: Neben Erhöhung der Biodiversität des Ökosystems Wald, kann hierdurch auch gewährleistet werden, dass die kargen Böden des Hunsrücks auf lange Sicht mit Wald bedeckt sind und die wichtigen Funktionen der Wälder gesichert werden. Diese reichen vom Erosionsschutz der Waldböden, über die Funktion der Wasserspeicherung und -filterung, bis zur Erhaltung des Lebensraumes für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.

Earth Day 2020

Heute ist der Tag der Erde!

In diesem besonderen Jahr feiert der Earth Day unter dem Motto „StadtNatur – vernetzt, klimaaktiv, lebenswert – lasst die Städte blühen!“ sein 50. Jubiläum.

Auch wenn die geplanten Veranstaltungen erstmal auf den September 2020 verschoben sind, können wir alle dennoch jetzt schon etwas tun, denn die Welt steht zwar still – dreht sich aber dennoch weiter. 

Pflanzt Blumen in euren Gärten, lasst die (Stadt)Natur erblühen oder spendet an eine Naturschutzorganisation eurer Wahl!

Eine dicht bebaute Stadt ist ein Stück der Natur, denn auch besiedelte und versiegelte Flächen sind in das komplexe Ökosystem eingebettet. Stadtnatur ist besonders wertvoll, denn Grünanlagen können die Temperaturen im Vergleich zur bebauten Umgebung ausgleichen und erheblich senken. Auch für die urbane Tier- und Pflanzenwelt sind städtische Grünräume wichtig.

Seit einigen Jahren wird das Urban Gardening, das Gärtnern in der Stadt, immer beliebter. Hier kann jeder seine Ideen selbst verwirklichen und sich somit aktiv für den Klimaschutz einbringen!

Tag des Waldes

Zum diesjährigen Tag des Waldes am 21. März startet die weltgrößte Waldschutzorganisation PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) eine ganz besondere Aktion. Unter dem Motto „Wir pflanzen für das Klima“ sind sowohl im März/April sowie im Oktober/November in acht Waldhauptstädte in sechs Bundesländern gemeinschaftliche, überregionale Baumpflanzaktionen mit Bürgerbeteiligung geplant.*

Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort werden Zeichen für den Erhalt unserer Wälder und eine nachhaltige Holznutzung gesetzt.Aber sind eigentlich Waldhauptstädte? Der Titel „PEFC-Waldhauptstadt“ wird von der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e.V. an Städte und Gemeinden verliehen, die sich in besonderer Form für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung engagieren und ihre kommunalen Wälder schon seit vielen Jahren nach den strengen ökologischen, ökonomischen und sozialen PEFC-Standards. Hierzu zählt unter anderem der Aufbau von Wäldern mit einer Mischung unterschiedlicher Baumarten, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu erhöhen, sowie eine Förderung der Biodiversität durch naturnahe Bewirtschaftungsmethoden.

Zudem setzen sich die Städte in besonderem Maße dafür ein, ihren Bürgerinnen und Bürgern die Bedeutung der eigenen Wälder und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung näherzubringen.

„Trockenheit, Stürme und in der Folge Schädlinge wie der Borkenkäfer haben den Wäldern in vielen Regionen in den letzten beiden Jahren stark zugesetzt. Die Schäden sind auch für die Waldbesucher deutlich sichtbar und viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich: Wie können wir dem Wald jetzt helfen? Mit den Baumpflanzaktionen wollen wir und die anderen PEFC-Waldhauptstädte in Deutschland ein Zeichen der Hoffnung setzen und ein starkes Signal für einen nachhaltigen Umgang mit unseren wertvollen Waldressourcen aussenden“, erklärt Dr. Thomas Schöne, Bürgermeister von Warstein, der PEFC-Waldhauptstadt 2020. (Quelle: https://tag-des-waldes.de).

Laut PEFC geht es bei den konzertierten Baumpflanzaktionen nicht darum, einen neuen Baumpflanzrekord aufzustellen, sondern soll unter anderem dazu dienen, dass Bürgerinnen und Bürger vor ihrer Haustür Bäume pflanzen und so zur Erhaltung des heimischen Waldes beitragen.

 

*In Anbetracht der aktuellen Situation kann es zu einer Verschiebung der geplanten Termine kommen. Der Wald bleibt aber dennoch für alle geöffnet 🙂

Risikofaktoren für Sturmschäden im Wald

Gerade im Winter sind orkanartige Stürme nichts Ungewöhnliches und bringen entsprechende Sturmschäden in den Wäldern mit sich. Spannend ist es, mal einen Blick darauf zu werfen, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit für Sturmschäden beeinflussen und wie wir diesen teilweise mit Maßnahmen entgegenwirken können.

Zunächst stellt die Baumhöhe einen wichtigen Faktor für Sturmschäden im Wald dar, denn mit der Höhe der Bäume steigt auch die Hebelkraft zwischen Krone und Boden. Deshalb werden Sturmschäden mit zunehmender Baumhöhe wahrscheinlicher, insbesondere wenn einzelne Bäume die umliegenden Bäume deutlich überragen.

Auch die Dicke der Bäume hat einen Einfluss auf das Risiko von Sturmschäden, wobei ersichtlich ist, dass Bäume mit einem größeren Umfang stabiler sind als dünne, da diese bei Sturm schnell brechen können.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Baumart mit ihren jeweiligen Besonderheiten. Fichten sind besonders anfällig für Windwurf, denn sie besitzen recht flache, tellerartige Wurzeln, die unter extremen Windbedingungen keinen stabilen Halt bieten. Großflächige Fichtenwälder sind speziell bedroht, wenn sie in Monokulturen angepflanzt sind. Dies ist einer der Gründe, warum der Fichtenbestand in Deutschland seit einigen Jahren deutlich zurückgeht. Daneben sind Eichen durch ihre tiefen Pfahlwurzeln tiefer und stabiler im Boden verankert und können so starken Winden besser trotzen.

Die bodenkundlichen Verhältnisse (Bodenchemie, Bodenphysik), welche die Durchwurzelung des Bodens prägen, spielen somit auch eine Rolle für die Widerstandsfähigkeit der Bäume. Denn das baumartenspezifische Durchwurzelungsvermögen wird durch die Bodeneigenschaften geprägt. In den Wintermonaten haben Laubbäume zudem den Vorteil, dass ihre Kronen dem Wind weniger Angriffsfläche bieten als immergrüne Nadelbäume.

 

 

Waldgebiet des Jahres 2019: Urbane Wälder Rhein / Ruhr

Bereits zum 9. Mal wurde die Auszeichnung “Waldgebiet des Jahres“ vom Bund Deutscher Forstleute (BDF) vergeben.

Nachdem der Titel im letzten Jahr an den „Wermsdorfer Wald“ in Sachsen ging, wurde der Titel 2019 an die „Urbanen Wälder Rhein / Ruhr“ verliehen und geht somit zum ersten Mal nicht an einen eng umgrenzten und historisch gewachsenen Wald, sondern an alle Wälder einer großräumig abgegrenzten Region.

Ziel der Ausweisung von Waldgebieten des Jahres ist es unter anderem, die Bedeutung der Wälder dauerhaft im öffentlichen Focus zu verankern. Die Wälder von Rhein und Ruhr bilden keinen geschlossenen Waldkomplex, sondern einen Kulturraum mit vielfältigen, oft kleinflächigen Wäldern. Diese sind durch eine Vielfalt an Eigentümer, Funktionen, Nutzern und Interessierten gekennzeichnet.

Hier im Ballungsraum Rhein/Ruhr, welcher die größte Städteregion Deutschlands darstellt, sind die Einwirkungen des Menschen auf die Wälder besonders intensiv und dennoch ist der durch menschlichen Einfluss veränderte Wald die natürlichste Lebensgrundlage der Region.

Damit spielen die Wälder für die Metropolregion, die durch ein Netz von 24 Großstädten mit jeweils über 100.000 Einwohnern und insgesamt 10,6 Mio. Einwohnern geprägt ist, eine überaus wichtige Rolle.

Laut BDF gilt die die Auszeichnung nicht allein dem Wald selbst, sondern insbesondere der intensiven und erfolgreichen Arbeit der Forstleute und Waldeigentümer vor Ort. Zu dieser zählt unter anderem, den vielfältigen gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald gerecht zu werden.

„Die Forstleute von Rhein und Ruhr bewirtschaften „ihren“ Wald naturnah und verantwortungsvoll und sorgen mit zahlreichen Partnern für den nachhaltigen Schutz, eine sorgfältige Pflege und ermöglichen so die vielfältige Nutzung“, Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF.