Wald

Organisierte Kriminalität kennt man im Zusammenhang mit Drogen oder Schutzgelderpressungen. Sie ist aber auch für die illegale Abholzung des Regenwalds verantwortlich.

Alle zwei Sekunden vernichten illegale Holzfäller weltweit die Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes. Darauf macht die Weltbank in einem Report aufmerksam, den sie am Donnerstag in Washington vorstellte.
Der kriminelle Holzeinschlag bringt demnach jährlich einen Gewinn von 10 bis 15 Milliarden Dollar (8 bis 11 Milliarden Euro). Das Geld werde meist von organisierten Kriminellen kontrolliert, gehe an der Steuer vorbei und diene unter anderem dazu, korrupte Regierungsbeamte auf allen Ebenen zu bestechen. In einigen Staaten sind dem Bericht zufolge sogar 90 Prozent des Holzeinschlags illegal.
Auf dem Holzweg aus der Armut

Bislang habe die Justiz in den Ländern vor allem die Kleinkriminellen im Blick, die durch den Holzeinschlag der Armut entgehen möchten. Wichtig sei jedoch, die kriminellen Netzwerke zu zerschlagen und die Unternehmen zu bestrafen, die Bestechungsgelder bezahlten. Mit dem Report „Justice for Forests“ (Gerechtigkeit für Wälder) will die Weltbank unter anderem staatliche Organisationen beim Kampf gegen diese Netzwerke stärken.

„Wir müssen die organisierte Kriminalität beim Holzeinschlag genauso bekämpfen wie wir es bei den Bandenmitgliedern im Drogenhandel oder bei der Schutzgelderpressung tun“, sagt der Weltbank-Manager für das Team zur Integrität im Finanzmarkt, Jean Pesme. Das Team hilft Ländern, gegen illegale Finanzströme vorzugehen.

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