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Erek Gaudian

Und es ist Herbst!

Schon länger sah es sehr danach aus, jetzt ist es offiziell: Der Herbst ist da. Zumindest aus meteorologischer Sicht, denn heute, am 1. September, ist meteorologischer Herbstanfang. Und damit beginnt auch die Pilzsaison! Gerade jetzt ist die beste Zeit bei Waldspaziergängen die Augen nach Pilzen besonders weit aufzuhalten. Durch den recht nassen Sommer, stehen die Chancen darauf, fündig zu werden in diesem Jahr besonders gut. Doch bei der Suche stellen sich einige Fragen: In welchen Wäldern findet man denn überhaupt die heißbegehrten Speisepilze?

Grundsätzlich wachsen Pilze in den unterschiedlichsten Biotopen. Essbare Pilze kann man an vielen Standorttypen finden: Einige Arten bevorzugen Böden von Nadel-, Misch- oder Laubwäldern, andere hingegen wachsen bevorzugt auf Wiesenstandorten. Fündig werden kann man nahezu überall dort, wo der Boden frei und nicht von zu vielen krautigen Pflanzen bedeckt ist. Rotkappen beispielsweise findet man bis in den November unter Birken, Pappeln und Hainbuchen. Pfifferlinge und Steinpilze sind in Laub- und Nadelwäldern zu finden, Maronen gedeihen bevorzugt unter Kiefern und Fichten, da sie saure Böden bevorzugen. Auf Wiesen und Weiden fühlt sich der beliebte Wiesen-Champignon wohl. In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Sammeln von Pilzen verboten.

Vor der Ernte des Pilzes ist es ratsam, zu prüfen, ob dieser genießbar ist oder nicht. Das wahllose Sammeln und spätere Bestimmen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch Teile von Giftpilzen einschleichen. Zudem sind diese zwar für Menschen ungenießbar und teilweise gefährlich, doch dienen sie für Tiere als Nahrungsquelle und sind bedeutsam für das Ökosystem.

Bei einigen Speisepilzen besteht Verwechslungsgefahr mit ähnlich aussehenden Giftpilzen. Ein klassisches Beispiel sind Wiesen-Champignons und die hochgiftigen Knollenblätterpilze. Hier kann ein sehr auffälliges Unterscheidungsmerkmal helfen: Wiesen-Champignons haben rosafarbene oder braune Lamellen, Knollenblätterpilze weiße. Manche Pilzarten stehen unter Schutz und dürfen laut Bundesartenschutzverordnung gar nicht oder nur in geringen Mengen gesammelt werden.

Gerade am Anfang kann es schwerfallen, die unterschiedlichen Arten sicher zu bestimmen. Hier ist es sinnvoll, sich am besten von erfahrenen Sammler*innen begleiten zu lassen. Eine große Hilfe sind zudem Pilzführungen, die häufig von Volkshochschulen und vom NABU im Herbst angeboten werden.

Earth Overshoot Day 2021

In diesem Jahr fiel der Earth Overshoot Day („Welterschöpfungstag“ oder „Weltüberlastungstag“) auf den 29. Juli. Dieser markiert den Tag des Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen der Erde größer ist, als deren Kapazität zur Reproduktion dieser Ressourcen im laufenden Jahr. Zusammengefasst: Ab diesem Tag lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse.

Zum Vergleich: 2020 fiel dieser auf den 22. August und in den beiden Jahren zuvor ebenfalls auf den 29. Juli. Es wird vermutet, dass im COVID Lockdown leichte Ressourcengewinne dazu führten, dass der Weltüberlastungstag 2020 rund 3 Wochen später eintrat. Leider waren diese nur von kurzer Dauer. Das diesjährige Datum unterstreicht erneut die Dringlichkeit, einen wirtschaftlichen Aufschwung voranzutreiben, bei dem dem alle innerhalb der Möglichkeiten unserer Erde entwickeln können.

„Schon nach sieben Monaten, bereits am 29. Juli, haben wir das Kontingent unserer Erde an biologischen Ressourcen für 2021 aufgebraucht. Falls Sie daran erinnert werden müssten, dass wir uns in einer klimatischen und ökologischen Notsituation befinden, dann tut dies der Earth Overshoot Day», sagte Susan Aitken, Bürgermeisterin von Glasgow, im Namen des Global Footprint Network und der Scottish Environment Protection Agency (SEPA).

Die Liste der natürlichen Ressource der Erde ist lang, dazu zählen saubere Luft, Erdöl, Wasser, Kohle und das Holz unserer Wälder. Doch auch andere Rohstoffe, Flächen sowie die Funktion und Qualität von Umweltkomponenten wie Boden, Luft und Wasser oder genetische Vielfalt (H. Schütz, S. Bringe: Ressourcenverbrauch von Deutschland – aktuelle Kennzahlen und Begriffsbestimmungen – Erstellung eines Glossars zum „Ressourcenbegriff“ und Berechnung von fehlenden Kennzahlen des Ressourcenverbrauchs für die weitere politische Analyse, 2008). Der eigene Ressourcenverbrauch lässt sich anhand des Ökologischen Fußabdruckes berechnen, der als eine Art Buchhaltungssystem für die Umweltressourcen unserer Erde verstanden werden kann.

Auf der Angebotsseite stehen die natürlichen Flächen der Erde: von Wäldern, über Meere, bis hin zu Wüsten und Seen. Hierbei wird auch die unterschiedliche „biologische Produktivität“ der Erdoberfläche berücksichtigt. Das Ergebnis entspricht der Biokapazität der Erde. Die Einheit der Biokapazität ist die biologisch produktive Fläche – dargestellt in der Maßeinheit „globale Hektar“ (gha) (vgl. Brot für die Welt „Über den ökologischen Fußabdruck“).

Auf der Nachfrageseite steht die Höhe des Verbrauchs an Biokapazität durch die Menschen. Sei es durch die Nutzung von Freiflächen durch Bauland oder die Rodung eines Waldes zur Energiegewinnung. Jedes menschliche Wirtschaften beansprucht natürliche Fläche.

Der ökologische Fußabdruck stellt somit die Leistungsfähigkeit des Systems Erde dar und trifft eine Aussage darüber, wieviel Biokapazität gemessen in Hektar durch die Erde bereitgestellt werden muss, um die die Nachfrage der Menschheit an die natürlichen Ressourcen zu decken. (vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit). Anhand einer Grafik des Global Footprint Network (Abb. 1) kann man deutlich erkennen, dass unsere Nachfrage bereits seit Beginn der 1970er Jahre das Angebot der natürlichen Ressourcen überschreitet und somit ein ökologisches Defizit besteht.

Abb. 1: Naturreserven-Defizit-Trend weltweit (Quelle: http://www.footprintnetwork.org)

 

Neben dem Earth Overshoot Day gibt es auch die nationalen Overshoot Days. So fiel der deutsche Erdüberlastungstag 2021 auf den 5. Mai, 2020 und 2019 fiel er bereits auf den 3. Mai. Wären alle Nationen so verschwenderisch wie wir, würden wir den Berechnungen zufolge jährlich im Schnitt 2,9 Erden verbrauchen. Damit zählt Deutschland gemeinsam mit Nationen wie USA (5), Australien (4,6) und Russland (3,4) zu den besonders verschwenderischen Nationen (vgl. Abb. 2).

Abb. 2: Grafik: © Global Footprint Network

 

Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu senken. Dies reicht von kleinen, alltäglichen Verhaltensänderungen wie die Vermeidung von Plastiktüten, dem Kauf regionaler, saisonaler Produkte, dem Verzicht auf tierische Produkte oder der Nutzung des Fahrrads für kurze, gerne auch lange Wegstrecken, statt die Fahrt mit dem Auto.
Wollt ihr wissen, wie hoch euer ökologischer Fußabdruck ist? Unter www.fussabdruck.de könnt Ihr euren persönlichen Ökologischen Fußabdruck mit einfachen Fragen zu den Themen „Ernährung“, „Wohnen“, „Mobilität“ und „Konsum“ ermitteln und erfahren, wie Ihr ihn verringern könnt.

Die tierischen Helfer des Waldes – Der Specht

Der Wald hat viele tierische Helfer, die das Ökosystem aktiv gestalten und dabei helfen, dieses stabiler und vielfältiger zu machen. Ein besonders prominenter Helfer ist der Specht. Denn Spechte sind recht auffällige Vögel, die sich nicht nur durch ihre charakteristischen Rufe, sondern vor allem auch durch die Klopfgeräusche und das Trommeln bei der Nahrungssuche, der Bekanntmachung des Revieranspruches und der Partnerinnensuche bemerkbar machen. Spechte, die Architekten und Baumeister des Waldes, sind typische Bewohner alter strukturreicher Wälder und leben auch in vielen historischen Parkanlagen mit altem Baumbestand, wo sie Nahrung und Platz für ihre Bruthöhlen finden.

Der Buntspecht

Von den weltweit über 200 Spechtarten sind 10 auch in Deutschland beheimatet. Darunter ist der Buntspecht wohl der bekannteste Vertreter und gleichzeitig auch mit Abstand am häufigsten anzutreffen. Er ist als Generalist unter den Spechten besonders flexibel bei der Besiedelung neuer Lebensräume. Darauf folgen in ihrer Häufigkeit der Schwarzspecht, sowie der Grünspecht. Der Schwarzspecht ist die größte einheimische Spechtart und ein typischer Bewohner alter Buchenbestände, der jedoch auch in Nadelwäldern brüten kann.

Ein Schwarzspecht Pärchen

Etwas seltener kommen bei uns die Mittelspechte sowie Kleinspechte vor, was auf ihren speziellen Ansprüchen an die Qualität der Lebensräume beruht. So bevorzugt der Mittelspecht beispielweise Hartholzauen und artenreiche und alte Laubmischwälder, deren Vorkommen stark begrenzt ist. Durch das Bundesnaturschutzgesetz sind alle in Deutschland heimischen Spechtarten besonders oder streng geschützt.

Der Kleinspecht

 

Doch welchen Nutzen haben die Spechte für die Wälder?

Spechte sind Höhlenbrüter und ziehen ihre Jungen in Baumhöhlen auf. Durch ihren Höhlenbau tragen sie zur Anreicherung von Biotopholzstrukturen bei. Denn die Spechthöhlen dienen nicht nur zahlreichen anderen Vogelarten als Brutstätte, sondern werden auch von verschiedenen Säugetieren wie z. B. dem Siebenschläfer, Fledermäusen und Insekten als Wohnraum genutzt. So nimmt der Specht als Schlüsselart eine besondere Rolle ein, indem er durch seine Holzarbeiten aktiv Schutz-, Brut- und Aufzuchträume für andere Tierarten schafft. Denn von den vielen nicht mehr selbst bewohnten oder halbfertigen Baumhöhlen profitiert am Ende eine Vielzahl anderer Tierarten.

Der Grünspecht

Als Insektenfresser hilft er zudem, unter anderem die Zahl der Borkenkäfer zu reduzieren. Mit seiner langen, klebrigen Zunge, ist es ihm möglich, auch im Holz versteckte Larven zu jagen, die anderen Jägern verborgen bleiben. Somit nimmt der Specht eine wichtige Funktion bei der Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts in seinen Lebensräumen ein. Vor allem Dreizehenspechte haben sich auf Borkenkäfer spezialisiert und spielen für die Regulation von Käferpopulationen in nadelholzdominierten Wäldern eine wichtige Rolle. Laut wissenschaftliche Untersuchungen kann beispielsweise ein einzelner Dreizehenspecht 670 000 Borkenkäfer pro Jahr vertilgt (Quelle: Waldwissen.net).

Baummarkierungen und ihre Bedeutung

Habt ihr euch auch schon öfter mal gefragt, was eigentlich die verschiedene Markierungen an den Bäumen zu bedeuten haben? Mit Hilfe unseres Partners Landesforsten Rheinland-Pfalz lösen wir nun das Rätsel!

 

©Landesforsten.RLP.de / igreen.de

Horstbaum: Das Zeichen „HB“ steht für Horst-Baum und deutet auf einen Brutbaum eines besonders geschützten Vogels hin. Der Horst ist ein großes Vogelnest. Diese Bäume werden damit besonders geschützt und sollen erhalten bleiben. Insbesondere in der Zeit der Brut und Jungenaufzucht sollte man sich hier sehr leise verhalten und den Vogel nicht stören.

 

©Landesforsten.RLP.de / igreen.de

Biotop-Baum-Gruppe: Bäume, die bis an ihr Lebensende stehen bleiben sollen, werden mit weißen Wellenlinien markiert. Diese Bäume sollen als Totholz auf natürliche Weise sterben. Ähnlich wie Horstbäume, sollen auch diese Bäume als Lebensraum seltener, besonders schützenswerter Tiere bei Forstarbeiten berücksichtigt werden, damit sie beim Fällen und dem Transport der Entnahmebäume nicht beschädigt werden. Oft finden sich in den Bäumen Wohnlöcher von Spechten und Fledermäusen, zudem werden sie gern von verschiedenen Lebewesen wie z.B. Insekten und Pilzen besiedelt.

 

©Landesforsten.RLP.de / igreen.de

Machinengasse: Da schwere Maschinen nicht überall in den Wäldern fahren dürfen, ist diese Markierung eine Art Verkehrszeichen. Denn durch die beiden roten Linien auf den Bäumen wissen die Fahrer:innen der Maschinen welche Wege sie nutzen dürfen. Ziel ist es, möglichst wenig Waldboden zu schädigen. An diesem Baum führt also eine Waldgasse in den Baumbestand, welche nicht mit normalen Straßenautos befahrbar ist, sondern dem Transport des Holzes an die LKW-befahrbare Waldstraße dient.

 

©Landesforsten.RLP.de / igreen.de

Zukunftsbaum: Die weißen Punkte entlang des Stammes weisen auf besonders gesunde und wertvolle Bäume hin. Sie zeigen den Förster:innen, dass diese Bäume noch lange stehen und wachsen sollen. Zukunftsbäume, auch Z-Bäume genannt, sind Bäume, die sich wirtschaftlich betrachtet zu besonders wertvollen Exemplaren entwickeln können.

 

©Landesforsten.RLP.de / igreen.de

Entnahmebaum: Um den Baumnachbarn Platz zu machen, werden diese Bäume mit einem roten Schrägstrich gekennzeichnet und bei der nächsten Pflegemaßnahme den Wäldern entnommen. So können zum Beispiel Zukunftsbäume-Baum, Biotopbäume oder Horstbäume eine größere Krone bilden.

 

©Landesforsten.RLP.de / igreen.de

Totholz: Ein Ausrufezeichen am Stamm zeigt einen Totholzbaum an, der nicht gefällt wird. Hier ist Vorsicht geboten, denn abgestorbene Äste können plötzlichen herunterfallen oder der ganze Baum steht kurz vor dem Umfallen.

Erste Baumpflanzung 2021

Wir freuen uns wieder über tolle Neuigkeiten!

In den letzten Wochen fanden die nächsten Baumpflanzungen im Rahmen unseres Projektes BaumGeben statt, bei denen die Mitarbeitenden des Forstamtes Saarburg weitere Bäume ausgebracht haben.

Auch bei den aktuellen Baumpflanzungen, die wir gemeinsam mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz und unserem Projektpartner Landal GreenParks durchgeführt haben, stehen vor allem die hohen Baumverluste infolge der anhaltenden Trockenheit im Sommer in den letzten Jahren im Fokus.

Denn unsere Wälder sind sowohl Klimaschützer als auch Klimaopfer zugleich, da es mit den Änderungen des Weltklimas nicht nur vermehrt zu Wetterextremen kommt, sondern auch zum Auftreten neuer Baumkrankheiten, wodurch einzelne Baumarten besonders gefährdet sind.

Intakte Wälder helfen, den hohen CO2-Gehalt der Luft zu regulieren, da Bäume und Wälder der Atmosphäre beim Wachstum das klimaschädliche CO2 entziehen. Dieses wird im Holz der Bäume und im Boden Wälder große Mengen gespeichert. Dadurch spielen die Wälder im natürlichen Kohlenstoffkreislauf eine unersetzliche Rolle und tragen einen großen positiven Beitrag zur Klimabilanz bei. Diese Leistung ist gefährdet, wenn der Klimawandel unsere Wälder weiter schwächt! Ohne die Klimaschutzleistungen der Wälder wären die CO2-Emissionen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz um 26 Prozent höher. Das zeigt, welch zentrale Rolle der Wald zur Erreichung der Klimaschutzziele spielt!

Nach der Studie Klimaschutz durch Forst- und Holzwirtschaft Rheinland-Pfalz (2017) liegt die Klimaschutzleistung bei 9,8 Mio. t CO2 pro Jahr und gliedert sich wie folgt auf:

Waldspeicher:                  3,7 Mio. t CO2

Holzproduktespeicher:     0,5 Mio. t CO2

Substitution:                     4,5 Mio. t CO2

Windenergie                     1,1 Mio. t CO2

(Quelle: Landesforsten Rheinland-Pfalz)

Mit unseren Pflanzungen kommen wir unserem Ziel den Wald fit für den Klimawandel zu machen, Baum für Baum für Baum etwas näher.

DIY: Ein Vogelhaus aus Holz mit Kindern bauen

Im Vergleich zu Menschen benötigen Vögel kein ausgefallenes Design für ihre Unterkunft – sie halten sich immer an Minimalismus und Funktionalität. Deswegen muss man, um ein Vogelhaus aus Holz zu bauen, kein besonderes handwerkliches Geschick haben. Man braucht eher richtiges Material und Werkzeuge.

Unser DIY-Vogelhaus kann praktisch mit einem Holzbrett / einer Holzpalette und einem gewöhnlichen Werkzeugsatz hergestellt werden. Es kostet also wenig bis gar nichts, aber wird echten Mehrwert für die einheimischen Vögel liefern.

Je nachdem, wie viel Zeit Sie in Ihr DIY-Projekt zu investieren wollen, können Sie verschiedene Formen des Hauses planen. Es kann eine quadratische Holzkiste mit einem flachen oder schrägen Dach oder wirklich ein kleines Häuschen werden. Beide Varianten sind kein Hexenwerk; der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie für eine komplizierte Variante ein paar Winkelschnitte ausführen müssen.

Für dieses DIY-Projekt benötigen Sie:

●        eine Bohrmaschine

●        ein paar Schrauben mit Grobgewinde (Dübel oder Nägel)

●        eine Stichsäge

●        einen Schaufelbohrer für Holz (optional)

●        eine Handsäge

●        ein Lineal oder ein Maßband

●        einen Bleistift

 

1. Vorbereitung: Material auswählen und abmessen
Baumaterialien sollten sparsam verwenden werden, besonders wenn es um Holz geht, da die Waldfläche auf unserem Planeten rapide abnimmt. Daher stellen wir sicher, dass unsere Materialreste minimal sind, und markieren und schneiden das Holzstück entsprechend. Um das richtige Ergebnis zu erzielen, müssen Sie das präzise und proportional richtig machen. Zum Beispiel kann das Schneiden einer Holzdiele mit der  Größe von 300 x 800 mm  nach folgendem Schema erfolgen:

Natürlich können Sie auch eine Holzdiele jeder anderen Größe verwenden, wobei Sie ungefähr die gleichen Proportionen beibehalten sollten. Wenn Sie mit den Markierungen fertig sind, sägen Sie alle Teile mit einer Stichsäge aus. Grundsätzlich können Sie auch eine gewöhnliche Bügelsäge verwenden. In diesem Fall erhalten Sie jedoch nicht ganz gleichmäßige Schnitte und aufgrund von Verzerrungen wird der Zusammenbau, insbesondere für Kinder, viel problematischer. Elektrowerkzeuge sind schneller und einfacher zu verwenden. Sie können auch überlegen, Dübel, Nägel oder Schrauben zu verwenden, um die Teile des Häuschens später aneinander zu befestigen. Wir nehmen hier Schrauben.

Nach dem Sägen verarbeiten Sie die Oberflächen sorgfältig mit mittelkörnigem Sandpapier, um alle Unregelmäßigkeiten und Splitter zu beseitigen und das Häuschen schön und sicher zu machen. Sie müssen die Sicherheit des Bauprozesses beachten. Weisen Sie Kinder nur Aufgaben zu, die diese nicht gefährden. Auf keinen Fall sollten Sie ein Kind mit dem Werkzeug alleinlassen.

Bitte beachten: Die Dachdielen sollten nicht von gleicher Größe sein, eine davon sollte länger sein (ungefähr um die Länge einer Plattendicke), dadurch wird der Überhang des Daches auf beiden Seiten gleich sein. In unserem Fall, mit einer Plattendicke von ca. 2 cm, sollten die Dielen 140 und 160 mm lang sein.

 

2. Den Eingang und die Stange anfertigen
Die Vorderwand soll einen kleinen Eingang haben. Dafür markieren Sie mit einem Bleistift den Umriss der Öffnung. Er sollte am besten in der Mitte oder in der oberen Hälfte der Wand sein. Bohren Sie dann ein Loch in die Mitte der markierten Öffnung, sodass ein Stichsägeblatt hineingeht, oder verwenden Sie einen Schaufelbohrer. Treten Sie jetzt 15 mm vom unteren Rand der Öffnung zurück und bohren Sie ein Loch für die Stange. Die Stange kann aus einem kleinen Stück übrig gebliebener Diele gefertigt werden. Geben Sie ihm mit Messer und Sandpapier eine zylindrische Form. Die Stange wird mit einer Schraube an der Vorderwand angebracht.

 

3. Konstruktionsphase: die gefertigten Teile zusammenbauen
Um die Teile des Vogelhausgerüstes zu verbinden, nehmen Sie zuerst die zwei Hälften des Daches und bohren Sie zwei Löcher in den größeren Teil und schrauben Sie die andere Hälfte daran mit den Schrauben. Der Winkel muss genau 90 Grad sein. Dann ist das Dach schon fertig. Legen Sie es erst mal beiseite, bis Sie den Rest zusammenbauen.

Jetzt bohren Sie 5 Löcher in die Vorder- und Rückwand vor (wie auf dem Bild gezeigt wird), damit das Holz nicht splittert. Die Löcher sollen sich in einem Abstand von der Dielenkante befinden, der der Hälfte ihrer Dicke (10 mm in unserem Fall) entspricht, sodass die Schrauben während der Installation genau in die Mitte des angebrachten Teils kommen. Verbinden Sie die Vorderwand mit den Seitenwänden und richten Sie sie entlang der Unterkante aus. Und dann machen Sie dasselbe mit der Rückwand und der Bodenplatte. Bei korrekter Ausführung des Schneidens sollte der Boden genau passen. Wenn es jedoch nicht passt, keine Sorge! Messen Sie den benötigten Parameter auf der gefertigten Konstruktion mit einem Lineal und legen Sie ihn auf den Rohling der Bodendiele. Schneiden Sie den Überschuss ab. Jetzt haben Sie das richtig passende Teil.

Ein kleiner Tipp: Sie können kleine Löcher für Entwässerung und Luftzirkulation in jede Ecke der Bodenplatte schneiden. Dies kann Verrottungsprozessen und Pilzbefall vorbeugen.

Danach befestigen Sie die Bodendiele durch die Löcher an der Vorder- und Rückwand von der Unterseite des Hauses mit zwei Schrauben. Um das Dach zu montieren, stellen Sie das vorher gefertigte Dach auf dem Hausgerüst so hin, dass das Dach mit der Rückwand ausgerichtet und leicht wie ein Visier über dem Eingang überhängen wird. Bohren Sie dann 4 Löcher hinein, um das Dach dann anschließend mit Schrauben zu befestigen.

 

4. Dekorieren
Zum Streichen eines Vogelhauses empfehlen wir Leinöl. Natürlich können Sie eine übliche Farbabdeckung auftragen. Mithilfe des Leinöls wird jedoch die Holzfarbe und -struktur beibehaltet, was für Vögel von Vorteil ist. Wenn Sie das Häuschen etwas bunter machen möchten, können Sie zum Leinöl Rote-Beete-Saft hinzufügen. Falls Sie Ihren Kindern nicht sehr viel Bauarbeit anvertrauen konnten, können Sie ihnen die Dekoration weitgehend überlassen.

5. Aufhängen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Vogelhaus aufzuhängen. Wir empfehlen, eine zusätzliche Diele an der Rückwand des Häuschens anzubringen und es in einer Höhe von mindestens 2-3 Metern an der Wand eines Gartenhauses anzuschrauben oder an einen Baum zu binden. Stellen Sie sicher, dass keine direkten Sonnenstrahlen aufs Haus fallen und dass keine Raubtiere die Vogelbehausung reichen können. Versuchen Sie nach jeder Brutzeit, das Vogelhaus herunterzuholen und zu säubern.

 

Das Team von BaumGeben bedankt sich bei Michael Brauer, Blog-Autor bei Hansagarten24, der diesen Artikel für unseren Blog geschrieben hat.

 

Der lange Weg zu klimafitten Wäldern

Mit den Baumpflanzungen unseres Projektes „Baumgeben“ helfen wir gemeinsam mit unseren Partnern dabei, unsere Wälder klimafit zu machen. Aber was heißt das eigentlich?

Ein Teil dieser Mammutaufgabe ist der Waldumbau, der die Anpassungsfähigkeit unsere Wälder stärken soll. Die Forstleute haben die Herausforderungen des Klimawandels schon vor einigen Jahrzehnten erkannt und frühzeitig mit dem langwierigen Umbau unserer Wälder begonnen. Doch der Waldumbau ist nicht von heute auf morgen zu bewältigen, sondern er beginnt mit einer bedachtsame Einleitung von Abläufen, die sich über viele Jahre oder Jahrzehnte erstrecken.

Ein Teil des Waldumbaus ist die sogenannte „Vorausverjüngung“, bei der geeignete klimatolerantere und schattenertragende Baumarten wie Weißtannen oder Buchen unter das Kronendach von schon vorhandenen Bäumen gepflanzt oder gesät werden. Die Jungbäume können so im Schutz der Altbäume zu einer klimaresistenteren Baumgeneration heranwachsen und so in Zukunft einen Zweigenerationenwald entstehen lassen. Und dies ist ohne radikale Eingriffe in das Ökosystem möglich.

Ziel der Projekte zum Waldumbau ist die Abkehr von reinen Monokulturen, oft von instabilen Nadelwäldern, hin zu Laub- und Mischwäldern. Denn reine Nadelwälder sind meist sehr viel anfälliger gegenüber Dürre, Sturm oder Borkenkäferbefall und sollen mit Hilfe der Durchmischung langfristig stabilisiert und so zu ökologisch wertvollen Mischwäldern weiterentwickelt werden. Erfreulicherweise wächst der Anteil der Mischwälder stetig, wie die Bundeswaldinventur deutlich aufzeigt (Nachzulesen unter: https://bwi.info/).

Deutsche Waldtage 2020 – Zeig dein Grünes Herz

Vom 18.-20. September 2020 veranstaltete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt vom Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) nach 2016 und 2018 die dritten „Deutschen Waldtage“. Zu einem wichtigen Thema zählt in diesem Jahr der „Wald im Klimastress“. Denn viele Faktoren wie Stürme, Waldbrände, extreme Dürre- und Hitzeperioden und der massive Borkenkäferbefall haben in den letzten Jahren zu dramatischen Waldschäden geführt. Wir müssen alles dafür tun, um die Fähigkeit unserer Wälder für den Klimaschutz, die Artenvielfalt und als Ort der Erholung zu erhalten. Zwar haben Bund und Länder viele Projekte und Maßnahmen auf den Weg gebracht, doch die Verantwortung für einen stabilen Wald der Zukunft liegt bei uns allen.

Logo Deutsche Waldtage Quelle: www.deutsche-waldtage.de

 

Um unsere Wälder für künftige Generationen zu erhalten, sind neben Politik und Forstwirtschaft auch wir alle gefordert. Das Motto der „Deutschen Waldtage 2020“ lautet daher „Gemeinsam! Für den Wald“, unter dem Forstleute, Vereine, Organisationen und Waldbesitzer gemeinsam mit weiteren lokalen Akteuren bundesweit Bürgerinnen und Bürger zu über 600 Veranstaltungen in die Wälder eingeladen haben. Mit Mittelpunkt standen hier Informationen rund um den Wald und insbesondere der Dialog über den „Wald im Klimastress“ und die Maßnahmen zum Schutz der Wälder. Aktuell stehen Forstleute und Waldbesitzende vor der Jahrhundertaufgabe, den Wald vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und für die Zukunft zu stärken. Dabei sind sie auf die Solidarität und Unterstützung aller angewiesen, denen der Wald am Herzen liegt.

Und so wurde passenderweise das „Grüne Herz“ als Symbol der Deutschen Waldtage 2020 eingeführt. Mit dem grünen Herzen ist es möglich, Sympathie für den Wald und Solidarität mit den Menschen, die für den Erhalt des Waldes arbeiten, zu zeigen. Das „Grüne Herz“ ist dabei nicht auf die Deutschen Waldtage beschränkt, sondern soll auch darüber hinaus in ganz Deutschland sichtbar sein und so eine breite Unterstützung für die Wälder und die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland dokumentieren.

Kampagne „Gemeinsam! Für den Wald“ Quelle: www.deutsche-waldtage.de

Bei der Mitmachaktion „Grünes Herz“ sind alle dazu aufgerufen, ihr Grünes Herz für den Wald zu zeigen. Mitmachen geht ganz einfach: Einfach ein Foto oder Video mit einem Grünen Herzen aufnehmen, gerne ein persönliches Statement über den Wald hinzufügen und an das Organisationsbüro der Waldtage einsenden. Eine genaue Anleitung inklusive „Grünes Herz“ Vorlagen gibt’s unter: https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de/aktion.php.

Die Bilder und Videos werden anschließend auf der Homepage der Deutschen Waldtage veröffentlicht und in den Social-Media-Profilen vorgestellt. Weitere Informationen zu dieser Mitmachaktion gibt es unter https://gruenesherz.deutsche-waldtage.de.

 

Ursachen für Waldbrände in Deutschland

Die warmen Monate machen unseren Wäldern ganz schön zu schaffen, denn die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr in Deutschland rapide steigen. Noch am 05. August waren große Gebiete in Brandenburg, sowie Gebiete rund um Odenwald, Spessart und die Lüneburger Heide besonders betroffen. Innerhalb von 5 sehr heißen und trockenen Tagen verschäfte sich die Lage in ganz Deutschland dramatisch. Anschaulich dargestellt wird dies auf den Karten des Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes.

 

Waldbrandgefahrenindex vom 10.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)
Waldbrandgefahrenindex vom 05.08.2020 (Quelle: Deutscher Wetter Dienst)

 

Glücklicherweise sind in diesem Jahr  große Waldbrände in Deutschland bisher ausgeblieben. Für die Entstehung von Waldbränden gibt es verschiedene Ursachen, doch die einzig natürliche Ursache in Deutschland ist der Blitzschlag ist. So liegt es auf der Hand, dass das menschliche Verhalten großen Einfluss auf die Entstehung der Brände hat. Allein im Jahr 2018 gab es bei uns knapp 1.700 Waldbrände auf einer Fläche von 2.349 Hektar – die größte Fläche seit 26 Jahren. Blitzeinschläge sind jedoch nur für einen kleinen Teil der Brände verantwortlich, nur 5% der Waldbrände im Jahr 2018 wurden durch natürliche Ursachen ausgelöst (Quelle: Umweltbundesamt).

Bei den Feuern, bei denen eine Ursache bestimmt werden kann, sind im Wesentlichen zwei Faktoren von besonderer Bedeutung: Zum einen Brandstiftung und Fahrlässigkeit und zum anderen das Klima,- und Witterungsgeschehen.

Waldbrandursachen 2018 (Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung)

 

Da unser menschliches Handeln somit ausschlaggebend für das Auftreten von Waldbränden ist, sollten wir alle, besonders in Zeiten von Trockenheit, die bekannten Regeln beachten: keine Feuer im Wald oder in der Nähe von Wäldern entzünden, keine glühenden Zigarettenkippen oder Streichhölzer achtlos wegwerfen und Fahrzeuge nicht auf trockenem Untergrund parken. Denn heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen von Autos und Motorrädern können eine Wiese oder das Unterholz entzünden. Auch Glasflaschen und -scherben können die Sonnenstrahlen wie Brenngläser bündeln und so trockenes Gras oder Laub entzünden.

Ursprünglich bestehen die natürlichen Waldökosysteme in Mitteleuropa überwiegend aus einer bunten Mischung aus Buchen, Eichen, Fichten und anderen Bäume. Da der Waldboden in diesen artenreichen Laubmischwäldern schattiger und somit deutlich kühler ist, leiden diese seltener unter Feuer oder Dürre. Zudem können die Blätter der Laubbäume in der Regel größere Mengen Wasser speichern. Die durch den Menschen angepflanzte Kiefern-, und Fichtenplantagen kommen ursprünglich aus Nordeuropa und sind an ein kühles, feuchtes Klima angepasst. Die Nadeln dieser Bäume enthalten ätherische Öle, die bei Trockenheit leicht entflammbar sind.

Unsere Wälder im Stress

Eines der Ziele unseres Projektes Baumgeben ist die Durchmischungen von überwiegend durch Monokultur geprägten Waldregionen. Durch unsere regelmäßigen Baumpflanzungen wandeln wir diese in gesunde, stressresistentere Mischwäldern aus Nadel- und Laubbäumen um.

Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigt sich nochmals deutlich in den zwei vergangenen trockenen Jahren und dem geringen Niederschlag im Frühjahr 2020: Unsere Wälder müssen zurzeit mit großem Trockenstress umgehen. Mit mehr naturnahen Mischwäldern geben wie den Wäldern sozusagen die Chance zur Selbsthilfe.

Doch nicht nur der ausbleibende Regen, sondern auch Stürme, überdurchschnittlich viele Waldbrände und ein intensiver Borkenkäferbefall, haben den Wäldern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren immens zugesetzt.

Ende Februar 2020 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aktualisierte Daten zu den Waldschäden seit 2018 sowie die für 2020 zu erwartenden Schäden veröffentlicht. Und die Zahlen sind erschreckend: Demnach gehen die Fachleute von einem Schadholzbefall von 160 Millionen Kubikmeter und einer Fläche von 245.000 Hektar aus, die wiederbewaldet werden müssen.

Im Hinblick auf diese Entwicklungen kommt es jetzt im Wesentlichen darauf an, die Wälder insgesamt langfristig auf den Klimawandel auszurichten.

Sowohl bei der Wiederbewaldung der Schadflächen, als auch beim nachhaltigen Waldumbau hin zu stabilen und anpassungsfähigen Wäldern ist es wichtig, auf eine naturnahe, der jeweiligen Region angepasste Bepflanzung zu achten. Gemeinsam mit Landal Green Parks und in Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz, setzt Baumgeben diese Maßnahmen um und trägt somit zum Erhalt unserer Wälder bei!