Wälder bedecken fast ein Drittel der Fläche Deutschlands. In den etwa 11,4 Millionen Hektar Wald wachsen rund 90 Milliarden alte und junge Bäume. Auch wenn viele Wälder aus der Ferne ähnlich anmuten, haben sich in unterschiedlichen Lagen eigene Waldtypen herausgebildet, in denen meist bestimmte Baumarten dominieren.

Kein anderer Laubbaum kommt in deutschen Wäldern so häufig vor, wie die Buche. Mit einem Anteil von 15 Prozent ist die Buche der dominanteste heimische Laubbaum und zählt gleichzeitig zu den derzeit erfolgreichsten Pflanzenarten Europas.

Buchen sind konkurrenzstarke und sehr anpassungsfähige Bäume, die unter verschiedensten Standortbedingungen gedeihen können. Im Hinblick auf den Nährstoffgehalt und die Feuchtigkeit des Bodens sowie die klimatischen Bedingungen, tolerieren Buchen weite Spannbreiten und sind somit in der Lage, sich im ökologischen Wettbewerb gegen viele andere Baumarten durchzusetzen. Ohne menschliche Eingriffe wären sogar bis zu 75 Prozent des deutschen Waldes von Buchen bedeckt.

Doch trotz ihrer Dominanz lässt sie auch anderen Spezies genügend Lebensraum, sodass sich Buchenwälder zu weltweit einzigartigen, sehr artenreichen Ökosystemen entwickeln konnten. Je nach Topografie, Klima und Bodenbeschaffenheit sind in Buchenmischwäldern auch viele andere Baumarten wie Stieleichen, Tannen oder Bergahorn zu finden. Die botanische und faunistische Vielfalt in Buchenwäldern ist beeindruckend: neben knapp 200 Blütenpflanzen, wurden rund 6.800 Tierspezies in Buchenwäldern nachgewiesen, darunter 27 Säugetier-, 70 Vogel-, 380 Würmer- und Tausende von Insektenarten.

 

Buchenwald
Buchenwald

Ein alter Buchenwald wirkt nahezu „aufgeräumt“, denn am Boden zwischen den bis zu 35 Meter hohen Bäumen entfaltet sich nur wenig Unterwuchs. Der recht kahle Waldboden ist ein Indikator für die ausgeprägte Konkurrenzstärke der Buchen, deren Baumkronen in den Sommermonaten ein dichtes Blätterdach bilden. Selbst bei intensivem Sonnenschein dringt nur wenig Licht bis ins Unterholz vor, denn die Blätter nutzen einen Großteil des Sonnenlichtes zur Photosynthese – nur knapp 3 Prozent erreichen den Waldboden. Da nur wenige Pflanzenarten mit diesen Lichtverhältnissen zurechtkommen, setzen sich im Unterwuchs der Buchenwälder nur einige Spezialisten durch. Dies sind meist krautartige Pflanzen, welche die kurze Zeit im Frühjahr nutzen, in der die Buchenblätter noch nicht ausgetrieben sind, die Tage aber bereits länger und wärmer werden. Zu diesen Frühblühern und Vorboten des Frühlings zählen unter anderem Schneeglöckchen, Bärlauch, Krokusse und Buschwindröschen.

Die bemerkenswerte Biodiversität des Ökosystems Buchenwald und dessen wichtige Rolle im Artenerhalt, veranlasste die UNESCO 2011 dazu, fünf naturbelassene deutsche Buchenwälder in die Liste des Weltnaturerbes aufzunehmen.

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