Wer Holz kauft, sollte sich auch über die Holzhärte im Klaren sein, denn je nach Anwendungsgebiet ist diese wichtig. Nun wissen wir Deutschen ja, dass unsere „deutsche Eiche“ ein hartes Holz ist. Unsere Vorfahren benutzten Eichenholz für den Bau der Fachwerkhäuser (wenn sie es denn bezahlen konnten, sonst nahm man Nadelholz), aber auch zum Anfertigen schwerer Truhen. Eichenmöbel sind auch heute noch begehrt, zumindest bei den Familien, die sich gerne gutsherrlich einrichten. Aber die Härte der Eiche wird von einigen tropischen Holzarten, aber auch von europäischen übertroffen – z.B. von der Robinie.

Der Holzfachhandel bietet, wenn es um massives Parkett geht, natürlich am liebsten Hartholz an. Auch wenn Hartholz nicht bedeutet, dass der Absatz eines bleistiftdünnen Damenschuhabsatzes nicht doch bleibende Eindrücke hinterlassen kann! Bei der Frage: Hartholz oder Weichholz, ist also der Anwendungszweck entscheidend. Die „Herrgottschnitzer“ von Oberammergau schnitzen auch in Eiche – aber mit weichem Lindenholz tut man sich natürlich viel leichter. Da mag die Linde in noch so vielen Volksliedern besungen worden sein – für Bau- und Ausbauzwecke taugt sie nicht.

Die Holzhärte wird, wie die Rohdichte des Holzes, vor allem von Zellaufbau und Wassergehalt bestimmt. So wird sie mit zunehmender Rohdichte größer und mit zunehmender Holzfeuchte geringer. Man muss kein Holztechniker sein um festzustellen, ob man es mit einem harten oder weichen Holz zu tun hat. Hinterläßt der Fingelnagel eine Ritzspur, wenn man mit ihm das Holz ritzt, dann hat man es mit weichem Holz zu tun.

Natürlich reicht der Fingelnagel nicht aus, um die Holzhärte zu bestimmen. Das wusste auch der schwedische Metallurg J. A. Brinell und so entwickelte er 1901 ein Prüfverfahren, das bis heute maßgeblich ist. Bei der Prüfung wird eine Stahlkugel mit einem bestimmten Durchmesser mit langsam steigender Belastung in das Holz gedrückt. Die Eindruckfläche wurde früher mit einem Fadenzähler („starke Lupe“) ausgemessen und nach einer bestimmten Formel berechnet. Und das Ergebnis wurde und wird in „HB“ ausgedrückt (Härte nach Brinell). Dass man heutzutage keinen Fadenzähler mehr braucht und auch keine Tabellen, ist logisch. Heute wird digital gemessen und der Härtegrad wird digital angezeigt.

Fichte, Lärche, Erle, Kiefer oder Kastanie sind weiche Hölzer. Aber man muss schon genau aufpassen: Die Holzart „Seekiefer rouge“ ist so hart wie die Eiche. Der europäische Ahorn ist ein mittelhartes Holz, der kanadische hingegen ein Hartholz. Zu den mittelharten Hölzern zählen noch die Birke und die Gebirgslärche, während die Lärche selbst zu den weichen Holzarten zählt. Harte Hölzer sind Eiche, Buche, Esche, Birnbaum, Kirschbaum, Nußbaum und sehr harte Holzarten sind z.B. Robinie (Akazie), Doussie, Merbau, Wenge oder Sucupira.

Holz

 

Quelle: http://www.baumarkt.de/nxs/501///baumarkt/schablone1/Holzhaerte-nach-Brinell-fuer-unsere-wichtigsten-Holzarten

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