Zwischen Hinzerath und Hochscheid in der Nähe eines ehemaligen Munitionsdepots und am Rande des Naturparks Saar-Hunsrück fand am 18.05. gemeinsam mit Landal Mitarbeitern und Vertretern der Forstämter Idarwald und Hochwald ein symbolischer Baumpflanztermin statt. Schon im Februar und im März hatten Waldarbeiter 10.000 Buchen in einen durchforsteten Fichtenwald eingebracht. Bedingt durch den Klimawandel werden im Umfeld des Nationalparks Hunsrück-Hochwald alle Wälder resistenter und fit für die Zukunft gemacht, dadurch dass ehemalige Monokulturen in Mischwälder umgewandelt werden.
Landal GreenParks hat das Projekt baumgeben vor 1, 5 Jahren gemeinsam mit Landesforsten Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen und pflanzt jährlich ca. 20.000 Bäume. Dabei wird die Übernachtung des Gastes mit der Pflanzung „Deine Buchung pflanzt einen Baum“ in Verbindung gebracht.

Die Pflanzung, die durch ihr Sponsoring gefördert wurde, betraf Rotbuchen, die unter dem Schirm von Fichtenbeständen, die sich in der Reifephase befinden, gepflanzt worden sind (sog. „Buchen-Voranbauten“ oder „Buchen-Vorausverjüngungen“). Zahl der Pflanzen: 50 Stück in einem Klumpen, 200 Klumpen wurden gepflanzt, in der Summe 10.000 Buchen. Die Buchen stammen aus einem reviereigenen Pflanzkamp und sind 4 Jahre alt.
Hintergrund für die Maßnahme:
§ 25 Abs. 2 des rheinland-pfälzischen Landeswaldgesetzes bestimmt für den Staatswald: „Die Ziele und Verfahren der naturnahen Waldbewirtschaftung einschließlich einer in dieser Hinsicht vorbildlichen Wildbewirtschaftung sind zu verwirklichen.“ Das bedeutet nichts anderes als die Abkehr von der auf Kahlschlag basierenden Fichtenreinbestandswirtschaft und die Hinwendung zu einer auf Mischwald (ungleichartig und ungleichaltrig gemischt!) abzielenden, kahlschlagfrei und möglichst mit natürlicher Verjüngung arbeitenden Waldbewirtschaftung. Wo früher Fichtenreinbestände im Generationenwechsel im Kahlschlagverfahren geerntet und durch gleichaltrige Kulturen ersetzt wurden, soll heute Mischung und Vielfalt herrschen bzw. ermöglicht werden. Diese Umstellung in der Waldwirtschaft ist keine Sache von wenigen Jahren, sie wird Jahrzehnte (!) dauern!

Aus Fichtenreinbeständen (alle Fichten sind gleichaltrig, weil zum gleichen Zeitpunkt gepflanzt!) sollen Nadel-Laub-Mischwälder entstehen. Die flach wurzelnden Fichtenreinbestände sind monoton strukturiert und anfällig für Windwurf, Schneebruch, Borkenkäfer; die sog. „zufälligen Nutzungen“ (=> im Gegensatz zu „planmäßigen Nutzungen“), die anfallen, weil durch Schadfaktoren die Holzernte notwendig wurde, betragen oftmals in den Forstbetrieben (so auch bei uns!) bis deutlich über 30 % der Fichten-Jahreshiebsmenge. Das ist auf lange Sicht nicht tragbar! Außerdem ist der nur aus einer Baumart bestehende Fichtenbestand hinsichtlich der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen deutlich ungünstiger zu beurteilen wie ein aus mehren Baumarten bestehender Wald, wobei diese möglichst auch ungleichaltrig gemischt (!) sein sollten.
Deshalb wird jetzt in den Fichtenbeständen, die zum Generationenwechsel anstehen, die Buche unter dem Schirm der Fichtenaltbäume gepflanzt; die Buche als schattenertragende (sog. „Schatt“-)Baumart verträgt das problemlos,  die Eiche (= Lichtholzart) z.B. braucht wesentlich mehr Licht, mit ihr könnten die Fichten nicht „unterbaut“ werden. Alternativ zur Buche wäre auch die Weißtanne zu pflanzen, die ebenfalls stark schattenertragend ist und die Bodenökologie günstig beeinflusst.

In der weiteren Behandlung des Waldes, den wir uns angesehen haben, werden die vorhandenen Fichtenaltbäume in mehreren aufeinander folgenden Hiebsmaßnahmen Zug um Zug einzelstammweise genutzt, sodass immer mehr Licht in den Bestand und auf den Boden fällt. Dadurch werden sich die Buchen (die mehr Licht, Wuchs- und Wurzelraum bekommen) weiter entwickeln, außerdem entsteht eine günstige „Bodengare“ (durch Wärme und Licht beginnt die Mineralisierung des aus Fichtennadeln bestehenden Rohhumus), die dann der Fichte ermöglicht, sich „natürlich“ (durch Samenabfall bzw. -flug aus den Altbäumen heraus) zu verjüngen. Die Buchen haben dann bereits einen Alters- und Wuchsvorsprung, sodass die relativ schneller wachsende Fichte den Buchen nicht mehr gefährlich werden kann.

Im Endeffekt soll daraus ein Mischwald werden, der zu Anteilen von 1/4 bis zur Hälfte aus Laubholz, mit den restlichen Anteilen aus Fichte besteht. Ideal wäre die zusätzliche Pflanzung von Weißtanne (auf den dunklen Bestandesteilflächen) und/oder Bergahorn (auf den lichteren Partien!), sodass ein Mischwald aus Fichte, Tanne, Bergahorn und Buche entsteht, ein sog. „Bergmischwald“. Bis der letzte Stamm des vorhandenen Fichtenschirmbestandes fällt, dürften aber noch 40 bis 50 (!) Jahre vergehen…

Für Landal GreenParks: Susanne Maas-Kaiser und Lilo Wegener, Für die Forstämter die Forstamtsleiter Womelsdorf (links) und Müller sowie 2 Waldarbeiter

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