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Monthly Archives: Februar 2017

Baumkrankheiten

Durch Hagel, Windbruch, Frost, Trockenheit usw. kann der Baum geschädigt werden. Das Erscheinungsbild der Schädigungen ist vielfältig (u.a. vertrocknete Blätter, gerissene Rinde, abgebrochen Äste). An den Schadstellen können Parasiten die Wirtspflanze befallen…

Sind am Stammfuß des Baumes verstärkt Ameisen zu beobachten und tritt Bohrmehl aus dem Stamm deutet das auf eine Schädigung des Baumes hin. Dann sind Ameisennester im Stamm zu vermuten die sich eine Höhlung oder Morschung als neuen Wohnsitz ausgesucht haben. Der Baum sollte kontrolliert werden die Standsicherheit kann gefährdet sein.

Fremdbewuchs durch Efeu, Wein und andere Pflanzen schadet dem Baum nicht. Wird der Bewuchs aber so stark das die Assimilation des Baumes dadurch betroffen ist, sollte der Bewuchs beseitigt werden.

Durch Insekten wie Maikäfer, Schmetterlingsraupen und andere kann es zu einem erhebliche Blattmasseverlust am Baum kommen. In der Regel ist das für den Baum ungefährlich. Wird ein Baum mehrere Jahre hintereinander kahlgefressen schädigt das seine Vitalität.

Blattläuse befallen fast alle Bäume. Sie entziehen den Blättern Assimilate und verschmutzen die Blätter mit ihren Ausscheidungen dem sogenannten Honigtau. In Mitteleuropa gibt es weit über 800 Arten. Blattläuse sind für den Baum normalerweise ungefährlich.

Flechten sind eine Symbiose zwischen Pilzen und Algen. Häufig sind es Schlauchpilze und Blau- oder Grünalgen die eine Lebensgemeinschaft bilden. Sie wachsen auch unter extremen Bedingungen, brauchen aber Licht und Feuchtigkeit. Flechten stellen für den Baum keine Gefahr dar.

Frostrisse entstehen durch hohe Temperaturschwankungen vom Stamminneren nach außen. Der Baum bildet Frostleisten die durch Überwallung entstehen. Der Riss verläuft fast senkrecht. Sonnenrisse weisen das gleiche Schadbild auf. Weist der Baum eine Vitalitätsschwäche auf sollte er begutachtet werden.

Gallen weden häufig durch Gallmilben verursacht. Befallen werden die Blätter der Bäume, seltener die Knospen, Triebe, Blüten oder Zweige. Die entstehenden Verformungen des Blattes sehen nicht schön aus sind aber für den Baum ungefährlich. Neben den Gallmilben gibt es noch andere Gallenerreger z. B. die Gallwespe.

Grünalge bauch Luftalge Trentepohlia aurea bewirkt einen braunen bis orangeroten Belag / Bewuchs auf dem Baumstamm. Häufig zu finden ist sie an Obstbäumen. Auf die Gesundheit des Baumes hat die Alge keinen Einfluss.

Harzfluss ist eine natürliche Abwehrreaktion des Baumes gegen eine Verletzung.

Hexenbesen werden durch Viren oder Pilze hervorgerufen. Sie sind für den Baum eher ungefährlich.

Das Spektrum der holzzerstörenden Insekten ist sehr groß. Häufig sind es holzbrütende Insekten (Xylophagen) deren Larven die Rinde und Teile des Holzkernes zerstören und damit Pilzen die Möglichkeit bieten den Baum zu befallen. Eine Begutachtung durch den Fachmann ist ratsam.

Knollen sind Verwachsungen die durch Pilze, Insekten oder anderen Umwelteinflüsse ausgelöst werden. Für den Baum eher ungefährlich.

Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie sind nur 0,1 mm – 0,5 mm groß und verfügen über einen Stech- und Saugapparat. Sie befallen Blatt und Knospe. Befallene Blätter vertrocknen. Bei starkem Befall wird der Baum geschwächt.

Mit den Hyphen (Myzel) dringen die Pilze in das Holz ein und entziehen dem Baum Nährstoffe, im wesentlichen Zellulose, Polysaccharide, Lignin, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Ist der Baum von einem Pilz befallen sollte er kontrolliert werden.

Rotpusteln sind Wundparasiten und bewirken eine Welke an Blättern und Trieben. Die orangeroten Fruchtkörper treten im Herbst und Winter auf. Befallen Pflanzenteile sollten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Schildläuse befallen die Rinde und schädigen das Rindenparenchym. Dies führt zur Vernässung der Rinde. Einige Schildläuse befallen auch die Blätter. Da Schildläuse sehr klein sind werden sie oft erst festgestellt wenn sie durch Wachsausscheidungen Schilde gebildet haben. Bei starkem Befall ist eine Begutachtung durch den Fachmann ratsam.

Spechte bauen ihre Nester mit vorliebe in Bäume mit Morschungen. Morschungen deuten auf einen Pilzbefall hin. Der Baum sollte kontrolliert werden.

Stammaustriebe deuten häufig auf eine Störung des Baumes hin. Diese kann vielfältig sein. Bei verstärktem Stammaustrieb den Fachmann fragen.

Wucherungen werden durch Erdstrahlen, Bakterien oder Pilze ausgelöst. Sie können lebensgefährdend für den Baum sein. Zur genauen Ursachenklärung sollte ein Fachmann die Wucherungen untersuchen.

baumkrankheiten

 

Quelle: https://www.baumportal.de/baumkrankheiten.htm

Mykorrhiza

Baum und Pilz profitieren gleichermaßen von der „Mykorrhiza“, der Lebensgemeinschaft aus Pilzwurzeln (Hyphen) und Baumwurzeln. Die Gemeinschaft dient nicht dem Nährstoffaustausch allein.
Ihr farbenreiches Erscheinen kann schnell den Eindruck vermitteln, dass die Pilze im Wald nur wenige Wochen des Jahres vorkommen. Dem ist aber nicht so. Pilze sind in Form ihres unter der Oberfläche verborgenen „Myzels“, dem Pilzgeflecht, immer da und übernehmen wichtige Funktionen im Ökosystem Wald. Als „Täter“ parasitieren sie an Pflanzen, Tieren oder sogar anderen Pilzen und können das Absterben des Wirtes bewirken. Sie bauen als Endglied der Nahrungskette organisches Material ab und sorgen zusammen mit anderen Zersetzern für einen funktionierenden Stoffkreislauf.

Als Partner der Bäume helfen Pilze aber auch bei der Produktion von Biomasse im Wald. Die dafür im Rahmen der Evolution entstandene Symbiose von Bäumen und Pilzen kann stellvertretend für das komplexe, scheinbar unendliche Beziehungsgeflecht zwischen den Arten in der Natur stehen und trägt wissenschaftlich die Bezeichnung „Mykorrhiza“. Aus dem Griechischen aus mykes, dem Pilz, und rhiza, der Wurzel, gebildet, wird der Fachbegriff im Deutschen landläufig mit „Pilzwurzel“ übersetzt. Er beschreibt eine Lebensgemeinschaft zwischen Gehölzen (aber auch anderen Pflanzen) und Pilzen im Wurzelbereich, die sich, im positiven Sinne, als verpilzte Baumwurzel darstellt.

Rein unsichtbare und unbekannte Helfer sind die Mykorrhiza-Pilze aber dennoch nicht. Die meisten Röhrlinge und etliche Blätterpilze, beliebte Speisepilze und bekannte Giftpilze leben in enger Gemeinschaft mit Bäumen. Bekannte Beispiele sind der Pfifferling, die Steinpilze, der Fliegenpilz und die Knollenblätterpilze. Der Grad der Bindung des Pilzes an eine Baumart kann dabei sehr hoch sein und sich wie beim Goldröhrling unter Lärchen oder dem Birkenpilz bei Birken sogar auf nur eine einzige Partnerbaumart beschränken. Beim Bestimmen und Sammeln von Pilzen kann sich der kundige Pilzsammler die Mykorrhiza-Gemeinschaften zu Nutze machen: Er sucht zunächst den passenden Baum und findet dann den gewünschten Pilz. Ein alter Spruch sagt: „Unter Birken, Tannen, Buchen kannst du immer Pilze suchen; unter Eschen, Erlen, Linden, wirst Du nicht viel finden“. Es können gleichzeitig mehrere Mykorrhiza-Pilzarten an einem Baum vorkommen, und unterschiedliche Altersstadien des Baumes können jeweils spezielle Pilzpartner beherbergen.

Das ausgewogene Profitieren der Partner von der Gemeinschaft ist ein typisches Merkmal von Symbiosen. Sie kommen bei Tieren und bei Pflanzen vor und sind in der Natur keine Seltenheit. Auch die Mykorrhiza im heimischen Wald ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Besonders Fichte, Kiefer und Lärche, Birke, Buche und Eiche setzen auf die Hilfe aus dem Reich der Pilze. Alles in allem gehen Nadelhölzer mehr Mykorrhizen als Laubbäume ein, was vornehmlich auf die insgesamt ärmeren Standorte zurückzuführen ist, auf denen sie wachsen. Für das Waldwachstum allgemein ist die Mykorrhiza von großer Bedeutung. Standorte mit schlechten Wuchsbedingungen konnten nur mit Hilfe von Pilzen durch Bäume besiedelt werden.

Die Beziehung zwischen Bäumen und Pilzen stellte sich anfangs vermutlich als reine Pilzinfektion dar, die sich dann zu einer Symbiose entwickelte, weil sie den Bäumen nutzte. Deren Wurzelsystem mit Haupt- und Seitenwurzeln hat neben der Verankerung im Boden die wesentliche Aufgabe, das für die Photosynthese notwendige Wasser samt den darin gelösten Nährstoffen aufzunehmen und in die grünen Bestandteile der Pflanze zu transportieren. Für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen sind hauptsächlich die Feinwurzeln zuständig. Allerdings können die Bäume trotz des komplexen Wurzelapparates sowohl die Wasser- als auch die Nährstoffvorräte im Boden nicht optimal ausnutzen. Hier kommen die Mykorrhiza-Pilze ins Spiel. Sie optimieren mit ihren „Hyphen“ die Funktion der Feinwurzeln. Ihre hauchfeinen Pilzfäden erschließen den Boden noch intensiver und können so kleinste Wasservorräte und somit Nährstoffe aus dem Substrat aufnehmen.

Damit der Stofftransport zwischen Pilz und Baumwurzel funktioniert, haben sich unterschiedliche Mykorrhizaformen entwickelt. Dabei ist die so genannte „ektotrophe“ Variante bei heimischen Waldbäumen häufig anzutreffen. Ihre Feinwurzeln sind von einem intensiven Pilzgeflecht ummantelt, das direkten Einfluss auf das Wurzelwachstum bzw. die Neubildung von Wurzelhaaren nimmt. Feinste Pilzhyphen dringen in die Zellenzwischenräume der Wurzelrinde ein und bilden dort das nach dem deutschen Forstwissenschaftler Robert Hartig benannte Hartig’sche Netz. Letzteres sorgt mit den benachbarten Wurzelzellen für den Austausch der Nährstoffe zwischen Pilz und Baum. Für den Baum sind das besonders die Elemente Stickstoff und Phosphor, die er für sein Wachstum benötigt. Als Gegenleistung liefert er Kohlenhydrate, die im Rahmen der Photosynthese in den grünen Blättern oder Nadeln gebildet wurden. Denn den Mykorrhiza-Pilzen fehlen nicht nur das Blattgrün und damit die Fähigkeit mit Hilfe der Photosynthese Kohlenhydrate zu produzieren. Im Vergleich zu den Zersetzer-Pilzen können sie darüber hinaus organisches Material deutlich schlechter abbauen, um an nutzbare Kohlenstoffverbindungen zu gelangen. Im gegenseitigen Nährstoffaustausch schließt sich so der Kreis im Mykorrhiza-System: Für die Heranführung der für den Baum notwendigen Nährelemente erhält der Pilz-Partner im Gegenzug Kohlenhydrate, den Zucker, aus eigener Produktion.

Mykorrhiza

Quelle: http://www.waldwissen.net/wald/pilze_flechten/wuh_mykorrhiza/index_DE